Allgemein

Foto von den Termas del Dayman Kinderbecken

Thermalquellen und eine Überraschung [#39]

Nach den erholsamen Tagen bei unserem Host in Salto setzten wir unsere Reise fort. Bevor wir die Stadt endgΓΌltig verließen, fΓΌllten wir im Supermarkt unsere VorrΓ€te auf und erkundeten noch ein wenig die Umgebung. In einem Restaurant trafen wir zufΓ€llig auf ein Paar aus Belgien und Frankreich, die mit ihrem Auto auf großer Reise waren. Nach einem inspirierenden Austausch radelten wir weiter zu den Termas del DaymΓ‘n. Dort checkten wir fΓΌr zwei Tage auf einem Campingplatz ein. Das Besondere: Schon auf dem Platz gab es zwei eigene Thermalbecken. An unserem Pausentag besuchten wir dann die eigentlichen Thermen von DaymΓ‘n. Das Wasser dort ist weltbekannt fΓΌr seine heilenden Eigenschaften – es stammt aus dem GuaranΓ­-Aquifer und ist reich an Mineralien wie Kalzium und Magnesium. Mit Temperaturen von bis zu 42Β°C war das Wasser teils sehr heiß, aber es gab zum GlΓΌck auch Pools, in denen das Wasser fΓΌr eine AbkΓΌhlung heruntergekΓΌhlt wurde. Nach einem kleinen Rundgang durch den Ort kehrten wir entspannt zum Campingplatz zurΓΌck. Die nΓ€chste Etappe fΓΌhrte uns zu den Termas de GuaviyΓΊ, wo es uns so gut gefiel, dass wir spontan drei NΓ€chte blieben, um das Thermalwasser ausgiebig zu genießen. Nach einer weiteren Etappe und einer Übernachtung auf einem Campingplatz mit großer GemeinschaftskΓΌche erreichten wir schließlich PaysandΓΊ. Überraschender Bootsausflug in PaysandΓΊ In PaysandΓΊ buchten wir eine Ferienwohnung fΓΌr drei NΓ€chte, da wieder Regen angekΓΌndigt war. Ein absoluter GlΓΌcksgriff! Noch am Tag des Einzugs luden uns die Besitzer der Wohnung spontan zu einem Bootsausflug zur Isla Caridad (mitten im RΓ­o Uruguay) ein. Am Abend trafen wir uns am Hafen und schipperten zur Insel. Dort lernten wir die halbe Familie kennen, quatschten ausgiebig und genossen die besondere AtmosphΓ€re, bevor es zurΓΌck zum Festland ging. Der Weg ins Landesinnere: Von Young nach Trinidad Von PaysandΓΊ aus fΓΌhrte uns die Route nach Young, wo wir am Abend ankamen. Nach einem Pausentag mit Lebensmitteleinkauf und Stadtbesichtigung setzten wir unsere Fahrt Richtung SΓΌden fort. FΓΌr die Strecke nach Trinidad ließen wir uns drei Tage Zeit und verbrachten zwei NΓ€chte beim Wildcampen. Ein Highlight war die Überquerung des Sees bei Andresito, der landschaftlich wirklich wunderschΓΆn war. Ansonsten prΓ€gten eingezΓ€unte Felder, weite Wiesen und WΓ€lder das Bild, wΓ€hrend wir Kilometer um Kilometer auf dem Seitenstreifen der Straße zurΓΌcklegten. In Trinidad angekommen, hatten wir eine klare To-Do-Liste: Benzin fΓΌr den Kocher besorgen, VorrΓ€te aufstocken und ab ins Hotel. Geplant war nur eine Nacht, doch das Wetter machte uns erneut einen Strich durch die Rechnung. Da es am Tag der Abreise wie aus Eimern regnete, verlΓ€ngerten wir kurzerhand um eine weitere Nacht, um trocken und sicher weiterziehen zu kΓΆnnen. Über HΓΌgel und Hitze: Der Weg nach San JosΓ© de Mayo Nachdem der Regen in Trinidad abgezogen war, setzten wir unsere Reise in Richtung San JosΓ© de Mayo fort. Die Fahrt dauerte einige Tage und verlangte uns kΓΆrperlich einiges ab: Es war wieder sehr warm und das GelΓ€nde war ein stΓ€ndiges Auf und Ab. Die Landschaft blieb dabei eher eintΓΆnig – Kilometer um Kilometer radelten wir an endlosen, eingezΓ€unten Feldern und WΓ€ldern vorbei. So richtig spannend war die Strecke nicht, aber wir kamen gut voran. In San JosΓ© de Mayo gΓΆnnten wir uns fΓΌr eine Nacht ein Hotelzimmer, um neue Kraft zu tanken. Am nΓ€chsten Tag fΓΌhrte uns der Weg nach Santa LucΓ­a. Dort checkten wir ebenfalls in ein Hotel ein. Das Highlight war der Pool der Unterkunft: Den nutzten wir am Abend, um nach der anstrengenden Fahrt in der Hitze endlich etwas abzukΓΌhlen und zu entspannen. Das Ziel vor Augen: Ankunft in Montevideo Nach einer letzten Nacht beim Wildcampen war es schließlich so weit: Wir erreichten Montevideo. Die Ankunft in der Hauptstadt war ein Meilenstein fΓΌr uns. Da Uruguay preislich eine echte Herausforderung ist und viele UnterkΓΌnfte schlichtweg zu teuer fΓΌr unser Budget waren, hatten wir uns dieses Mal fΓΌr ein Hostel entschieden – das erste auf unserer gesamten langen Reise. Das Hostel war eine gute Wahl: PrivatsphΓ€re: Wir hatten ein eigenes Doppelzimmer fΓΌr uns. Gemeinschaft: Wir teilten uns die KΓΌche, das Bad, die AufenthaltsrΓ€ume und eine tolle Dachterrasse mit anderen Reisenden. Sicherheit: Ein wichtiger Punkt fΓΌr uns – unsere FahrrΓ€der konnten sicher drinnen in einem Gemeinschaftsraum untergebracht werden. Die einzige Herausforderung war die Hitze. Da unser Zimmer kein direktes Fenster nach draußen hatte, staute sich die warme Luft ziemlich stark. Trotzdem genossen wir es, erst einmal angekommen zu sein und die Stadt von unserer Basis aus zu erkunden. Wir erreichten die Hauptstadt pΓΌnktlich zur Weihnachtszeit und verbrachten die Tage zwischen Weihnachten und Silvester in unserem Hostel. Es war eine besondere Zeit, um die Stadt in aller Ruhe β€žunsicherβ€œ zu machen. Dabei wechselten wir immer wieder das Transportmittel: Mal waren wir mit unseren FahrrΓ€dern unterwegs, mal nutzten wir den lokalen Bus, um die verschiedenen Stadtteile zu erkunden. Montevideo hat uns vielseitige Einblicke geboten: Natur und Aussicht: Wir schlenderten durch weitlΓ€ufige Parks und suchten uns Spots mit einem fantastischen Ausblick ΓΌber die gesamte Stadt. Kultur: Wir besuchten verschiedene Museen und tauchten ein wenig in die Geschichte und Kunst Uruguays ein. AbkΓΌhlung: Ein Highlight war das Baden im RΓ­o de la Plata. Bei der sommerlichen Hitze tat das Wasser unglaublich gut und es war spannend zu sehen, wie sich das Leben der HauptstΓ€dter am Wasser abspielt.

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Foto von uns beiden mit der Uruguay Flagge

Radreise Uruguay – SIM-Karten-RΓ€tsel und Wassersuche [#38]

Unsere Radreise durch Uruguay begann mit einer kleinen logistischen Herausforderung direkt an der Grenze. Wir radelten von Brasilien rΓΌber und stellten fest: Das Auschecken aus Brasilien und das Einchecken fΓΌr den Reisepass in Uruguay passierte auf derselben Seite. Nachdem die FormalitΓ€ten erledigt waren, hieß unser erster Stopp: Bella UniΓ³n. Bargeld-Suche und die β€žSiestaβ€œ-Falle In Bella UniΓ³n angekommen, hatten wir zwei PrioritΓ€ten: Bargeld und eine SIM-Karte. Die einzige Bank im Ort wollte uns jedoch kein Bargeld geben. Zum GlΓΌck fanden wir einen ΓΆffentlichen WLAN-Hotspot und konnten ΓΌber einen Online-Transferdienst Geld organisieren. Doch so einfach war es nicht: Der Auszahler hatte gerade Pause. Wir mussten zwei Stunden warten. Die Zeit verbrachten wir in einem Park. Von den ersten uruguayischen Pesos, die wir zuvor noch auf der brasilianischen Seite in der Grenzstadt geschenkt bekommen hatten, kauften wir uns ein GetrΓ€nk und eine Kleinigkeit zu essen und setzten uns in den Schatten. Nachdem wir schließlich unser erstes selbst abgeholtes Bargeld in den HΓ€nden hielten, folgte die nΓ€chste Überraschung im Hotel: Wir konnten dort nur bar bezahlen, was unseren Vorrat sofort um die HΓ€lfte schrumpfen ließ. Also hieß es am nΓ€chsten Tag: noch einmal zur Abholstelle, damit wir fΓΌr die Weiterfahrt genΓΌgend Bargeld hatten. Das Abenteuer SIM-Karte: Von SupermΓ€rkten und spanischen Hotlines Mit dem Fahrrad durch Uruguay zu fahren ohne Internet? Schwierig. Die Suche nach einer SIM-Karte in Bella UniΓ³n war eine echte Odyssee, bis wir durch Zufall an einer Supermarktkasse fΓΌndig wurden. Doch die Aktivierung war hart. Schließlich landeten wir in einem spanischsprachigen Telefonat, um die Karte freizuschalten. Da Annkathrins Schulspanisch schon lange her war, war es echt schwierig, alles auf Spanisch zu erklΓ€ren. Am Ende klappte es aber: Wir buchten 40 GB und bekamen aus irgendeinem Grund sogar 52 GB geschenkt! Hitze und Durst: Der Kampf auf der Straße nach Salto Nach der Pause in Bella UniΓ³n lagen etwa 150 km bis nach Salto vor uns. Obwohl wir VorrΓ€te hatten, fΓΌllten wir unseren großen Wassersack explizit nicht, da wir dachten, die extra gekauften Flaschen wΓΌrden ausreichen. Ein Fehler, den wir bald bereuen sollten. Die Sonne brannte erbarmungslos auf unsere KΓΆrper und den glΓΌhenden Asphalt der Straße. Es gab kaum Schatten, in den wir uns flΓΌchten konnten. WΓ€hrend wir meist auf dem Seitenstreifen fuhren und die Autos und Trucks an uns vorbeizogen, verlangten unsere KΓΆrper nach Trinken – viel Trinken. Die Hitze und die sportliche Anstrengung des Radfahrens zehrten an unseren KrΓ€ften. Es ging immer wieder leicht bergauf und bergab, was uns alles abverlangte. Wir sehnten uns verzweifelt nach Schatten und einer Erfrischung, doch unsere WasservorrΓ€te gingen unaufhaltsam zur Neige. Wir mussten uns jeden Schluck Wasser ganz genau einteilen. Am zweiten Abend war die Lage schließlich kritisch: Das Wasser war fast aufgebraucht, und keine Wasserquelle oder ein Supermarkt war in Sicht. Wir fragten ein paar Autofahrer nach Wasser und bekamen tatsΓ€chlich eine angefangene Flasche sowie ein paar KrΓ€cker geschenkt. Da wir auch nicht mehr viel Brot hatten und abends dringend etwas essen mussten, verzichteten wir extra auf das Warmkochen, um das kostbare Wasser zu sparen.Β  Stattdessen bereiteten wir eine einfache Sauce aus Zwiebeln, Knoblauch, GewΓΌrzen und passierten Tomaten zu, in die wir die KrΓ€cker tunkten. Es war kein Festmahl, aber wir hatten zumindest etwas im Magen. Ein kleines Restaurant auf der digitalen Karte war unsere letzte Hoffnung fΓΌr den nΓ€chsten Morgen, doch es folgte die ErnΓΌchterung: Der Laden hatte zu. Rettung durch ein Pappschild Nach langem Warten suchten wir im MΓΌll beim geschlossenen Restaurant nach einer LΓΆsung und fanden tatsΓ€chlich ein StΓΌck Pappe. Daraus bastelten wir uns ein Schild mit der Aufschrift β€žnecesitamos Aguaβ€œ / β€žwir brauchen Wasserβ€œ. Die Hilfsbereitschaft war ΓΌberwΓ€ltigend: Durch das Schild hielten Fahrer an und wir bekamen Wasser geschenkt, teils sogar eisgekΓΌhlt mit EiswΓΌrfeln, und zusΓ€tzlich einige eisgekΓΌhlte Orangen. Diese Gaben retteten uns den Weg zum Warmshowers-Host. Ankunft in Salto VΓΆllig erschΓΆpft, aber dankbar, erreichten wir kurz vor Salto einen kleinen Laden an der Straße fΓΌr kΓΌhle GetrΓ€nke und Snacks, da unsere MΓ€gen bereits knurrten. In Salto wurden wir herzlich von einem Warmshowers-Host und seiner kleinen Familie aufgenommen. Da es die nΓ€chsten Tage regnen sollte, blieben wir drei NΓ€chte und erholten uns von den Strapazen. An einem Pausentag zeigte uns unser Host abends sogar noch mit dem Auto die Stadt.

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Foto eines Campingplatzes in Argentinien

Unterwegs mit dem Fahrrad durch Missiones [#37]

Nach unseren Pausentagen in Posadas stiegen wir wieder aufs Rad und waren sofort zurΓΌck in der RealitΓ€t des sΓΌdamerikanischen Straßenverkehrs. Wir kannten das bereits aus Paraguay: Schnellstraßen statt Radwege, Seitenstreifen statt Komfort. In Paraguay war der Verkehr allerdings meist locker, fast gemΓΌtlich. In Argentinien dagegen wechselte es stΓ€ndig – mal kaum Autos, mal plΓΆtzlich LKW-Kolonnen. Genau diese Unberechenbarkeit begleitete uns nun wieder auf unserer Fahrradweltreise durch Argentinien. Und oft dachten wir: Vielleicht wird’s im nΓ€chsten Land anders? Vielleicht gibt es wieder mehr Radwege? Doch bisher Γ€hnelte alles sehr dem, was wir aus Paraguay kannten – nur mit mehr Verkehrsschwankungen. Am RΓ­o ParanΓ‘ entlang – schΓΆn, windig, herausfordernd Von Posadas aus folgten wir dem RΓ­o ParanΓ‘, der neben uns in der Sonne glitzerte. Die Strecke war landschaftlich herrlich, aber der Gegenwind holte alles aus uns heraus. Obwohl wir bewusst nicht viele Kilometer geplant hatten, fΓΌhlte sich der Tag durch die kleinen Anstiege und die BΓΆen an wie ein Mini-Marathon. Wildcampen war in dieser Region kaum mΓΆglich. Fast alles war eingezΓ€unt, und freie NaturplΓ€tze gab es selten. Dadurch fΓΌhlte es sich an, als wΓΌrden wir gerade von Unterkunft zu Unterkunft reisen, statt spontan zu entscheiden. Wir sehnten uns nach dem FreiheitsgefΓΌhl, das wir in Europa hatten, wo wir selbstverstΓ€ndlich einfach mal draußen ΓΌbernachten konnten. Kleines Landhotel bei GarupΓ‘ Eigentlich wollten wir nur eine Nacht in diesem kleinen Landhotel nahe GarupΓ‘ bleiben. Doch schon bei der Ankunft merkten wir, wie gut uns dieser Ort tat. Die Besitzer waren unglaublich freundlich, zeigten uns alles ganz in Ruhe und ließen uns die GemeinschaftskΓΌche mitbenutzen. Wir waren komplett allein dort – die einzigen GΓ€ste – und konnten uns dadurch wunderbar ausbreiten. Einer der Inhaber sprach sogar etwas Englisch, was die Kommunikation erleichterte. Kurz darauf ging es einem von uns gesundheitlich nicht so gut. Die nΓ€chste Etappe wΓ€re allerdings eine lΓ€ngere Strecke ohne VersorgungsmΓΆglichkeiten gewesen. Weiterzufahren hΓ€tte keinen Sinn gemacht. Also blieben wir spontan lΓ€nger: Aus einer geplanten Nacht wurden drei NΓ€chte – zwei vollstΓ€ndige Pausentage, die uns richtig gutgetan haben, bevor wir weiter Richtung PinapolΓ½ fuhren. Weiterfahrt nach PinapolΓ½ Nach der Pause fΓΌhlten wir uns wieder fit genug, um weiterzufahren. Die Strecke war typisch fΓΌr diese Region Argentiniens: manchmal ein Seitenstreifen, manchmal keiner, mal dichter Verkehr, mal fast nichts – ein stΓ€ndiger Wechsel, den wir schon aus Paraguay kannten. Nur dort war oft weniger Verkehr unterwegs gewesen. Hier mussten wir stΓ€rker darauf achten, vor allem an den Stellen, an denen der Seitenstreifen plΓΆtzlich verschwand. In PinapolΓ½ angekommen, fanden wir den Campingplatz, den wir uns vorher herausgesucht hatten, und blieben dort fΓΌr eine Nacht. Der Platz war einfach, aber landschaftlich sehr schΓΆn gelegen, mit einem kleinen Fluss, durch den sogar Autos fahren konnten. Kleiner Wasserfall und Wasserfilter-Premiere Am nΓ€chsten Tag machten wir uns auf den Weg zu einem kleinen Wasserfall in der NΓ€he. Er lag direkt an einem schmalen Weg, der in ein winziges Dorf fΓΌhrte. Der Wasserfall selbst war nicht spektakulΓ€r, aber sehr idyllisch. Wir setzten uns hin, beobachteten das herabfließende Wasser, kochten etwas und entspannten. Da unsere WasservorrΓ€te langsam knapp wurden und wir nicht wussten, wann wir sie wieder zuverlΓ€ssig auffΓΌllen konnten, nutzten wir zum ersten Mal auf dieser Reise unseren Wasserfilter. Wir hielten ihn direkt in den kleinen, klaren Wasserstrom und filterten unser Wasser frisch in unsere Flaschen. Endlich hatte der Filter seinen ersten echten Einsatz – und er funktionierte perfekt. WΓ€hrend unseres Aufenthalts am Wasserfall schauten wir immer wieder nach, ob beim nahegelegenen Campingplatz jemand aufgetaucht war. Beim ersten Versuch: niemand. Beim zweiten Versuch: immer noch niemand. Wir begannen schon darΓΌber nachzudenken, ob wir wohl am Wasserfall wildcampen mΓΌssten. Doch beim dritten Mal Γ€nderte sich alles: PlΓΆtzlich hΓΆrten wir Musik vom GelΓ€nde, sahen endlich Menschen und riefen ein lautes β€žΒ‘Hola!β€œ. Sofort kamen die Besitzer auf uns zu. So konnten wir doch noch auf dem Campingplatz ΓΌbernachten – sehr einfach, vermutlich ohne richtige Dusche, aber gΓΌnstig und vollkommen ausreichend fΓΌr eine Nacht. Gobernador Virasoro: KΓΌche, Gewitter und kleine Alltagsprobleme Am nΓ€chsten Tag machten wir uns frΓΌh auf den Weg Richtung Gobernador Virasoro. Schon unterwegs zogen dunkle Wolken auf. In der Ferne grollte es. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig unter einen kleinen Unterstand, bevor ein starker Regenschauer herunterkam. Wir und die RΓ€der passten genau darunter und warteten, bis der Regen nachließ. In Virasoro hatten wir uns ein Apart-Hotel ausgesucht – mit eigener kleiner KΓΌche. Das war wichtig, denn die Wettervorhersage versprach mehrere Tage Starkregen und Gewitter. Und tatsΓ€chlich: Es schΓΌttete heftig und immer wieder. Die KΓΌche war einfach, aber funktional. Der Backofen war einer dieser Modelle, bei denen man unten eine Klappe ΓΆffnet und das Gas per Hand anzΓΌnden muss. Es dauerte etwas, bis wir herausgefunden hatten, wie er funktioniert. Solche kleinen Herausforderungen gehΓΆren inzwischen zu unserem Reisealltag: jeder Herd ist anders, jeder Backofen eine Überraschung. Umso dankbarer sind wir fΓΌr unsere eigene kleine mobile FahrradkΓΌche – inklusive unserer Pfanne, die wir stΓ€ndig benutzen und die wir auf jeden Fall weiterempfehlen kΓΆnnen. Über lange und monotone Straßen nach Santo TomΓ© Sobald das Wetter sich endlich beruhigte, radelten wir weiter nach Santo TomΓ©. Die Strecke war unspektakulΓ€r, flach und ziemlich eintΓΆnig. Kaum etwas, das fΓΌr Abwechslung sorgte. Wir waren froh, als wir endlich ankamen. Das erste Hotel, das wir ansteuerten, schien niemanden vor Ort zu haben. Wir sollten ΓΌber einen Messenger-Dienst eine Nachricht schicken, taten das auch und warteten. Doch eine Antwort kam nicht. Also fuhren wir weiter zum nΓ€chsten Hotel – dort war sofort jemand an der Rezeption. Wir bekamen ein schΓΆnes Zimmer, ein einfaches FrΓΌhstΓΌck am nΓ€chsten Morgen und verbrachten dort zwei NΓ€chte, bevor es fΓΌr uns weiterging.

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Foto einer alten Lokomotive in Possadas

Einreise nach Argentinien per Bike: Nervenaufreibend und chaotisch [#36]

Wir rollten an diesem Morgen vom Hotelparkplatz in EncarnaciΓ³n und waren uns sicher: Das wird ein entspannter Tag. Die Unterkunft in Posadas war schon gebucht, nur wenige Kilometer lagen vor uns, wir mussten im Grunde β€žnur kurzβ€œ die Grenze passieren. DrΓΌben wollten wir Bargeld abholen, eine SIM-Karte kaufen und die Unterkunft ganz normal ΓΌber einen Online-Dienstleister bezahlen β€” alles schon organisiert, alles schien einfach. Tja. Dachten wir. Die BrΓΌcke – und die erste Überraschung Wir radelten zur großen BrΓΌcke, ΓΌber die alle Autos zwischen Paraguay und Argentinien fahren. Wir stellten uns schon vor, wie wir da ganz entspannt mitrollen wΓΌrden. Doch die RealitΓ€t wartete schon: Ein Grenzbeamter winkte uns heraus, lΓ€chelte freundlich und sagte eindeutig: β€žMit dem Fahrrad? Über die BrΓΌcke? Das geht nicht. Ihr mΓΌsst den Zug nehmen.β€œ Wir standen da und versuchten, das zu verarbeiten. Das entspannte Tagesziel begann langsam zu brΓΆckeln. Der Bahnhof – und das Bargeldproblem Also fuhren wir zum Bahnhof. Dort erfuhren wir den Preis fΓΌr die Tickets β€” und stellten fest: Wir hatten nicht genug Bargeld. Es gab keine Kartenzahlung, keine Ausnahme, keine spontane LΓΆsung. Also wieder zurΓΌck zur BrΓΌcke. Wir fragten dort, ob man uns vielleicht doch einmalig durchlassen kΓΆnnte. Leider nicht. Stattdessen bekamen wir eine Wegbeschreibung zum nΓ€chsten Geldautomaten. Wir suchten … und suchten … und fanden ihn zunΓ€chst nicht. Erst nach einer RΓΌckfrage an einer Tankstelle standen wir endlich davor β€” nur um festzustellen, dass er ausschließlich paraguayische WΓ€hrung ausgab. Mit hohen GebΓΌhren. Und das lohnte sich kurz vor der Ausreise so gar nicht. Also dachten wir nach. Und dann fiel es uns wieder ein: Wir hatten noch ein paar paraguayische Scheine, die wir eigentlich als Souvenir behalten wollten. Also holten wir sie wieder hervor und zΓ€hlten alles durch. Leider war es immer noch zu wenig fΓΌr zwei Tickets. Der Mann am Bahnhof fΓΌhrte schließlich den entscheidenden Satz: β€žWechselt das Geld an der Autogrenze. In argentinischen Pesos wird es reichen.β€œ Die ungewΓΆhnlichste Wechselstube der Reise Wir radelten erneut zur BrΓΌcke. Dort standen mehrere improvisierte Wechselstuben: CampingstΓΌhle, Tische, Sonnenschirme, eine GeldzΓ€hlmaschine, ein paar Beamte im Hintergrund, die alles im Blick hatten. Wir wechselten das Geld β€” und bekamen tatsΓ€chlich einen guten Kurs. Zum ersten Mal an diesem Tag dachten wir: β€žOkay, jetzt kΓΆnnte es wirklich klappen.β€œ Der Zug – endlich Richtung Argentinien Uns steckte der ganze Ticket-Hin-und-Her-Marathon noch in den Knochen. Nach all den Wegen zwischen BrΓΌcke, Bahnhof, wieder BrΓΌcke und wieder Bahnhof standen wir nun endlich im Zug. Das Ruckeln war uns egal – wir waren einfach nur froh, dass wir nun tatsΓ€chlich auf dem Weg nach Argentinien waren. Doch im Hinterkopf blieb der Gedanke: β€žMoment … wir haben ja noch keinen Stempel. Wie funktioniert das jetzt eigentlich alles hier?β€œ Direkt ins GrenzgebΓ€ude – und erstmal Schlange stehen Der Zug fuhr ein und spuckte alle Passagiere direkt in ein einziges GebΓ€ude aus. Keine Abzweigung, kein anderer Weg – man stand sofort im Grenzposten. Wir waren die Letzten in der Reihe, weil wir als Einzige unsere vollbepackten FahrrΓ€der aus dem Waggon schieben mussten. Vor uns stand bereits eine lange Schlange, und wir hatten genug Zeit, das ganze Prozedere zu beobachten. Wir sahen, wie ein Scanner Band nach Band mit Taschen schluckte. Manche Leute mussten Dinge aus ihren RucksΓ€cken rausnehmen, manche wirkten leicht genervt. Wir dachten nur: β€žOh nein, bitte nicht alle Fahrradtaschen runter … bitte nicht heute.β€œ Die Online-Registrierung – und die ewige Fehlermeldung Als wir endlich an der Reihe waren, reichten wir unsere PΓ€sse ab und wollten die nΓΆtige Online-Registrierung ausfΓΌllen. Eigentlich kein Problem … sollte man meinen. Doch jedes Mal, wenn wir das Formular abschickten, erschien nur: Fehler. Bitte erneut versuchen. Immer wieder. Wieder und wieder. Und wieder. Wir probierten alles MΓΆgliche β€” keine Chance. Also gingen wir erneut zum Schalter, erklΓ€rten, dass das Formular einfach nicht funktionieren wollte, und baten um Hilfe. Die Beamten waren zum GlΓΌck entspannt, schauten sich das Ganze an und sagten dann: β€žWir machen das einfach fΓΌr euch.β€œ Ein paar Klicks spΓ€ter war alles erledigt. Keine Magie, einfach Routine fΓΌr sie – und fΓΌr uns eine riesige Erleichterung. Nochmalige Kontrolle – alles korrekt hinterlegt Da uns wichtig war, dass wirklich alles sauber eingetragen war – Einreise Argentinien, Ausreise Paraguay, keine Datensatz-Fehler –, fragten wir sicherheitshalber noch einmal nach. Die Beamten nahmen uns daraufhin mit in einen anderen Raum des GebΓ€udes, ΓΌberprΓΌften unsere Daten im System und bestΓ€tigten: β€žAlles korrekt. Ihr seid regulΓ€r eingereist und auch korrekt in Paraguay abgemeldet.β€œ Diese BestΓ€tigung fiel uns wie ein Stein vom Herzen. Nach dem Tag voller kleiner Überraschungen wollten wir kein weiteres Chaos riskieren. Die Taschenkontrolle – zum GlΓΌck harmloser als erwartet Der Scanner stand immer noch vor uns wie ein Mahnmal. Wir stellten uns bereits mental darauf ein, jede einzelne Fahrradtasche abzumontieren. Doch plΓΆtzlich lief alles ganz unkompliziert: Ein Beamter ΓΆffnete nur kurz zwei Taschen, warf einen flΓΌchtigen Blick hinein, nickte zufrieden und sagte: β€žPasst. Weitergehen.β€œ Keine große Kontrolle, kein Scanner, kein Stress. Wir wurden einfach durchgewinkt – und standen endlich offiziell in Argentinien. Wir dachten: β€žOkay, jetzt kann ja nicht mehr so viel schiefgehen. Wir brauchen nur Bargeld, eine SIM-Karte und etwas zu essen. Der Rest wird easy.β€œ Tja … hΓ€tte der Tag ein Gesicht gehabt, er hΓ€tte wahrscheinlich mΓΌde gelacht. Erste EindrΓΌcke von Posadas In Posadas angekommen, hatten wir ΓΌberraschend noch ein paar Stunden Zeit, bevor wir zum vereinbarten Check-in in unsere Unterkunft mussten. Also fuhren wir direkt in die Innenstadt, wo wir uns auf unserer Offline-Karte schon einige Banken markiert hatten. Wir wollten gerne etwas Bargeld dabeihaben, bevor wir weiter nach Misiones starten wΓΌrden. Schon auf dem Weg dorthin sammelten wir erste EindrΓΌcke von Posadas – die Stadt wirkte auf uns etwas moderner und gepflegter als die paraguayische Seite. Einige GebΓ€ude hatten wir so nicht erwartet, und der erste Rundumblick gefiel uns direkt gut. Bargeld-Odyssee: von Bank zu Bank Doch dann begann die Odyssee: Wir standen in einem Bankenkomplex mit mehreren Filialen und probierten nacheinander verschiedene Geldautomaten aus – ohne Erfolg. Mal hieß es, der Betrag sei nicht verfΓΌgbar, mal funktioniere die Karte nicht,

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Park in Nantes

Warum Pausen auf einer Langzeit-Radreise so wichtig sind

Auf einer Langzeit-Radreise hΓΆren wir vor allem auf eines: unseren KΓΆrper. Er sagt uns ziemlich genau, was ihm guttut – und wann es Zeit ist, langsamer zu treten. NatΓΌrlich ΓΌberwinden wir auch mal den inneren Schweinehund, fahren weiter, obwohl die Beine mΓΌde sind oder der Kopf eigentlich Pause ruft. Aber Pausen gehΓΆren genauso dazu wie das Fahren selbst. Pausen machen wir nicht nur dann, wenn einer von uns krank ist oder kΓΆrperlich nicht mehr kann. Sie dienen vor allem der Regeneration des KΓΆrpers und des Geistes. Nach einem langen Radeltag braucht der KΓΆrper Entspannung – das ist klar. Was viele aber vergessen: Auch der Kopf muss mitkommen. Auf einer Langzeit-Radreise erleben wir fast tΓ€glich Neues – andere Landschaften, Menschen, MentalitΓ€ten, Sprachen und Situationen. All das fordert unsere volle Aufmerksamkeit und Energie. Jeden Tag wissen wir oft nicht, wo wir abends schlafen, wo wir am nΓ€chsten Tag kochen oder unser Zelt aufschlagen werden. Was fΓΌr viele selbstverstΓ€ndlich ist – ein Zuhause, ein Bad, ein Bett – ist fΓΌr uns tΓ€gliche Organisation. Das ist wunderschΓΆn, aber auch mental anstrengend. Dazu kommt, dass wir uns stΓ€ndig sprachlich und kulturell anpassen – improvisieren, ΓΌbersetzen, verstehen, uns verstΓ€ndlich machen. Das alles kostet Kraft. Darum gΓΆnnen wir uns bewusst Pausen – dort, wo wir uns wohlfΓΌhlen: bei herzlichen Gastgebern, in schΓΆner Umgebung oder einfach irgendwo, wo wir uns sicher fΓΌhlen. Mal im Bett, mal im Zelt – je nachdem, wonach uns ist. An Pausentagen entspannen wir, verarbeiten Erlebtes und arbeiten manchmal auch an unseren Projekten. Es ist diese Mischung aus Ruhe und AktivitΓ€t, die uns neue Energie gibt – fΓΌr die nΓ€chsten Etappen, fΓΌr neue Begegnungen, fΓΌr alles, was noch kommt. Warum Pausen auf einer Langzeit-Radreise entscheidend sind Wer auf einer Langzeit-Radreise unterwegs ist, denkt an Kilometer, Routen und Abenteuer – aber selten an Pausen. Dabei sind sie der SchlΓΌssel, um lange durchzuhalten. KΓΆrperlich: Muskeln, Gelenke und Sehnen brauchen Erholung. Nur wer regelmÀßig pausiert, beugt Verletzungen und Überlastungen vor. Mental: Neue EindrΓΌcke, fremde Sprachen und unvorhersehbare Situationen fordern den Kopf. Eine Pause hilft, Gedanken zu sortieren und Erlebtes zu verarbeiten. Emotional: StΓ€ndige Bewegung kann stressig werden. Ein Tag Stillstand schenkt neue Motivation und Dankbarkeit. Pausen sind kein RΓΌckschritt – sie sind ein Teil des Vorankommens. Woran du erkennst, dass du eine Pause brauchst Manchmal ist es gar nicht so leicht zu merken, wann der KΓΆrper oder Geist genug hat.Diese Signale sind oft ein Hinweis darauf, dass ein Pausentag guttun wΓΌrde: Du fΓΌhlst dich krank oder kΓΆrperlich schlecht. Dein KΓΆrper signalisiert dir so, dass er Ruhe braucht. Du wachst morgens mΓΌde auf – obwohl du eigentlich genug geschlafen hast. Du hast keine Lust, aufs Rad zu steigen. Du bist gereizt, unkonzentriert oder merkst, dass kleine Dinge dich stressen. Du machst hΓ€ufiger Fehler (z. B. vergisst etwas oder verpasst Abzweigungen). Oder du wachst auf und spΓΌrst einfach, dass du lΓ€nger an diesem Ort bleiben willst, weil du dich dort wohlfΓΌhlst, weil er dich inspiriert oder weil er dir einfach guttut. Wenn du eines dieser Anzeichen erkennst, ist es keine SchwΓ€che, sondern Weitsicht, mal einen Tag oder zwei zu ruhen. Eine Langzeit-Radreise bedeutet auch, auf das eigene BauchgefΓΌhl zu hΓΆren – nicht nur auf den Tacho. Wie wir unsere Pausen gestalten Unsere Pausen entstehen selten nach Plan – sie ergeben sich. Wenn wir uns an einem Ort wohlfΓΌhlen, bleiben wir einfach. Das kann ein gemΓΌtlicher Garten bei netten Gastgebern sein, ein ruhiger Platz am Fluss oder ein kleiner Campingplatz mit guten GesprΓ€chen. Wir brauchen dafΓΌr nicht immer ein Bett – unser Zelt reicht uns oft vΓΆllig.An manchen Tagen ist genau das die Freiheit, die uns glΓΌcklich macht.An anderen Tagen sehnen wir uns nach einer Dusche, einem Dach und einer warmen Mahlzeit – und auch das ist okay. Manchmal machen wir auch ganz bewusst eine Pause an einem besonders schΓΆnen Ort, einfach um ihn lΓ€nger und intensiver genießen zu kΓΆnnen. Auf einer Langzeit-Radreise geht es fΓΌr uns nicht darum, mΓΆglichst viele LΓ€nder oder Kilometer zu sammeln, sondern die schΓΆnsten Momente einzufangen, festzuhalten und im Herzen abzuspeichern. Egal wie weit man fΓ€hrt – man wird niemals jedes Land, jede Straße und jeden Winkel der Welt erleben kΓΆnnen. DafΓΌr ist unser Leben zu kurz. Umso wichtiger ist es, nicht in einem Kilometerkampf zu versinken, sondern die kleinen Dinge am Wegesrand wahrzunehmen: den Duft nach Regen, ein nettes GesprΓ€ch, ein unerwartetes LΓ€cheln, eine Aussicht, die einen innehalten lΓ€sst. Gerade diese Momente machen die Reise wertvoll. Sie lehren uns, was uns guttut und wo wir uns wohlfΓΌhlen – und genau dort entsteht oft der Wunsch, einfach mal zu bleiben. NatΓΌrlich gibt es auch Ausnahmen: Manchmal zwingt uns ein Visum oder ein fixer Termin dazu, weiterzuradeln, statt eine Pause einzulegen. Doch auch das lΓ€sst sich oft ausgleichen, indem man die Route flexibel anpasst und bewusst eine bestimmte Anzahl an Pausentagen pro Woche einplant. So bleibt die Reise im Gleichgewicht – zwischen Bewegung und Ruhe, Abenteuer und Ankommen. Plane deine Langzeit-Radreise grob – aber bleib flexibel Auf einer Langzeit-Radreise lohnt es sich, nur grob zu planen.Eine Route im Kopf zu haben ist hilfreich, aber genauso wichtig ist Offenheit fΓΌr das, was unterwegs passiert. Wenn du neue Menschen triffst, geben sie dir oft wertvolle Tipps fΓΌr schΓΆne Orte in der Umgebung, geheime Aussichtspunkte, kleine DΓΆrfer oder Routen, die auf keiner Karte stehen. FΓΌr solche spontanen Umwege sollte man offen sein – denn oft sind genau sie die schΓΆnsten Momente der Reise. Tipps fΓΌr gute Pausentage auf der Langzeit-Radreise 1. HΓΆr auf dein GefΓΌhl: Wenn du dich erschΓΆpft fΓΌhlst, plane keine festen Etappen. 2. WΓ€hle Orte, die dir guttun: Ob Stadt oder Natur – wichtig ist, dass du dich sicher und entspannt fΓΌhlst. 3. Pflege dein Fahrrad: Kleine Wartung an Pausentagen erspart große Probleme unterwegs. 4. Sortiere EindrΓΌcke: Tagebuch schreiben oder Fotos durchsehen hilft, die Reise bewusster zu erleben. 5. Bleib offen und flexibel: Lass dich auf Begegnungen und Tipps von Einheimischen ein – sie fΓΌhren dich oft zu Orten, die du sonst nie entdeckt hΓ€ttest. Was wir durch Pausen gelernt haben Auf unserer Langzeit-Radreise haben wir

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Sonnenuntergang in Encarnacion [Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig auf Weltreise]

Von Villarrica nach EncarnaciΓ³n mit dem Fahrrad [#35]

Nach den Pausentagen in Villarrica sattelten wir wieder unsere RΓ€der und starteten unsere Radreise Paraguay in Richtung CaazapΓ‘. FΓΌr unsere Open-End-Radreise hatten wir ursprΓΌnglich geplant, den Radweg Tren1 auszuprobieren, der in unseren Navigationsapps eingezeichnet war. Trotz des schwierigen, sandigen Weges entschieden wir uns, das Radfahren auf dem Tren1 weiterzufΓΌhren. Der Pfad fΓΌhrte vorbei an slumΓ€hnlichen HΓ€usern, die im deutlichen Kontrast zu den gepflegteren HΓ€usern in Villarrica standen. Tiefe PfΓΌtzen machten das Radfahren auf dem Tren1 zu einer echten Herausforderung, und unsere RΓ€der versanken immer wieder ein StΓΌck im lockeren Sand. Überall liefen freilaufende Hunde herum, und wir kΓ€mpften uns Meter fΓΌr Meter voran – gespannt, wohin der Weg fΓΌhren wΓΌrde – ein echtes Radabenteuer in Paraguay. PlΓΆtzlich – wie aus dem Nichts – hΓΆrte der Weg einfach auf. Kein Hinweis, kein Durchkommen mehr. Auch die Einheimischen bestΓ€tigten kopfschΓΌttelnd: β€žHier geht es nicht weiter.β€œ Das Radfahren auf dem Tren1 war damit endgΓΌltig gescheitert, doch diese Erfahrung machte unsere Fahrradtour in Paraguay um eine unvergessliche Episode reicher. Also wechselten wir zurΓΌck auf die Hauptstraße PY08. Auf dem geteerΒ­ten Straßenabschnitt mit Seitenstreifen konnten wir wieder deutlich besser vorankommen – eine willkommene Erleichterung auf unserer Langzeitradreise Paraguay. Etwa 10 Kilometer vor unserem Tagesziel legten wir eine kleine Pause ein. Unter einem BushaltestellenhΓ€uschen kochten wir uns Nudeln mit Tomatensoße, das gleichzeitig als Unterstand diente. Danach ging es weiter zum Hotel, wo wir die Nacht verbrachten und uns von der anstrengenden Etappe erholten. Hitze pur auf dem Weg nach Yegros – Radfahren Paraguay bei 37 Grad Am nΓ€chsten Tag erwartete uns eine besonders harte Etappe: Die Temperaturen stiegen auf 37 Grad, die Sonne brannte unbarmherzig, und uns ging fast das Wasser aus. Jeder Pedaltritt kostete Kraft, und die letzten Kilometer zogen sich endlos hin – ein echtes Abenteuer auf unserer Open-End-Radreise Paraguay. In Yegros angekommen, steuerten wir sofort einen Supermarkt an, der eigentlich geΓΆffnet sein sollte – leider ohne Erfolg. Zum GlΓΌck entdeckten wir einen frei zugΓ€nglichen Wasserhahn, an dem wir uns erfrischen und unsere Flaschen wieder auffΓΌllen konnten. Danach checkten wir in eine Hospedaje ein. Eine Hospedaje ist ein kleines GΓ€stehaus oder eine Pension, vergleichbar mit einem gΓΌnstigen Hotel, in dem man meist nur eine Nacht oder wenige Tage bleibt. Endlich konnten wir uns erholen, duschen und neue Energie fΓΌr die nΓ€chste Etappe unserer Langzeitradreise Paraguay tanken. Mit dem Fahrrad auf der PY08 nach Coronel Bogado – Radabenteuer in Paraguay In den folgenden zwei Tagen radelten wir entlang der PY08 in Richtung Coronel Bogado. Die Straße war grâßtenteils geteert und verfΓΌgte ΓΌber einen Seitenstreifen, auf dem wir gut vorankamen. Teilweise war der Seitenstreifen jedoch stark beschΓ€digt und voller SchlaglΓΆcher, sodass wir auf die Hauptfahrbahn ausweichen mussten. Gegenwind erschwerte die Fahrt zusΓ€tzlich, sodass wir langsamer vorankamen. Bei der Ankunft in Coronel Bogado fiel uns sofort auf, dass die Stadt moderner und gepflegter wirkte als die DΓΆrfer zuvor. Saubere Straßen, moderne HΓ€user und eine angenehme AtmosphΓ€re machten diesen Ort zu einem ΓΌberraschend schΓΆnen Zwischenstopp auf unserer Fahrradtour in Paraguay und einem besonderen Erlebnis auf unserer Radreise Paraguay. Hier spΓΌrten wir, wie unterschiedlich die Orte auf unserer Langzeitradreise Paraguay waren: WΓ€hrend die DΓΆrfer zwischen Villarrica und CaazapΓ‘ eher klein, ruhig und teilweise heruntergekommen wirkten, prΓ€sentierte sich Coronel Bogado ΓΌberraschend lebendig und modern. Diese Kontraste machten das Radfahren Paraguay besonders spannend und abwechslungsreich. Zwischenstopp in Carmen del ParanΓ‘ – Camping am RΓ­o ParanΓ‘ Von Coronel Bogado radelten wir weiter Richtung SΓΌden, bis wir Carmen del ParanΓ‘ erreichten – ein kleiner, ruhiger Ort am Ufer des RΓ­o ParanΓ‘. Hier legten wir eine Pause ein und entschieden uns, auf dem Camping Municipal zu ΓΌbernachten. Das Tor war zunΓ€chst verschlossen, also gingen wir zu den Besitzern, die gegenΓΌber wohnten. Nach kurzer Absprache ΓΆffneten sie uns das GelΓ€nde. FΓΌr 20.000 GuaranΓ­ (ca. 2,50 Euro) durften wir zu zweit auf dem Campingplatz ΓΌbernachten. Bevor wir unser Zelt aufbauten, erkundeten wir zu Fuß den Strand. Durch den verschlafenen Ort fΓΌhrte der Weg zu einer kleinen Bucht mit feinem Sandstrand. Das glitzernde Wasser des ParanΓ‘-Flusses, eine leichte Brise und nur wenige Menschen – perfekte Ruhe fΓΌr unsere Langzeitradreise Paraguay. ZurΓΌck auf dem Campingplatz suchten wir uns einen schattigen Platz unter BΓ€umen und bauten unser Zelt auf. Der Camping Municipal war einfach, aber schΓΆn: weite RasenflΓ€chen, schattenspendende BΓ€ume, ΓΌberdachte UnterstΓ€nde mit Grillstellen und zwei ToilettenhΓ€user mit Duschen – alles, was wir fΓΌr unsere Open-End-Radreise Paraguay benΓΆtigten. Am Abend kochten wir und genossen den Sonnenuntergang – ein authentischer, friedlicher Zwischenstopp auf unserer Fahrradtour in Paraguay. Weiter nach EncarnaciΓ³n – Radfahren Paraguay bei 37 Grad Am nΓ€chsten Tag radelten wir weiter in Richtung EncarnaciΓ³n. Schon am Morgen zeigte das Thermometer ΓΌber 30 Grad, im Laufe des Tages stieg die Hitze auf 37 Grad. Die Sonne brannte, die Straße fΓΌhrte stΓ€ndig bergauf und bergab, und der heiße Asphalt machte das Radfahren Paraguay zu einer echten Herausforderung. Wir tranken literweise Wasser und legten regelmÀßig Schattenpausen ein, um unsere KrΓ€fte fΓΌr die Langzeitradreise Paraguay zu bewahren. Gerade als wir dachten, wir schaffen es nicht mehr, tauchte plΓΆtzlich der große Schriftzug auf einem Kreisverkehr auf – das erste Zeichen, dass wir EncarnaciΓ³n erreicht hatten! ErschΓΆpft, aber glΓΌcklich, rollten wir hinein und steuerten unser vorher ausgesuchtes Hotel an. Drei NΓ€chte blieben wir hier, um uns von der Hitze und den Strapazen der letzten Tage zu erholen. EncarnaciΓ³n entdecken – Strand Playa San JosΓ© und Werbung am Fluss WΓ€hrend unserer Pausentage erkundeten wir die Stadt und spazierten entlang der Uferpromenade und des Strands Playa San JosΓ©. Hier fiel uns besonders die Werbung am Strand auf – etwas, das wir bisher auf keiner anderen Radreise Paraguay gesehen hatten: Die StrandeingΓ€nge waren mit Werbung versehen. Der Schriftzug β€žPlaya San JosΓ©β€œ war mit Abbildungen einer Eismarke dekoriert. Eine riesige Sonnenbrille stand als Fotomotiv einer Bank mitten am Strand. Zuerst waren wir ΓΌberrascht, doch gleichzeitig fanden wir es eine clevere, strategische Idee der Firmen, die den Besuchern direkt ins Auge fΓ€llt. EncarnaciΓ³n wirkte lebendig und modern, doch abgesehen von Promenade und Strand gab es nicht viele SehenswΓΌrdigkeiten. So nutzten wir die Zeit, um an unseren Projekten zu arbeiten,

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Nico Ladewig und Annkathrin Kaßner (zweiaufrad) auf Open-End-Radreise (Foto aus Brasilien)

Open-End-Radreise vs. Kurzzeit-Urlaubsreise: Was sind die Unterschiede?

Wenn wir von einer typischen Urlaubsreise sprechen, meinen wir eine kurze Auszeit von ein bis zwei Wochen. Das kann ein Flug, eine kurze Fahrradtour oder ein Backpacking-Trip sein. Ziel ist meist Erholung, Sightseeing oder Entspannung – Zeit und AktivitΓ€ten sind klar begrenzt. Unsere Open-End-Radreise hingegen ist eine lange, flexible Fahrradtour, bei der wir unterwegs arbeiten, leben und unsere Route selbst bestimmen. Sie ist kein klassischer Urlaub, sondern ein Lebensstil, der uns vΓΆllig neue Perspektiven auf das Reisen erΓΆffnet. Was macht eine Langzeitradreise zu etwas Besonderem? Auf einer lΓ€ngeren Radreise bestimmen wir jeden Tag selbst: Wir entscheiden, wann wir arbeiten, wann wir pausieren, welche Orte wir erkunden und wo wir schlafen. Anders als bei ein- bis zweiwΓΆchigen Kurzzeitreisen geht es nicht nur um Erholung, sondern um bewusstes, selbstbestimmtes Leben unterwegs. Viele Menschen verstehen nicht sofort, dass wir auf einer Open-End-Radreise nicht einfach Urlaub machen. Wir sind uns bewusst, dass es ein Privileg ist, ΓΌber lΓ€ngere Zeit reisen zu kΓΆnnen. Unsere Reise ist nur dank Ersparnissen aus frΓΌheren Arbeitsjahren und etwas Arbeit unterwegs mΓΆglich. Sie ist zeitlich begrenzt, aber wir hoffen, unsere Open-End-Radreise noch mΓΆglichst lange fortsetzen zu kΓΆnnen, weil wir aktuell voller Abenteuerlust sind. Wie erleben wir Natur und Kultur intensiver als auf Kurzzeitreisen? Ein großer Unterschied zwischen Radfahren ΓΌber Monate und kurzen Urlaubsreisen ist die FlexibilitΓ€t der Routenplanung. Auf Langzeitradreisen kΓΆnnen wir spontan entscheiden, wo wir bleiben oder welche Orte wir besuchen, je nachdem, was uns gerade interessiert oder welche Menschen wir treffen. Wir genießen nicht nur SehenswΓΌrdigkeiten, sondern auch unberΓΌhrte Natur und kleine Orte fernab des Massentourismus. Auf ein- bis zweiwΓΆchigen Reisen ist das oft nicht mΓΆglich, da die Zeit knapp bemessen ist und meist die bekannten Highlights im Fokus stehen. So erleben wir Landschaft, Menschen und Kultur viel intensiver. Wie wirken sich Straßenbedingungen und kΓΆrperliche Anstrengung aus? Die StraßenverhΓ€ltnisse beeinflussen unsere Fahrraderlebnisse stark. Sandpisten, Schotter oder schlecht ausgebaute Straßen verlangsamen die Fahrt und machen sie kΓΆrperlich anstrengend. Ohne E-Bike sind lange Etappen ein echtes Workout, wΓ€hrend man mit dem Auto die Strecke viel schneller zurΓΌcklegen kΓΆnnte. Langsames Vorankommen hat jedoch Vorteile: Wir erleben die Natur und die Menschen intensiver. LΓ€ngere Aufenthalte an einem Ort ermΓΆglichen echte Einblicke in die Kultur, die auf Kurzzeit-Urlaubsreisen selten mΓΆglich sind. Minimalistisch unterwegs: Wie beeinflusst das unsere Reise? LΓ€ngere Fahrradtouren fΓΆrdern Minimalismus: Alles, was wir mitnehmen, mΓΌssen wir selbst tragen. Daher ΓΌberlegen wir genau, welche AusrΓΌstung, Kleidung oder Souvenirs sinnvoll sind. Jeder Gegenstand muss einen Zweck erfΓΌllen, sonst schleppen wir unnΓΆtig Gewicht. Auch bei der ErnΓ€hrung achten wir darauf, genΓΌgend Energie fΓΌr die Etappen zu bekommen. Man kann nicht einfach jederzeit ins nΓ€chste Restaurant gehen, sondern muss die Verpflegung unterwegs planen. So lernt man, bewusster mit Ressourcen umzugehen – ein Vorteil, den Kurzzeit-Urlaubsreisen oft nicht bieten. Wie lernt man Menschen auf Langzeitradreisen kennen? Auf lΓ€ngeren Reisen lernt man Menschen intensiver kennen. GesprΓ€che mit anderen Radreisenden oder Einheimischen dauern oft ein oder zwei Stunden, wΓ€hrend man auf ein- bis zweiwΓΆchigen Kurzurlauben eher sporadische und kΓΌrzere Begegnungen hat. Nebenbei lernt man WΓΆrter der Landessprache, die man vertiefen kann. Auf kurzen Urlaubsreisen bleiben Sprachkenntnisse oft oberflΓ€chlich. Diese Erfahrungen fΓΌhren zu tiefgrΓΌndigeren Begegnungen und einer besseren kulturellen Integration. Wie funktioniert Arbeiten unterwegs mit dem Fahrrad? Arbeiten unterwegs auf einer Langzeitradreise ist eine Herausforderung: Strom und Internet sind nicht immer verfΓΌgbar, daher muss man flexibel sein. Man lernt, seine Arbeitszeiten sinnvoll zu planen, und erkennt, dass Arbeit ein Privileg ist, das man bewusst gestalten kann. Diese Kombination aus Arbeiten und Reisen ist auf Kurzzeit-Urlaubsreisen nicht notwendig. Dort kann man sich vollstΓ€ndig auf Freizeit konzentrieren, ist aber auch weniger flexibel in der Tagesgestaltung. Warum ist die Sicherheit des Fahrrads und der AusrΓΌstung entscheidend? Das Fahrrad ist unser wertvollstes GepΓ€ckstΓΌck. Wir achten stets darauf, es sicher abzustellen. Oft hilft eine zweite Person, um das Fahrrad wΓ€hrend AusflΓΌgen zu bewachen. Auch der Umgang mit AusrΓΌstung wie Powerbanks oder anderem Elektroschrott ist wichtig. Wir entsorgen defekte GerΓ€te nie einfach in MΓΌlltonnen, sondern recyceln sie korrekt, z.β€―B. ΓΌber Hotels oder andere Sammelstellen. Welche Vorteile haben Kurzzeit-Urlaubsreisen? Kurze Reisen bieten Planungssicherheit: Unterkunft, Strom und Internet sind meist gesichert. Man kann sich entspannen, ohne jeden Tag improvisieren zu mΓΌssen. Auch wenn man nicht sofort abschaltet, erlaubt diese Struktur ein kurzes Entkommen aus dem Alltag. Die Planung von ein- bis zweiwΓΆchigen Reisen gibt Vertrauen und Komfort. Allerdings sind Begegnungen, Naturerlebnisse und Minimalismus meist weniger intensiv als auf lΓ€ngeren Radreisen. Fazit: Langzeit-Radreise oder Kurzzeit-Urlaubsreise – was passt zu mir? Unsere Erfahrungen zeigen: Langzeit-Radreisen und Kurzzeit-Urlaubsreisen unterscheiden sich grundlegend – und beide haben ihre Vorteile. Langzeit-Radreisen fΓΆrdern FlexibilitΓ€t, Minimalismus, intensive Begegnungen und Abenteuer in der Natur. Kurzzeit-Urlaubsreisen bieten geplante Struktur, Sicherheit und kurze Erholung. Die MΓΆglichkeit einer Open-End-Radreise hΓ€ngt stark von finanziellen Mitteln ab, wΓ€hrend Kurzzeitreisen fΓΌr fast jeden mΓΆglich sind. FΓΌr uns bedeutet Fahrradreisen: leben, arbeiten, Natur erleben und Begegnungen genießen – bewusst, flexibel und authentisch. Wir hoffen, unsere Open-End-Radreise noch lange fortsetzen zu kΓΆnnen, weil wir aktuell voller Abenteuerlust sind und unterwegs darauf achten, unsere Kosten selbst zu decken. Beide Reiseformen haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, was man erleben mΓΆchte, wie viel Zeit und Geld man hat und welche Art von Abenteuer man sucht.

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Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig von β€žzweiaufrad” machen Halt auf ihrem ersten Campingplatz in Brasilien.

Unsere Nacht-AusrΓΌstung fΓΌr die Langzeitradreise: Die wichtigsten Must-Haves beim Camping

Über 16 Monate sind wir nun schon mit dem Fahrrad unterwegs – eine wahre Open-End-Abenteuerreise voller unvergesslicher NΓ€chte unter Sternenhimmel, Windrauschen und dem sanften Flattern der Natur um uns herum. Wenn es darum geht, auf einer Langzeitradreise gut zu schlafen, ist die richtige Nacht-AusrΓΌstung entscheidend. Wir zeigen euch unsere Must-Haves und die wichtigsten Dinge, die uns Komfort und Sicherheit beim Camping schenken. Unser Zelt ist lΓ€ngst mehr als nur Unterkunft – es ist unser mobiles Zuhause, unser RΓΌckzugsort nach einem Tag voller Erlebnisse. Mit der Zeit hat sich eine eingespielte Abendroutine entwickelt, die fast schon automatisch ablΓ€uft: Sobald das Zelt steht, breiten wir zuerst unser Mikrofaserhandtuch als schΓΌtzende Unterlage im Innenzelt aus. Es verhindert, dass sich Feuchtigkeit zwischen Zeltboden und Isomatte sammelt. Danach kommt die aufblasbare Doppel-Isomatte hinein – unsere stabile, gemeinsame Basis fΓΌr eine gute Nacht. Sobald sie aufgepumpt ist, zieht auch schon die GemΓΌtlichkeit ein: Wir legen unsere SchlafsΓ€cke hinein, verbinden sie zu einem großen Kuschelschlafsack, und schon entsteht ein kleines Nest. Dann folgen unsere aufblasbaren Kissen, und StΓΌck fΓΌr StΓΌck verwandelt sich das Zelt in einen gemΓΌtlichen RΓΌckzugsort. Erst wenn alles an seinem Platz ist, wandern die wichtigsten Dinge fΓΌr die Nacht hinein – unter anderem Stirnlampe, Powerbank und Wasserflasche. Der Rest bleibt draußen ordentlich auf den FahrrΓ€dern verstaut, bereit fΓΌr den nΓ€chsten Tag. 1. Lichtblicke in der Nacht – unsere unverzichtbaren Kopflampen Der erste Griff nach dem Zeltaufbau gilt immer unseren Kopflampen – ohne sie wΓ€re alles nur halb so einfach oder doppelt so abenteuerlich. Ob beim Zeltaufbau im Dunkeln, beim nΓ€chtlichen Gang hinter die BΓΌsche oder beim ZΓ€hneputzen unter Sternen – sie sind unsere leuchtenden Begleiter auf jeder Radreise. Wir setzen auf eine clevere Zwei-Lampen-Strategie: USB-Variante: Die Blukar LED Stirnlampe ist unser Favorit fΓΌr den Alltag. Sie lΓ€sst sich per USB laden – ideal, wenn die Powerbank ohnehin griffbereit ist. Das stufenlose Dimmen ist Gold wert, wenn man abends noch liest oder im Zelt kocht, ohne sich gegenseitig zu blenden. Besonders praktisch ist der Bewegungssensor – ein Winken reicht, und das Licht geht an oder aus. Batterie-Variante: Wenn wir lΓ€nger abseits der Zivilisation unterwegs sind, kommt unsere BORUIT LED Stirnlampe zum Einsatz. Mit AAA-Batterien bleibt sie autark – Batterien bekommt man schließlich fast ΓΌberall, selbst im kleinen Dorfladen. Der Rotlicht-Vorteil: Beide Lampen haben eine Rotlichtfunktion – ein echter Segen. So behalten wir unsere Nachtsicht und kΓΆnnen im Zelt noch leise kramen, ohne den anderen oder unsere Zeltnachbarn mit grellem Licht zu stΓΆren. Das ist wichtig. 2. Kuschelfaktor Deluxe – Unser Schlafsystem fΓΌr die Langzeitradtour Nach einem Tag voller Sonne, Wind und HΓΆhenmetern ist guter Schlaf das wichtigste Gut ΓΌberhaupt. Wir haben lange ausprobiert, bis wir unsere perfekte Kombination fΓΌr die Langzeitradtour gefunden haben. Unsere Isomatte ist eine große aufblasbare Doppelmatte, perfekt zum Kuscheln. Sie bietet genug Platz fΓΌr zwei und schΓΌtzt zuverlΓ€ssig vor kaltem, feuchtem Boden. Der hohe R-Wert sorgt fΓΌr ausgezeichnete Isolation – entscheidend fΓΌr erholsamen Schlaf, besonders an kΓΌhlen Abenden in den Bergen oder im Herbst. Unsere SchlafsΓ€cke sind unsere kleinen WohlfΓΌhl-Kokons. Mit einer Komforttemperatur bis -4 Β°C sind sie perfekt fΓΌr fast jedes Klima geeignet. Wir haben einen Left-Zip und einen Right-Zip gewΓ€hlt – so kΓΆnnen wir sie zu einem großen, gemΓΌtlichen Kuschelschlafsack verbinden. Besonders an kalten Morgen, wenn draußen der Atem in der Luft steht, ist das der schΓΆnste Moment: eingemummelt in WΓ€rme, wΓ€hrend draußen die Welt noch schlΓ€ft. Ein extra Fußbereich mit zusΓ€tzlicher Isolierung hΓ€lt unsere Zehen warm – ein kleines Detail, das einen großen Unterschied macht. Das aufblasbare Kissen rundet das Ganze ab: ergonomisch, leicht, kompakt – und nach einem langen Tag auf dem Rad ein echtes Must-Have. 3. Immer Saft auf dem Akku – Stromversorgung beim Camping Unsere Powerbanks sind die stillen Helden unserer UnabhΓ€ngigkeit. Sie versorgen Handys, Kameras, Stirnlampen und schenken uns das beruhigende GefΓΌhl, immer genΓΌgend Energie zu haben. Dieses ZubehΓΆr ist ein Must-Have fΓΌr uns beim Camping. Besonders an abgelegenen Orten – etwa auf einer windigen SteilkΓΌste in Galicien oder einem einsamen Waldplatz in den Ardennen – ist das kleine rote LΓ€mpchen, das den Ladevorgang anzeigt, fast wie ein Mini-Lagerfeuer: ein Zeichen, dass alles funktioniert, selbst fernab jeder Steckdose. 4. Fahrrad Alarmanlage: Ruhig schlafen dank β€œDiddelding” Unsere FahrrΓ€der sind unser ganzer Stolz – ohne sie gΓ€be es keine Reise. Damit wir nachts wirklich ruhig schlafen kΓΆnnen, sorgt unsere wsdcam Fahrradalarmanlage (2er Pack) fΓΌr Sicherheit. Bei uns heißt sie liebevoll β€œDiddelding”, wegen des kleinen, frΓΆhlichen Tons, den sie beim Aktivieren von sich gibt. Ein Klick auf die Fernbedienung, ein kurzes diddelding – und schon ist sie scharf. Sollte jemand an den RΓ€dern rΓΌtteln, ertΓΆnt ein Alarm mit bis zu 113 dB – laut genug, um jeden Dieb (und manchmal auch uns selbst) wachzurΓΌtteln. Nur bei starkem Wind meldet sich β€œDiddelding” gelegentlich etwas zu eifrig. Doch das Plus an Sicherheit ist uns diesen kleinen Fehlalarm mehr als wert. Fazit: Unsere wichtigsten Nacht Must-Haves beim Camping Diese Nacht-AusrΓΌstung ist mehr als nur praktisch – sie schenkt uns Komfort, Sicherheit und Geborgenheit auf einer Open-End-Radreise. Auch wenn viele dieser Dinge auf den ersten Blick selbstverstΓ€ndlich oder unbedeutend wirken, machen sie am Ende den entscheidenden Unterschied. Ein erholsamer Schlaf ist das A und O fΓΌr einen guten Start in den nΓ€chsten Tag – und mit unserer einfachen, aber durchdachten Ausstattung kΓΆnnen wir unseren Liegekomfort spΓΌrbar erhΓΆhen. NatΓΌrlich spielen fΓΌr guten Schlaf noch weitere Faktoren eine Rolle: Manchmal tost der Wind am Zelt, Hunde bellen in der Ferne oder ein Froschkonzert hΓ€lt uns wach. Doch auch hier haben wir gelernt, kleine Helfer wie OhrstΓΆpsel (z. B. Ohropax) als Must-Have zu schΓ€tzen, um zur Ruhe zu kommen. Wenn wir abends erschΓΆpft, aber glΓΌcklich ins Zelt kriechen, die Stirnlampe ausknipsen, die Isomatte sanft nachgibt und β€œDiddelding” draußen sein wachsames Lied spielt, wissen wir: Wir sind zuhause – egal, wo wir gerade sind. Alle hier vorgestellten und viele weitere erprobte Produkte unserer AusrΓΌstung findet ihr auf unserer Webseite: zweiaufrad.de/ausruestung Affiliate-Link Bitte beachte, dass der oben genannten Amazon-Link ein sogenannter Affiliate-Link ist. Wenn du ΓΌber diese Links einen Kauf tΓ€tigst, erhalten wir eine kleine

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Foto vom Castillo Echauri in Paraguay

Radreise Paraguay: Von YguazΓΊ bis Villarica [#34]

Nach unserem Aufenthalt in Ciudad del Este setzten wir unsere Radreise in Paraguay fort und machten uns auf den Weg Richtung Dr. Juan Emiliano O’Leary – von den Einheimischen meist einfach β€žDr. Juanβ€œ genannt. Unterwegs begegneten wir dabei Orten, die uns vΓΆllig unerwartete Einblicke in Paraguays kulturelle Vielfalt boten. YguazΓΊ – Japanische Kolonie entdecken Unser erster Halt war YguazΓΊ im Alto ParanΓ‘ Department. Die Stadt wurde 1961 von japanischen Einwanderern gegrΓΌndet und ist bis heute fΓΌr ihre japanische Kultur und Architektur bekannt. Eigentlich hatten wir YguazΓΊ gar nicht auf dem Schirm – der Ort lag zwar direkt auf unserer geplanten Route, doch wir bemerkten erst am Morgen unseres Pausentages beim FrΓΌhstΓΌck im Hotel, dass uns einige GebΓ€ude auf den Fotos dort stark an Japan erinnerten. Aus Neugier recherchierten wir ein wenig und entdeckten erst so, dass es sich tatsΓ€chlich um eine japanische Kolonie handelt. Besonders eindrΓΌcklich war unser Besuch in einem japanischen Restaurant, wo wir nicht nur traditionelles Essen probieren konnten, sondern auch Einheimische trafen, die japanischer Abstammung sind. FΓΌr uns war es faszinierend zu erleben, wie sehr die japanische Kultur hier gepflegt wird. Dr. Juan – Deutscher Kontakt auf der Radreise In Dr. Juan fanden wir ein kleines Hotel, dessen Besitzer ΓΌberraschenderweise Deutsch sprach. Er erzΓ€hlte uns, dass ein Teil seiner Familie in der deutschen Kolonie Colonia Sommerfeld lebt. Wir entschieden uns spontan, zwei NΓ€chte zu bleiben, um den kleinen Ort in Ruhe zu erkunden. Viel gab es dort zwar nicht zu sehen, doch die Begegnung und die ruhige AtmosphΓ€re machten den Aufenthalt besonders. CaaguazΓΊ – Selbstversorgung und Begegnungen Am gleichen Tag erreichten wir CaaguazΓΊ und checkten in eine Unterkunft mit GemeinschaftskΓΌche und einem Doppelzimmer mit drei Betten sowie eigenem Bad ein. Wir kochten mit unserem eigenen Gaskocher, da wir mit dem Gasherd vor Ort nicht zurechtkamen. WΓ€hrend des Kochens lernten wir einen Gast kennen, der mit zwei kleinen Kindern dort wohnte und ΓΌberraschend gut Deutsch sprach. Er erzΓ€hlte, dass er wΓ€hrend der Corona-Zeit aus Deutschland ausgewandert war und zunΓ€chst in der Kolonie Independencia gelebt hatte, bevor er nach EncarnaciΓ³n zog. Er gab uns Tipps fΓΌr die Route: Independencia sei landschaftlich schΓΆn, aber fΓΌr Radfahrer ohne besondere Ziele eher unspektakulΓ€r. Daher entschieden wir, direkt nach EncarnaciΓ³n weiterzufahren. Paso Yobai – Herausfordernde Radstrecke Die Strecke nach Paso Yobai war anspruchsvoll: 20 Kilometer ΓΌber rote Sandwege, Kopfsteinpflaster und wechselnde UntergrΓΌnde. Dazu kamen neugierige Hunde aus den HΓΆfen, die wir geschickt umgingen. Anfangs fragten wir uns, ob wir den Campingplatz noch erreichen wΓΌrden – am Ende schafften wir es, und die Anstrengung lohnte sich. Campingplatz Paraguay – Ruhe, Tiere und Projekte Wir blieben gut anderthalb Wochen auf dem Campingplatz Paraguay, da wir uns mit den Besitzern sehr gut verstanden. FΓΌr sie drehten wir ein Video, und im Gegenzug konnten wir einige NΓ€chte kostenlos dort ΓΌbernachten – eine perfekte LΓΆsung, um Energie zu tanken. Auf dem Platz lebten einige zutrauliche Katzen, mit denen wir uns richtig gut anfreundeten und die wir zwischendurch immer wieder streicheln konnten. Außerdem wohnt dort ein Papagei, der den halben Tag ΓΌber immer wieder mit leicht kindlicher Stimme β€žHolaβ€œ ruft. Ganz am Anfang dachten wir noch, da spricht ein Kind irgendwo herum, bis wir merkten, dass es der Papagei war – da mussten wir beide erst einmal schmunzeln. Da wir die Sprache der Besitzer nur wenig beherrschten – sie sprachen fast nur Spanisch und wir fast nur Deutsch, Annkathrin konnte nur ein paar WΓΆrter – nutzten wir einen Übersetzer, um die Kommunikation zu erleichtern. So konnten wir problemlos das Video schneiden und andere Aufgaben erledigen, die die Besitzer fΓΌr uns vorbereitet hatten. Die LΓΆsung funktionierte einwandfrei und machte die Zusammenarbeit angenehm und unkompliziert. Die ruhige Zeit nutzten wir auch, um an unseren Projekten wie Webseite und Videos zu arbeiten. Dank guter Internetverbindung und Stromversorgung ging das gut voran. Wir waren fast die einzigen GΓ€ste, nur am Wochenende kamen ab und zu Besucher, die den Pool nutzten. Dadurch fΓΌhlten wir uns schnell heimisch. Es war außerdem spannend zu beobachten, wie die Besitzer nach und nach alles noch schΓΆner machten: Pool reinigen, kleine Verbesserungen und Vorbereitungen fΓΌr die neue Saison. Wir konnten auf unsere Weise auch ein bisschen beitragen, indem wir ihnen Reichweite verschafften. Die Natur rund um den Campingplatz und das Zelten hatten wir zuvor vermisst, da wir fast nur in Hotels ΓΌbernachtet hatten. Es tat gut, wieder auf CampingplΓ€tzen zu sein, und wir freuen uns, diese Erfahrung auf der weiteren Radreise Paraguay ΓΆfter machen zu kΓΆnnen. Einziger Wermutstropfen: Annkathrin hatte in der ersten Woche Husten und Schnupfen, konnte sich aber in Ruhe auskurieren. Mit dem Fahrrad nach Melgarejo Nachdem wir einige Tage auf einem Campingplatz in der paraguayischen Stadt Paso Yobai verbracht hatten – bekannt fΓΌr ihren Yerba-Mate-Tee – packten wir wieder unsere Fahrradtaschen. Eigentlich wollten wir von dort aus weiter ΓΌber kleine DΓΆrfer radeln. Doch schon der Weg zum Campingplatz war grâßtenteils so schlecht, dass wir wenig Lust hatten, noch mehr Strecken mit einer Mischung aus Sandpisten und alten Kopfsteinpflasterstraßen zu bewΓ€ltigen. Bei der Routenplanung entdeckten wir auf unseren Navigationsapps einen eingezeichneten Radweg auf einer alten Bahntrasse, der ab Villarrica beginnen sollte. Die Idee gefiel uns – also entschieden wir uns, ΓΌber Melgarejo dorthin zu fahren. Der Weg dorthin war besser als erwartet: durchgehend geteert, ruhig und mit schΓΆnen Landschaften entlang der Strecke. Doch bald wurde es trotzdem anstrengend – diesmal nicht wegen der Straßen, sondern wegen der Technik. Auf dem Campingplatz hatten wir zuvor unsere Fahrradketten gewechselt. Kaum waren wir losgerollt, merkten wir, dass die neue Kette immer wieder raussprang. Nach gerade einmal 300 Metern hielten wir an, kΓΌrzten die Kette um ein paar Glieder – ohne Erfolg. Nach einem weiteren Kilometer gaben wir erneut Halt, bauten die Kette wieder in der ursprΓΌnglichen LΓ€nge ein, aber das Problem blieb. Jeder Anstieg wurde zur Geduldsprobe. Trotz allem und obwohl es stΓ€ndig auf und ab ging, erreichten wir schließlich Melgarejo. Dort entschieden wir uns spontan, zwei NΓ€chte zu bleiben, da wir in Villarrica zu einem Fahrradladen wollten, um das Problem endlich professionell lΓΆsen zu lassen. Der Laden hatte

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Kochen auf Radreise

Radreisen & Nachhaltigkeit – zwischen Ideal und RealitΓ€t

Mit dem Fahrrad die Welt zu bereisen, klingt erstmal nach der nachhaltigsten Reiseform ΓΌberhaupt. Keine Abgase, kein Stau, kein Spritverbrauch. Und ja: Radreisen ist definitiv umweltfreundlicher als Auto, Van oder Flugzeug. Aber wir haben auf unserer Tour schnell gemerkt: Nachhaltigkeit ist nicht schwarz-weiß. Auch mit dem Fahrrad hinterlassen wir Spuren, mΓΌssen Kompromisse eingehen und treffen nicht immer die perfekte Entscheidung. Regen, kaputte Powerbanks & der Tipp mit den PlastiktΓΌten Gleich zu Beginn unserer Reise in Deutschland hat uns der erste richtig heftige Regenschauer erwischt. Unsere Taschen sind eigentlich wasserdicht – zumindest dachten wir das. Wahrscheinlich hatten wir sie nicht ganz richtig zugemacht, und so lief Wasser hinein. Das Ergebnis: unsere Powerbank hat den Geist aufgegeben. Einige Wochen spΓ€ter, in Frankreich, haben wir dann andere Radreisende getroffen, mit denen wir uns intensiv austauschten. Sie erzΓ€hlten uns, dass sie empfindliche Dinge zusΓ€tzlich in PlastiktΓΌten verpacken, um sie wirklich trocken zu halten. Wir fanden die Idee so simpel wie genial und haben beschlossen, es auch mal auszuprobieren. Seitdem nutzen wir diese Methode regelmÀßig – und sind sehr zufrieden damit. FΓΌr die Umwelt ist das natΓΌrlich nicht die perfekte LΓΆsung, aber fΓΌr uns in der Praxis ein guter Kompromiss. Wir verwenden die TΓΌten mehrfach und spΓ€ter als MΓΌllbeutel. Kein MΓΌll im Wald – auch nicht das Klopapier Wenn wir draußen schlafen oder kochen, achten wir sehr darauf, keine Spuren zu hinterlassen. Alles, was an MΓΌll anfΓ€llt, nehmen wir mit. Ja, sogar das Klopapier. Wir packen es in eine kleine TΓΌte und entsorgen es in der nΓ€chsten MΓΌlltonne. Uns ist es wichtig, dass man nicht durch WΓ€lder lΓ€uft und ΓΌberall Papierschnipsel oder PlastiktΓΌten herumliegen sieht. Das dauert ewig, bis es abgebaut ist – und ehrlich gesagt: niemand mΓΆchte so etwas finden. Minimalismus, langlebige AusrΓΌstung & WΓ€sche unterwegs Auf Radreise lebt man automatisch minimalistischer. Wir kaufen uns nicht stΓ€ndig neue Kleidung, sondern tragen die, die wir dabeihaben, solange es irgendwie geht – bis sie auseinanderfΓ€llt oder wirklich unbrauchbar wird. Nur wenn wir merken, dass wir zu wenig Wechselklamotten haben, kommt mal etwas Neues dazu. Seit kurzem nutzen wir den *Scrubba Wash Bag, um unsere WΓ€sche unterwegs zu waschen. Wenn wir kein normales Waschmittel dabeihaben, greifen wir auf einfache, biologisch abbaubare Hausmittel zurΓΌck – meist Backpulver und Zitrone. Damit wird die Kleidung wieder sauber, und die Natur nimmt keinen Schaden. Auch die QualitΓ€t unserer AusrΓΌstung, wie robuste Radpacktaschen oder ein langlebiges Zelt, spielt eine Rolle: Langlebige Produkte helfen, weniger Ressourcen zu verbrauchen und sind gleichzeitig praktisch unterwegs – ein gutes Beispiel, wie durchdachte AusrΓΌstung die Umwelt schont. Wasser – auffΓΌllen statt kaufen Statt stΓ€ndig Plastikflaschen zu kaufen, fΓΌllen wir unsere Flaschen unterwegs so oft wie mΓΆglich nach – an Brunnen, WasserhΓ€hnen oder Quellen. In manchen LΓ€ndern, wie in Marokko, ist das nicht ganz so einfach, weil es weniger ΓΆffentliche Zapfstellen gibt. Aber wenn wir in den Bergen an einer Quelle vorbeikommen, gibt es nichts Besseres: klares, kΓΌhles Wasser, direkt aus der Natur. Essen – regional, pflanzlich, offen fΓΌr Neues Wir ernΓ€hren uns ΓΌberwiegend pflanzlich – aus Respekt gegenΓΌber Tieren und weil es fΓΌr die Umwelt oft besser ist. Gleichzeitig kaufen wir nicht ausschließlich regionale Produkte, sondern auch das, worauf wir Lust haben. In kleineren Orten, sei es in SΓΌdamerika oder in Marokko, hat man aber sowieso nicht die große Auswahl – und dann isst man automatisch regional. Das kann manchmal herausfordernd sein, weil man sich immer wieder auf Neues einlassen muss. Kartoffeln zum Beispiel gibt es nicht ΓΌberall – und sie schmecken auch nicht ΓΌberall gleich. Reisen bedeutet, offen zu sein: Neues probieren, sich auf andere Kulturen und GeschmΓ€cker einlassen. Wenn es uns zu viel wurde, haben wir uns Pausen genommen – zum Beispiel durch Housesitting. Dabei konnten wir uns um Tiere kΓΌmmern, die Besitzer:innen hatten einen guten Sitter, und wir bekamen im Gegenzug eine kleine Auszeit vom Unterwegssein. Elektroschrott & MΓΌllkultur weltweit Ein Thema, das uns ebenfalls wichtig ist: Elektroschrott richtig entsorgen. Dinge wie Powerbanks oder LadegerΓ€te werfen wir nicht einfach in den nΓ€chstbesten MΓΌlleimer. Einmal haben wir eine defekte Powerbank mit einem Hinweis in Landessprache in einem Hotelzimmer hinterlassen, damit sie fachgerecht entsorgt wird. Ein anderes Mal haben wir zufΓ€llig ein Auto entdeckt, das Elektroschrott einsammelte – und konnten so ein kaputtes GerΓ€t dort abgeben. Denn gerade Elektroschrott sollte man wirklich nicht einfach irgendwo liegen lassen. Auch beim Thema MΓΌll allgemein haben wir auf Reisen große Unterschiede gesehen: In manchen LΓ€ndern gibt es sehr strikte MΓΌlltrennung, in anderen kaum oder gar keine. Besonders außerhalb der EU wird MΓΌll oft einfach verbrannt, was weder schΓΆn riecht noch ideal fΓΌr die Umwelt ist. Ein weiteres Thema ist das Pfandflaschensystem: bisher gibt es das nur in Deutschland und den Niederlanden. Wir fanden das schade, weil genau diese Plastikflaschen in anderen LΓ€ndern oft in der Natur herumliegen und dort sehr lange β€žvegetierenβ€œ, weil niemand sie einsammelt. FahrzeugmΓΌll unterwegs Nicht nur Plastik- oder PapiermΓΌll begegnet uns auf der Straße. Auch FahrzeugmΓΌll wird weltweit sehr unterschiedlich behandelt: In Deutschland wird kaputter MΓΌll meist direkt entsorgt und vom Straßenrand entfernt. In SΓΌdamerika oder anderen LΓ€ndern liegen kaputte Reifenteile, DrΓ€hte oder Autoteile oft einfach am Straßenrand. Das kann als Radreisender richtig nervig sein: Die DrΓ€hte aus kaputten Reifenteilen von Lkw oder Autos bleiben manchmal in unseren Fahrradreifen stecken. Das verursacht ein Loch, wir mΓΌssen den Schlauch wechseln und spΓ€ter das Loch suchen und flicken. Wir haben uns dafΓΌr eine Routine angewΓΆhnt: Wir haben immer zwei SchlΓ€uche dabei – einer im Reifen und ein Ersatz. So kΓΆnnen wir den heil gebliebenen Ersatzschlauch direkt einbauen und spΓ€ter abseits der Straße in Ruhe das Loch suchen und flicken. MΓΌllprobleme unterwegs In Frankreich haben wir zum Beispiel Zero-Waste-PicknickplΓ€tze gesehen – eine schΓΆne Idee, weil dort kein MΓΌll liegen bleiben soll. Allerdings gab es dort auch keine MΓΌlleimer. Das bedeutet: jeder soll seinen MΓΌll wieder mitnehmen. Klingt sinnvoll – aber in der RealitΓ€t klappt das leider nicht immer. In Marokko wiederum haben wir etwas ganz anderes erlebt: an manchen Orten, an denen wir lΓ€nger waren, haben wir WΓ€lder gesehen, die stark zugemΓΌllt waren. Das war schade zu

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Annkathrin Kaßner am Wasserfall in Paraguay (zweiaufrad)

Mit dem Fahrrad von Brasilien nach Paraguay [#33]

Unsere Radreise fΓΌhrte uns nach einem lΓ€ngeren Aufenthalt in Brasilien weiter nach Paraguay. Wir starteten unser Radreise-Abenteuer Paraguay von Foz do IguaΓ§u aus. Von dort radelten wir zur berΓΌhmten FreundschaftsbrΓΌcke, auch Ponte da Amizade genannt, die Brasilien mit Paraguay verbindet. Unser GrenzΓΌbertritt Brasilien–Paraguay mit dem Fahrrad Der GrenzΓΌbergang mit unseren FahrrΓ€dern verlief erstaunlich unkompliziert. Auf der brasilianischen Seite mussten wir lediglich unseren Reisepass vorlegen und sagen, dass wir ausreisen mΓΆchten. DafΓΌr erhielten wir einen Ausreisestempel. Anschließend schoben wir unsere FahrrΓ€der ΓΌber den Fußweg der BrΓΌcke. WΓ€hrend wir unterwegs waren, standen die LKWs im Stau und auch die Autos kamen nur langsam voran. So hatten wir genug Zeit, die Aussicht ΓΌber den Fluss zu genießen. Auf der paraguayischen Seite bekamen wir den Einreisestempel nach Vorlage unserer BuchungsbestΓ€tigung fΓΌr eine Unterkunft und einer kurzen ErklΓ€rung zu unseren ReiseplΓ€nen. Taschenkontrollen gab es fΓΌr uns keine worΓΌber wir erleichtert waren. Allerdings merkten wir schnell: Hier wird ausschließlich Spanisch oder Portugiesisch gesprochen – eine kleine Herausforderung fΓΌr uns bei der Kommunikation. Erste EindrΓΌcke von Ciudad del Este Ciudad del Este begrüßte uns mit einer Mischung aus modernen HochhΓ€usern, riesigen Shopping-Centern und einem geschΓ€ftigen Straßenbild. Eine breite Hauptstraße zieht sich mitten durch die Stadt, flankiert von zwei kleineren Nebenstraßen. Wir entschieden uns schnell, eine dieser Seitenstraßen zu nehmen: Dort war der Verkehr zwar immer noch lebhaft, aber nicht ganz so dicht wie auf der Hauptachse. Genau dort entdeckten wir die vielen quirligen StraßenmΓ€rkte, die uns ein wenig an Marokko erinnerten. Zwischen den StΓ€nden konnte man alles finden – von Kleidung ΓΌber Elektronik bis hin zu AlltagsgegenstΓ€nden. FΓΌr uns war es ein bisschen mΓΌhsam, einen Geldautomaten zu finden, da wir nur auf Offline-Maps zurΓΌckgreifen konnten. Dort waren die Automaten nicht besonders gut eingezeichnet, und durch die vielen MarktstΓ€nde konnte man oft nicht direkt erkennen, ob sich dahinter vielleicht eine Bank befand. Also hieß es: genau hinschauen, anhalten und nachprΓΌfen. Schließlich wurden wir fΓΌndig und konnten GuaranΓ­ abheben. Wir hatten im Internet gelesen, dass es in Paraguay auch Geldautomaten geben soll, an denen man US-Dollar abheben kann. Unser Automat bot diese Option allerdings nicht an – dort gab es nur GuaranΓ­. Ob es wirklich solche Automaten gibt, konnten wir also nicht bestΓ€tigen, da wir selbst keinen gefunden haben. FΓΌr uns war das aber kein Problem, denn auch wenn ein Preis nur in US-Dollar ausgezeichnet war, konnten wir einfach mit GuaranΓ­ bezahlen. Der Betrag wurde dann zum aktuellen Kurs umgerechnet. Wichtig fΓΌr Reisende: In Paraguay gibt es zwei WΓ€hrungen – den US-Dollar und den paraguayischen GuaranΓ­. Das kann manchmal etwas verwirrend sein, da in GeschΓ€ften oder auf MΓ€rkten die Preise teils in US-Dollar und teils in GuaranΓ­ ausgezeichnet sind. Wer die BetrΓ€ge in Euro oder eine andere WΓ€hrung umrechnen mΓΆchte, sollte daher immer den aktuellen Wechselkurs im Blick haben. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir auch dann mit GuaranΓ­ bezahlen konnten, wenn nur ein Dollar-Preis angegeben war. In kleineren Orten ist Bargeld fast immer notwendig, wΓ€hrend in grâßeren StΓ€dten auch Kartenzahlung gelegentlich mΓΆglich ist. Nachdem wir also Bargeld hatten, machten wir uns relativ zΓΌgig auf den Weg zu unserem gebuchten Ferienhaus. Der Regen hatte uns inzwischen schon ziemlich durchnΓ€sst, und wir wollten einfach nur ankommen. Eigentlich war vereinbart, dass wir der Besitzerin ΓΌber eine Social-Media-Plattform Bescheid geben wΓΌrden, sobald wir die genaue Ankunftszeit wussten. Doch da unsere brasilianische SIM-Karte nicht mehr funktionierte und wir keine hohen Roaming-Kosten riskieren wollten, fuhren wir einfach direkt zum Haus. Zum GlΓΌck hatten wir schon vorab das WLAN-Passwort erhalten. So konnten wir uns nach der Ankunft ins Netz einloggen und die Besitzerin informieren. Da wir etwas zu frΓΌh dran waren, warteten wir, wΓ€hrend das Haus noch von den PutzkrΓ€ften fertig gemacht wurde. Unter einem Vordach im Garten saßen wir einigermaßen trocken, bis wir schließlich ins Haus einziehen konnten. Mobile Daten in Paraguay – SIM-Karte oder nicht? Auch wenn wir ursprΓΌnglich nur wenige Kilometer durch Paraguay fahren wollten, merkten wir schnell, dass es sinnvoll ist, sich eine lokale SIM-Karte zuzulegen. WLAN gibt es zwar ab und zu – in UnterkΓΌnften, CafΓ©s oder an ΓΆffentlichen PlΓ€tzen – aber wirklich zuverlΓ€ssig ist das nicht, und wir wollten unabhΓ€ngig bleiben. Bereits im Ferienhaus nutzten wir das WLAN, um uns ΓΌber lokale Anbieter fΓΌr mobiles Datenvolumen, die verfΓΌgbaren Pakete und Optionen fΓΌr Reisende zu informieren. Auf Basis dieser Recherche entschieden wir uns fΓΌr einen Anbieter und gingen am nΓ€chsten Morgen direkt dorthin, um alles zu klΓ€ren und danach wieder flexibel online sein zu kΓΆnnen. Der Kauf verlief problemlos: Wir bekamen sogar eine englischsprachige Ansprechpartnerin, mit der wir uns nett unterhielten, auch ΓΌber unsere Reise. Es dauerte zwar ein bisschen, bis wir die SIM-Karte schließlich in den HΓ€nden hielten und damit online gehen konnten – aber das war vollkommen in Ordnung. Wir wΓ€hlten unbegrenztes Datenvolumen, mussten spΓ€ter jedoch feststellen, dass dieses nur auf einem GerΓ€t nutzbar war, also ohne Tethering auf andere GerΓ€te. FΓΌr Reisende, die eine SIM-Karte oder ein Datenpaket fΓΌr mehrere GerΓ€te teilen mΓΆchten, ist das ein wichtiger Hinweis. Um weiterhin mehrere GerΓ€te gleichzeitig nutzen zu kΓΆnnen, buchten wir spΓ€ter ein zusΓ€tzliches Datenpaket ΓΌber die App. So konnten wir wieder auf allen GerΓ€ten surfen, wo das ursprΓΌngliche Limit bestand. Alles in allem war das Paket preislich sehr fair, wir fΓΌhlten uns gut betreut und waren dank der lokalen SIM-Karte deutlich unabhΓ€ngiger unterwegs. Gerade in einer Stadt wie Ciudad del Este ist es praktisch, mobile Daten zu haben: fΓΌr Navigation, um spontan ein Uber zu rufen, nach Restaurants oder SupermΓ€rkten zu suchen oder einfach, um unterwegs Nachrichten abzurufen. Einkaufen in Ciudad del Este – Ein Erlebnis der besonderen Art Neben den klassischen SehenswΓΌrdigkeiten haben wir auch die Gelegenheit genutzt, die vielfΓ€ltigen ImportgeschΓ€fte in Ciudad del Este zu erkunden. Wir hatten uns bewusst entschieden, an diesem Tag shoppen zu gehen: Einerseits wollten wir einfach sehen, was es dort so gibt, andererseits hatten wir zuvor schon Werbung fΓΌr die Shopping-Center in der Region, auch aus Brasilien, gesehen und waren neugierig. Besonders interessant war das Shopping Center Paris, das mehrere Etagen umfasst. Eine Etage ist dabei speziell Shopping China gewidmet,

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IguazΓΊ-WasserfΓ€lle in Brasilien/Argentinien - zweiaufrad Weltreise mit dem Fahrrad

Ein Zuhause auf Zeit – Pause von der Fahrradweltreise [#32]

Nach der StΓ€rkung radelten wir zu unserem Ferienhaus. Es wurde fΓΌr neun NΓ€chte unser Zuhause. Wir hatten bewusst eine Pause eingelegt. DafΓΌr gab es mehrere GrΓΌnde: Viel zu sehen: Foz do IguaΓ§u hat viele SehenswΓΌrdigkeiten. Wir wollten sie in Ruhe erkunden. GΓΌnstige Unterkunft mit KΓΌche: Das Ferienhaus war preiswert. Die KΓΌche erlaubte uns, ΓΆfter selbst zu kochen. Erholung vom Radalltag: Wir brauchten Entspannung. Neue Energie fΓΌr die nΓ€chsten Etappen unserer Open-End-Radreise war wichtig. Arbeit an Projekten: Wir nutzten die Zeit fΓΌr eigene Projekte. Pausentage heißen bei uns nicht nur relaxen. Unsere KΓΆpfe sind oft besonders aktiv. Wir hΓΆren auf unseren KΓΆrper. Er signalisiert, wann eine Pause nΓΆtig ist. Dann nehmen wir sie. Manchmal entspannen wir einfach nur. Diese Balance zwischen AktivitΓ€t und Pause ist entscheidend. So bleiben wir auf einer langen Radreise motiviert und ausgeglichen. Ankunft in Foz do IguaΓ§u – hungrig, mΓΌde, aber voller Tatendrang Mit einer Stunde VerspΓ€tung rollte unser Bus in den Busbahnhof von Foz do IguaΓ§u ein. Der Magen knurrte laut, denn am Vorabend hatten wir im Bus nur ein paar trockene, unbelegte BrΓΆtchen gegessen. FrΓΌhstΓΌck? Fehlanzeige. Der Hunger war riesig. Trotz leerer MΓ€gen half uns vereinte Muskelkraft, FahrrΓ€der und GepΓ€ck an einen ruhigen Ort zu tragen. Dort packten wir alles aus und bauten die RΓ€der sorgfΓ€ltig wieder auf. Erst danach gΓΆnnten wir uns das erste Buffet-Restaurant, das wir auf dem Weg fanden. Nach der StΓ€rkung radelten wir zu unserem gemieteten Ferienhaus, das fΓΌr ganze neun NΓ€chte unser Zuhause werden sollte. Eine lange Pause, die wir uns auf unserer Open-End-Fahrradweltreise bewusst gΓΆnnten. Denn so sehr man die Freiheit auf zwei RΓ€dern liebt – es ist wichtig, sich auch einmal eine Auszeit zu nehmen, die Beine hochzulegen und neue Energie zu tanken. SehenswΓΌrdigkeiten in Foz do IguaΓ§u – mehr als nur WasserfΓ€lle Der buddhistische Tempel Chen Tien Der Besuch im Tempel Chen Tien war ein besonderes Erlebnis. Der Tempel liegt hoch ΓΌber der Stadt. Schon auf dem Weg nach oben merkten wir: Hier wartet etwas AußergewΓΆhnliches. Der Eintritt war frei, und wir waren gespannt, weil wir vorher noch nie einen buddhistischen Tempel besucht hatten. Nachdem wir die Anlage betreten hatten, blieb unser Blick sofort an einer riesigen Statue hΓ€ngen. Vor uns stand ein goldener Buddha, rund 7 Meter hoch. Er funkelte in der Sonne und symbolisierte Hoffnung und Liebe. Auf dem GelΓ€nde gab es noch viel mehr zu entdecken. Mehr als 120 Buddha-Statuen standen dort. Besonders eindrucksvoll waren 108 gleiche Figuren, die alle in Richtung Sonnenuntergang blickten. Sie sollen an die vielen Wiedergeburten Buddhas erinnern. Zwischendurch entdeckten wir auch Darstellungen von Bodhisattvas. Bodhisattvas sind im Buddhismus Wesen, die anderen auf ihrem Weg zur Erleuchtung helfen. Außerdem sahen wir die vier Himmlischen KΓΆnige und zwei LΓΆwenstatuen, die den Eingang bewachten. Von der AnhΓΆhe aus hatten wir einen weiten Blick ΓΌber Foz do IguaΓ§u. Sogar Paraguay konnten wir sehen. Auch wenn der Tempel nicht so groß ist wie die berΓΌhmten Tempel in Asien, war der Besuch fΓΌr uns eine eindrucksvolle und neue Erfahrung. Die Mesquita Omar Ibn Al-Khattab – Einblicke in die islamische Kultur Wir besuchten die Mesquita Omar Ibn Al-Khattab, eine der grâßten Moscheen Brasiliens. FΓΌr die Besichtigung erhielten wir traditionell muslimische Kleidung, die wir wΓ€hrend der FΓΌhrung tragen sollten. Nach kurzem Warten begann die FΓΌhrung: Im Keller der Moschee wurde ein Film ΓΌber den Islam gezeigt, bevor wir gemeinsam in einer kleinen Gruppe die Gebetshalle betraten. Die Halle selbst war schlicht und elegant gestaltet, WΓ€nde und Decken verziert mit kalligrafischen Inschriften und geometrischen Mustern. Auch wenn die FΓΌhrung ausschließlich auf Portugiesisch stattfand und wir daher nicht alles verstehen konnten, war es interessant, die Moschee von innen zu sehen und einen Eindruck der islamischen Kultur zu gewinnen. Der Itaipu-Staudamm – Ein Gigant der Energiegewinnung Ein weiteres Highlight war die Panoramatour am Itaipu-Staudamm. Das GelΓ€nde ist riesig, daher fahren Busse von einem eigenen Busbahnhof direkt zum Staudamm. Unsere Tour zeigte uns das Bauwerk hauptsΓ€chlich von außen. Die Dimensionen sind beeindruckend: Der Staudamm erstreckt sich ΓΌber 7,9 Kilometer und hat eine HΓΆhe von 196 Metern. Mit seinen 20 Turbinen produziert der Staudamm etwa 17β€―% des Stroms Brasiliens und rund 75β€―% des Stroms Paraguays (Quelle:Wikipedia). Die Aussichtspunkte entlang der Tour bieten atemberaubende Blicke auf das riesige Reservoir und die imposante Architektur. Es war faszinierend, einen so bedeutenden Teil der Energieversorung SΓΌdamerikas hautnah zu erleben – die Tour hat sich definitiv gelohnt. Die IguazΓΊ-WasserfΓ€lle – Naturgewalt und Regenbogen Die IguazΓΊ-WasserfΓ€lle waren ein absolutes Highlight. Sie gehΓΆren zu den bekanntesten SehenswΓΌrdigkeiten von Foz do IguaΓ§u. Die FΓ€lle liegen in einem riesigen Nationalpark. Vom Busbahnhof fahren Busse direkt dorthin. Wir mussten kurz warten, bis wir im Bus saßen. Am Pfad stiegen wir aus. Der Weg war etwa 1,5 Kilometer lang und fΓΌhrte am Fluss entlang. Schritt fΓΌr Schritt tauchten wir tiefer in die Natur ein. Schon unterwegs sahen wir kleinere WasserfΓ€lle und dichte grΓΌne Vegetation. Das Panorama war beeindruckend. An ein paar Stellen kreuzten NasenbΓ€ren kurz den Wanderweg. Sie huschten flink von einer Seite zur anderen, um neben dem Weg nach Futter zu suchen. Ihre dunkle Gesichtsmaske machte sie leicht zu erkennen. Es war schΓΆn anzusehen, wie die Tiere in freier Wildbahn lebten. Dann kam der große Moment. Wir standen auf einem Steg direkt ΓΌber den Wassermassen. SprΓΌhnebel wehte uns ins Gesicht. Vor uns donnerte das Wasser hinab. In der Sonne bildete sich ein Regenbogen ΓΌber dem Wasser. Wir standen still, staunten und genossen. Mit 28 Grad und Sonnenschein fΓΌhlte sich der Moment perfekt an. Es war pure Naturgewalt – ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Die WasserfΓ€lle sind ein Touristenmagnet. Der Eintritt kostet, aber fΓΌr uns hat sich jede Minute gelohnt. Weitere Entdeckungen Neben Tempel, Moschee und Staudamm erkundeten wir einen Wald mit freilebenden Affen. Einige Affen hatten bereits den Spielplatz im Wald β€žeingenommenβ€œ. Sie spielten ausgelassen und hinterließen ΓΌberall Spuren und Kot. Es war ein bisschen chaotisch, aber sehr lebendig. Besonders spannend war zu beobachten, wie die Affen den Raum fΓΌr sich nutzten. Am Sonntag schlenderten wir ΓΌber die Feirinha da JK, einen kleinen Markt beim Plaza da Paz. An

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Top 5 AusrΓΌstung fΓΌr Langzeitradreisen – unsere bewΓ€hrtesten Begleiter aus ΓΌber 16 Monaten Praxis

Wir sind bereits seit ΓΌber 16 Monaten auf Langzeitradreise unterwegs und haben in dieser Zeit unzΓ€hlige Produkte intensiv getestet. WΓ€hrend unserer Tour haben wir erlebt, welche AusrΓΌstung wirklich hΓ€lt und welche nach wenigen Wochen versagt. In diesem ausfΓΌhrlichen Erfahrungsbericht stellen wir euch die fΓΌnf wichtigsten und zuverlΓ€ssigsten AusrΓΌstungsgegenstΓ€nde vor, die wir von Anfang an dabei hatten und die uns auch auf der weiteren Reise begleiten werden. Diese Empfehlungen basieren auf echten Erfahrungen aus der Praxis: Wir haben diese Produkte bei Regen und Sonnenschein, in der KΓ€lte und bei tropischer Hitze, auf asphaltierten Straßen und Schotterpisten getestet. Vom europΓ€ischen Winter bis zum sΓΌdamerikanischen Sommer – unsere AusrΓΌstung musste allen Bedingungen standhalten. Kurz gesagt: Produkte, die euch auf eurer Radreise helfen kΓΆnnten! 1. M-Wave Spy Space FahrradrΓΌckspiegel – Sicherheit, die Leben rettet DerΒ M-Wave Spy Space FahrradrΓΌckspiegel* war eine unserer ersten Anschaffungen vor Reisebeginn und gehΓΆrt seitdem zu den wichtigsten Sicherheitskomponenten unserer FahrrΓ€der. Nach ΓΌber 16 Monaten intensiver Nutzung kΓΆnnen wir mit Überzeugung sagen: Dieser kleine, scheinbar unscheinbare Spiegel hat uns bereits mehrfach das Leben gerettet. Warum ein RΓΌckspiegel auf Fahrradreisen unverzichtbar ist Die Sicherheit auf Langzeitradreisen steht fΓΌr uns an oberster Stelle. Mit schwerem GepΓ€ck am Fahrrad wird das spontane Umdrehen wΓ€hrend der Fahrt zu einem gefΓ€hrlichen Balanceakt. Genau hier kommt der M-Wave RΓΌckspiegel ins Spiel. Wir haben jeweils einen Spiegel fΓΌr die linke Lenkerseite montiert, was uns ermΓΆglicht, den rΓΌckwΓ€rtigen Verkehr jederzeit im Blick zu behalten, ohne unsere Fahrlinie zu gefΓ€hrden. BewΓ€hrung in der Praxis – unsere Erfahrungen zΓ€hlen Besonders in Europa, wo moderne Elektrofahrzeuge und Hybridautos nahezu gerΓ€uschlos herannahen, hat sich der Spiegel als lebensrettend erwiesen. Wir erinnern uns an mehrere Situationen, in denen wir dank des RΓΌckspiegels frΓΌhzeitig auf sich nΓ€hernde Fahrzeuge aufmerksam wurden und noch rechtzeitig ausweichen konnten. Ohne den Spiegel hΓ€tten wir diese Fahrzeuge erst viel zu spΓ€t bemerkt – besonders kritisch war das auf schmalen Landstraßen in Portugal und Brasilien. Auch die Kommunikation zwischen uns als Paar wird durch die RΓΌckspiegel erheblich erleichtert. Wir kΓΆnnen uns gegenseitig im Blick behalten und nonverbal kommunizieren, was besonders bei starkem Wind oder in lauten Verkehrssituationen von unschΓ€tzbarem Wert ist. Technische Eigenschaften und Montage Der M-Wave Spy Space besticht durch seine dreidimensionale Verstellbarkeit und das verzerrungsfreie, entspiegelte Echtglas. Die Montage an unserem Lenker war unkompliziert und sitzt auch nach monatelanger Nutzung noch bombenfest. Das GehΓ€use aus robustem Nylon-Plus-Faserrahmen hat allen Wetterbedingungen standgehalten – von tropischen RegengΓΌssen bis hin zu Minusgraden. Die Aluminiumschelle ist prΓ€zise gefertigt und zeigt auch nach ΓΌber einem Jahr keine Korrosion oder MaterialermΓΌdung. Der Spiegel ist schlagfest und hat bereits mehrere kleinere StΓΌrze ohne SchΓ€den ΓΌberstanden. Zusatznutzen im Campalltag Besonders praktisch: Der Spiegel lΓ€sst sich vielseitig einsetzen. WΓ€hrend langer Campingpausen nutzen wir ihn gerne als Rasierspiegel oder fΓΌr die tΓ€gliche KΓΆrperhygiene. Auch beim Entfernen von Insekten aus den Augen oder beim Eincremen mit Sonnencreme leistet er wertvolle Dienste. Gerade wenn man wochenlang unterwegs ist und nicht immer Zugang zu Spiegeln hat, wird diese zusΓ€tzliche Funktion sehr geschΓ€tzt. Wartung und Haltbarkeit Ein großer Pluspunkt ist die nahezu wartungsfreie Konstruktion. Lediglich eine gelegentliche Reinigung der SpiegelflΓ€che ist notwendig. Selbst nach ΓΌber 16 Monaten zeigt unser Spiegel keine ErmΓΌdungserscheinungen oder Materialverschleiß. Die vielen positiven Bewertungen anderer Nutzer bestΓ€tigen unsere Erfahrungen, aber fΓΌr uns zΓ€hlt in erster Linie unsere eigene, langfristige Nutzung. 2. Deuter Exosphere SchlafsΓ€cke – Revolution im Schlafkomfort DieΒ Deuter Exosphere SchlafsΓ€cke* gehΓΆren definitiv zu unseren besten Investitionen fΓΌr die Langzeitradreise. Als Paar haben wir uns bewusst fΓΌr zwei verschiedene Varianten entschieden: einen mit Reißverschluss links (Left Zip) und einen mit Reißverschluss rechts (Right Zip). Diese Entscheidung hat sich als goldrichtig erwiesen. Die Koppelbarkeit als entscheidender Vorteil Die MΓΆglichkeit, beide SchlafsΓ€cke zu einem großen Doppelschlafsack zu verbinden, hat unseren Schlafkomfort revolutioniert. An kΓ€lteren Abenden, wenn wir gerne kuscheln mΓΆchten, kΓΆnnen wir die SchlafsΓ€cke problemlos zusammenzippen und haben dadurch deutlich mehr Bewegungsfreiheit und WΓ€rme. Bei wΓ€rmeren Temperaturen oder wenn einer von uns unruhig schlΓ€ft, nutzen wir sie einfach einzeln. Das revolutionΓ€re Thermo Stretch Comfort System Was die Deuter Exosphere wirklich besonders macht, ist das sogenannte „Thermo Stretch Comfort“ System. Diese spezielle Konstruktion ermΓΆglicht es dem Schlafsack, sich dank elastisch verarbeiteter KammernΓ€hte um bis zu 25% in der Breite zu dehnen. Das klingt zunΓ€chst technisch, macht aber in der Praxis einen enormen Unterschied. Der Nutzen ist beeindruckend: Wir kΓΆnnen uns im Schlafsack frei drehen und wenden, ohne aufzuwachen oder uns eingeengt zu fΓΌhlen. Das ist besonders wichtig, da man nachts bis zu 60-mal die Schlafposition wechselt. Gleichzeitig schmiegt sich der Schlafsack durch diese clevere Konstruktion immer optimal an den KΓΆrper an, wodurch weniger „leere“ Luft erwΓ€rmt werden muss. Das sorgt dafΓΌr, dass er schneller warm wird und die WΓ€rme besser gehalten wird als bei einem herkΓΆmmlichen, weiten Mumienschlafsack. BewΓ€hrung bei extremen Temperaturen Unser hΓ€rtester Test kam bei -4Β°C wΓ€hrend einer Wintercampingnacht in SΓΌdspanien. Mit entsprechender Winterkleidung im Schlafsack hielten uns die Exosphere-Modelle wunderbar warm. Die Schindelkonstruktion mit 2,6-facher Überlappung und die extra FΓΌllung im Fußbereich haben sich dabei besonders bewΓ€hrt. Die 360Β°-FΓΌllung sorgt dafΓΌr, dass wir auch bei seitlicher Schlafposition nie frieren – ein entscheidender Vorteil gegenΓΌber herkΓΆmmlichen SchlafsΓ€cken, die oft nur oben und unten ausreichend gefΓΌllt sind. Vielseitigkeit im Einsatz DieΒ Deuter Exosphere SchlafsΓ€cke* haben sich auch als vielseitige Allrounder erwiesen. In zweifelhaften Hotels oder bei Gastgebern mit fragwΓΌrdiger BettwΓ€sche nutzen wir sie als hygienische Barriere. An lauen FrΓΌhlingsabenden dienen sie als kuschelige Decke. Packmaß und Gewicht – der Kompromiss lohnt sich Zugegeben, die SchlafsΓ€cke haben nicht das kleinste Packmaß. Wir benΓΆtigen jeweils einen 30-Liter-Packsack, um sie zu verstauen. DafΓΌr sind sie aber relativ leicht, und der unvergleichliche Komfort rechtfertigt das grâßere Packvolumen vollkommen. FΓΌr uns ist guter Schlaf essentiell fΓΌr die tΓ€glichen Kraftreserven, daher nehmen wir das etwas grâßere Packmaß gerne in Kauf. 3. Blackburn Outpost Cargo Cage – FlexibilitΓ€t am Fahrrad DerΒ Blackburn Outpost Cargo Cage* stammt ursprΓΌnglich aus dem Ultralight-Bikepacking-Bereich, hat sich aber auf unserer Langzeitradreise als unglaublich vielseitig und praktisch erwiesen. Dieses clevere System funktioniert sowohl als Flaschenhalter als auch als GepΓ€cktrΓ€ger fΓΌr kleinere Packtaschen. Konstruktion und MaterialqualitΓ€t Der Cargo Cage besteht aus einer robusten 6 mm Metallrohrkonstruktion,

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Annkathrin und Nico von β€žzweiaufrad” radeln durch Brasilien

Mit dem Rad durch Brasiliens Bergwelt und gefÀhrliche Straßen [#31]

Kurz nach dem Verlassen unseres letzten Campingplatzes wartete bereits die erste Herausforderung auf uns. Nur wenige Meter nach dem Tor ging es so steil bergauf, dass wir nicht mehr fahren konnten und uns beim Schieben abwechseln mussten. Bei einem besonders knackigen Anstieg packten wir es schließlich gemeinsam an – beide an einem Fahrrad, langsam Meter fΓΌr Meter bergauf. PlΓΆtzlich entdeckten wir eine Bewegung neben uns: Auf den Strommasten und in den BΓ€umen direkt neben dem Weg kletterten kleine WeißbΓΌschelaffen umher. Wir hatten diese Tiere noch nie zuvor gesehen und waren fasziniert von ihrer Geschicklichkeit. Dieser unerwartete Moment voller Freude entschΓ€digte uns fΓΌr die MΓΌhen des Anstiegs. Wir fragten uns, welche Überraschungen die brasilianische Tierwelt wohl noch fΓΌr uns bereithalten wΓΌrde. Nach weiteren Kilometern mit teils anstrengenden Steigungen legten wir kurz vor unserem Tagesziel eine Pause an einer Tankstelle ein. Dort fiel uns sofort etwas UngewΓΆhnliches auf: Mehrere HundehΓΌtten waren kreisfΓΆrmig angeordnet und einige freundliche Hunde lagen entspannt und ohne Leine herum. Die Szenerie wirkte friedlich und fast familiΓ€r. Dann machten wir uns auf die letzten Kilometer zum Campingplatz. Ankunft auf dem Campingplatz und das Torproblem Als wir am Campingplatz ankamen, standen wir zunΓ€chst vor einem verschlossenen Tor. Da wir nicht wussten, ob wir einfach hineindurften, schrieben wir dem Besitzer eine WhatsApp-Nachricht. WΓ€hrend wir warteten, rollte ein weiterer Wohnmobilfahrer an, der ebenfalls auf den Campingplatz wollte. Nach einigen Minuten erhielten wir eine kurze Nachricht auf Englisch: Wir sollten das Tor einfach passieren. Gemeinsam mit dem Wohnmobilfahrer fuhren wir hinein. Die Bezahlung dauerte zwar noch etwas, aber bald hatten wir unser Zelt aufgebaut und in der GemeinschaftskΓΌche ein einfaches Abendessen zubereitet. Auf und ab durch die HΓΌgel – mit und ohne Wildcampen Am nΓ€chsten Morgen unterhielten wir uns kurz mit den Besitzern, dann traten wir erneut in die Pedale. Die kommenden Tage bestanden fast ausschließlich aus steilen Anstiegen und rasanten Abfahrten. Da es in dieser Gegend kaum CampingplΓ€tze gab, ΓΌbernachteten wir oft in gΓΌnstigen Hotels. Einmal bot uns sogar ein Sicherheitsbeamter die GemeinschaftshΓΌtte seiner Anlage an – eine ungewΓΆhnliche, aber willkommene Unterkunft. Wildcampen wollten wir eigentlich vermeiden, da es in der Region einige potenziell gefΓ€hrliche Tiere gab. Doch irgendwann gab es keine Alternative mehr: Kein Dorf, kein Hotel und kein Campingplatz waren in Sicht und wir waren vΓΆllig erschΓΆpft. Also schlugen wir unser Zelt mitten in der Wildnis auf. Zum GlΓΌck verlief die Nacht ohne ZwischenfΓ€lle. GefΓ€hrliche BR-116 – Herausforderung auf der Straße Schließlich fΓΌhrte uns unser Weg auf die stark befahrene SP-BR-116 in Richtung Curitiba. Der dichte Lkw-Verkehr machte die Strecke nervenaufreibend, besonders an den Stellen, an denen der Seitenstreifen plΓΆtzlich endete. Wenn die Lastwagen mit geringem Abstand an uns vorbeizogen, stockte uns manchmal der Atem. Selbst auf dem Seitenstreifen zu fahren, war nicht angenehm, denn dort lag jede Menge MΓΌll: von Schrauben und Auspuffteilen ΓΌber Glasscherben bis hin zu Flaschen. Jeder Kilometer fΓΌhlte sich wie ein kleiner Kampf ums Überleben an. ZusΓ€tzlich hatte Annkathrin gleich zwei Platten am Hinterrad, bei denen wir jedes Mal alle Taschen abnehmen mussten, um den Schlauch zu wechseln. Als wΓ€re das nicht genug, funktionierten auch noch die GΓ€nge 1–3 ihres Hinterrads nicht mehr richtig. Energie tanken im Buffet-Restaurant Da es entlang der Strecke oft keine SupermΓ€rkte gab und unsere VorrΓ€te zur Neige gingen, kehrten wir regelmÀßig in Buffet-Restaurants ein. Deshalb kehrten wir regelmÀßig in Buffet-Restaurants ein, die fΓΌr brasilianische VerhΓ€ltnisse sehr preisgΓΌnstig waren. Zwischen 29 und 40 Real pro Person, oft mit GetrΓ€nken fΓΌr uns beide zusammen um die 80 Real. Die reichhaltige Auswahl und die großen Portionen halfen uns, neue KrΓ€fte fΓΌr die nΓ€chsten Etappen zu sammeln, denn Curitiba rΓΌckte langsam, aber sicher nΓ€her. Ankunft und erste Erkundungen in Curitiba In Curitiba angekommen, fΓΌhlten wir uns bei unserem Warmshowers-Host sofort wohl. Die beiden Hunde, ein Γ€lterer Hund und eine junge, kleine, flauschige HΓΌndin, begrüßten uns freundlich. Nach der langen Reise ruhten wir uns erst einmal den restlichen Tag aus. Am nΓ€chsten Morgen nahm uns unser Host nach dem FrΓΌhstΓΌck mit seinem Auto mit, um uns einige SehenswΓΌrdigkeiten der Stadt zu zeigen. Ein Highlight war das Niemeyer-Museum, das vom berΓΌhmten Architekten Oscar Niemeyer entworfen wurde. Das markante GebΓ€ude mit seiner auffΓ€lligen, augenfΓΆrmigen Form erinnert an moderne Kunst und ist ein bedeutendes Kulturzentrum. Danach fuhren wir in die historische Innenstadt von Curitiba, wo wir die koloniale Architektur bewunderten. Zum Abschluss ließ uns unser Gastgeber am Botanischen Garten raus, der eine der schΓΆnsten grΓΌnen Oasen der Stadt ist. Besonders beeindruckend ist das große viktorianische Glashaus, das von liebevoll gepflegten Gartenanlagen umgeben ist. Nach dem Besuch des Gartens gingen wir in einem nahegelegenen Supermarkt einkaufen. Anschließend fuhren wir mit einem Uber zurΓΌck zum Haus unseres Hosts, wo wir kochten. Mit dem Hop-on-Hop-off-Bus durch Curitiba und Parque Barigui Am nΓ€chsten Tag erkundeten wir die Stadt mit dem β€žLinha Turismo”, einem Hop-on-Hop-off-Bus, der an zahlreichen SehenswΓΌrdigkeiten in Curitiba hΓ€lt. Wir stiegen am Botanischen Garten ein und fuhren bis zum Parque Barigui, dem grâßten und beliebtesten Park der Stadt. Der Park ist eine weitlΓ€ufige GrΓΌnflΓ€che mit Seen, Wiesen und zahlreichen FreizeitmΓΆglichkeiten. Dort sahen wir zum ersten Mal in freier Natur Capybaras, die grâßten Nagetiere der Welt. Sie leben in Brasilien an Seen und Flussufern. Sie sind friedliche und soziale Tiere, die uns sehr faszinierten. Außerdem gibt es im Park einen kleinen Freizeitpark mit einem großen Riesenrad. Wir unternahmen eine Fahrt mit dem Riesenrad und genossen die tolle Aussicht auf die Stadt und den See darunter. Abends aßen wir bei einem vegetarischen Buffet, bei dem die meisten Speisen sogar vegan waren. Das Essen war sehr lecker, auch wenn es mit 72 brasilianischen Real etwas teurer als unsere bisherigen Buffets war. FΓΌr uns hat sich die Investition gelohnt. EinkΓ€ufe, Fahrradcheck und neue Bekanntschaften SpΓ€ter fuhren wir mit Uber zum Decathlon, um neue Gaskartuschen fΓΌr unseren Campingkocher zu kaufen. Nebenan war ein Supermarkt, in dem wir noch einmal einkauften. ZurΓΌck im Hostel kochten wir erneut zusammen. WΓ€hrend des Essens lernten wir einen Freund der Familie kennen, der gut Deutsch spricht, da er eine Zeit lang in Γ–sterreich gelebt hat. Wir unterhielten uns lange

Mit dem Rad durch Brasiliens Bergwelt und gefÀhrliche Straßen [#31] Weiterlesen »

Ankommen in SΓ£o Paulo – Unsere Radreise ins Ungewisse [#30]

Als wir am Flughafen in SΓ£o Paulo (Guarulhos) landeten, ging alles erstaunlich schnell: Unsere FahrrΓ€der und das zusΓ€tzliche GepΓ€ck warteten beim β€žOversized Luggageβ€œ-Schalter schon auf uns. Ohne Probleme packten wir alles auf zwei Flughafenrollwagen, sortierten unsere Taschen und schoben unser mobiles Zuhause in Richtung Ausgang. Kurz vor der TΓΌr entdeckten wir eine freie Stelle unter einer Rolltreppe – perfekt, um die FahrrΓ€der direkt wieder zusammenzubauen. Das meiste war in gutem Zustand, nur Annkathrins Rad hatte zwei kleine SchΓ€den: eine Schramme in der Felge und ein angebrochenes Schutzblech, das aber noch hielt. Dann ging es los – ohne Plan, ohne Internet, ohne Bargeld und ohne Unterkunft. Wir folgten einfach den grΓΌnen Schildern Richtung β€žSΓ£o Paulo Centroβ€œ. ZunΓ€chst fΓΌhrte uns die Route durch das dichte Verkehrsgewusel von Guarulhos. An einer Tankstelle legten wir einen kurzen Halt ein, um die Reifen richtig aufzupumpen. SpΓ€ter versuchten wir unser GlΓΌck an einem Geldautomaten – vergeblich. Weder mit Mastercard noch mit Visa ließ sich Bargeld abheben. Supermarkt, Steigungen und ein erster Lichtblick Ein Supermarkt rettete uns vor dem ersten Tiefpunkt: Dort konnten wir immerhin mit Karte zahlen und uns mit dem NΓΆtigsten versorgen. Schnell fielen uns Unterschiede zu deutschen SupermΓ€rkten auf – die Einkaufswagen waren breiter und lΓ€nger, die Regale gigantisch, das Ganze erinnerte eher an einen Metro-Großmarkt als an einen klassischen Supermarkt. GetrΓ€nkeflaschen enthielten 600β€―ml statt der gewohnten 500β€―ml, es gab eine riesige Auswahl an GetrΓ€nkepulvern – dafΓΌr fehlte eines komplett: Avocados. Nach diesem Zwischenstopp wurde der Weg anstrengender. Wir folgten weiter den Schildern Richtung Innenstadt, mussten dabei aber einige heftige Steigungen bewΓ€ltigen. Einfach der Autowegweiser nach – das war unser einziger Plan. Schließlich kamen wir in ein Hotel, das noch Zimmer frei hatte – sogar fΓΌr drei NΓ€chte. Und es gab einen sicheren Abstellplatz fΓΌr unsere RΓ€der. Jackpot! Wir checkten ein, packten aus und fielen erst mal durch – zum GlΓΌck war das FrΓΌhstΓΌcksbuffet inklusive. Liberdade – Japans Geist in Brasiliens Megacity Am nΓ€chsten Tag erkundeten wir SΓ£o Paulo und machten dabei einen Abstecher in das Viertel Liberdade, das als das β€žkleine Japanβ€œ der Stadt gilt. Und tatsΓ€chlich: Statt der typischen AmpelmΓ€nnchen blinkten japanische Laternen-Symbole an den FußgΓ€ngerΓΌberwegen. Auch die Straßenlaternen waren im japanischen Stil gehalten – rot lackiert, mit geschwungenen Kanten und asiatisch anmutenden Lampenschirmen. Die Straßen waren lebendig. Zwischen den Autos hatten sich VerkaufsstΓ€nde aufgebaut, die Süßes, Snacks, Schmuck und Kunsthandwerk anboten – eine Art Markt, der sich durch das Viertel zog. Rundherum reihten sich kleine LΓ€den mit Mangas, Bento-ZubehΓΆr, Keramik und japanischen Haushaltswaren aneinander. NatΓΌrlich gab es auch jede Menge zu essen: Ramen, Sushi, japanische Backwaren und Bubble Tea an jeder Ecke. Wir gΓΆnnten uns einen eiskalten Bubble Tea, beobachteten das bunte Treiben – und fΓΌhlten uns fΓΌr einen Moment wie in einer Parallelwelt zwischen SΓ£o Paulo und Tokio. Die lang ersehnte SIM-Karte fanden wir spΓ€ter – in einem anderen Stadtteil, weit weg von Liberdade. Endlich mobiles Internet! Danach fuhren wir per Uber zu einem Decathlon, um eine große Gaskartusche zu besorgen, damit wir in den kommenden Tagen wieder unterwegs kochen konnten. Farben, Lachen und Graffiti – Der Beco do Batman Ein weiteres Highlight war unser Besuch im Beco do Batman, einem der bekanntesten Streetart-Orte der Stadt. Dieses Mal nahmen wir ein Uber, um hinzukommen – ganz entspannt. Was uns sofort auffiel: Die Menschen wirkten hier glΓΌcklicher. Es wurde viel gelacht, geredet, fotografiert. Ein süßlich-krΓ€utriger Geruch lag in der Luft – Marihuana war deutlich zu riechen. Überall gab es kleine Bars, die sich an die bunt bemalten HΓ€user schmiegt. Musik kam aus offenen Fenstern, Menschen standen in Gruppen zusammen, tranken etwas oder ließen sich einfach treiben – so wie wir auch. Die Graffitis an den WΓ€nden waren kreativ, bunt und oft gesellschaftskritisch – eine faszinierende Mischung aus Kunst und Protest, aus Fantasie und Farbe. Wir blieben immer wieder stehen, machten Fotos und verliebten uns in die AtmosphΓ€re. Am Ende kauften wir zwei kleine Kunstwerke bei einem StraßenverkΓ€ufer – Erinnerungen an diesen Ort voller Leben, Farbe und Lachen. ZurΓΌck aufs Rad – Raus aus der Megastadt Nach unseren erholsamen Pausentagen starteten wir zu einer rund 30 Kilometer langen Fahrradtour quer durch SΓ£o Paulo. Mit etwa 12 Millionen Einwohnern ist SΓ£o Paulo die grâßte Stadt Brasiliens und erstreckt sich ΓΌber etwa 40 Kilometer im Durchmesser – ein gewaltiges Stadtgebiet, das sich kaum fassen lΓ€sst. Die Straßen waren extrem belebt, viele große Trucks rollten vorbei. GlΓΌcklicherweise gibt es zahlreiche Fahrradwege, die jedoch oft plΓΆtzlich endeten oder unsicher wurden, sodass wir teils ohne Schutz auf der Straße fahren mussten. ZusΓ€tzlich machten uns starke Steigungen zu schaffen, die wir mit schwerem GepΓ€ck oft schiebend bewΓ€ltigen mussten. Industrie, Slums und der erste Blick ins GrΓΌne Am Stadtrand passierten wir ein ausgedehntes Industriegebiet, in dem sich auch einige Slums an die StraßenrΓ€nder drΓ€ngten. Die Straßen wurden enger, der Verkehr dichter – insbesondere der Lastwagenverkehr war herausfordernd. Doch bald ΓΆffnete sich die Landschaft: Die Umgebung wurde grΓΌner, gigantische BΓ€ume sΓ€umten den Weg, und von einer AnhΓΆhe genossen wir einen beeindruckenden Ausblick zurΓΌck auf die riesige Stadt. Campingplatz-Paradies in der Natur Unser Tagesziel war ein Campingplatz etwa 60 Kilometer von der Stadt entfernt. Kurz vor dem Ziel erwarteten uns noch drei heftige Steigungen – echte Kraftakte. Angekommen, fΓΌhlten wir uns sofort wohl: Mehrere große RasenflΓ€chen auf unterschiedlichen Ebenen, kleine Teiche, HΓ€ngematten zwischen den BΓ€umen und ein einladender Gemeinschaftsraum mit Tischkicker, Tischtennisplatte und Billardtisch. Auch die GemeinschaftskΓΌche bot alles, was wir brauchten. Spontan entschieden wir uns, zwei NΓ€chte zu bleiben. Entspannung pur – Schwimmen, Spielen, Guane und ein herzliches Abendessen Am Pausentag genossen wir den Pool zum Schwimmen, spielten Billard, Tischtennis und Tischkicker, und ließen den Tag beim Sonnenuntergang ausklingen. Dabei entdeckten wir durch Zufall zum ersten Mal Schwarzbrust-Guane – beeindruckende WildvΓΆgel, die hier frei umherstreifen. Zum krΓΆnenden Abschluss lud uns der Campingplatzbesitzer ΓΌberraschend zum Abendessen ein. Die Nachbarn auf dem Platz waren sehr freundlich, sodass wir eine rundum schΓΆne und entspannte Zeit verbrachten – genau der perfekte Auftakt, bevor es weiter in die Natur gehen sollte.

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Von der Vorbereitung bis zum Abflug – Unsere Radreise nach Brasilien [#29]

β€žUfff…β€œ Ein kehliges Ausatmen. Die Pedale still. Die RΓ€der rollen nicht – wir schieben. Langsam, mit leichten QuietschgerΓ€uschen der Reifen auf dem heißen Asphalt des Seitenstreifens, kΓ€mpfen wir uns Meter fΓΌr Meter einen steilen Anstieg hinauf. Das Fahren ist nicht mehr mΓΆglich – zu steil, zu heiß, zu anstrengend. Die Luft steht. Kein Windhauch. Kein Rascheln. Nur das gelegentliche Flimmern ΓΌber der Straße, das uns anzeigt, was wir lΓ€ngst spΓΌren: Es ist brΓΌtend heiß. Unser Hygrometer unter dem Sattel zeigt Tag fΓΌr Tag Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad an. Und das konstant – ΓΌber Stunden hinweg. Wir sind auf dem Weg nach Madrid – mitten durch Spaniens heiße Mitte. Mit vollem GepΓ€ck, vielen HΓΆhenmetern und einem KΓΆrper, der bei dieser Hitze schnell an seine Grenzen stâßt. Um durchzuhalten, haben wir unseren Tagesrhythmus umgestellt: Zwischen 14 und 18 Uhr machen wir Pause. In der Zeit radeln wir nicht, sondern suchen verzweifelt nach einem Schattenplatz – gar nicht so einfach in dieser offenen, trockenen Landschaft. Wenn wir GlΓΌck haben, erreichen wir in einem der kleinen Orte eine ΓΌberdachte Bank, einen ΓΆffentlichen Platz oder einen Mauervorsprung im Schatten. Dort lehnen wir uns an unsere RΓ€der, strecken die Beine aus, atmen durch und blicken schweigend in die Landschaft – oder in den Himmel, wenn sich dort mal ein paar Wolken zeigen. Manchmal nutzen wir diese Siesta-Zeit auch, um spontan unsere Route anzupassen. Eigentlich wollten wir durch kleinere, abgelegenere Orte fahren – aber gerade dort war die Versorgungslage oft schwierig: Kaum SupermΓ€rkte, keine Trinkwasserspender – ΓΌber viele Kilometer hinweg.Und bei dieser Hitze, kombiniert mit Sport und GepΓ€ck, ist eine gute Wasserversorgung ΓΌberlebenswichtig. Also haben wir umgeplant: Statt durch die winzigsten Orte zu radeln, sind wir hΓ€ufiger parallel zur Autobahn gefahren. Dort lagen grâßere Ortschaften mit besseren VersorgungsmΓΆglichkeiten. Wir haben sie gut genutzt: Supermarkt, Wasser nachfΓΌllen, ein kΓΌhles GetrΓ€nk, manchmal ein schattiges PlΓ€tzchen zum Ausruhen.Und wenn es passte, haben wir sogar unsere mobile Dusche ausgepackt, sie mit frischem Wasser vom Trinkwasserspender befΓΌllt – und uns mitten im Nirgendwo eine kleine, kΓΌhle Erfrischung gegΓΆnnt. Mit jedem HΓΆhenmeter, den wir uns nach oben schoben, kamen wir nicht nur Madrid langsam nΓ€her – sondern auch einem ganz neuen Kapitel unserer Reise. WΓ€hrend unseres House-Sittings war die Entscheidung gereift, von Madrid aus nach Brasilien zu fliegen.Warum genau? – Das erzΓ€hlen wir euch im nΓ€chsten Abschnitt. Aber auch wΓ€hrend wir noch unter der flirrenden Hitze Spaniens radelten und uns in schattigen Momenten kurz verschnauften, waren unsere Gedanken lΓ€ngst nicht mehr nur auf die nΓ€chste Steigung gerichtet. Immer wieder sprachen wir ΓΌber die bevorstehende Reise nach SΓΌdamerika – und darΓΌber, was wir alles noch organisieren mussten, um samt RΓ€dern und GepΓ€ck ΓΌberhaupt in den Flieger zu kommen. Warum mit den RΓ€dern nach Brasilien? Unsere BeweggrΓΌnde fΓΌr das Reiseziel UrsprΓΌnglich wollten wir weiter auf dem Landweg Richtung Osten radeln – durch den Balkan, die TΓΌrkei und weiter. Doch wΓ€hrend unseres House-Sittings erreichten uns immer mehr Berichte, dass die Lage im Iran ziemlich unsicher ist. Andere Radreisende erzΓ€hlten sogar, dass manche von ihnen im GefΓ€ngnis gelandet sind oder mit Schwierigkeiten zu kΓ€mpfen hatten. Wir hatten zwar noch Monate Zeit bis zur TΓΌrkei, doch das Risiko, sich in Gefahr zu begeben, wurde uns schnell zu groß. Als sich spΓ€ter auch noch die USA in den Konflikt einschalteten, bestΓ€tigte sich unser Entschluss: Wir wollten nicht sehenden Auges in eine unsichere Region radeln. Da wir zu der Zeit in Spanien waren – mit vielen FlugmΓΆglichkeiten – beschlossen wir: Wir ΓΌberqueren den Ozean und setzen unsere Reise in SΓΌdamerika fort. Nach einigem AbwΓ€gen entschieden wir uns fΓΌr SΓ£o Paulo. Die GrΓΌnde waren praktisch: Es gab einen Direktflug von Madrid, und die Strecken rund um SΓ£o Paulo wiesen keine extremen HΓΆhenmeter gleich zu Beginn auf. Doch es kam noch ein weiterer, entscheidender Faktor hinzu: In SΓ£o Paulo war gerade Winter, und damit angenehm mildes Wetter fΓΌr uns Radreisende. Laut Wetterdaten bewegen sich die Temperaturen von Juni bis August tagsΓΌber zwischen 21 und 23β€―Β°C, nachts zwischen 11 und 14β€―Β°C. Das ist im Vergleich zur drΓΌckenden Hitze Spaniens (konstant 30–40β€―Β°C) ein richtiger Genuss fΓΌr uns. Es wirkt wie eine Erholung fΓΌr KΓΆrper und Geist – frischer Wind nach der Hitzestrecke. FΓΌr uns war das ein klares Signal: Die Entscheidung, Madrid zu verlassen und nach Brasilien zu fliegen, war genau richtig – wettertechnisch, physisch und auch mental. Der Packstress: Fahrradkartons, Kofferwagen und der Kampf gegen die Zeit Einen großen Teil unserer Vorbereitung machte das Organisieren von Fahrradkartons aus – und das war alles andere als einfach. In Madrid, selbst in einer Großstadt, hatten wir Schwierigkeiten, ΓΌberhaupt welche zu finden. Viele LΓ€den hatten keine oder nur zu teure Kartons. Die Zeit drΓ€ngte, denn wir hatten nur drei NΓ€chte, um alles zu regeln. Das hat uns ziemlich unter Stress gesetzt. Außerdem haben wir einen Kofferwagen organisiert, um die schweren GepΓ€ckstΓΌcke zum Flughafen transportieren zu kΓΆnnen – das war eine riesige Erleichterung, denn mit dem ganzen GepΓ€ck alles zu schleppen, wΓ€re unmΓΆglich gewesen. Wir kΓΆnnen nur jedem anderen Radreisenden empfehlen, sich frΓΌhzeitig um solche Dinge zu kΓΌmmern und sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Lieber vier oder fΓΌnf Tage vor Abflug ankommen, in Ruhe alles besorgen und packen, als sich in letzter Minute stressen zu mΓΌssen. Checkliste fΓΌr die Flugvorbereitung mit dem Fahrrad Damit du dir nicht denselben Stress machst wie wir, hier eine praktische Übersicht der wichtigsten Punkte, die du vor deinem Flug erledigen solltest: Fahrradkartons frΓΌhzeitig suchen und sichernIn GroßstΓ€dten kann es schwieriger sein als gedacht, Kartons rechtzeitig zu finden. Beginne mindestens eine Woche vorher damit. Pedale vor dem Flug lockern oder abmontieren lassenPedale sitzen oft sehr fest und kΓΆnnen beim Packen Probleme machen. Kofferwaage besorgen und richtig kalibrierenAchte darauf, dass die Waage Kilogramm anzeigt, nicht Pfund. Offline-Sprachpakete herunterladen Gerade fΓΌr die Landessprache am Zielort sehr hilfreich. GepΓ€ck gut sortieren und rechtzeitig packenKlar trennen, was ins HandgepΓ€ck, was ins ZusatzgepΓ€ck, was in den Fahrradkarton kommt. Reiseunterlagen und Einreisebestimmungen prΓΌfenEinreiseformulare griffbereit haben. GenΓΌgend Zeitpuffer einplanenMindestens 4–5 Tage fΓΌr Vorbereitung vor Ort sind ratsam.   Zeit fΓΌr Madrid: Ein paar schΓΆne

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Housesitting in Spanien: Poolidylle, HΓΌhnerglΓΌck und ein Hauch von Abenteuer [#28]

Ein kleines HΓ€uschen außerhalb eines ruhigen Ortes nahe Valencia, eingebettet in staubige Wege und verwitterte Landschaft. Die Sonne steht hoch, die Luft flimmert, und der Pool schimmert verlockend bei fast 30 Grad. Der Hund liegt entspannt im Schatten der Veranda, wΓ€hrend aus dem HΓΌhnergehege ein leises Gackern dringt. Was wie ein Urlaub klingt, war fΓΌr uns in Wirklichkeit ein mehrwΓΆchiger Housesit – ein bisschen Alltag, ein bisschen Abenteuer, und ganz viel Natur. Doch auch wenn der Ort auf den ersten Blick idyllisch wirkt, zeigt ein zweiter Blick, dass hier nicht alles perfekt ist – und genau das hat diesen Housesit so besonders gemacht. Das GelΓ€nde selbst trΓ€gt noch immer die Spuren eines schweren Unwetters, das vor etwa einem Jahr wΓΌtete: Ein Zaun aus Betonbolzen wurde mitsamt Fundament aus dem Boden gerissen und bis heute nicht ersetzt. Viele Wege rund ums Haus sind von SchlaglΓΆchern und Staub ΓΌberzogen, einige BrΓΌcken in der Umgebung noch immer zerstΓΆrt oder notdΓΌrftig repariert. Trotz allem – oder vielleicht gerade deshalb – hat dieser Ort seinen ganz eigenen Charme entwickelt. Die HΓΌhner leben inzwischen in einem provisorisch errichteten Gehege, das mit Stroh ausgelegt ist und ihnen sichtlich gefΓ€llt. Der Hund war unser treuer Begleiter auf tΓ€glichen SpaziergΓ€ngen durch die teils verwilderte Landschaft. Und wenn wir nicht gerade im angenehm warmen Pool unsere Runden gedreht oder den Garten gepflegt haben, saß meistens einer von uns mit dem Laptop im Schatten der gemΓΌtlichen Veranda, wΓ€hrend der andere sich drinnen im Haus zurΓΌckgezogen hat, um in Ruhe an eigenen Projekten zu arbeiten. NatΓΌrlich haben wir auch oft zusammen in einem Raum gearbeitet – perfekt ist das nie, und wir sind es auch nicht –, aber gerade dieser kleine Freiraum hat dazu beigetragen, dass wir uns beim Arbeiten nicht gegenseitig im Weg standen. Der Garten wurde nebenbei gepflegt, wo ein paar Kartoffeln, Tomaten, Walderdbeeren und weitere Kleinigkeiten wuchsen. Abends, wenn es dunkel wurde, sorgten Lichterketten rund ums Haus fΓΌr eine gemΓΌtliche Stimmung, die wir besonders auf dem kleinen Aussichtspodest genossen – mit Blick auf den nΓ€chsten Ort und seine Kirche. In diesem Beitrag mΓΆchten wir euch mitnehmen in unseren Alltag zwischen Laptop, Gießkanne und HΓΌhnerstall – und euch erzΓ€hlen, was Housesitting in der RealitΓ€t bedeutet, worauf man sich einstellen sollte, wenn man Verantwortung fΓΌr ein fremdes Zuhause ΓΌbernimmt, und wie es ist, in einem Haus mit Pool, Aussicht und wilder Umgebung eine kleine Weile zu leben. Ein ganz normaler Housesitting-Tag Unser Alltag wΓ€hrend des Housesits war angenehm bodenstΓ€ndig – geprΓ€gt von festen Routinen, kleinen Herausforderungen und Momenten fΓΌr uns selbst. Im Grunde Γ€hnelte er dem Alltag von Menschen, die berufstΓ€tig sind und gleichzeitig einen Hund sowie HΓΌhner zu versorgen haben. Und genau das fanden wir besonders spannend: nicht ein kΓΌnstlich geschaffener β€žUrlaubsalltagβ€œ, sondern echtes Alltagsleben mit Tieren. Morgens haben wir meistens versucht, ein wenig auszuschlafen. Die HΓΌndin hat sich in der NΓ€he unseres Bettes in ihr KΓΆrbchen gelegt und es sichtlich genossen, nicht allein zu sein. Sobald einer von uns aufgestanden ist, war allerdings schnell klar: Jetzt wird’s Zeit fΓΌr FrΓΌhstΓΌck und einen Spaziergang – und zwar fΓΌr den Hund. WΓ€hrend sie gefressen hat, haben wir uns fΓΌrs Rausgehen fertig gemacht. Das klappte mal besser, mal etwas chaotischer – mit der Zeit hat sie nΓ€mlich gemerkt, dass es bald losgeht, wenn Annkathrin sich Socken anzog. Dann war die Vorfreude so groß, dass das Fressen plΓΆtzlich vΓΆllig uninteressant wurde und wir mit kleinen Tricks nachhelfen mussten. Annkathrin hat dann meist die morgendliche Gassirunde ΓΌbernommen, wΓ€hrend Nico sich noch ein bisschen im Bett ausgeruht hat. Erst wenn die beiden zurΓΌck waren, haben wir gemeinsam gefrΓΌhstΓΌckt – das war uns wichtig. Annkathrin trank morgens meistens einen Kakao, wΓ€hrend Nico zu seinem klassischen Energy Drink griff. Danach hat sich Nico um die HΓΌhner gekΓΌmmert: frisches Wasser, Futter, sauberer Stall. Dann begann unser Arbeitstag: Annkathrin arbeitete auf Stundenbasis fΓΌr eine Firma, wΓ€hrend wir beide – wenn Zeit war – auch an unseren eigenen Projekten weiterarbeiteten: am Blog, an Webseiten, an E-Mails. Nico hat parallel YouTube-Videos geschnitten oder sich um kleinere digitale AuftrΓ€ge gekΓΌmmert. Zwischendurch haben wir kurze Pausen gemacht – um uns eine Kleinigkeit zu essen zu machen, uns kurz zu dehnen oder ein kaltes GetrΓ€nk aus dem KΓΌhlschrank zu holen. Und wenn es sehr heiß war, sind wir auch mal kurz in den Pool gehΓΌpft, um uns abzukΓΌhlen. Gearbeitet haben wir meist bis in den spΓ€ten Nachmittag – oft draußen oder drinnen mit den Laptops. Wir haben bewusst darauf geachtet, uns beim Arbeiten auch mal rΓ€umlich zu trennen, um konzentriert arbeiten zu kΓΆnnen. So saß einer meist auf der Veranda im Schatten, wΓ€hrend der andere drinnen am Tisch arbeitete – das hat uns beiden gutgetan. Auch wenn das Leben dort insgesamt entschleunigter war als auf dem Fahrrad, war es nicht automatisch entspannter. Gerade morgens bedeutete es manchmal Stress, zuerst dem Hund gerecht zu werden, bevor man ΓΌberhaupt an sein eigenes FrΓΌhstΓΌck denken konnte. Und dann noch die Arbeit, das Kochen, der Abwasch (ohne GeschirrspΓΌler!), kleine Haushaltsaufgaben – all das wollte organisiert werden. Am Abend haben wir dann nicht nur gekocht und der HΓΌndin ihre zweite Portion Futter gegeben, sondern sind auch noch ein zweites Mal mit ihr spazieren gegangen – meistens Annkathrin, manchmal auch gemeinsam. Danach war es Zeit fΓΌr eine letzte Aufgabe: den Garten gießen. Egal ob Tomaten, Kartoffeln oder Wald-Erdbeeren – in der Abendsonne haben wir den Pflanzen noch die dringend nΓΆtige Wasserration verpasst. TagsΓΌber wΓ€re das in der Hitze nicht mΓΆglich gewesen. So sah er aus, unser Alltag zwischen HΓΌhnerstall, Hundespaziergang, Gartenarbeit, Laptop und Pool. Nichts SpektakulΓ€res – aber genau das war ja das Wertvolle daran: Wir haben erlebt, wie sich das echte Leben mit Tieren und Hof anfΓΌhlt – mit all seinen schΓΆnen, aber auch fordernden Seiten. Was wir nicht erwartet hΓ€tten Wir wussten zwar schon vorher, dass auf dem GrundstΓΌck einige HochwasserschΓ€den sind, etwa am Zaun, und dass manche Straßen in der Umgebung kaputt und schlecht befahrbar sind. Aber wir hΓ€tten nicht gedacht, dass wir auf dem Weg zum Housesitting-Haus wegen Straßensperrungen und Baumaschinen ganze drei Kilometer Umweg

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Herausfordernde Schleife mit dem Fahrrad: Via Verde, Baustellen und Berganstiege [#27]

Einige Tage vor unserem nΓ€chsten Housesit entschieden wir uns fΓΌr eine Schleife durch die Berge. Einige Kilometer hinter Valencia stießen wir auf einen gut ausgebauten Abschnitt der Via Verde. Spontan kehrten wir auf einem Campingplatz ein, der direkt neben dem Weg lag. Der Platz befand sich am Hang; zunΓ€chst ging es bergauf, bevor wir ΓΌber eine Abfahrt den Platz erreichten. Dort legten wir zwei Pausentage ein, um unsere GerΓ€te zu laden und eine kurze Auszeit einzulegen. Am ersten Tag arbeiteten wir an unseren Laptops. Am zweiten Tag besuchten wir den rund einen Kilometer entfernten Wasserfall Salto de Novia. Der Wasserfall stΓΌrzte mit krΓ€ftigem Druck in ein breites Becken. In der Umgebung gab es weitere kleinere Kaskaden. Wir versuchten kurz, im Wasser zu schwimmen, verließen es aber schnell wieder wegen der KΓ€lte. Anschließend wanderten wir in der Mittagshitze durch einen bewaldeten Hang in den nahen Ort und aßen dort Patatas Bravas, bevor wir zum Campingplatz zurΓΌckkehrten. Ab dem Campingplatz war der Via Verde bis kurz vor Teruel deutlich schlechter ausgebaut. Mehrere Baustellen fΓΌhrten immer wieder zu Umleitungen, die meist mit zusΓ€tzlichen HΓΆhenmetern verbunden waren. Die steigenden Temperaturen – oft ΓΌber 30 Grad – machten diese Abschnitte besonders anstrengend. Ein paar Tage spΓ€ter erreichten wir Teruel und schauten uns die Altstadt mit ihren auffΓ€llig gestalteten GebΓ€uden an. Ab Teruel fΓΌhrte kein Via Verde mehr weiter. Der Weg war aber gut fahrbar. Wir folgten der Strecke bis zum Canon Rojo, einer beeindruckenden Schlucht mit roten FelswΓ€nden, die an den Grand Canyon erinnert. Der Ort war ruhig, nicht ΓΌberlaufen und frei zugΓ€nglich. Unsere Weiterfahrt fΓΌhrte durch schΓΆne Berglandschaften, oft an eindrucksvollen Felsformationen vorbei. Bei Temperaturen von ΓΌber 30 Grad und vielen HΓΆhenmetern nutzten wir regelmÀßig PicknickplΓ€tze mit Trinkwasserspendern, um unsere mobile Dusche einzusetzen. Spontan steuerten wir einen Stausee in den Bergen an. Der Weg dorthin war problematisch: ZunΓ€chst landeten wir in einem Kieswerk mit schlechtem Untergrund, danach folgten kaputte Wege durch Baustellen. Kurz nach unserer Ankunft kΓΌndigte sich ein Gewitter an. Mit Planen bauten wir einen provisorischen Unterstand und kochten darunter. Der Regen war stark, vieles wurde nass. Den geplanten Campingplatz konnten wir im Dunkeln nicht finden – es gab keinen Handyempfang, und auch die Einheimischen kannten den Platz nicht oder verwiesen uns falsch. Wir zelteten schließlich irgendwo in der Natur. Am nΓ€chsten Tag fuhren wir weiter nach Requena. Wegen der Gewitterprognose versuchten wir eine Unterkunft zu finden, doch nach dem Einkaufen waren entweder alle ausgebucht oder boten keine sichere Fahrradabstellung. Wir fuhren weiter zu einem Picknickplatz. Das Gewitter zog vorbei. Am folgenden Tag wollten wir durch die Berge fahren, bis wir gegen 16 Uhr auf eine Baustelle stießen – die BrΓΌcke, ΓΌber die wir auf die andere Flussseite gemusst hΓ€tten, war nicht passierbar. Wir kehrten um, suchten einen Trinkwasserspender auf, kochten dort und zelteten in der NΓ€he. Am Morgen fuhren wir 25 Kilometer zurΓΌck nach Requena. Dort feierten wir unser einjΓ€hriges JubilΓ€um auf Fahrradreise mit Patatas Bravas, erledigten EinkΓ€ufe und checkten fΓΌr eine Nacht in ein Hotel ein, in dem wir die RΓ€der sicher unterbringen konnten. Am nΓ€chsten Tag ging es weiter – doch eine weitere Baustelle blockierte den Weg. Die Bauarbeiter wollten uns nicht passieren lassen. Wir probierten einen alternativen, schlechten Weg, machten Pause und beschlossen am Abend, es erneut bei der Baustelle zu versuchen. Dieses Mal war sie verlassen, die Durchfahrt gelang. Nach einem kurzen Regenschauer ging es weiter, bis wir unser Zelt unter einer UnterfΓΌhrung aufstellten. Am nΓ€chsten Morgen fuhren wir nicht weit, sondern blieben an einem Picknickplatz fΓΌr einen weiteren Pausentag. Danach setzten wir unsere open end Radreise in Richtung des nΓ€chsten Housesits fort.

Herausfordernde Schleife mit dem Fahrrad: Via Verde, Baustellen und Berganstiege [#27] WeiterlesenΒ Β»

Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig von β€žzweiaufrad” sind ΓΌber 1.800 Kilometer durch Marokko geradelt und sind Anfang April 2025 mit der FΓ€hre nach Europa zurΓΌckgekehrt.

Wieder in Europa: Zwischen Grenzstationen, KΓΌstenwegen und Bergpfaden [#26]

Nach dem GrenzΓΌbertritt von Marokko nach Ceuta begann ein neuer Abschnitt unserer Reise. Die marokkanische Seite ließ uns ohne Probleme passieren, doch die spanische Kontrolle war merklich strenger. Wir befΓΌrchteten, dass wir all unsere Fahrradtaschen abpacken mΓΌssten – ein aufwendiges Unterfangen, da auch noch unsere PacksΓ€cke mit SchlafsΓ€cken darauf befestigt waren. Die Grenzbeamten baten uns bereits, die Taschen hinten zu ΓΆffnen. Doch als sie sahen, wie viel Aufwand das bedeutete und wie lange wir brauchen wΓΌrden, entschieden sie sich kurzerhand um: Statt uns weiter aufzuhalten, winkten sie uns schließlich doch durch. Eine große Erleichterung. Nur eine Sorge blieb: unsere Süßigkeiten. Wir hatten gehΓΆrt, dass andere Reisende an der Grenze ihre Snacks und Kekse abgeben mussten – ein trauriger Anblick. Umso grâßer war unsere Freude, dass wir alles behalten durften. Mit dem erfolgreichen GrenzΓΌbertritt betraten wir europΓ€isches Festland – zumindest symbolisch, denn Ceuta gehΓΆrt politisch zu Spanien, liegt jedoch in Nordafrika. Die Unterschiede zu Marokko waren sofort spΓΌrbar: Die Menschen wirkten zurΓΌckhaltender, ruhiger, es gab keine stΓ€ndigen Zurufe mehr wie β€žAllahβ€œ oder β€žBonjourβ€œ. Diese ruhigere AtmosphΓ€re empfanden wir als sehr angenehm. Wir suchten zunΓ€chst nach einer Unterkunft fΓΌr uns und die FahrrΓ€der, wurden jedoch nicht fΓΌndig. So fiel die Entscheidung: Wir wΓΌrden noch am selben Abend mit der FΓ€hre nach Algeciras ΓΌbersetzen. Um 21:30 Uhr legte die FΓ€hre ab, eine Stunde spΓ€ter erreichten wir das spanische Festland. Von dort fuhren wir noch rund 8 Kilometer mit dem Rad zu einem kleinen See, wo wir gegen Mitternacht unser Zelt aufschlugen. Nach dieser langen Etappe gΓΆnnten wir uns am nΓ€chsten Tag eine Pause. Wir beobachteten Tiere, entspannten uns und ließen die EindrΓΌcke der letzten Tage sacken. Die Natur wirkte deutlich grΓΌner als in Marokko – ein Kontrast, der uns sofort auffiel. Am darauffolgenden Tag radelten wir weiter Richtung Gibraltar. Der GrenzΓΌbertritt war unkompliziert: Passkontrolle aus der Ferne – das war’s. Wir konnten den Felsen zur HΓ€lfte umrunden, auf der anderen Seite war die Straße gesperrt. Auch die RΓΌckfahrt verlief problemlos. Da wir keine passende Unterkunft fanden, ΓΌbernachteten wir auf einem einfachen Schlafplatz außerhalb der Stadt. Ein Pausentag auf einem Campingplatz tat gut. Wir beschlossen, Gibraltar noch einmal zu besuchen – diesmal ohne GepΓ€ck. Alles blieb im Zelt, wir fuhren nur mit den RΓ€dern. Unser Ziel: die Affen auf dem Felsen. Der Eintritt war zwar teuer, aber der Wunsch, die Tiere zu sehen, ΓΌberwog. Und tatsΓ€chlich: An den Futterstellen begegneten wir mehreren Berberaffen. In Gibraltar kauften wir noch im Supermarkt ein. Die Preise waren vergleichbar mit dem restlichen Europa. Danach folgten wir der spanischen KΓΌste Richtung MΓ‘laga. Die Strecke war hΓΌgelig, es ging stΓ€ndig bergauf und bergab. In Marbella angekommen, trafen wir spontan die Entscheidung, etwa 7 kg GepΓ€ck – darunter unsere CampingstΓΌhle – nach Hause zu schicken. Wir suchten nach einem gΓΌnstigen Versanddienstleister, erstellten im Copyshop ein Versandlabel und gaben das Paket kurz vor Ladenschluss ab. Eine große Erleichterung. Hinter Marbella ΓΌbernachteten wir erneut auf einem einfachen Schlafplatz. Der nΓ€chste Halt war ein kostenloser Wohnmobilstellplatz kurz vor MΓ‘laga, wo viele Einheimische dauerhaft lebten. Wir durchquerten MΓ‘laga am darauffolgenden Tag – allerdings ohne Stadtbesichtigung. Sightseeing und große StΓ€dte reizten uns zu diesem Zeitpunkt nicht. Wir fuhren weiter an der KΓΌste entlang. Teilweise nutzten wir Fahrradwege, die sich Tunnel mit FußgΓ€ngern teilten. Die Ausblicke aufs Meer waren spektakulΓ€r, auch wenn der Weg manchmal holprig und unbefestigt war – offiziell eine Radroute, praktisch eher Abenteuer. Bei El Ejido radelten wir durch eine kilometerlange Plastiklandschaft aus GewΓ€chshΓ€usern – fΓΌr uns war das die β€žGewΓ€chshausmaniaβ€œ. VΓΆllig unerwartet luden uns dort Einheimische zum Essen ein. Sie sprachen nur Spanisch, aber irgendwie verstanden wir uns trotzdem. In AlmerΓ­a sahen wir uns kurz die Innenstadt an und kΓΌhlten uns im Meer ab. Danach fΓΌhrte der Weg weiter durch die FolienwΓΌste, bis wir auf einen verlassenen Campingplatz am Meer stießen – ein echter Lost Place. SpΓ€ter ging es weiter durch die KΓΌstenberge. In Águilas verschickten wir ein Paket an andere Radreisende und schauten uns die Innenstadt an. Weiter ging es entlang der KΓΌste mit vielen schΓΆnen Ausblicken. In Cartagena legten wir erneut einen kurzen Besichtigungsstopp ein. Anschließend radelten wir weiter entlang des Meeres bis zur Lagune und dann nach San Javier. Dort fanden wir seit Langem wieder einen Rossmann – ein kleines Highlight. Nach einem Pausentag in San Javier besuchten wir den rosa See (Lago Rosa), bevor es weiter Richtung Alicante ging. Auch diese Stadt schauten wir uns an. Wir durchquerten Benidorm und stießen dort zufΓ€llig auf einen Mittelaltermarkt – eine nette Überraschung. Auch die Innenstadt nahmen wir mit. In Calp gΓΆnnten wir uns einen Pausentag. Wir wollten den markanten Ifac erklimmen, aber der Weg wurde zu rutschig – aus SicherheitsgrΓΌnden brachen wir den Aufstieg ab. In La Xara, einem kleinen Ort vor DΓ©nia, sprach uns schließlich ein Einheimischer an. Er wohnte ein paar Kilometer entfernt und lud uns ein, ab dem nΓ€chsten Abend ein paar Tage bei ihm zu bleiben – kostenlos. Wir nahmen das Angebot gerne an. An einem der Tage wanderten wir gemeinsam mit ihm auf seinen Hausberg. Der Weg war herausfordernd – teils kaum erkennbar, mit riesigen FelsblΓΆcken statt eines klassischen Wanderwegs. Ohne seinen ortskundigen Blick hΓ€tten wir den richtigen Pfad wohl nie gefunden. Der sogenannte Wanderweg bestand teilweise nur aus gigantischen Steinen, zwischen denen man sich mΓΌhsam hindurchschlΓ€ngeln musste. Immer wieder zweifelten wir, ob wir ΓΌberhaupt noch auf dem richtigen Weg waren. Umso glΓΌcklicher waren wir, dass wir diesen Berg mit seiner Hilfe erklommen haben – ohne ihn hΓ€tten wir es wahrscheinlich nie geschafft. Ein Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nach der erholsamen Pause ging es weiter in die Berge. An einem Grillplatz bereiteten wir Kartoffeln und Champignons in der Glut zu – einfach und kΓΆstlich. Am nΓ€chsten Tag fuhren wir am Kloster von Simat vorbei und legten spontan einen Besichtigungsstopp ein. Schließlich erreichten wir Valencia, warfen einen Blick in die Innenstadt und setzten unsere Reise fort. Die Route fΓΌhrte uns weiter durch bergiges Terrain, oft ΓΌber den Via Verde – eine alte Bahntrasse mit traumhafter Aussicht, aber auch einigen knackigen HΓΆhenmetern.

Wieder in Europa: Zwischen Grenzstationen, KΓΌstenwegen und Bergpfaden [#26] WeiterlesenΒ Β»

RΓΌckspiegel am Fahrrad. Bringt Sicherheit auf Radtouren und Weltreisen.

Unterschiede zwischen Marrokko und Europa

Hupende Autos. Rollerfahrer, LKWs, Eselkarren und FußgΓ€nger teilen sich die Straßen in einem wilden Durcheinander. Verkehrsregeln wirken hier eher wie VorschlΓ€ge. Wir werden ΓΌberholt, geschnitten, bestaunt – und irgendwie passt alles doch zusammen. Es ist laut, wuselig, chaotisch – und lebendig. Die Luft ist ein wilder Mix: Staub liegt in der Nase, Abgase kratzen im Hals, dazwischen der ΓΌberraschend sanfte Duft von Minztee, der aus kleinen Teestuben weht. In schmalen Gassen riecht es nach frisch gebackenem Brot, scharfen GewΓΌrzen, manchmal nach Tier, manchmal nach MΓΌll. Und immer wieder weht uns ein Hauch Koriander oder KreuzkΓΌmmel entgegen. Und wir? Wir rollen mittendurch. Gerade noch haben wir die Grenze passiert – und plΓΆtzlich stehen wir in einer anderen Welt. Marokko. Laut, nah, wild, freundlich, fordernd. Noch haben wir keine Ahnung, was dieses Land mit uns vorhat. Einkaufen in Marokko – zwischen Theken, Taschenrechnern und Gesten Einkaufen in Marokko fΓΌhlt sich oft an wie eine kleine Alltagsetappe voller Überraschungen. Besonders, wenn man aus Europa kommt und daran gewΓΆhnt ist, sich selbst durch breite SupermarktgΓ€nge zu bewegen, Preise klar zu sehen und Produkte einfach selbst aus dem Regal zu nehmen. In vielen marokkanischen DΓΆrfern lΓ€uft das ganz anders: Statt Regalen gibt es kleine Kioske mit einem schmalen Tresen – oft kaum breiter als ein Arm. Dahinter tΓΌrmen sich Waren, viele davon fΓΌr uns unsichtbar. Man muss sagen, was man mΓΆchte. Oder deuten. Oder einfach hoffen, dass das GegenΓΌber einen versteht. Arabisch und FranzΓΆsisch sind die vorherrschenden Sprachen. FranzΓΆsisch war uns auf unserer vorherigen Reise zwar schon begegnet – gesprochen haben wir es trotzdem kaum. Das machte die Kommunikation oft zu einer Mischung aus Zeichensprache, LΓ€cheln und RΓ€tselraten. Auch das Bezahlen war nicht weniger verwirrend: Statt Preisschildern gibt es Taschenrechner, auf denen der VerkΓ€ufer einen Betrag eingibt – und oft ist es schwer zu sagen, ob der angezeigte Preis ΓΌberhaupt der richtige war. Manchmal wollten sie den Betrag, der auf dem Display stand, ΓΌberhaupt nicht haben, was uns dann vΓΆllig verwirrte. In den grâßeren StΓ€dten gibt es SupermΓ€rkte, aber auch hier gibt es Unterschiede zu den gewohnten EinkaufsablΓ€ufen. Es hΓ€ngt vom Supermarkt ab, ob es Obst, GemΓΌse, Brot und Backwaren gibt oder ob man sich nur auf abgepackte Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Dosenwaren beschrΓ€nken muss. Wenn es Obst und GemΓΌse gibt, kann man diese zwar selbst auswΓ€hlen, doch an einem separaten Tresen in der Obst- und GemΓΌseabteilung muss das Personal diese dann abwiegen. Es ist also nicht so, dass man es direkt an der Kasse wie in Europa einfach abwiegt – das alles lΓ€uft in einem etwas langsameren, persΓΆnlicheren Rhythmus ab, was den Einkauf zu einem kleinen Abenteuer macht. Abseits der SupermΓ€rkte ist der Markt (Souk) ein ganz anderes Erlebnis. Viele Einheimische kaufen ihre frischen Produkte dort. Es gibt StΓ€nde mit einer riesigen Auswahl an GewΓΌrzen, Brot, Obst und GemΓΌse, aber auch Kleidung aller Art, Schuhe und Haushaltswaren wie Brotdosen und KΓΌchenutensilien. Der Platz auf den MΓ€rkten wird so gut es geht ausgenutzt – alles ist eng gestellt und es herrscht eine fast schon chaotische AtmosphΓ€re. Die bunten Auslagen, der stΓ€ndige Austausch zwischen VerkΓ€ufern und Kunden und das Treiben rundherum machen den Markt zu einem lebendigen Erlebnis. Man wird von allen Seiten angesprochen, muss sich seinen Weg durch die StΓ€nde bahnen und gleichzeitig den vielen GerΓΌchen, Farben und GerΓ€uschen begegnen. Trotz der anfΓ€nglichen Unsicherheiten hatte das Ganze auch seinen Charme. Man begegnet sich auf AugenhΓΆhe, spricht, improvisiert, und manchmal bekommt man zum Abschied noch ein StΓΌck Brot oder einen fragenden Blick mit auf den Weg. Ein Moment der Begegnung, der uns immer wieder erinnerte, dass Reisen auch bedeutet, das Vertraute hinter sich zu lassen und Neues zu erleben. Gastfreundschaft und zwischenmenschliche Begegnungen Marokko beeindruckte uns nicht nur mit seiner Landschaft und den lebendigen Farben, sondern vor allem mit der WΓ€rme der Menschen. Besonders in den lΓ€ndlicheren Gegenden und kleineren StΓ€dten fielen uns immer wieder die zwischenmenschlichen Begegnungen auf. Die Menschen schenkten einander mehr Aufmerksamkeit als wir es aus Europa gewohnt waren, tauschten Blicke, und aus diesen spontanen Begegnungen entstanden oft kleine GesprΓ€che. In den grâßeren StΓ€dten hingegen erlebten wir das, was wir auch aus Europa kennen: Ein StΓΌck mehr AnonymitΓ€t. Die Menschen gingen meist ihrer eigenen Wege, die Straßen waren hektischer, und der direkte Kontakt war seltener. Dennoch war es nie unfreundlich. Oft wurden wir freundlich mit einem β€žHalloβ€œ begrüßt, sei es auf FranzΓΆsisch, Spanisch oder Arabisch. Ab und zu wurden wir auch angehupt – jedoch nicht aus Γ„rger, sondern aus Interesse und Anerkennung fΓΌr das, was wir taten. Nach dem Hupen folgte dann oft ein Daumen nach oben, was uns immer wieder zeigte, dass die Einheimischen unser Vorhaben schΓ€tzten. Außerhalb der großen StΓ€dte war das Miteinander jedoch ganz anders. Die Menschen schauten einander mehr an, achteten aufeinander, und es herrschte eine spΓΌrbare Verbundenheit. Auf den MΓ€rkten und in den DΓΆrfern passierte es manchmal, dass uns spontan etwas geschenkt wurde – ein StΓΌck selbstgebackenes Brot, süße Kekse oder auch mal frische Orangen. Diese Geste war nie aufdringlich, sondern immer ein Zeichen von Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Es war jedoch nicht nur das Angebot von Geschenken, das uns berΓΌhrte. Viel hΓ€ufiger erlebten wir, dass uns Menschen halfen, ohne dass wir danach gefragt hatten. Sie bemerkten unsere ErschΓΆpfung oder sahen, dass wir vielleicht einen Moment der Ruhe brauchten, und boten uns ihre UnterstΓΌtzung an. Diese Hilfe war nie aufdringlich, sondern zeigte sich auf eine sehr natΓΌrliche und herzliche Weise. Allerdings war es oft schwer zu unterscheiden, ob uns jemand wirklich aus Freundlichkeit oder aus eigenem Interesse half. Ein PhΓ€nomen, mit dem wir immer wieder konfrontiert wurden, war der sogenannte β€žFaux Guideβ€œ. Ein Faux Guide ist jemand, der sich als freiwilliger Helfer oder als lokaler FΓΌhrer ausgibt, um Touristen durch die Gegend zu begleiten, dabei aber auf eine Bezahlung aus ist, auch wenn er dies zunΓ€chst nicht direkt erwΓ€hnt. Es war manchmal schwierig zu erkennen, ob jemand uns tatsΓ€chlich einfach nur helfen wollte oder ob er sich erhoffte, spΓ€ter Geld von uns zu bekommen. Diese Unsicherheit prΓ€gte einige unserer Begegnungen. Es gab Momente, in denen wir uns

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Das bunte Treiben Marrokkos [#25]

Nach einer langen und anstrengenden Fahrt kamen wir erschΓΆpft in Fes an. Wir fielen direkt ins Bett und tankten erstmal Energie. Am nΓ€chsten Tag war es dann endlich so weit – wir machten uns auf, die Stadt zu erkunden. Fes empfing uns mit seinen lebendigen, bunten Gassen und einem Chaos aus GerΓ€uschen und GerΓΌchen. Es war faszinierend, durch die verwinkelten Straßen zu schlendern und dabei die Vielfalt der Stadt aufzusaugen. Interessanterweise fΓΌhlte sich Fes ein bisschen anders an als die anderen marokkanischen StΓ€dte, die wir bisher besucht hatten. Die Medina war in verschiedene Bereiche unterteilt, was uns aufgefallen ist. Einerseits gab es einen Bereich, der fast ausschließlich von Restaurants geprΓ€gt war, wo es wenig anderes zu sehen gab. Ein wenig entfernt von dieser Zone fanden wir dann die berΓΌhmte Gerbergasse, die aber ein ganzes StΓΌck von der Restaurantgasse entfernt lag. Dazwischen gab es viele andere enge Gassen, in denen allerlei marokkanische Waren angeboten wurden – von GewΓΌrzen ΓΌber Textilien bis hin zu Souvenirs. In den anderen marokkanischen StΓ€dten, die wir besucht hatten, waren Obst- und GemΓΌsestΓ€nde ΓΌberall zu finden. In Fes jedoch sahen wir diese eher außerhalb der Medina oder an nur wenigen Stellen. Der Fokus der Stadt lag hier deutlich auf anderen Produkten und Erlebnissen. Unterwegs machten wir Halt auf einer der vielen Dachterrassen, um etwas zu essen. Der frisch gepresste Orangensaft war eine willkommene Erfrischung, und die Aussicht auf das bunte Treiben der Stadt ließ uns den Moment genießen. Doch die Stadt hatte noch mehr zu bieten. Wir schlenderten weiter, immer tiefer in die Altstadt, wo die HΓ€user immer mehr aneinandergereiht waren und die Gassen enger wurden. Bevor wir zur berΓΌhmten Gerbergasse kamen, entdeckten wir zufΓ€llig eine Koranschule, die wir uns mit einem kleinen Eintritt angeschaut haben. Die Architektur war ansprechend, aber vor Ort gab es nicht wirklich viel zu sehen. Die RΓ€ume waren leer und klein, und es gab keine tiefere ErklΓ€rung oder Einblicke, die uns besonders gefesselt hΓ€tten. Auch wenn es an sich ganz schΓΆn anzusehen war, war der Besuch fΓΌr uns eher wenig aufregend und ein wenig langweilig im Vergleich zu den Erlebnissen, die wir bereits in anderen marokkanischen StΓ€dten gemacht hatten. Schließlich erreichten wir die berΓΌhmte Gerbergasse von Fes. Kaum hatten wir den Bereich erreicht, wurden wir von einem β€žFaux Guideβ€œ angesprochen. Dieser wollte uns unbedingt seine FΓΌhrung durch die Gerbereien verkaufen. Ohne vorherige Absprache fΓΌhrte er uns auf eine Dachterrasse, von der aus wir einen großartigen Blick auf die Gerbereien hatten. WΓ€hrend er uns einige Informationen gab, verlangte er natΓΌrlich auch Geld fΓΌr seine β€žFΓΌhrungβ€œ. Es war eine unangenehme Überraschung, dass er uns ohne vorherige Absprache zu einer Bezahlung drΓ€ngte. Doch das war noch nicht alles. Der Faux Guide brachte uns auch noch in einen Laden, der mit ihm zusammenarbeitete, und versuchte, uns eine teure Seife anzudrehen. Am Ende ließen wir uns breitschlagen, das teure Produkt zu kaufen, obwohl wir uns ΓΌber den Druck und die Verkaufsstrategie etwas geΓ€rgert haben. Nachdem wir den Tag in Fes mit all den EindrΓΌcken aus den bunten Gassen und den vielen Erlebnissen in der Medina verbracht hatten, ließen wir uns abends noch ein weiteres Highlight nicht entgehen. Irgendwann landeten wir auf einem HΓΌgel in der NΓ€he der Stadt. Leider konnten wir den Sonnenuntergang nicht richtig sehen, da es ziemlich bewΓΆlkt war und wir etwas zu spΓ€t angekommen sind. Trotzdem war es ein schΓΆner Moment, als die Lichter der Stadt langsam angingen und Fes in ein sanftes, glitzerndes Licht tauchten. Es war faszinierend, die Stadt aus der Ferne zu betrachten und dabei das Leben darunter zu spΓΌren. Nach einer Weile machten wir uns wieder auf den Weg zurΓΌck und kehrten in ein weiteres Restaurant ein, das ebenfalls eine Dachterrasse hatte. Bei leckerem Essen und gutem GesprΓ€ch genossen wir den Abend in vollen ZΓΌgen. Die AtmosphΓ€re dort war ruhig und entspannt, und es war der perfekte Abschluss fΓΌr einen ereignisreichen Tag. SpΓ€ter am Abend kehrten wir dann in unser Apartment zurΓΌck. Der folgende Tag verging ruhig mit Arbeit, aber auch etwas Freizeit. Am Abend gingen wir noch einmal raus, um uns eine Pizza zu holen, die wir bei einem gemΓΌtlichen Lokal genossen. Nach ein paar Tagen in Fes machten wir uns auf den Weg weiter nach Chefchaouen, der berΓΌhmten blauen Stadt Marokkos. Der Weg dorthin fΓΌhrte uns erneut durch beeindruckende Berglandschaften, die uns sowohl anstrengend als auch wunderschΓΆn begleiteten. Es war wirklich ein Kampf, sich die steilen HΓ€nge hochzuarbeiten, aber der Ausblick von oben entschΓ€digte uns fΓΌr alle MΓΌhen. Die Natur war einfach atemberaubend, und wΓ€hrend wir uns durch die Berge kΓ€mpften, wussten wir, dass es sich lohnen wΓΌrde. Schließlich erreichten wir Chefchaouen und konnten es kaum erwarten, die Stadt zu erkunden. Wir hatten uns ein kleines Apartment gebucht und machten uns direkt auf, die „blaue Stadt“ zu entdecken. Die Medina war tatsΓ€chlich sehr farbenfroh, aber nicht alle HΓ€user waren in Blau. Viele der GebΓ€ude und auch die Treppen und Fußwege in der Medina waren blau gestrichen, was der Stadt ihren berΓΌhmten Charme verlieh. Es war faszinierend zu sehen, wie eine Frau durch Zufall gerade dabei war, einige der Treppen erneut in Blau zu bemalen – so hatte man das GefΓΌhl, dass die Stadt stΓ€ndig in Bewegung und Pflege war. Doch nicht nur die Farben der Stadt faszinierten uns. WΓ€hrend unseres Streifzugs entdeckten wir auch einen wunderschΓΆnen Wasserfall, dessen natΓΌrliche WasserlΓ€ufe zur Abwechslung fΓΌr die Reinigung von Orangen und anderen FrΓΌchten genutzt wurden. Es war ein interessantes und zugleich erfrischendes Erlebnis, bei dem wir auch einen frisch gepressten Orangensaft genossen, der uns in der heißen Umgebung eine kleine Auszeit bot. Zu unserer Überraschung waren wir genau zur Zeit des Zuckerfestes in Chefchaouen. Die Stadt war daher lebendig und voller Menschen, die ihre besten Kleider trugen. Es war schΓΆn zu sehen, wie die Einheimischen das Fest in vollen ZΓΌgen genossen, und man konnte fΓΆrmlich spΓΌren, dass auch das Fasten nun ein Ende gefunden hatte. Es herrschte eine ganz besondere AtmosphΓ€re – viele Menschen waren frΓΆhlich. Chefchaouen hat definitiv seinen eigenen Charme, auch wenn es touristisch war. Was uns positiv

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Wie das Wetter unsere Fahrt in den marokkonischen Bergen bremste [#24]

Nach unserem Aufenthalt in Marrakesch setzten wir unsere Reise fort – diesmal auf dem Fahrrad. Schon kurz hinter der Stadt tauchten wir in eine karge Landschaft ein, die von steinigem Boden, rΓΆtlichem Gestein und kargen, kaum begrΓΌnten Bergen geprΓ€gt war. Die Straße fΓΌhrte uns durch kleine DΓΆrfer, die aus wenigen HΓ€usern oder selbst gebauten UnterkΓΌnften bestanden und sich scheinbar widerspruchslos in die raue Umgebung einfΓΌgten. Am Abend fanden wir einen Schlafplatz auf einem Felsen, von dem aus wir eine atemberaubende Aussicht auf die umgebende Berglandschaft hatten. In der Ferne konnten wir kleine DΓΆrfer erkennen, und als die Sonne langsam unterging, tauchte sie die Landschaft in ein warmes, goldenes Licht – ein unvergesslicher Moment, der all die Anstrengungen des Tages mehr als wettmachte. Am nΓ€chsten Morgen setzten wir unsere Fahrt fort. Die Landschaft blieb zunΓ€chst steinig und karg, doch irgendwann spuckten uns die Berge regelrecht aus: Es wurde flacher, grΓΌner, und wir atmeten erleichtert auf. Unsere VorrΓ€te waren allerdings fast aufgebraucht – nur noch etwas Wasser und altes Brot hatten wir ΓΌbrig. Doch unser GlΓΌck blieb uns treu: Nach einiger Zeit fanden wir einen kleinen Kiosk, an dem wir GetrΓ€nke und frisches Brot kaufen konnten. Am Abend hielten wir an einem CafΓ© und fragten nach einer ÜbernachtungsmΓΆglichkeit. Ein Besucher des CafΓ©s lud uns ein, unser Zelt bei einem Olivenhain aufzubauen. Was zunΓ€chst nach einer ruhigen Nacht klang, entpuppte sich als ziemlich unruhig: Unser Gastgeber weckte uns immer wieder, sei es durch lautes Telefonieren, Musik oder weil er uns etwas mitteilen wollte – und unsere dΓΌnne Zeltwand ließ jedes GerΓ€usch ungehindert zu uns durchdringen. Am nΓ€chsten Morgen starteten wir frΓΌh und kamen richtig gut voran. Im Laufe des Tages radelten wir etwa 78 Kilometer. Die Landschaft wurde zunehmend grΓΌner, und zu unserer großen Freude entdeckten wir bunte Blumen am Wegrand – ein Anblick, den wir seit Wochen in Marokko vermisst hatten und der unsere Stimmung spΓΌrbar aufhellte. Eigentlich hatten wir geplant, an einem See zu ΓΌbernachten. Doch kurz vor dem Ziel wurden wir an einer Passkontrolle gestoppt. Nach der Kontrolle fuhren die Beamten uns eine Weile mit ihrem Auto hinterher und rieten uns schließlich, nicht am See zu schlafen – es sei zu gefΓ€hrlich wegen der KΓ€lte und des fehlenden Handyempfangs. Obwohl diese GrΓΌnde fΓΌr uns nicht ΓΌberzeugend waren, wollten wir keinen Γ„rger riskieren. Nach dem Essen am See war von den Beamten ohnehin niemand mehr zu sehen, vermutlich weil sie zum Fastenbrechen aufgebrochen waren – also packten wir ruhig unsere Sachen zusammen und radelten weiter. In der Dunkelheit folgten wir einem Schotterweg, der von kleinen BΓ€chen durchzogen war. Immer wieder bellten Hundegangs in der Nacht und jagten uns kurz hinterher. Trotz allem schafften wir es, bis in die NΓ€he einer stΓ€rker befahrenen Straße. Dort bemerkte Annkathrin, dass ihre Hinterradbremse nicht mehr richtig funktionierte. In der Dunkelheit, nur mit einer Kopflampe ausgestattet, packten wir alle Taschen ab und wechselten mitten auf dem Weg die BremsbelΓ€ge. Einen Schlafplatz hatten wir noch immer nicht gefunden, also fragten wir bei einem kleinen Kiosk nach. Der Besitzer bot uns freundlich an, in einem Raum mit Teppichen und kleinen Tischen zu schlafen – gegen einen kleinen Geldbetrag. Unsere FahrrΓ€der durften wir sicher in einer Garage abstellen. Am nΓ€chsten Morgen, nach einem einfachen FrΓΌhstΓΌck, fuhren wir weiter. Der Wind hatte ordentlich aufgefrischt, doch glΓΌcklicherweise wehte er zu unseren Gunsten. Trotzdem begann es gegen Mittag heftig zu regnen. Unter einem kleinen Shelter fanden wir vorΓΌbergehend Schutz, doch bald standen wir in einer PfΓΌtze und entschieden uns, weiterzufahren. Einige Kilometer spΓ€ter entdeckten wir bei einer Moschee ein unfertiges Haus, das uns vor dem Regen schΓΌtzte. Der Regen ließ jedoch nicht nach, und die Temperaturen sanken weiter. In unserer Verzweiflung hielten wir nach neuen MΓΆglichkeiten Ausschau. Schließlich stoppte ein Fahrer und fragte, ob wir Hilfe brauchten. Wir erklΓ€rten unsere Situation, und er brachte uns zur nahegelegenen Moschee, wo wir im Keller ΓΌbernachten durften. Der Muezzin, der oben in der Moschee wohnte, kΓΌmmerte sich rΓΌhrend um uns. Er brachte uns Teppiche, eine Teekanne und sogar eine große Gasflasche mit Kocheraufsatz vorbei – eine unglaublich herzliche Geste. So wurde der Keller der Moschee fΓΌr zwei NΓ€chte unser Zuhause, wΓ€hrend draußen der Regen unaufhΓΆrlich weiterprasselte. Doch irgendwann mussten wir weiter, denn unsere VorrΓ€te waren nahezu aufgebraucht. Also fuhren wir in Regenkleidung los. Es regnete fast den gesamten Tag hindurch. Als wir in Moulay Bouazza ankamen, suchten wir vor einem CafΓ© Schutz. Eine Frau verwies uns an ihren Sohn, der sich als einer der Besitzer des CafΓ©s herausstellte – ein Mann, der 20 Jahre in Deutschland gelebt hatte und fließend Deutsch sprach. Dank seiner Hilfe fanden wir ein Zimmer bei der Mieterin einer kleinen Wohnung in einer Art Kloster. Das Zimmer war einfach, ohne Heizung – wir konnten sogar unseren Atem sehen –, aber wir waren dankbar, endlich ein Dach ΓΌber dem Kopf zu haben und vor dem eisigen Wind geschΓΌtzt zu sein. Trotz der Sprachbarriere kamen einige freundliche GesprΓ€che mit der Mieterin zustande, auch wenn sie nur Arabisch sprach. Nach insgesamt fΓΌnf NΓ€chten in dieser Unterkunft ging es bei strahlendem Sonnenschein endlich weiter. Die Berge wurden zwar steiler, aber wir kamen gut voran und bauten am Abend mΓΌde unser Zelt auf. In den nΓ€chsten Tagen nΓ€herten wir uns stetig unserem nΓ€chsten großen Ziel: Fes. Dort warteten wir geduldig darauf, dass der Supermarkt nach dem Fastenbrechen wieder ΓΆffnete. Auf dem Supermarktparkplatz begegneten wir noch einer verschmusten Hundegang, die sich ΓΌber ein paar Streicheleinheiten freute. Mit neuen VorrΓ€ten ausgestattet, machten wir uns schließlich auf den Weg zu unserem Appartement. Nach einem langen, ereignisreichen Tag fielen wir erschΓΆpft, aber glΓΌcklich, ins Bett.

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Radreise Marokko. zweiaufrad radelt quer durchs Land.

Unser Reiseabschnitt von Oualidia nach Marrakesch [#23]

An Valentinstag radelten wir weiter und verließen somit Oualidia. Kaum hatten wir die Kleinstadt verlassen, fΓΌhrte die Straße ΓΌber zahlreiche HΓΌgel, das Meer zu unserer Rechten und vereinzelten HΓ€usern zur Linken. Mal fuhren wir auf frisch geteerten Straßen – wir sahen Arbeiter, die gerade neuen Asphalt verteilten –, dann landeten wir wieder auf staubigem, unbefestigtem Untergrund. Der Wind blies krΓ€ftig, aber die Aussicht auf die KΓΌste war atemberaubend. An einer kleinen Mauer am Straßenrand legten wir eine Pause mit Blick aufs Meer ein. Gerade als wir uns entspannten, entdeckten wir eine SchildkrΓΆte, die sich fast perfekt an den steinigen Boden angepasst hatte. Erst als sie sich langsam bewegte, fiel sie uns ΓΌberhaupt auf. Wenig spΓ€ter kroch sie auf eine zweite SchildkrΓΆte zu – zwei marokkanische LandschildkrΓΆten, eine bedrohte Art, die unter Naturschutz steht. Es war ein ruhiger, besonderer Moment. Weiter ging es Richtung Safi. Die Stadt wirkte von Anfang an industriell, mit großen Fabrikanlagen und Straßen, die von SchlaglΓΆchern gezeichnet waren – das Radfahren war anstrengend. Nach der Stadt fΓΌhrte unser Weg durch ein großes Abbaugebiet, wo Sand oder Gestein transportiert wurde. Riesige Kipplaster fuhren ununterbrochen, und da die Straße unbefestigt und steil war, mussten wir schieben, wΓ€hrend wir den Maschinen immer wieder ausweichen. Zwei Arbeiter mit Fahnen winkten uns schließlich heran – nicht, um uns zu warnen, sondern weil sie unbedingt ein Foto mit uns machen wollten. Unsere geplanten WildcampingplΓ€tze waren alle ungeeignet. Einer war zu schrΓ€g, der andere ein sandiger Wald, in den wir mit den RΓ€dern kaum hineinkamen. Als wir schließlich eine alte Kasbah ansteuern wollten, zog Regen auf. Wir stellten uns bei einer Tankstelle unter, aßen etwas und trockneten uns. Ein Mitarbeiter kam auf uns zu, fragte, ob wir ein Zelt hΓ€tten, und bot uns einen ΓΌberdachten Platz hinter der Tankstelle an. Eine perfekte Wahl – vor allem, weil es spΓ€ter noch gewitterte. Am nΓ€chsten Morgen fuhren wir weiter, diesmal mit einem klaren Ziel: ein Campingplatz etwa 35 Kilometer entfernt. Das Wetter blieb grau und regnerisch, die Strecke wurde bergiger. Als wir ankamen, nutzten wir die Gelegenheit fΓΌr einen Pausentag. In einem winzigen Fischerdorf am Meer probierten wir unsere erste Tajine in Marokko – ein einfaches, aber kΓΆstliches Gericht. WΓ€hrend wir aßen, wurden wir von bettelnden Hunden und Katzen beobachtet, die auf ein paar Reste hofften. Nach dem Ruhetag brachen wir Richtung Essaouira auf. Gleich zu Beginn erwartete uns ein steiler Anstieg, den wir schieben mussten. Auf halber HΓΆhe setzte der Regen ein, und der Wind wurde immer stΓ€rker. Oben fanden wir ein kleines CafΓ©, bestellten Tee und hofften auf Besserung – aber das Wetter verschlechterte sich weiter. Der Gegenwind wurde so heftig, dass wir teilweise selbst bergab schieben mussten, um nicht umgerissen zu werden. Schließlich fanden wir eine Schule mit einer Mauer als Windschutz und nutzten sie fΓΌr eine Pause. Dort kochten wir, als ein Gewitter losbrach. Kurz danach ließ der Wind nach, und wir schafften es schließlich im Dunkeln nach Essaouira, wo wir mΓΌde ein Appartement fΓΌr die Nacht buchten. Am nΓ€chsten Morgen erkundeten wir die Medina, die voller Touristen war. Dann bemerkte Nico, dass sein Sitzkissen fehlte. Eine Nachricht an den Appartementbesitzer brachte Klarheit – es lag noch dort. Wir vereinbarten, es spΓ€ter abzuholen, und machten uns auf den Weg nach Sidi Kaouki, gespannt auf das, was noch vor uns lag. Von Sidi Khouki nach Essaouira Als wir in Sidi Khouki ankamen, fuhren wir zunΓ€chst zum ersten Campingplatz, doch leider war dort alles voll. Zum GlΓΌck fanden wir einen zweiten Campingplatz, auf dem noch Platz fΓΌr uns war. Der Campingplatz warb mit WLAN, allerdings hatte niemand das Passwort, sodass wir auf das Internet verzichten mussten. Dennoch waren wir froh, dass wir ein PlΓ€tzchen fΓΌr unser Zelt fanden. Kurz nach dem Zeltaufbau verabredeten wir uns mit anderen Radreisenden, die wir ΓΌber eine Social-Media-Gruppe kennengelernt hatten. Wir hatten schon ein wenig miteinander geschrieben und wussten, dass sie auch in Sidi Khouki waren. Also trafen wir uns mit ihnen zum Abendessen. Es war sehr schΓΆn, sich mit anderen Radreisenden auszutauschen und neue Bekanntschaften zu machen. Nach dem Abendessen bemerkten wir jedoch, dass wir kaum noch Bargeld hatten. Wir hatten uns vorher gut vorbereitet und an einem Automaten in Essaouira Geld abgehoben, aber unterwegs noch einiges gekauft und dabei vergessen, das Ganze richtig zusammenzurechnen. So hatten wir uns ein wenig verkalkuliert und dachten, dass es mit dem Bargeld ausreichen wΓΌrde. Leider war das nicht der Fall, und wir merkten, dass wir nur genug fΓΌr eine Nacht auf dem Campingplatz hatten, aber nicht fΓΌr lΓ€nger. Da Kartenzahlung auf dem Campingplatz nicht mΓΆglich war, mussten wir eine LΓΆsung finden. Annkathrin machte sich sofort auf die Suche und fand heraus, dass es etwa 17 Kilometer entfernt einen Supermarkt mit einem Geldautomaten gab. Da unser Zelt und unsere AusrΓΌstung sicher auf dem Campingplatz standen, beschlossen wir, am nΓ€chsten Tag dorthin zu fahren, um Bargeld abzuheben. Da wir an diesem Tag schon so weit geradelt waren, entschieden wir uns, noch einen Pausentag auf dem Campingplatz zu verbringen. Der Tag verlief entspannt und wir machten uns abends wieder auf den Weg, um essen zu gehen. In dem Restaurant trafen wir zufΓ€llig die anderen Radreisenden wieder, die wir schon von vorher kannten. Wir verbrachten den Abend zusammen, aßen gemeinsam und unterhielten uns gut. Danach kamen sie noch mit zu unserem Campingplatz, weil einer von ihnen eine Schraube fΓΌr sein Fahrrad brauchte. Zum GlΓΌck hatten wir Ersatzschrauben dabei, aber leider passte die Schraube nicht. Sie brachten sie uns jedoch am nΓ€chsten Morgen zurΓΌck, nachdem sie das richtige Ersatzteil gefunden hatten. Am nΓ€chsten Tag radelten wir zurΓΌck nach Essaouira, um Nico’s Sitzkissen abzuholen. Danach setzten wir unsere Reise fort und fuhren noch etwa 20 Kilometer weiter zu einem anderen Campingplatz, wo wir die Nacht verbrachten. Am darauffolgenden Tag machten wir uns auf den Weg zu einem Wald, den wir als Schlafplatz ausgesucht hatten. Die Strecke fΓΌhrte uns immer weiter entlang derselben Straße. Der Wald, in dem wir die Nacht verbrachten, war ruhig und nicht dicht besiedelt. Es war eine entspannte Nacht und wir konnten die

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Erster Stempel im Reisepass: Unser Abenteuer in Marokko beginnt [#22]

Mit dem ersten Stempel im Reisepass begann unser Abenteuer in Marokko – und es war direkt ein ziemlicher Kulturschock. Laut, chaotisch, mit viel Gewusel und einer allgegenwΓ€rtigen Unordnung. Autos fuhren kreuz und quer, jeder hatte sein eigenes Ziel und versuchte, sich irgendwie seinen Weg durch das Chaos zu bahnen. Es gab kein offensichtliches System, sondern jeder bewegte sich einfach so, wie es gerade passte. Besonders ungewohnt war fΓΌr uns das Verhalten im Kreisverkehr. WΓ€hrend wir es aus Europa kannten, dass Fahrzeuge im Kreisel grundsΓ€tzlich Vorfahrt haben, hielten manche Autofahrer hier plΓΆtzlich mitten im Kreisel an, um nach links und rechts zu schauen, bevor sie weiterfuhren. Das war erst einmal irritierend, aber es zeigte, dass die Fahrer einfach noch mal auf Nummer sicher gehen wollten. Gleich in den ersten Tagen fuhren wir durch eher arme Gegenden. Die einfachen, teils unfertigen HΓ€user wirkten improvisiert, viele bestanden aus unverputzten Ziegelsteinen oder Wellblech. Die Straßen waren staubig, und es war offensichtlich, dass hier nicht viel Geld vorhanden war. Trotzdem sahen wir Kinder, die sich aus MΓΌll einen Drachen gebastelt hatten und lachend damit spielten – ein Bild, das uns lange in Erinnerung blieb. Was uns ebenfalls schnell auffiel, war der MΓΌll. Direkt auf den Straßen lag zwar kaum etwas, aber am Straßenrand tΓΌrmten sich AbfΓ€lle. Die WΓ€lder entlang der Straßen waren teils so stark zugemΓΌllt, dass wir mehrere Meter hineingehen mussten, um Stellen zu finden, an denen kaum oder weniger MΓΌll lag. Besonders krass war, dass wir anfangs kaum MΓΌlleimer oder MΓΌlltonnen sahen – es wirkte fast so, als wΓΌrden viele Menschen den Wald einfach als riesige MΓΌllkippe nutzen. Direkt beobachtet haben wir es nicht, aber der Zustand sprach fΓΌr sich. SpΓ€ter fiel uns dann auf, dass manche Autofahrer ihre leeren Flaschen oder Verpackungen einfach aus dem Fenster warfen – und damit war die Umweltverschmutzung wieder ein StΓΌck grâßer. Auch Straßentiere gab es hier viele. Besonders in kleineren DΓΆrfern sahen wir oft streunende Hunde und Katzen, die zwar meistens freundlich, aber oft auch sichtlich abgemagert waren. Viele von ihnen suchten zwischen dem MΓΌll nach Essbarem, was das Bild der Armut noch verstΓ€rkte. Erste Tage: Von Tanger bis Asilah Nach unserer Ankunft in Tanger ging es zuerst durch die belebte Innenstadt mit ihren mehrspurigen Straßen und dem endlosen Verkehr. Wir hielten an einem Einkaufszentrum, um eine marokkanische SIM-Karte zu besorgen und VorrΓ€te einzukaufen. WΓ€hrend Nico sich um die SIM-Karte kΓΌmmerte, beobachtete Annkathrin das rege Treiben in der Stadt. Besonders fiel ihr auf, wie Handwerker an einer Hausfassade arbeiteten. Sie hatten sich eine improvisierte HochziehbΓΌhne gebaut – allerdings nicht mit professioneller AusrΓΌstung, sondern einfach mit den Mitteln, die sie zur VerfΓΌgung hatten. Noch ΓΌberraschender war, dass sie nicht in Arbeitskleidung oder mit festen Sicherheitsschuhen arbeiteten, sondern in ganz normaler Alltagskleidung – manche trugen sogar nur Crocs. Das war einer der Unterschiede zu Europa, der uns schnell auffiel: Hier wurde nicht so viel auf Arbeitssicherheit geachtet, aber die Menschen halfen sich mit den Mitteln, die sie hatten, und wurden dabei oft richtig kreativ. Es war beeindruckend zu sehen, wie pragmatisch und erfinderisch sie ihre Probleme lΓΆsten. Am Nachmittag kΓ€mpften wir uns weiter durch das Stadtgewusel hinaus in Richtung KΓΌste. Unser erster Campingplatz lag etwa 10 Kilometer vor Asilah. An diesem Tag hatten wir bereits rund 10 Kilometer in Spanien zurΓΌckgelegt und nach der FΓ€hrΓΌberfahrt noch einmal etwa 35 Kilometer in Marokko geradelt – wir waren ziemlich erschΓΆpft. Am nΓ€chsten Tag erreichten wir Asilah und erkundeten die Stadt mit unseren FahrrΓ€dern. Die weiß-blauen GebΓ€ude, die engen, verwinkelten Gassen und die lebendige Marktstraße machten den Ort besonders. Abends fuhren wir zum Campingplatz am Stadtrand. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben, doch nachdem es in der ersten Nacht geregnet hatte und auch der nΓ€chste Tag komplett verregnet sein sollte, entschieden wir uns, eine zweite Nacht dort zu verbringen und machten einen Pausentag im Zelt. Weiterfahrt nach Larache und unerwartete Gastfreundschaft Nachdem der Regen aufgehΓΆrt hatte, setzten wir unsere Reise Richtung Larache fort. Dort suchten wir uns einen Schlafplatz in der Natur – und hatten tatsΓ€chlich eine ruhige Nacht ohne unerwartete Besucher. Die Strecke fΓΌhrte uns weiter entlang der KΓΌste durch viele kleine Orte. Immer wieder fuhren wir durch WΓ€lder, doch hier fiel uns besonders der MΓΌll auf. Am Straßenrand, in den WΓ€ldern – ΓΌberall lagen AbfΓ€lle. Es wirkte, als wΓ€re die Natur einfach zur MΓΌllkippe geworden. Kurz vor Kenitra trafen wir zufΓ€llig auf einen Einheimischen, der als Deutschlehrer an einer Abendschule arbeitete. Er lud uns spontan zum Essen ein, und seine Frau bereitete eine beeindruckende Auswahl traditioneller Gerichte fΓΌr uns zu: frisch gebackene Msmen, Minztee, Kekse und Couscous. Das Essen schmeckte fantastisch, und wir unterhielten uns lange mit ihnen. Es war eine der Begegnungen, die uns noch lange in Erinnerung bleiben sollten – ein Moment marokkanischer Gastfreundschaft, der uns sehr berΓΌhrte. Nach diesem herzlichen Zwischenstopp fuhren wir weiter nach Kenitra und ΓΌbernachteten dort auf einem Campingplatz. Ein unerwarteter Polizeiservice in Kenitra Am nΓ€chsten Morgen wollten wir in die Stadt radeln, um den traditionellen Markt zu besuchen, und dann weiterfahren. Doch kurz nach Verlassen des Campingplatzes bemerkten wir, dass uns ein marokkanisches Polizeiauto folgte. Sie hielten uns nicht an, blieben aber stets in unserer NΓ€he. Als wir kurz stoppten, um auf der Karte nachzusehen, wo wir langfahren mussten, hielten sie ebenfalls an und fragten nach unserer NationalitΓ€t und unserem Ziel. Wir erklΓ€rten, dass wir den traditionellen Markt besuchen wollten. Daraufhin sagten sie nur: β€žFollow meβ€œ – und los ging es. WΓ€hrend der Fahrt wechselten sie sich mit Motorradkollegen ab. Erst fuhr das Polizeiauto voraus, dann ΓΌbergaben sie uns an die Motorradpolizisten, und spΓ€ter gab es erneut einen Wechsel. Schließlich erreichten wir unser Ziel, und die Polizei verschwand genauso unauffΓ€llig, wie sie aufgetaucht war. Der Markt in Kenitra war beeindruckend, mit engen Gassen voller Leben. SpΓ€ter fiel uns jedoch auf, dass Kenitra insgesamt eine modernere Stadt war – mit breiten Straßen, neueren GebΓ€uden und sichtbar mehr Wohlstand als in den lΓ€ndlichen Gegenden zuvor. Auch die Straßentiere schienen hier in einem besseren Zustand zu sein – weniger abgemagert, das Fell gepflegter.

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Von Sevilla nach Tarifa: Abenteuer durch SΓΌdspanien [#21]

Nach der Überquerung der portugiesischen Grenze setzten wir unsere Reise in Spanien fort, immer Richtung Sevilla. ZunΓ€chst fuhren wir durch eine Vielzahl von Salinen, die eine ungewΓΆhnliche und fast surreale Landschaft bildeten. Die weißen SalzhΓΌgel glitzerten in der Sonne. Weiter ging es an endlosen Plantagen vorbei – teils Erdbeerfelder, auf denen einige Beeren schon reif waren, andere noch grΓΌn. Auch die OrangenbΓ€ume leuchteten orange, aber der Duft, den man sich vorstellte, blieb aus. Wir fuhren durch die typische spanische Landschaft, vorbei an unzΓ€hligen Feldern, die eine karge, aber faszinierende SchΓΆnheit ausstrahlten. Je nΓ€her wir Sevilla kamen, desto weniger gab es zu sehen: Die Landschaft wurde weit und leer, mit grΓΌnen Feldern, auf denen nichts angebaut wurde. Der Blick ging weit ΓΌber die flache, fast endlose Ebene, aber es gab keine Besonderheiten mehr, die uns aus der Ferne in den Bann zogen. In Sevilla angekommen, trafen wir auf ein deutsches Radreisepaar, das bereits seit sechs Monaten unterwegs war. Wir verbrachten eine lange Zeit miteinander und tauschten Erfahrungen aus – es war unglaublich bereichernd, von ihren Erlebnissen zu hΓΆren und uns gegenseitig zu inspirieren. Am Abend bezogen wir unser gebuchtes Appartement fΓΌr zwei NΓ€chte und genossen einen erholsamen Pausentag in der Stadt. Sevilla hat so viel zu bieten – vor allem das beeindruckende Schloss Real AlcΓ‘zar de Sevilla. Das Schloss, mit seinen atemberaubend verzierten Mauern und wunderschΓΆnen GΓ€rten, ließ uns staunen. Überall blΓΌhten Pflanzen, und die Architektur war ein wahres Meisterwerk. Weiter Richtung Tarifa – SpektakulΓ€re Landschaften und Abenteuer Nach unserem Aufenthalt in Sevilla setzten wir die Reise fort, diesmal nach CΓ‘diz. Der Weg fΓΌhrte uns durch kilometerlange karge Landschaften und auf teils sehr schlechten, hΓΌgeligen Straßen. Wir fuhren durch Salinen und naturbelassene Gebiete, die uns das GefΓΌhl gaben, in der Wildnis unterwegs zu sein. Unser Ziel war es, mit der FΓ€hre von El Puerto de Sta Maria nach CΓ‘diz zu fahren. Doch als wir dort ankamen, mussten wir feststellen, dass die FΓ€hre aufgrund des starken Windes nicht fuhr. Ein Busersatzverkehr war zwar verfΓΌgbar, aber die FahrrΓ€der hΓ€tten nicht in den Bus gepasst. Da wir auch mit dem Zug nicht weiterreisen konnten – wir hΓ€tten unsere Gasflaschen fΓΌr Marokko abgeben mΓΌssen – entschieden wir uns, CΓ‘diz zu ΓΌberspringen und weiter entlang der KΓΌste nach Tarifa zu fahren. Die Strecke von Zahara de los Atunes nach Tarifa wurde zunehmend hΓΌgeliger. Und dann standen wir vor einer unerwarteten Herausforderung: eine Barriere blockierte den Weg. Der Durchgang war so schmal, dass wir nur zu Fuß durchkamen – und das mit einem gewaltigen Umweg. Also warteten wir geduldig, bis ein Auto oder Motorrad vorbeikam, der Fahrer einen SchlΓΌssel fΓΌr das Tor hatte und uns den Durchgang ermΓΆglichte. Hinter der Barriere ΓΆffnete sich ein Nationalpark, und wir wurden mit einem spektakulΓ€ren Ausblick auf das Meer und die Straße von Gibraltar belohnt. Vom Aussichtspunkt konnten wir bereits Marokko sehen, was uns ein GefΓΌhl der Weite und Freiheit vermittelte. Ziegenherde und unerwartete Begegnungen Oben angekommen, machten wir eine weitere Pause und genossen den atemberaubenden Blick. Doch die Straße fΓΌhrte noch weiter bergauf – und dort trafen wir auf eine Ziegenherde mit ihrem SchΓ€fer. Die Ziegen kamen von allen Seiten, einige schnupperten sogar an unseren FahrrΓ€dern, was ein interessantes Erlebnis war, da wir nicht wussten, wie sie reagieren wΓΌrden. Doch sie gingen uns friedlich aus dem Weg, und nach einigem Schieben auf dem steilen Bergweg ging es endlich bergab – nur um gleich wieder einen weiteren steilen Anstieg zu bewΓ€ltigen. Es wurde immer spΓ€ter, und so begannen wir unsere Schlafplatzsuche. GlΓΌcklicherweise fanden wir einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz, auf dem schon viele deutsche Camper standen. Wir bauten unser Zelt neben einem Reisepaar aus Deutschland auf, das uns herzlich einlud, bei ihnen im Camper unsere Powerbanks aufzuladen – eine tolle Geste, die wir gerne annahmen. Ruinen und SanddΓΌnen – Ein entspannter Tag in Bolonia Am nΓ€chsten Morgen fuhren wir ein StΓΌck zurΓΌck bis nach Bolonia, wo wir uns die Ruinen einer alten rΓΆmischen Stadt anschauten. Annkathrin stieg auf die große SanddΓΌne, wΓ€hrend Nico danach im Meer baden ging. Es war ein perfekter Moment, um die sommerlichen Temperaturen und die Aussicht auf Marokko zu genießen. Danach radelten wir weiter zur Duna de Valdevaqueros, einer weiteren beeindruckenden SanddΓΌne, die uns mit ihrem teils geteerteren Weg und der weiten Aussicht belohnte. Wir fanden einen passenden Schlafplatz und bereiteten uns auf die Weiterfahrt vor. Der nΓ€chste Tag sollte uns schließlich nach Tarifa fΓΌhren, wo wir die FΓ€hre nach Tanger Med nehmen wollten – das Tor nach Marokko, einem neuen Abenteuer, das schon in der Luft lag.

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Sonnenuntergang. Abenstrimmung auf Radreise. zweiaufrad genießt den Abend.

Unser Reiseabschnitt von Costa da Caparica nach SΓΌdspanien [#20]

Von Costa da Caparica aus setzten wir unsere Reise fort. ZunΓ€chst fΓΌhrte uns der Weg durch einen großen, dichten Wald mit teils sehr sandigen Wegen und vielen verschlossenen Schranken an den Ein- und AusgΓ€ngen. Irgendwann fanden wir eine Schranke, die wir mit wenigen Handgriffen ΓΆffnen konnten. Als wir den Wald wieder verlassen wollten, stießen wir erneut auf verschlossene Schranken. Schließlich entschieden wir uns, den Weg zurΓΌckzunehmen, den wir damals genommen hatten, als wir nach Costa da Caparica gekommen waren. An dieser Stelle waren wir von der anderen Seite aus in den Wald hineingefahren, und wir wussten sicher, dass es dort keine Schranke gab. Nach dem Wald ging es immer wieder bergauf und bergab. Je nΓ€her wir SetΓΊbal kamen, desto bergiger wurde es, und wir fuhren durch portugiesische Weinberge. Schließlich erreichten wir erschΓΆpft SetΓΊbal und nahmen die FΓ€hre nach TrΓ³ia. Dort suchten wir uns einen Schlafplatz. Am nΓ€chsten Tag ging es weiter. Die meiste Zeit fuhren wir nur geradeaus, umgeben von Sand, BΓΌschen und vereinzelten BΓ€umen. Nach TrΓ³ia ging es ebenfalls grâßtenteils geradeaus, diesmal jedoch durch einen Wald. In einer grâßeren Stadt kauften wir ein und suchten uns einen Schlafplatz. Entlang der KΓΌste, durch DΓΆrfer und Begegnungen mit Straßenkatzen Am darauffolgenden Tag radelten wir nach Sines, wo wir uns das Castelo anschauten und eine großartige Aussicht auf die gesamte Stadt hatten. Danach ging es weiter entlang des Meeres. An einem Strand machten wir Pause, beobachteten die Surfer und stΓ€rkten uns. Weiter entlang der KΓΌste erreichten wir Porto Covo. Kurz hinter Porto Covo sahen wir Straßenkatzen, die bereits in den MΓΌlleimern nach Essen suchten. Wir hielten an, packten unsere große Dose Katzenfutter aus und fΓΌtterten die Tiere. Kurz darauf trafen wir auf einen Hannoveraner, der mit seinem Motorrad am Strand war. Eigentlich war er mit seinem Van unterwegs. WΓ€hrend wir uns mit ihm unterhielten, tauchte plΓΆtzlich ein weiterer Radreisender auf. Dieser Radreisende, geboren in Moldau und gestartet in den Niederlanden, schloss sich uns schnell bei der Schlafplatzsuche an. Schließlich fanden wir ein schΓΆnes PlΓ€tzchen am Meer, stellten unsere Zelte nebeneinander auf und ließen den Abend gemΓΌtlich im Schein seiner Lichterkette ausklingen. Am nΓ€chsten Morgen frΓΌhstΓΌckten wir zu dritt, packten alles zusammen und radelten gemeinsam den halben Tag – teilweise wieder auf Sandwegen und Schotterpisten. Dann trennten sich unsere Wege, da der andere Radreisende weiterfahren wollte, wΓ€hrend wir einen Schlafplatz suchten. Wetterkapriolen und ein zufΓ€lliges Wiedersehen Der nΓ€chste Tag war ein Pausentag, an dem es fast durchgehend regnete und stΓΌrmte. Nachmittags ging Annkathrin kurz zum Meer spazieren, aber ansonsten blieben wir im Zelt. In der Nacht fiel etwa 50 Meter entfernt ein Baum um. Am darauffolgenden Tag setzten wir unsere Reise fort, wieder mit vielen Anstiegen und Abfahrten. Kurz vor Lagos fanden wir einen schΓΆnen Schlafplatz auf einem Berg. Am nΓ€chsten Morgen wollten wir uns in Lagos mit ΓΆsterreichischen Radreisenden treffen. Doch als wir gerade vom Berg herunterfuhren und auf die befestigte Straße trafen, hielten wir kurz an, um Komoot fΓΌr die Routentracking zu starten. Genau in diesem Moment kamen die beiden von hinten – ein kompletter Zufall! Wir blieben kurz stehen, begrüßten uns und verabredeten uns trotzdem erst in Lagos, da sie vorher noch nach Luz radeln wollten. In Lagos angekommen, schauten wir uns die Innenstadt an und trafen dort wieder auf die Γ–sterreicher. Wir aßen gemeinsam – sie luden uns sogar ein, was unglaublich nett war. Es war spannend, mit ihnen zu quatschen, denn sie waren nicht nur fΓΌr diesen Urlaub unterwegs, sondern hatten ein halbes Jahr zuvor 14 Monate lang eine große Radreise gemacht. Nach dem Essen fuhren wir noch ein StΓΌck gemeinsam, bevor wir uns einen Schlafplatz suchten. Ein herzliches Wiedersehen mit alten Bekannten Am nΓ€chsten Tag radelten wir nach Carvoeiro, wo wir uns mit den Deutschen vom Campingplatz trafen – die mit dem Hund. Wir standen schon vorher in Kontakt und wussten, dass sie dort einen Monat bleiben wΓΌrden. Sie hatten uns bereits angeboten, dass wir uns treffen kΓΆnnten, wenn wir in der Gegend wΓ€ren. Zur Mittagszeit kamen wir bei ihnen an, und sie hatten schon alles vorbereitet. Es war ein schΓΆnes Wiedersehen, und wir freuten uns ΓΌber das gemeinsame Essen und die GesprΓ€che. Doch nicht nur das: In der Zwischenzeit hatten sie eine Babykatze adoptiert! Wir lernten sie dort zum ersten Mal kennen. Anfangs war sie etwas scheu, aber sie gewΓΆhnte sich schnell an uns und wollte dann die ganze Zeit spielen. Es war eine super schΓΆne Zeit mit den beiden Tieren, und wir genossen die gemeinsamen Stunden sehr. WΓ€hrend wir zusammen saßen, boten sie uns spontan an, ΓΌber Nacht zu bleiben, da es abends regnen sollte. Sie hatten ein schlechtes Gewissen, uns nach draußen in den Regen zu schicken, und klΓ€rten extra ab, dass wir auf dem Boden schlafen konnten – auch wenn das fΓΌr sie mit Mehrkosten verbunden war. Doch sie ΓΌbernahmen diese gerne fΓΌr uns, was eine unglaublich nette Geste war. ZusΓ€tzlich konnten wir unsere Elektronik aufladen, duschen und unsere WΓ€sche waschen – was wirklich toll war! Die letzten Kilometer bis zur spanischen Grenze Von Carvoeiro aus fΓΌhrte unsere Route weiter entlang der KΓΌste durch viele kleine StΓ€dte. SpΓ€ter fanden wir einen Schlafplatz auf einer GrΓΌnflΓ€che. Dabei begegneten wir einigen Hunden, die offenbar nicht genau wussten, wo ihr Revier endete – aber alles ging gut. Am nΓ€chsten Tag radelten wir weiter und sahen bei den Salinen Flamingos – ein beeindruckender Anblick. Schließlich suchten wir erneut einen Schlafplatz. Die letzten Tage unserer Etappe fΓΌhrten uns weiter entlang der KΓΌste bis zur spanischen Grenze. Bei Vila Real de Santo AntΓ³nio ΓΌberquerten wir den Fluss Guadiana und setzten unsere Reise in Ayamonte, Spanien, fort.

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Der Anfang einer Fahrrad-Weltreise.

Multifunktionale AusrΓΌstung fΓΌr unsere Fahrradweltreise

Eine der grâßten Herausforderungen auf unserer Radreise war die Wahl der richtigen AusrΓΌstung. Es war von Anfang an klar, dass wir nicht fΓΌr jede Situation einen eigenen Gegenstand mitnehmen konnten. Dennoch reisen wir nicht mit minimalem GepΓ€ck, denn wir haben sowohl Sommer- als auch WinterausrΓΌstung dabei, kochen selbst unterwegs, schlafen oft draußen im Zelt und mΓΆchten so unabhΓ€ngig wie mΓΆglich bleiben. Der Platz in unseren Fahrradtaschen ist begrenzt, und jedes zusΓ€tzliche Gewicht macht die Reise anstrengender. Deshalb setzen wir auf multifunktionale AusrΓΌstung, die sich an unterschiedliche Bedingungen anpassen lΓ€sst und mehrere Aufgaben gleichzeitig erfΓΌllt. Die Bedingungen, denen wir unterwegs begegnen, sind so vielfΓ€ltig wie die Landschaften, die wir durchqueren: Manchmal schlafen wir auf sandigem Boden, dann wieder auf steinigem Untergrund oder weichem Gras. Wir campen mal in der prallen Sonne, mal im kΓΌhlen Schatten eines Baumes. Wenn wir bei Gastgebern oder wΓ€hrend eines House-Sittings ΓΌbernachten, Γ€ndern sich unsere BedΓΌrfnisse wieder – etwa in Bezug auf Platz, Komfort oder Schutz. In all diesen Szenarien hat sich unsere multifunktionale AusrΓΌstung als unschΓ€tzbar wertvoll erwiesen. Hier mΓΆchten wir dir einige der wichtigsten multifunktionalen GegenstΓ€nde vorstellen, die wir auf unserer Reise mitfΓΌhren: Tarp fΓΌr schnelle SchutzlΓΆsungen EinΒ TarpΒ ist ein wahres Multitalent. Es dient uns als Schutz vor Regen und Sonne und lΓ€sst sich in wenigen Minuten aufbauen. Egal, ob wir eine Pause einlegen und Schatten suchen oder uns bei einem plΓΆtzlichen Regenschauer schΓΌtzen mΓΌssen – das Tarp ist immer zur Stelle. Es ist leicht, benΓΆtigt kaum Platz und kann in unterschiedlichsten Situationen verwendet werden, vom Notdach ΓΌber der CampingkΓΌche bis hin zur Unterlage fΓΌr ein Picknick. Zelt mit zusΓ€tzlicher FunktionalitΓ€t UnserΒ ZeltΒ ist weit mehr als nur ein Ort zum Schlafen. Durch das Entfernen des Innenzelts kΓΆnnen wir es auch als Strandmuschel nutzen. So haben wir mit einem einzigen Gegenstand sowohl einen komfortablen Schlafplatz als auch einen praktischen Schutz vor Sonne. Diese Vielseitigkeit spart nicht nur Platz und Gewicht, sondern auch Geld, da wir keine separaten Produkte benΓΆtigen. SchlafsΓ€cke mit variabler Nutzung UnsereΒ SchlafsΓ€ckeΒ sind ein weiteres Beispiel fΓΌr durchdachte MultifunktionalitΓ€t. Sie kΓΆnnen entweder zu einem großen Schlafsack zusammengezippt oder einzeln genutzt werden. Dadurch haben wir die MΓΆglichkeit, sie je nach Situation anzupassen – zum Beispiel, wenn wir einmal getrennt oder zusammen schlafen mΓΆchten. Diese FlexibilitΓ€t macht sie zu einem unverzichtbaren Begleiter. Mikrofaser-HandtΓΌcher fΓΌr verschiedene EinsΓ€tze Mikrofaser-HandtΓΌcher sind unglaublich praktisch. Wir verwenden sie nicht nur zum Abtrocknen nach dem Baden oder Duschen, sondern auch als Schutz fΓΌr unsere gemeinsame Isomatte. Das Handtuch liegt dabei unter der Matte und hilft, Feuchtigkeit, die durch den Zeltboden dringen kΓΆnnte, von der Isomatte fernzuhalten, um Schimmelbildung zu vermeiden. Gleichzeitig schΓΌtzt es die Isomatte vor kleinen, spitzen GegenstΓ€nden, die sie beschΓ€digen kΓΆnnten. So sorgt das Handtuch fΓΌr zusΓ€tzlichen Komfort und Langlebigkeit. Fahrradtaschen: Mehr als nur Stauraum Unsere Fahrradtaschen sind nicht nur extrem robust und bieten Platz fΓΌr Kleidung, Lebensmittel und CampingausrΓΌstung, sondern sie sind auch erstaunlich vielseitig. UnsereΒ Ortlieb-TaschenΒ und dieΒ DrybagsΒ lassen sich mit wenigen Handgriffen zu einem Rucksack oder einer UmhΓ€ngetasche umfunktionieren. Das ist besonders praktisch, wenn wir unser GepΓ€ck einmal vom Fahrrad abnehmen und lΓ€ngere Strecken zu Fuß oder mit ΓΆffentlichen Verkehrsmitteln zurΓΌcklegen mΓΌssen. Diese MultifunktionalitΓ€t ermΓΆglicht es uns, auch abseits des Fahrrads flexibel zu bleiben. Powerbank fΓΌr Laptops und Smartphones Unsere spezielleΒ Powerbank fΓΌr LaptopsΒ ist ein unverzichtbares Backup auf lΓ€ngeren Etappen oder in Gegenden ohne Strom. Sie erlaubt es uns, nicht nur Smartphones, sondern auch unsere Laptops aufzuladen. Damit kΓΆnnen wir arbeiten, kommunizieren und auch in entlegenen Gebieten immer erreichbar bleiben. Schlauchschal als Allrounder Ein einfacher Schlauchschal erweist sich als erstaunlich vielseitig. Wir nutzen ihn als MΓΌtze, Schutz vor MΓΌcken beim Fahrradfahren oder als zusΓ€tzlichen Schal an kalten Tagen. Dank seiner kompakten Grâße und seines geringen Gewichts ist er ein unverzichtbarer Teil unserer AusrΓΌstung. Hinweis Dies sind nur die wichtigsten multifunktionalen GegenstΓ€nde, die wir auf unserer Radreise mitfΓΌhren. Eine vollstΓ€ndige Übersicht ΓΌber unsere gesamte AusrΓΌstung findest du auf derΒ AusrΓΌstungsseiteΒ unserer Webseite. Dort teilen wir auch einzelne Erfahrungsberichte zu den Produkten, die uns auf unserer Reise begleiten. Fazit Vor Beginn unserer Reise haben wir viel Zeit und Überlegungen in die Auswahl unserer AusrΓΌstung investiert. Unser Ziel war es, flexibel und unabhΓ€ngig zu bleiben – ob im Sommer oder Winter, beim Kochen oder Zelten. Die grâßten Herausforderungen bestanden darin, AusrΓΌstung zu finden, die leicht und kompakt genug war, um in unsere Fahrradtaschen zu passen, und uns trotzdem die Freiheit bot, fΓΌr jede Situation gerΓΌstet zu sein. Unsere multifunktionale AusrΓΌstung hat sich dabei als goldrichtig erwiesen. Sie ermΓΆglicht es uns, mit vergleichsweise wenig GepΓ€ck unterwegs zu sein, ohne Kompromisse bei Komfort oder FunktionalitΓ€t eingehen zu mΓΌssen. Auch wenn manche Produkte zu Beginn etwas teurer waren, haben wir schnell gemerkt, dass sich diese Investitionen auf lange Sicht auszahlen.

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Die Herausforderung, unterwegs zu arbeiten

Die grâßten Schwierigkeiten beim Arbeiten auf einer Radreise sind vor allem die Themen Stromquelle und Internet. Diese beiden Faktoren spielen eine zentrale Rolle, wenn wir unterwegs sind und arbeiten mΓΆchten. FΓΌr die Stromversorgung sind wir oft auf spontane LΓΆsungen angewiesen: Stromversorgung: Wir suchen nach E-Bike-Ladestationen, die kostenlos sind, oder nutzen Steckdosen an ΓΆffentlichen Orten wie PicknickplΓ€tzen oder in SupermΓ€rkten. Manchmal haben wir sogar an den abgelegensten Stellen GlΓΌck – so fanden wir zum Beispiel in einem kleinen franzΓΆsischen Dorf an der Kirche zwei Steckdosen, die funktionierten. Internet: Wenn wir das Internet benΓΆtigen, achten wir darauf, wo wir einkaufen oder Pause machen. Oft gibt es in LΓ€den WLAN, das wir nutzen kΓΆnnen, um auch von unterwegs aus arbeiten zu kΓΆnnen. Diese kleinen LΓΆsungen helfen uns, die logistischen HΓΌrden zu ΓΌberwinden, auch wenn die Ressourcen nicht immer garantiert sind. Wann wir arbeiten: Unsere Radreise steht im Mittelpunkt – aber das heißt nicht, dass wir unsere Arbeit komplett hinten anstellen. Wir planen unsere Arbeitsphasen gezielt, um die Energie, die wir fΓΌr unser Abenteuer brauchen, nicht zu gefΓ€hrden. Arbeiten bei Gastgebern: Wenn wir ΓΌber Plattformen wie Warmshowers bei Gastgebern ΓΌbernachten, nutzen wir die Zeit oft nicht nur zum Ausruhen, sondern auch zum Arbeiten – allerdings nur, wenn wir lΓ€nger als eine Nacht bleiben. Der Grund? Bei kurzen Aufenthalten wollen wir die Gelegenheit nutzen, uns mit unseren Gastgebern zu vernetzen und die Annehmlichkeiten wie eine Dusche oder eine gemΓΌtliche Umgebung zu genießen, die wir auf der Reise selten haben. Haus-Sitting: WΓ€hrend eines House-Sittings haben wir meistens genΓΌgend Zeit, um intensiver zu arbeiten. Diese Phasen sind perfekt, um Projekte abzuschließen, die uns unterwegs schwerfallen wΓΌrden. Zudem sind Strom und WLAN in solchen Situationen oft stabil und zuverlΓ€ssig – ein absoluter Luxus. CampingplΓ€tze und Apartments: Auch auf CampingplΓ€tzen oder in gebuchten Apartments arbeiten wir bevorzugt, wenn wir mindestens zwei NΓ€chte bleiben. Ein lΓ€ngerer Aufenthalt erlaubt uns, die Gegebenheiten auszunutzen: Strom, meistens gutes WLAN und oft auch einen entspannten Arbeitsplatz. Die Abende nutzen wir dann, um produktiv zu sein und gleichzeitig neue Energie zu tanken. Unterwegs – ein Kompromiss: WΓ€hrend der reinen Reisephasen, also wenn wir radeln, beschrΓ€nken wir uns meist auf kurze Notizen. Wir schreiben abends Tagesnotizen, um unsere Erlebnisse festzuhalten – spΓ€ter dienen diese als Grundlage fΓΌr ausfΓΌhrlichere BlogbeitrΓ€ge. Das eigentliche Arbeiten heben wir uns aber fΓΌr Phasen auf, in denen wir ausreichend Ressourcen und Ruhe haben. Wie wir unterwegs arbeiten: WΓ€hrend wir beim Radeln hauptsΓ€chlich auf die Reise und die Abenteuer fokussiert sind, gibt es auch unterwegs immer wieder Momente, in denen wir kleinere Arbeiten erledigen kΓΆnnen – vor allem fΓΌr unsere Social-Media-PrΓ€senz oder spontane Gelegenheiten zur Videobearbeitung. Instagram-Stories und BeitrΓ€ge: Stories in Echtzeit:Instagram-Stories sind fΓΌr uns eine einfache MΓΆglichkeit, unsere Community fast tΓ€glich auf dem Laufenden zu halten. Wenn wir unterwegs ein schΓΆnes Foto machen und noch genΓΌgend Internet haben, laden wir die Story meist direkt hoch. Geplante BeitrΓ€ge: Um KontinuitΓ€t zu gewΓ€hrleisten und den Stress zu minimieren, planen wir viele Instagram-BeitrΓ€ge im Voraus. Das spart Zeit und sorgt dafΓΌr, dass unsere KanΓ€le regelmÀßig mit Inhalten gefΓΌllt sind, selbst wenn wir gerade offline sind. Tagesnotizen fΓΌr den Blog: WΓ€hrend der Fahrt oder abends notieren wir uns die wichtigsten Ereignisse des Tages. Diese Notizen dienen spΓ€ter als Grundlage fΓΌr detaillierte Blog-BeitrΓ€ge. So kΓΆnnen wir unterwegs unsere EindrΓΌcke festhalten, ohne den Fluss der Reise zu unterbrechen. Videos bearbeiten: Videos schneiden und bearbeiten wir nur selten unterwegs – vor allem, weil es eine gute Stromquelle und Zeit erfordert. Kreative LΓΆsungen: Gelegentlich finden wir unterwegs Steckdosen, die uns spontanes Arbeiten ermΓΆglichen. Beispiele: Eine E-Bike-Ladestation in den Niederlanden. Eine E-Bike-Ladestation am Strand in Spanien. Eine Steckdose an einem Picknickplatz in Spanien. Arbeiten fΓΌr die Firma: FΓΌr die Arbeit in der Firma planen wir genau: Vorlaufzeit: Wir informieren unsere Kollegen ein bis drei Tage vorher, wenn wir bei Gastgebern sind und die MΓΆglichkeit zum Arbeiten haben. Effiziente Aufgabenplanung: Die Aufgaben werden so gewΓ€hlt, dass wir sie in der verfΓΌgbaren Zeit abschließen kΓΆnnen. So stellen wir sicher, dass die Übergabe an die Kollegen reibungslos funktioniert. Besondere Planung beim Housesitting: Wenn ein Housesit bevorsteht, informieren wir uns frΓΌhzeitig und stimmen die Aufgaben entsprechend ab. Laptop-Powerbank Unsere Powerbank ist ein wichtiger Notfallhelfer, wenn der Strom knapp wird. Sie ermΓΆglicht es uns, einen Laptop komplett aufzuladen oder als Backup fΓΌr Handys zu dienen. Diese FlexibilitΓ€t ist oft entscheidend, um auch in abgelegenen Gegenden arbeitsfΓ€hig zu bleiben. Fazit Trotz der Herausforderungen, die das Arbeiten unterwegs mit sich bringt, haben wir einen Weg gefunden, wie wir diese Aufgaben in unseren Alltag integrieren kΓΆnnen. Wir verdienen nicht viel, aber wir schaffen es, ab und zu etwas Geld zu verdienen, was uns das GefΓΌhl gibt, dass die Reise nicht nur ein finanzielles Minus ist. Es hilft uns, ein bisschen Geld auf die Seite zu legen und gibt uns das gute GefΓΌhl, dass wir nicht nur nehmen, sondern auch etwas beitragen. Es gibt jedoch immer wieder Momente, in denen wir uns mehr Arbeit wΓΌnschen wΓΌrden, besonders wenn wir eine lΓ€ngere Pause machen und die Umgebung genießen. Doch oft fehlen uns dann die nΓΆtigen Ressourcen wie Strom oder Internet, um arbeiten zu kΓΆnnen, und wir mΓΌssen unsere Arbeitszeiten flexibel anpassen. Dennoch sind wir sehr dankbar fΓΌr die Freiheit, die wir uns durch das Sparen und die Planung im Vorfeld geschaffen haben. Diese Reise wurde uns nicht einfach so ermΓΆglicht. Sie ist das Ergebnis von langer Arbeit, Sparen und Verzicht, um unseren Traum vom Radreisen zu verwirklichen. Wenn euch interessiert, wie wir uns auf diese Reise vorbereitet haben, kΓΆnnt ihr mehr dazu in einem anderen Blogbeitrag lesen, in dem wir ausfΓΌhrlicher ΓΌber das Thema Sparen und das Ausmisten von unnΓΆtigen Sachen sprechen. Es geht uns nicht nur darum, Geld zu verdienen, sondern vor allem darum, diese Reise zu genießen und unsere Erlebnisse mit euch zu teilen. Mit diesem Blogartikel mΓΆchten wir euch dazu anregen, ΓΌber eure eigene Arbeitsweise nachzudenken – vielleicht seid ihr mit der Art, wie ihr aktuell arbeitet, noch nicht ganz zufrieden, sei es wΓ€hrend einer Radreise oder in eurem normalen Arbeitsumfeld zu Hause. Vielleicht gibt es fΓΌr euch andere,

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Duschen auf der Fahrrad-Weltreise. Die mobile Dusche von β€žSea to Summit”.

Hygiene auf der Radreise

Hygiene auf einer langen Radreise kann manchmal eine Herausforderung sein, aber sie gehΓΆrt genauso zu den Erlebnissen, die die Reise besonders machen. Es geht nicht nur darum, frisch und sauber zu bleiben, sondern auch um das Anpassen an neue Gegebenheiten und das Genießen der einfachen, oft kreativen LΓΆsungen, die man unterwegs findet. Duschen auf der Radreise: CampingplΓ€tze, Gastgeber und der Duschsack In den meisten FΓ€llen duschen wir auf CampingplΓ€tzen oder bei unseren Gastgebern, zum Beispiel ΓΌber Warmshowers. Diese Duschen sind oft eine willkommene Erfrischung nach einem langen Tag auf dem Rad. Gelegentlich haben wir auch das GlΓΌck, in einem Apartment mit Dusche zu ΓΌbernachten, aber diese Gelegenheit ist eher selten. Der Großteil unserer Duschen finden also auf CampingplΓ€tzen statt. Einmal, als wir an einer Skateranlage stoppten, hΓ€ngten wir unseren Duschsack an einem Baum auf. In der NΓ€he gab es einen Trinkwasserspender, an dem wir den Duschsack mit 10 Litern Wasser fΓΌllten. Damit war es mΓΆglich, dass jeder von uns fΓΌr etwa 10 Minuten duschen konnte. Beim Duschen mit dem Duschsack verwenden wir keine Duschgels oder Seifen, um die Natur nicht mit Chemikalien zu belasten – wir achten darauf, dass wir nur reines Wasser verwenden. Außerdem haben wir es auf unserer Reise auch schon mal ganz abenteuerlich gemacht und uns unter einem Wasserfall oder in einem klaren Bach gereinigt. Auch hier verwenden wir keine Seife oder andere Reinigungsmittel, sondern lassen uns einfach vom Wasser erfrischen, sodass wir unseren eigenen KΓΆrpergeruch erhalten, aber dennoch das GefΓΌhl haben, frisch und gereinigt zu sein. Auf den CampingplΓ€tzen benutzen wir meist einfache KΓΆrperseifen und ein Haarwaschmittel, manchmal auch ein FlΓΌssigwaschmittel. Hier sind die Duschen fΓΌr uns eine gute Gelegenheit, uns nach ein paar Tagen auf der Straße mal wieder richtig sauber zu machen. Die aktuell lΓ€ngste Zeit ohne Dusche Die lΓ€ngste Zeit, die wir ohne Dusche ausgekommen sind, waren bisher 15 Tage. In dieser Zeit haben wir uns hauptsΓ€chlich im Meer erfrischt, wenn wir in der NΓ€he von GewΓ€ssern waren. Aber auch das gehΓΆrt zu den besonderen Erlebnissen auf einer Radreise – man gewΓΆhnt sich daran, auf andere Art und Weise frisch zu bleiben. Haarpflege und ZΓ€hneputzen unterwegs Trotz der wenigen Duschen ist es uns wichtig, immer gut gepflegt zu bleiben. Jeden Morgen bΓΌrsten wir uns unsere Haare – wir teilen uns eine BΓΌrste, die in unserem GepΓ€ck Platz findet. Auch das ZΓ€hneputzen gehΓΆrt zu unserer morgendlichen Routine, und wir verwenden dafΓΌr immer unser Trinkwasser. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir uns auch draußen unproblematisch und ohne viel Aufwand um unsere Hygiene kΓΌmmern kΓΆnnen. Es geht weniger um Perfektion, sondern darum, sich selbst frisch und sauber zu fΓΌhlen. WΓ€sche waschen unterwegs Ein weiteres Thema, das auf einer Radreise nicht zu kurz kommen darf, ist die WΓ€schepflege. Am Anfang unserer Reise haben wir unsere WΓ€sche per Hand gewaschen, meistens auf CampingplΓ€tzen. Mit einem einfachen Handwaschmittel haben wir unsere Kleidung dann gut durchgewaschen und zum Trocknen aufgehΓ€ngt. In manchen FΓ€llen haben wir auch einfach nur Trinkwasser aus einem Trinkwasserspender oder aus einem Bach genutzt, um unsere Sachen zu spΓΌlen, wenn wir gerade keine MΓΆglichkeit hatten, Waschmittel zu verwenden. Ab Frankreich haben wir dann angefangen, ΓΆffentliche WΓ€schereien zu nutzen, in denen Waschmaschinen und Trockner gegen Bezahlung zur VerfΓΌgung standen. Diese WΓ€schereien haben uns das Leben enorm erleichtert, und wir konnten uns auf einfache Weise sauber und frisch fΓΌhlen, mit gut riechender Kleidung. Nicht nur in Frankreich, sondern auch in Spanien, Portugal und anderen LΓ€ndern gab es solche WΓ€schereien, die wir regelmÀßig genutzt haben, wenn wir keine Zeit hatten, selbst zu waschen. ZusΓ€tzlich hatten wir auf unserer Reise auch das GlΓΌck, dass wir bei einigen Gastgebern unsere WΓ€sche waschen konnten, wenn sie eine Waschmaschine zur VerfΓΌgung hatten. Viele dieser Gastgeber waren sogar so freundlich, uns ihr Waschmittel zur VerfΓΌgung zu stellen, sodass wir uns keine eigenen VorrΓ€te kaufen mussten. Besonders in Spanien haben wir festgestellt, dass in vielen WΓ€schereien das Waschmittel bereits automatisch in den Maschinen vorhanden war, sodass wir es nicht zusΓ€tzlich kaufen mussten – das hat uns nicht nur Zeit, sondern auch Geld gespart. Pflege von Schuhen und AusrΓΌstung Wenn unsere Schuhe oder AusrΓΌstung besonders dreckig wurden, haben wir diese so gut es geht selbst gereinigt. Ab und zu haben wir auch die Gelegenheit genutzt, die Schuhe in einer WΓ€scherei zusammen mit unserer Kleidung zu waschen, um sie wieder sauber und tragbar zu bekommen. Abschließend: Hygiene und das GefΓΌhl von Frische Nach langen Etappen, die manchmal mehrere Wochen dauern, freuen wir uns immer besonders auf eine richtige Dusche – sei es auf einem Campingplatz oder bei einem Gastgeber. Wir verzichten bewusst auf Deo oder Parfum, um nicht den ganzen Tag ΓΌber nach etwas anderem zu riechen, sondern nehmen den natΓΌrlichen KΓΆrpergeruch in Kauf, der sich auch nicht negativ auswirkt, wenn man sich regelmÀßig wΓ€scht. Es ist eine Umstellung, aber auch eine Erfahrung, die uns mehr mit uns selbst und der Natur verbindet. Am Ende des Tages geht es nicht um Perfektion, sondern darum, sich wohlzufΓΌhlen, selbst wenn man nicht jeden Tag in der Dusche steht oder sich mit Deos besprΓΌht. Wir haben uns an unseren eigenen Geruch gewΓΆhnt und uns daran erinnert, dass die wahre Frische oft nicht aus einem Badezimmer kommt, sondern von der Freiheit und dem Abenteuer unterwegs. Wir hoffen, dass ihr aus unseren Erfahrungen vielleicht ein bisschen Inspiration fΓΌr eure eigene Radreise oder sogar fΓΌr eure heimische Hygiene- oder WΓ€schepflege ziehen kΓΆnnt. Manchmal ist es auch sinnvoll, auf einfache und natΓΌrliche Methoden zurΓΌckzugreifen – sei es bei der KΓΆrperpflege, der WΓ€sche oder einfach beim Kontakt mit der Natur, die uns immer wieder aufs Neue erfrischt und uns zeigt, wie wenig es oft braucht, um sich frisch und gut zu fΓΌhlen.

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Versorgung mit Essen und Trinken auf unserer Radreise: Geld sparen und neue Entdeckungen machen

Essen und Trinken sind wΓ€hrend einer Radreise besonders wichtige Themen. Schließlich muss man nicht nur fΓΌr die tΓ€gliche Energieversorgung sorgen, sondern auch kreativ werden, wenn es um die Zubereitung und Beschaffung von Lebensmitteln geht. Auf unserer Reise durch Europa haben wir eine Vielzahl von MΓΆglichkeiten entdeckt, wie man nicht nur Geld sparen kann, sondern auch neue kulinarische Erfahrungen sammeln konnte. In diesem Beitrag mΓΆchten wir euch erzΓ€hlen, wie wir beim Einkaufen, Kochen und bei der Trinkwasserversorgung auf unserer Radreise Geld gespart haben und dabei gleichzeitig neue Geschmackserlebnisse entdeckt haben. Einkauf in grâßeren StΓ€dten vs. kleineren StΓ€dten Ein wichtiger Unterschied, den wir auf unserer Reise bemerkt haben, war die Auswahl an Lebensmitteln in grâßeren und kleineren StΓ€dten. In großen StΓ€dten gibt es immer eine grâßere Vielfalt an SupermΓ€rkten und frischen Produkten, was das Einkaufen wesentlich einfacher macht. Oft gibt es dort auch SpezialgeschΓ€fte, die besondere Zutaten oder lokale Produkte anbieten. In kleineren StΓ€dten hingegen ist das Angebot deutlich begrenzter, und oft muss man sich mit einer reduzierten Auswahl an Lebensmitteln begnΓΌgen. In solchen FΓ€llen hilft es, kreativ zu werden und mit den Basics auszukommen, die man immer dabei hat. Auch in kleineren StΓ€dten gibt es hΓ€ufig preiswertere Optionen, wie z.B. lokale MΓ€rkte, auf denen man frisches Obst und GemΓΌse direkt vom Erzeuger kaufen kann. Lebensmittelrettung und sparsame EinkΓ€ufe Neben dem normalen Einkauf haben wir auch die MΓΆglichkeit genutzt, Lebensmittel zu retten. In Deutschland haben wir bereits Erfahrungen mit Foodsharing gemacht, einer Plattform, auf der Lebensmittel, die sonst weggeworfen wΓΌrden, gerettet und weitergegeben werden. Obwohl wir auf unserer Reise nur indirekt von Foodsharing profitieren konnten, hatten wir auch die Gelegenheit, einen Gastgeber zu treffen, der aktiv Lebensmittel rettet. Er holt regelmÀßig gerettete Lebensmittel aus SupermΓ€rkten und verteilt sie dann. Diese geretteten Lebensmittel konnten wir mit ihm zusammen genießen, was nicht nur super lecker war, sondern auch sehr praktisch, weil es uns geholfen hat, Geld zu sparen und gleichzeitig zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung beizutragen. Auch Apps wie Too Good to Go, die in vielen LΓ€ndern verfΓΌgbar sind, bieten eine gute MΓΆglichkeit, gΓΌnstige Lebensmittel zu finden, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen und sonst weggeworfen werden wΓΌrden. Auch wenn wir diese App auf unserer Reise nicht genutzt haben, finden wir die Idee großartig und unterstΓΌtzen sie voll und ganz. Trinkwasserversorgung und kostenlose Quellen Ein weiterer Bereich, in dem wir auf unserer Radreise Geld sparen konnten, war die Trinkwasserversorgung. In vielen LΓ€ndern, darunter Spanien und Portugal, haben wir zahlreiche kostenlose Trinkwasserspender gefunden. Diese MΓΆglichkeit, unsere Flaschen kostenlos aufzufΓΌllen, haben wir sehr geschΓ€tzt, da es nicht nur um das Sparen von Geld geht, sondern auch um die Vermeidung von PlastikmΓΌll. Besonders in heißen LΓ€ndern ist es ein großer Vorteil, Wasser einfach nachzufΓΌllen, ohne immer zum Supermarkt fahren zu mΓΌssen. In Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg haben wir hΓ€ufig auch auf FriedhΓΆfen Wasser geholt. Dort gibt es oft ΓΆffentliche Trinkwasserquellen, die problemlos zugΓ€nglich sind. Diese Quellen haben uns nicht nur Geld gespart, sondern auch unnΓΆtige Wege vermieden, die wir sonst hΓ€tten gehen mΓΌssen, um an Trinkwasser zu kommen. Grillstellen als tolle ErgΓ€nzung Auf unserer Reise in Spanien und Portugal haben wir zudem viele ΓΆffentliche Grillstellen gefunden, die es uns ermΓΆglicht haben, in der Natur zu kochen. Das Grillen in der freien Natur war eine willkommene Abwechslung und hat uns viel Spaß gemacht. Gerade wenn man lΓ€ngere Zeit unterwegs ist, tut es gut, mal etwas anderes zu essen und dabei in der Natur zu sitzen und zu entspannen. Diese Grillstellen waren nicht nur eine praktische MΓΆglichkeit, sondern auch ein schΓΆner Moment, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Essen Kochen in Apartments und bei Gastgebern Besonders spannend war es, wenn wir in UnterkΓΌnften mit KΓΌche oder bei Gastgebern ΓΌbernachteten. In diesen Momenten hatten wir die MΓΆglichkeit, unsere KochkΓΌnste voll auszuleben und Gerichte zu zaubern, die wir auf der Reise sonst nicht kochen konnten. Mit einem Backofen, einer Heißluftfritteuse oder einfach mehr Platz zum Zubereiten von mehreren Gerichten gleichzeitig konnten wir richtig kreativ werden. So haben wir Pizzen, Kuchen oder Pancakes gemacht – Gerichte, die uns in der einfachen Campingausstattung nicht so einfach mΓΆglich gewesen wΓ€ren. Diese Erlebnisse haben nicht nur unser Kochen bereichert, sondern uns auch die Gelegenheit gegeben, unsere Reiseerfahrungen mit anderen zu teilen und die Zeit in der Unterkunft zu genießen. Essen bei Gastgebern: Neue Entdeckungen Das Essen bei unseren Gastgebern war ein weiteres Highlight. Es war immer spannend, neue Gerichte kennenzulernen, die wir vorher noch nicht gekannt hatten. So haben wir zum Beispiel bei einem Gastgeber kalten Lauch gegessen, der zusammen mit roter Beete und einem Dressing serviert wurde – eine Kombination, die uns sehr gut geschmeckt hat. Diese Entdeckungen machen eine Reise besonders, weil sie den kulinarischen Horizont erweitern und uns mit anderen Kulturen und Traditionen verbinden. Auch das gemeinsame Kochen oder Essen stΓ€rkt den Austausch und gibt uns die MΓΆglichkeit, uns noch mehr mit unseren Gastgebern und deren Lebensweise auseinanderzusetzen. Fazit Kochen auf einer Radreise bedeutet nicht, dass man kein Geld sparen kann oder immer nur einfache Gerichte essen muss. Es geht darum, kreativ zu sein und die MΓΆglichkeiten zu nutzen, die einem zur VerfΓΌgung stehen – sei es durch das Entdecken von kostenlosen Trinkwasserquellen oder das Kochen in UnterkΓΌnften mit besserer Ausstattung. Besonders wertschΓ€tzen wir auch den Austausch mit anderen Menschen und die kulinarischen Entdeckungen, die dadurch mΓΆglich werden. Zudem hilft es, bei Lebensmitteln auf Alternativen wie gerettete Produkte oder Apps zur Lebensmittelrettung zurΓΌckzugreifen, um auch unterwegs Geld zu sparen. So wird die Reise nicht nur kostengΓΌnstiger, sondern auch noch bereichernder und spannender. Wir hoffen, dass ihr ebenfalls etwas Inspiration fΓΌr eure eigene Radreise oder sogar fΓΌr eure heimische KΓΌche daraus ziehen kΓΆnnt. Vielleicht ΓΌberlegt ihr, auch einmal Lebensmittelrettungsangebote zu nutzen oder eine ΓΆffentliche Grillstelle in eurer NΓ€he zu besuchen, um draußen zu kochen und dabei mit anderen in Kontakt zu kommen. Solche kleinen Entdeckungen machen das Reisen und den Alltag noch ein StΓΌck wertvoller!

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Fahrrad-Weltreise: Mit Pfanne kochen auf Campingkocher.

Unsere CampingkΓΌche auf der Radreise: Leckere Rezepte und praktische Tipps

Die Zubereitung von Mahlzeiten auf einer Radreise stellt eine besondere Herausforderung dar. Man muss nicht nur auf das Gewicht und die Grâße der AusrΓΌstung achten, sondern auch dafΓΌr sorgen, dass die Mahlzeiten nahrhaft, vielseitig und vor allem lecker sind. Auf unserer Reise haben wir gelernt, wie man mit wenigen Zutaten und einfachen Mitteln kreative Gerichte zaubert. Mit einer Mischung aus frischen Lebensmitteln, haltbaren Basics und einer Prise Fantasie sorgen wir dafΓΌr, dass wir nicht nur satt, sondern auch rundum zufrieden sind. Hier mΓΆchten wir euch unsere Tipps und Lieblingsgerichte vorstellen – alltagstauglich, einfach und voller Geschmack. Frisch und haltbar: Die perfekte Balance Eine ausgewogene Mischung aus frischen Lebensmitteln und haltbaren VorrΓ€ten ist fΓΌr uns essenziell. Bei frischem GemΓΌse greifen wir gern zu Zucchini, Paprika, Tomaten, Auberginen, Zwiebeln und gelegentlich auch zu frischem Knoblauch. Diese Zutaten lassen sich leicht transportieren und vielseitig kombinieren – ob fΓΌr ein leckeres Pfannengericht oder eine einfache Sauce. FΓΌr haltbare VorrΓ€te ist DosengemΓΌse ein fester Bestandteil unserer KΓΌche. HΓ€ufig verwenden wir Mais, Erbsen, Erbsen mit MΓΆhren, oder auch nur MΓΆhren. Besonders praktisch und vielseitig sind Champignons aus der Dose, die wir fast ΓΌberall finden kΓΆnnen. Bohnen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Meist greifen wir zu Kidneybohnen oder grΓΌnen Bohnen, da sie nicht nur lecker, sondern auch sΓ€ttigend und reich an NΓ€hrstoffen sind. Sattmacher: Nudeln, Reis und Kartoffeln Unsere Hauptmahlzeiten basieren oft auf Nudeln, Reis oder Kartoffeln, da diese leicht zuzubereiten und gut kombinierbar sind. Nudeln kombinieren wir hΓ€ufig mit einer Sauce aus frischem GemΓΌse, ein paar GewΓΌrzen und manchmal Dosentomaten. Reis verwenden wir gern fΓΌr bunte Pfannengerichte, oft mit Paprika, Zucchini und einer Prise Sojasauce. Kartoffeln kochen wir entweder einfach oder braten sie in der Pfanne an. Zusammen mit Zwiebeln, Paprika und manchmal Champignons entsteht so ein herzhaftes, warmes Abendessen – perfekt nach einem langen Tag im Sattel. Cremige ErgΓ€nzung: Cuisine und passierte Tomaten FΓΌr die Cremigkeit in unseren Gerichten verwenden wir oft Cuisine, eine pflanzliche Sahnealternative, die sich vielfΓ€ltig kombinieren lΓ€sst. Sie passt hervorragend zu fast allen Gerichten, von Nudeln mit Champignons bis hin zu Reisgerichten. Zudem greifen wir gern zu passierten Tomaten anstelle von fertigen Tomatensaucen. Diese Variante ist nicht nur gΓΌnstiger, sondern wir kΓΆnnen die Sauce nach unserem Geschmack anpassen und mit frischem GemΓΌse kombinieren – perfekt fΓΌr einen bunten GemΓΌsetopf. Fertigprodukte und schnelle Mahlzeiten Ab und zu greifen wir auch mal auf Fertigprodukte zurΓΌck, wie zum Beispiel fertige Chinanudeln. Diese sind eine schnelle Option, wenn wir wenig Zeit haben oder uns mal etwas gΓΆnnen mΓΆchten. Allerdings ist das meistens eher eine Ausnahme, da diese Fertigprodukte uns nicht immer lange satt machen und in der Regel nicht so gesund und nahrhaft sind. Besonders bei langen Touren und schwerem GepΓ€ck merken wir, dass unser KΓΆrper mehr Kalorien verbrennt und wir mehr Energie benΓΆtigen. Deshalb setzen wir bevorzugt auf frische Zutaten und selbstgemachte Mahlzeiten, die uns langfristig sΓ€ttigen und mit wichtigen NΓ€hrstoffen versorgen. FrΓΌhstΓΌck: Frisches Brot und pflanzliche Aufstriche Zum FrΓΌhstΓΌck essen wir meistens Brot. Wir kaufen unterschiedliche Sorten, wobei wir oft darauf achten, dass KΓΆrner im Brot enthalten sind, da es uns lΓ€nger satt hΓ€lt. Weizenbrot vermeiden wir, weil es nicht so nΓ€hrstoffreich ist. Darauf genießen wir entweder Marmelade, Schokocreme, Avocado oder pflanzliche Alternativen zu KΓ€se, die ebenfalls ungekΓΌhlt gut haltbar sind und uns helfen, die Umwelt zu schonen. So starten wir mit einer nahrhaften Mahlzeit in den Tag, die uns ausreichend Energie fΓΌr die ersten Kilometer gibt. Snacks: Obst, GemΓΌse und ab und zu Süßes FΓΌr den kleinen Hunger zwischendurch greifen wir oft zu frischem Obst oder auch mal zu etwas frischem GemΓΌse. Ab und zu gΓΆnnen wir uns aber auch Süßigkeiten, wie Kekse oder je nach Saison auch Weihnachtssüßigkeiten. Im Sommer achten wir darauf, dass die Süßigkeiten nicht zu schmelzen beginnen, weshalb wir dann eher auf Schokoladenprodukte verzichten. Zudem bereiten wir uns manchmal auch einen Nudelsalat zu – besonders praktisch, wenn wir eine lange Fahrt vor uns haben und erst abends wieder etwas kochen mΓΆchten. DafΓΌr verwenden wir oft ΓΌbrig gebliebene Nudeln vom Abendessen, die wir mit Tomaten, sauren Gurken und etwas pflanzlicher Mayonnaise oder einem Γ–ldressing anreichern und verstauen diesen in einer Brotdose. Mittag- und Abendessen: Frisches und DosengemΓΌse kombiniert Zum Mittag- oder Abendessen kombinieren wir oft frisches GemΓΌse wie Zucchini, Paprika, Tomaten, Auberginen, Zwiebeln und gelegentlich auch frischen Knoblauch mit einer Basis aus Nudeln, Reis oder Kartoffeln. Dabei achten wir darauf, dass das GemΓΌse, das wir verwenden, vielfΓ€ltig und saisonal ist, um unsere Mahlzeiten abwechslungsreich zu gestalten. Oft greifen wir aber auch auf DosengemΓΌse zurΓΌck – Mais, Erbsen, Erbsen mit MΓΆhren oder Champignons sind dabei unsere Favoriten, weil sie praktisch und lange haltbar sind. Besonders Kidneybohnen oder grΓΌne Bohnen gehΓΆren ebenfalls regelmÀßig zu unserem Vorrat. Sie lassen sich schnell in Gerichte integrieren und machen die Mahlzeiten nahrhafter. Essensideen, die wir selbst kochen Ab und zu genießen wir einfache, aber kΓΆstliche Gerichte, die wir selbst zubereiten. Ein Klassiker ist Nudeln mit passierten Tomaten, Zucchini und Tomaten – schnell und lecker. Auch Nudeln mit Champignons und Cuisine oder Nudeln mit Erbsen und Cuisine gehΓΆren zu unseren Favoriten. FΓΌr Abwechslung sorgen wir auch mit Reis, der mit Zucchini, Paprika, Tomaten und Cuisine kombiniert wird. Eine weitere Lieblingsmahlzeit ist eine selbstgemachte Kartoffelsuppe aus frischen Zutaten, die uns besonders an kalten Tagen wΓ€rmt. Manchmal wird es auch etwas experimenteller, wie bei unserer Pfannenpizza. Wir kaufen einen Pizza-Fertigteig, rollen ihn aus und belegen ihn mit getrockneten Tomaten, Champignons und einer pflanzlichen KΓ€sealternative – eine schnelle und leckere Option fΓΌr zwischendurch. Wir achten darauf, nicht immer die gleiche Nudelsorte zu kaufen, sondern variieren gerne mit Spaghetti, Fusilli oder Penne, damit es nicht langweilig wird. Gelegentlich gibt es auch Nudeln mit Brokkoli, eine einfache, aber wohlschmeckende Kombination. Warum wir Γ–l und Margarine fast immer vermeiden Da wir unsere Mahlzeiten gerne schnell und einfach zubereiten mΓΆchten, verzichten wir in den meisten FΓ€llen auf die Verwendung von Γ–l oder Margarine. Ganz zu Beginn der Reise haben wir noch mit beiden Zutaten hantiert, doch mit der Zeit haben wir gemerkt, dass sie nicht nur schwerer zu transportieren sind, sondern auch

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Nico Ladewig auf langer Gassi-Tour mit Hund. Portugals Natur wΓ€hrend Housesitting entdecken.

Housesitting auf Radreise: Wie wir durch Haustiere und Gastfreundschaft neue Orte entdeckt haben

Als Zweiaufrad sind wir zu zweit mit unseren ExpeditionsfahrrΓ€dern unterwegs und erkunden die Welt. Meistens schlafen wir im Zelt, haben nur begrenzten Zugang zu Strom und Internet, was uns vor einige Herausforderungen stellt. Besonders in den kalten Monaten suchten wir nach einer MΓΆglichkeit, kostengΓΌnstig und komfortabel zu ΓΌbernachten und gleichzeitig genug Strom und schnelles Internet zu haben, um an unseren YouTube-Videos zu arbeiten und unsere Projekte voranzutreiben. Dabei stießen wir auf Housesitting, eine interessante MΓΆglichkeit, fΓΌr eine Weile in einem gemΓΌtlichen Zuhause zu wohnen und sich um Tiere und die Wohnung zu kΓΌmmern – eine ideale LΓΆsung fΓΌr digitale Nomaden oder Radreisende, die eine kostengΓΌnstige und produktive Reiseerfahrung suchen. Doch wie funktioniert Housesitting genau, und was sollte man dabei beachten? Aber was ist Housesitting ΓΌberhaupt? Housesitting ist eigentlich eine ziemlich geniale Sache: Du bekommst die MΓΆglichkeit, in einem privaten Zuhause zu wohnen – vΓΆllig kostenlos! Im Gegenzug kΓΌmmerst du dich um das Haus und meistens auch um Haustiere. Du fΓΌtterst die Tiere, gießt die Pflanzen oder kΓΌmmerst dich um die Post, wΓ€hrend die EigentΓΌmer unterwegs sind. Das Ganze funktioniert ganz einfach: Du meldest dich auf einer Plattform wie TrustedHousesitters an, schaust dir die Angebote an und bewirbst dich auf die, die fΓΌr dich passen. Wenn aus der Sicht des Haustierbesitzers alles passt, folgt meist ein Videotelefonat. In diesem GesprΓ€ch lernt man sich gegenseitig kennen und bespricht alle wichtigen Details rund um das Haus, die Tiere und deine Aufgaben. Der Hausbesitzer hat hΓ€ufig mehrere Bewerber in der Pipeline und trifft erst nach dem Videotelefonat eine endgΓΌltige Entscheidung. Aber nicht nur auf großen Plattformen kannst du Housesitting finden. Auch in WhatsApp-Gruppen, Facebook- oder Instagram-Gruppen werden oft Housesitting-Angebote geteilt. Hier findest du vielleicht spontane und weniger formelle Gelegenheiten, die dir ebenfalls tolle MΓΆglichkeiten bieten, kostenlos zu wohnen und neue Orte zu entdecken. Wie finde ich Housesitting-Angebote? Es gibt verschiedene MΓΆglichkeiten, Housesitting-Angebote zu finden, und jede hat ihre eigenen Vorteile. Eine der bekanntesten Plattformen ist TrustedHousesitters. Hier findest du zahlreiche Angebote aus aller Welt. Das Basic-Paket kostet 139 € pro Jahr, aber mit unserem Rabattcode kannst du 25% sparen (einfach hierΒ anmelden) . Auf der Plattform kannst du dich auf verschiedene Housesitting-Jobs bewerben, bei denen du dich um das Zuhause und oft auch um die Haustiere kΓΌmmerst. Außerhalb der Plattformen gibt es auch kostenlose Alternativen, zum Beispiel WhatsApp- oder Facebook-Gruppen. Hier kannst du nach Housesitting-Angeboten suchen, ohne eine GebΓΌhr zu zahlen, allerdings sind die Gruppen oft weniger strukturiert und du findest vielleicht nicht so viele internationale Angebote. Egal, ob du ΓΌber eine Plattform oder in sozialen Netzwerken ein Housesitting-Angebot findest: Du musst auf jeden Fall deine eigene Verpflegung und alle weiteren persΓΆnlichen Ausgaben wie Haushaltsartikel selbst ΓΌbernehmen. Das heißt, du wohnst kostenlos, aber fΓΌr Essen, Trinken und alles, was du fΓΌr den Haushalt brauchst, musst du selbst sorgen. Und auch fΓΌr AktivitΓ€ten in der Umgebung musst du natΓΌrlich selber bezahlen. Welche Qualifikationen oder Erfahrungen sollte ich als Housesitter mitbringen? Als Housesitter gibt es ein paar wichtige Dinge, die dir helfen kΓΆnnen, gut anzukommen: ZunΓ€chst solltest du zuverlΓ€ssig und verantwortungsbewusst sein, weil du dich um das Zuhause und oft auch um Haustiere kΓΌmmerst. Erfahrung im Umgang mit Tieren ist hilfreich, aber vor allem Geduld ist gefragt. Viele Tiere brauchen etwas Zeit, um sich an neue Menschen zu gewΓΆhnen – also sei geduldig und einfΓΌhlsam. Gute Manieren und ein zuverlΓ€ssiges Auftreten sind ebenfalls wichtig. Haustierbesitzer mΓΆchten jemanden, dem sie ihr Zuhause anvertrauen kΓΆnnen, und das merkt man oft schon an deinem Verhalten. Bewertungen von anderen Housesittern sind auch ein Plus, weil sie den Haustierbesitzern zeigen, dass du vertrauenswΓΌrdig bist. FlexibilitΓ€t ist auch gefragt, weil du dich an die Reisedaten der Haustierbesitzer anpassen musst. Sie legen fest, wann sie weg sind, und du kannst da wenig dran Γ€ndern. Und natΓΌrlich solltest du keine Allergien gegen Tiere haben, die du betreuen mΓΆchtest. Kurz gesagt: ZuverlΓ€ssigkeit, Geduld, gute Manieren, FlexibilitΓ€t und vielleicht ein paar Bewertungen von anderen Housesittern machen dich zu einem idealen Housesitter. Wie bewerbe ich mich erfolgreich fΓΌr Housesitting-Jobs? Der erste Schritt, um einen Housesitting-Job an Land zu ziehen, ist ein ΓΌberzeugendes Profil. Besonders bei Plattformen wie TrustedHousesitters, wo du dich gegen andere Bewerber durchsetzen musst, macht ein gutes Profil den Unterschied. Anmeldung und Profil erstellen Melde dich zuerst bei TrustedHousesitters an und wΓ€hle ein Paket – das Basic-Paket kostet 139 € pro Jahr. Mit unserem Rabattcode sparst du 25 %. Danach geht es an dein Profil. Hier solltest du dir wirklich MΓΌhe geben, denn dein Profil ist dein AushΓ€ngeschild. Einladendes Profilbild: Zeig dich freundlich und am besten mit einem Tier – das schafft Vertrauen. Authentischer Text: Schreib, wer du bist, warum du Housesitting machen mΓΆchtest und was dich auszeichnet. Referenz angeben: Eine Referenz ist notwendig, um dein Profil ΓΌberhaupt fertigzustellen. Sie kann von jeder Person kommen, die bestΓ€tigen kann, dass du zuverlΓ€ssig bist und dich gut um Haus oder Tiere kΓΌmmern kannst. Überlege, ob du schon einmal auf ein Haus aufgepasst hast, ein Tier betreut hast oder eine Γ€hnliche Verantwortung ΓΌbernommen hast – und wer dir dies bestΓ€tigen kΓΆnnte. Die Referenz sollte sinnvoll gewΓ€hlt sein, denn sie ist oft das Erste, was Haustierbesitzer anschauen. Erfolgreich bewerben Sobald dein Profil steht, kannst du dich auf Jobs bewerben. Hier ein paar Tipps, um herauszustechen: Anzeige genau lesen: Nimm dir die Zeit, die Anzeige grΓΌndlich zu lesen. ErwΓ€hne in deiner Bewerbung Details aus der Anzeige, die zeigen, dass du aufmerksam warst. Am besten schreibst du den Namen des Haustiers direkt in deine Bewerbung – das macht es persΓΆnlich und zeigt, dass du dich wirklich mit dem Job auseinandergesetzt hast. Locker bleiben: Schreibe die Bewerbung einfach und entspannt. Zeige, dass du tierlieb und zuverlΓ€ssig bist, ohne zu formell zu wirken. Haustierbesitzer wollen jemanden, der gut zu ihren Tieren passt – nicht eine steife Bewerbung. PersΓΆnliches Anschreiben: Vermeide Standardtexte! Schreibe individuell, warum dich der Sit anspricht und warum du geeignet bist. Deine PlΓ€ne erwΓ€hnen: Es ist oft hilfreich, wenn du kurz erwΓ€hnst, was du vorhast, wΓ€hrend du vor Ort bist – zum Beispiel SehenswΓΌrdigkeiten erkunden, Wandern gehen oder in der Umgebung

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Nico Ladewig und Annkathrin Kaßner von β€žzweiaufrad” am Atlantik in Portugal.

AdiΓ³s EspaΓ±a, OlΓ‘ Portugal: Ein neues Land auf zwei RΓ€dern [#19]

Der nΓ€chste Tag brachte uns dann zur portugiesischen Grenze. Zuerst erreichten wir das große β€žEspanaβ€œ-Schild, das von vielen Stickern bedeckt war, und auf der anderen Seite der BrΓΌcke in Tui begrüßte uns das β€žPortugalβ€œ-Schild, ebenfalls voll von Aufklebern und Erinnerungen. Wir fuhren in Portugal weiter, steuerten zunΓ€chst einen Supermarkt an, um unsere VorrΓ€te aufzufΓΌllen, und setzten unsere Reise ein StΓΌck fort. Schließlich fanden wir einen Picknickplatz mit einem Pizzaofen – die perfekte Gelegenheit, um den Abend entspannt ausklingen zu lassen. Ein gemΓΌtlicher Abend und der Genuss von Pizza WΓ€hrend wir die Pizza im Ofen backten, genossen wir das ruhige Ambiente des Platzes und ließen den Tag entspannt Revue passieren. Es war der ideale Abschluss fΓΌr einen Tag voller unerwarteter Begegnungen und neuer EindrΓΌcke. Ein entspannter Tag und der Weg zum Ziel Der nΓ€chste Tag verlief angenehm ruhig. Der Weg hatte nur wenige Steigungen und fΓΌhrte uns grâßtenteils entlang eines Flusses. Wir kamen gut voran und genossen die entspannte Fahrt. Der Fluss bot nicht nur eine schΓΆne Kulisse, sondern auch eine willkommene Abwechslung von den steilen Anstiegen, die uns in den letzten Tagen so herausgefordert hatten. Kurz nachdem wir die KΓΌste in Portugal wieder erreichten, machten wir eine Pause, um uns nach einem Schlafplatz umzusehen. Die Natur und die frische Meeresbrise machten es uns leicht, einen ruhigen Platz zum Übernachten zu finden. Auf dem Weg nach Porto Am folgenden Tag setzten wir unsere Reise fort und radelten weiter bis zu einem Vorort von Porto. Die Fahrt war weiterhin angenehm, und wir freuten uns darauf, bald die berΓΌhmte Stadt zu erreichen. Porto ist bekannt fΓΌr seine Geschichte, Architektur und den Wein – alles Dinge, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Entdeckung von Porto und süße GenΓΌsse In Porto angekommen, fuhren wir durch die Stadt und ließen uns von der AtmosphΓ€re treiben. Wir besuchten einige der bekannten SehenswΓΌrdigkeiten und genossen den Blick auf die Altstadt und den Fluss Douro, der durch die Stadt fließt. Besonders beliebt sind die Pastel de Nata – die portugiesischen PuddingtΓΆrtchen, die wir uns natΓΌrlich nicht entgehen ließen. Sie waren kΓΆstlich und gaben uns die nΓΆtige Energie fΓΌr den restlichen Tag. Weiter auf der Suche nach einem Schlafplatz Nach der Erkundung von Porto radelten wir aus der Stadt hinaus, immer auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Auch wenn die Stadt aufregend und lebendig war, freuten wir uns auf die Ruhe und die Natur, die uns am nΓ€chsten Morgen erwarteten. Der Tag endete mit einer letzten Etappe durch die Umgebung von Porto, bevor wir schließlich unseren Schlafplatz fΓΌr die Nacht fanden und den Abend in aller Ruhe ausklingen ließen. Eine Nacht im BΓΌro und weiter in Richtung Aveiro Unsere Reise fΓΌhrte uns weiter, und nach einigen Kilometern erreichten wir unseren nΓ€chsten Halt – einen Host in Ovar. Es war eine interessante Übernachtung, denn wir durften in einem BΓΌro schlafen, was uns eine besondere Erfahrung bot. Wir waren froh, dass wir dort auch duschen konnten, was nach einigen Tagen auf der Straße sehr erfrischend war. Nach dieser Erholung machten wir uns wieder auf den Weg. Entlang des Kanals nach Aveiro Der nΓ€chste Abschnitt unserer Fahrt fΓΌhrte uns in Richtung Aveiro, und der Weg war wunderschΓΆn. Wir radelten entlang eines Kanals, der uns eine ruhige und malerische Fahrt ermΓΆglichte. Am Ende des Flusses nahmen wir eine FΓ€hre, die uns auf die andere Seite brachte. Dort nutzten wir die Gelegenheit, um einzukaufen und trafen zufΓ€llig einen anderen deutschen Reisenden. Es war nett, mit ihm zu plaudern und ein wenig ΓΌber unsere Erlebnisse auszutauschen. Nach dem GesprΓ€ch setzten wir unsere Reise fort und fanden bald einen Picknickplatz, an dem wir entspannt unser Abendessen zubereiteten und den Tag ausklingen ließen. Aveiro – Das Venedig Portugals Am nΓ€chsten Tag stand Aveiro auf dem Plan, und wir waren gespannt, die Stadt zu entdecken, die auch als das „portugiesische Venedig“ bekannt ist. Die Stadt war wirklich bezaubernd, mit ihren KanΓ€len und den traditionellen Booten im Venedig-Stil. Es gab viele BrΓΌcken und bunte, hΓΌbsche HΓ€user, die uns immer wieder in Staunen versetzten. Wir verbrachten einige Zeit damit, durch die Stadt zu schlendern und die Umgebung zu genießen, bevor wir uns auf den nΓ€chsten Abschnitt der Reise vorbereiteten. Entspannung und Sightseeing In den nΓ€chsten Tagen radelten wir weiter entlang der KΓΌste. Wir fanden immer wieder schΓΆne SchlafplΓ€tze, an denen wir die Natur genossen und unser Zelt aufschlugen. Langsam nahmen wir uns auch einige Pausentage, da wir noch genug Zeit bis zu unserem Housesit in Portugal hatten. Diese Tage waren eine willkommene Gelegenheit, uns zu erholen und die Reise nicht zu sehr zu hetzen. Unterwegs besichtigten wir Coimbra, die ehemalige Hauptstadt Portugals. Die Stadt war wirklich schΓΆn und bot uns viele interessante Orte zum Entdecken. Die Mischung aus Geschichte und moderner AtmosphΓ€re machte sie zu einem tollen Zwischenstopp. Ein paar Tage spΓ€ter erreichten wir schließlich unser Ziel: den Housesit. Die Anfahrt war nicht ganz einfach, denn es ging ordentlich bergauf, aber die Ankunft war umso schΓΆner. Wir hatten eine wunderbare Zeit mit dem Hund des Hauses und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit. Es war eine willkommene Abwechslung von der anstrengenden Radreise, und wir konnten die Zeit in vollen ZΓΌgen genießen. Dazu folgt auch noch ein extra Blogbeitrag. Ein Abschied und ein Neuanfang Gegen 10 Uhr verabschiedeten wir uns von dem Hund und dessen Besitzer. Bevor wir aufbrachen, legten wir noch einen kurzen Halt beim Dorfladen im Ort ein, um uns mit GetrΓ€nken zu versorgen. Dann begann unsere Fahrt, zunΓ€chst durch bergiges GelΓ€nde, spΓ€ter ΓΌber flachere Strecken. Unterwegs stießen wir auf einen Hund mit einem Halsband, der eine große, notdΓΌrftig genΓ€hte Wunde hatte. Er bellte ein abgemagertes Pferd an, das an einem Pflock angebunden war und dessen Rippen deutlich sichtbar waren. Der Hund wirkte hungrig, und so fΓΌtterten wir ihn mit einer Dose Katzenfutter. Gierig verschlang er das Futter und zeigte uns, dass er noch mehr Hunger hatte. Leider hatten wir nichts mehr ΓΌbrig und mussten schweren Herzens weiterfahren. Am Abend fanden wir hinter einem alten Lost Place einen geeigneten Schlafplatz. Die Ruhe des Ortes bot uns nach den

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Unser Erfahrungsbericht: Das MSR-Zelt nach sechs Monaten im Einsatz

In diesem Beitrag mΓΆchten wir unser Zelt von MSR vorstellen, unsere ersten EindrΓΌcke schildern und auf die Probleme eingehen, die uns in den ersten sechs Monaten auf unserer Open-End-Radreise begegnet sind. Wir teilen hier unsere ehrlichen Erfahrungen, ohne UnterstΓΌtzung von MSR. Falls du nach diesem Bericht Lust auf das Zelt bekommst, findest du hier unseren Affiliate-Link zu Amazon, wo du das Zelt oder Γ€hnliche Modelle kaufen kannst: Affiliate-Link zu Amazon. Unsere Erfahrungen mit dem MSR Elixir 3 nach sechs Monaten auf Radreise Eigentlich sind wir mit einem anderen Zelt auf unsere Open-End-Radreise gestartet. Doch schon nach wenigen Tagen mussten wir umplanen: Eine defekte Zeltstange machte das Zelt fΓΌr unsere Reise unbrauchbar. Wir haben es allerdings nicht zurΓΌckgegeben, sondern an ein Familienmitglied geschickt, damit wir es vielleicht irgendwann reparieren kΓΆnnen. Die Reparatur war unterwegs schlicht nicht mΓΆglich. An Tag 8 unserer Reise fanden wir uns in Bremen wieder und entschieden uns in einem Outdoor-GeschΓ€ft fΓΌr das MSR Elixir 3. Noch am selben Abend konnten wir es bei einem β€ž1niteTentβ€œ-Host ausprobieren und waren sofort positiv ΓΌberrascht: Der Aufbau war intuitiv, das Zelt gerΓ€umig und insgesamt machte es einen sehr robusten Eindruck. Von da an begleitete uns das MSR-Zelt jeden Tag – geschnallt auf den GepΓ€cktrΓ€ger, aufgebaut in der Natur, abgebaut am nΓ€chsten Morgen. Es wurde schnell zu unserem zuverlΓ€ssigen Begleiter. Wir haben das Zelt immer mit Sorgfalt behandelt, um Materialverschleiß zu minimieren. Doch wie das Leben unterwegs so ist, blieb es nicht bei den ersten positiven EindrΓΌcken. Hier erzΓ€hlen wir, wie sich das Zelt im Alltag bewΓ€hrt hat, welche Herausforderungen uns begegnet sind und wie MSR mit unseren Anliegen umgegangen ist. Der erste Stangenbruch: Rote Stange (Tag 67) Nach 67 Tagen, irgendwo in Frankreich, trat das erste grâßere Problem auf: Die rote Zeltstange brach. In der Situation mussten wir improvisieren. Mit Heringen und Kabelbindern bauten wir eine Art Schiene – eine vorΓΌbergehende LΓΆsung, die ΓΌberraschend gut hielt. Parallel dazu nahmen wir Kontakt mit MSR auf. Der Kundenservice war sehr freundlich und leitete uns direkt an den Support in Irland weiter. Nach ein paar E-Mails und dem Zusenden von Fotos versprach man uns einen kostenlosen Ersatz. Doch wie empfΓ€ngt man ein Paket auf einer Radreise? Nach langer Überlegung entschieden wir uns, das Ersatzteil an eine Filiale der franzΓΆsischen Post (LaPoste) senden zu lassen. Leider kam das Paket nie an, vermutlich, weil es ohne Absenderadresse und Trackingnummer verschickt wurde. Auch eine RΓΌcksendung an MSR war so nicht mΓΆglich. FΓΌr uns bedeutete das: weiterreisen und improvisieren. Eine kreative ZwischenlΓΆsung In einem Baumarkt bei Rennes fanden wir ein ein Meter langes Alu-Rohr, das wir in etwa 15 cm lange StΓΌcke zurechtsΓ€gten. Diese kleinen RohrstΓΌcke trugen wir von da an immer in unserer Werkzeugtasche mit. So konnten wir den ersten Bruch mit einem der RohrstΓΌcke und Patex Repair Extreme stabilisieren. Diese LΓΆsung hielt erstaunlich lange und begleitete uns durch mehrere LΓ€nder – bis an Tag 153, als das provisorische Überrohr ebenfalls brach. Zum GlΓΌck hatten wir noch genΓΌgend RohrstΓΌcke dabei, um das beschΓ€digte Rohr erneut mit Patex Repair Extreme zu kleben und das Zelt weiterhin nutzen zu kΓΆnnen. Der zweite Stangenbruch: Graue Stange (Tag 162) Nach etwa 162 Tagen, im November, brach schließlich die graue Stange des Zelts. Diesmal konnten wir direkt auf eines der verbliebenen Alu-RohrstΓΌcke aus unserer Werkzeugtasche zurΓΌckgreifen und es mit Patex Repair Extreme ΓΌber den Bruch kleben. Diese Methode bewΓ€hrte sich erneut, und wir konnten weiterhin mit dem Zelt unterwegs sein. Herausforderungen mit der Paketlieferung Nachdem das erste Ersatzpaket verloren gegangen war, hatten wir uns darauf konzentriert, eine alternative LΓΆsung zu finden. Da wir inzwischen Richtung SΓΌden unterwegs waren, wollten wir einen neuen Lieferort festlegen. Leider kam es dabei zu einem MissverstΓ€ndnis: WΓ€hrend wir noch mit MSR eine Alternative recherchierten, schickte der Support ein weiteres Paket an dieselbe LaPoste-Filiale. Auch dieses Paket ging verloren – entweder in der Postfiliale oder irgendwo unterwegs, da es ebenfalls ohne Tracking verschickt wurde. Obwohl die Situation frustrierend war, blieb der Kontakt mit MSR stets freundlich und lΓΆsungsorientiert. Der Support versuchte, uns bestmΓΆglich zu unterstΓΌtzen, auch wenn die Logistik nicht immer reibungslos funktionierte. Stockflecken und Feuchtigkeitsprobleme Inzwischen zeigte das Zelt die ersten Gebrauchsspuren: An den roten Bereichen des Zeltbodens bildeten sich Stockflecken, was vermutlich auf die hohe Luftfeuchtigkeit in einigen Regionen zurΓΌckzufΓΌhren war. Außerdem kam es bei starkem Regen zu vereinzelten Tropfen im Innenraum. Das NachimprΓ€gnieren der Außenplane brachte nur begrenzte Besserung. Kondenswasser auf der Innenseite der Außenplane war ebenfalls ein regelmÀßiges Problem. Dies ist jedoch aus unserer Sicht kein spezifischer Mangel des Zelts, sondern eine normale Begleiterscheinung, wenn Temperaturunterschiede und feuchte Bedingungen zusammenkommen. Ein Lichtblick: Erfolgreicher Ersatz in Portugal Am Ende des sechsten Monats hatten wir fΓΌr kurze Zeit eine feste Adresse bei einem Haussit in Portugal. Wir nahmen erneut Kontakt mit MSR auf und schilderten die bisherigen Probleme. Trotz der verlorenen Pakete reagierte der Support freundlich und hilfsbereit. Dieses Mal erreichte uns das Ersatzpaket tatsΓ€chlich – zu unserer großen Erleichterung. Zwar war die Verpackung wieder recht einfach (Luftpolsterfolie und Packpapier, ohne Absenderadresse), doch es kam unversehrt an. So konnten wir endlich die defekten Stangen durch Originalteile ersetzen und das Zelt wieder in seinen ursprΓΌnglichen Zustand versetzen. Unser Fazit Das MSR Elixir 3 hat uns auf unserer Reise treu begleitet – trotz der beschriebenen Herausforderungen. Die Zeltstangenprobleme waren Γ€rgerlich, doch durch den engagierten und freundlichen Support von MSR fΓΌhlten wir uns immer gut betreut. NatΓΌrlich gab es MissverstΓ€ndnisse, aber letztendlich zeigte sich das Unternehmen sehr entgegenkommend. Wir schΓ€tzen besonders das gerΓ€umige Design, die einfache Handhabung und die Robustheit des Materials. Allerdings empfehlen wir, auf eine stabile Ersatzteilversorgung zu achten, falls das Zelt langfristig und intensiv genutzt wird. Falls du ΓΌberlegst, dir dieses Zelt zuzulegen, kΓΆnnen wir es dennoch empfehlen – insbesondere, wenn du eine zuverlΓ€ssige und flexible LΓΆsung fΓΌr Outdoor-Abenteuer suchst. Hier nochmal der Link, wo du das Zelt oder Γ€hnliche Modelle finden kannst:https://amzn.to/4bWMTse LINK ZU PATTEX: https://www.amazon.de/dp/B000QB6HGO/ref=cm_sw_r_as_gl_apa_gl_i_7VF6M061EZB6A265GRBK?linkCode=ml2&tag=zar0bf-21 ZELTLINK AUF WEBSITE:https://amzn.to/4bWMTse

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Das unerwartete Angebot und die atemberaubende Aussicht [#18]

Gegen 12 Uhr verabschiedeten wir uns von unseren freundlichen Hosts und radelten weiter. Die Landschaft bescherte uns atemberaubende Ausblicke, doch die steilen Berge forderten uns wieder einmal heraus. SpΓ€ter am Tag legten wir einen Stopp bei einem Supermarkt ein, stΓ€rkten uns und machten uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Eine stΓΌrmische Nacht In der Nacht, gegen 3 Uhr, begann ein heftiger Sturm zu toben. Das Zelt wackelte bedenklich, und wir hofften instΓ€ndig, dass der Sturm bald nachlassen wΓΌrde. Am nΓ€chsten Morgen um 10 Uhr war es immer noch stΓΌrmisch, aber wir entschieden uns dennoch, unsere Reise fortzusetzen. Trotz der widrigen Bedingungen bauten wir im Sturm das Zelt ab, wobei Annkathrins Fahrrad leicht ins Zelt kippte – glΓΌcklicherweise blieb alles unbeschΓ€digt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 34 km/h starteten wir in den Tag. Zuflucht an der SteilkΓΌste: Ein Wasserfall und stΓΌrmische BΓΆen Unsere Route fΓΌhrte uns nach ToΓ±anes, wo wir einen Abstecher zu einem beeindruckenden Wasserfall an der SteilkΓΌste machten. Die raue Landschaft und der Blick auf das tosende Meer unter uns waren spektakulΓ€r. Doch kurz darauf wurde der Wind so stark, dass das Fahren unmΓΆglich wurde. Mit bis zu 90 km/h peitschte der Sturm ΓΌber die Klippen, was die Weiterfahrt zu gefΓ€hrlich machte. Im letzten Moment entdeckten wir durch Zufall eine SchutzhΓΌtte, in der wir spΓ€ter das Innenzelt aufbauten. Gegen 19 Uhr legte sich der Sturm, doch um 1:45 Uhr in der Nacht tobte erneut einer mit bis zu 55 km/h. Sonnige Aussichten nach dem Sturm Am nΓ€chsten Morgen schien die Sonne wieder, und vom Sturm war nichts mehr zu sehen. Wir radelten weiter durch atemberaubende Landschaften aus Bergen und Meer. Schließlich entdeckten wir einen wunderschΓΆnen Strand, an dem ein kleiner Bach ins Meer mΓΌndete. Dieser Ort schien perfekt, um einen Pausentag einzulegen und die Ruhe zu genießen. Unerwartete Entdeckungen und ein atemberaubender Sonnenaufgang Unsere Reise fΓΌhrte uns weiter und an einem anderen Strand fanden wir eine ΓΆffentliche Steckdose direkt am Meer – der perfekte Ort, um unsere GerΓ€te aufzuladen und gleichzeitig den Ausblick zu genießen. Ein paar Kilometer weiter trafen wir auf einen Aussichtspunkt, der uns den Atem raubte. Ausnahmsweise entschieden wir uns, den Sonnenaufgang anzusehen. Die traumhafte Kulisse ließ den frΓΌhen Start in den Tag lohnenswert erscheinen. Der Sonnenaufgang war schlichtweg wunderschΓΆn. Herausforderungen bei den Bufones de Pria und ein unerwarteter RΓΌckschlag Unser nΓ€chstes Ziel waren die Bufones de Pria, doch leider blieben uns die spektakulΓ€ren Geysire verwehrt. Danach setzten wir unsere Fahrt nach Ribadesella fort, wo wir einen Supermarkt besuchten. Doch wΓ€hrend der Fahrt verschlechterte sich Nicos Zustand zunehmend. Vermutlich hatte er etwas Verdorbenes gegessen oder getrunken, denn er ΓΌbergab sich mehrmals und litt unter Durchfall. Die letzten Meter zum Rastplatz half Annkathrin ihm daher den Berg hinauf, wΓ€hrend er sichtlich erschΓΆpft war. Ein Pausentag zur Erholung Am Rastplatz angekommen, ΓΌbernahm Annkathrin fast allein den Aufbau des Zelts, wΓ€hrend Nico versuchte, sich zu erholen. Der nΓ€chste Morgen begann ungewΓΆhnlich: Wir wurden von einem RasenmΓ€her geweckt. Da wir ohnehin etwas Erholung brauchten, entschieden wir uns, zu einem Campingplatz umzuziehen, der nicht mal 1 km entfernt war, und dort zwei NΓ€chte zu bleiben, um neue Kraft zu schΓΆpfen. Vom normalen Zelt zum Glamping-Abenteuer Unsere Tage auf dem Campingplatz begannen im normalen Zelt, bis eine plΓΆtzliche Regenflut den gesamten Platz unter Wasser setzte. So wechselten wir kurzerhand ins Glamping-Zelt, eine kleine Komfort-Oase, die uns vor den Wassermassen schΓΌtzte. Auf dem Campingplatz begegneten wir auch Lyla, einer freundlichen HΓΌndin, die uns mit ihrem Charme sofort ein LΓ€cheln ins Gesicht zauberte. SpΓ€ter entdeckten wir dann noch eine Katze, die vier kleine KΓ€tzchen zur Welt gebracht hatte. Ein Abstecher zur Cascada La Mexona Nach dieser unerwarteten Campingplatz-Geschichte machten wir uns auf den Weg zur Cascada La Mexona, einem versteckten Wasserfall nahe der KΓΌste. Der Weg dorthin war teils steil und herausfordernd, doch die spektakulΓ€re Kulisse entschΓ€digte uns fΓΌr jede MΓΌhe. Ein Tag in Gijon: Supermarkt, Strand und SIM-Karte Mit knurrenden MΓ€gen erreichten wir Gijon und suchten direkt den nΓ€chsten Supermarkt auf. Frisch gestΓ€rkt ging es weiter zum Copyshop, und schließlich zog uns der Strand mit seinen Wellen und der Aussicht in den Bann. Mit einer neuen Prepaid-SIM-Karte in der Tasche fΓΌhlten wir uns perfekt gerΓΌstet fΓΌr die nΓ€chsten Etappen. Saubere Schuhe und neue AusrΓΌstung Am nΓ€chsten Morgen war ein Stopp bei der WΓ€scherei fΓ€llig – unsere Schuhe hatten es dringend nΓΆtig. Nach einem Mittagessen radelten wir zu Decathlon, um die GasvorrΓ€te aufzustocken, und fanden einen ruhigen Schlafplatz, um den Abend gemΓΌtlich ausklingen zu lassen. Abendstimmung am Stausee Am nΓ€chsten Tag ließen wir uns Zeit und erreichten nach einigen Kilometern einen idyllischen Stausee. Hier machten wir Pause und genossen den Sonnenuntergang in friedlicher AtmosphΓ€re. Lagerfeuerabende In AvilΓ¨s besuchten wir die Post und kauften in der Innenstadt ein. Der Weg fΓΌhrte uns zu einem Picknickplatz, wo wir endlich unsere neue Pfanne einweihten und den Tag mit einem knisternden Lagerfeuer beschlossen. Unsere Reise entlang der KΓΌste fΓΌhrte uns zu zwei traumhaften SchlafplΓ€tzen direkt am Meer – und beide boten eine Feuerstelle. So ließen wir die Abende unter dem Sternenhimmel ausklingen, das Knistern des Lagerfeuers und die raue Meeresluft in der Nase, eine perfekte Kombination aus Natur und Ruhe. Mit einer ΓΌberraschenden Wendung kam die Zusage fΓΌr einen Housesit in Portugal! Um diesen Termin wahrnehmen zu kΓΆnnen, entschieden wir, einen Teil der Strecke per Zug zu ΓΌberbrΓΌcken. Von Soto de LuiΓ±as ging es nach Xuvia, wo wir die Gelegenheit hatten, uns in einem Hotelzimmer fΓΌr zwei NΓ€chte auszuruhen und PlΓ€ne fΓΌr die kommende Route zu schmieden. Von Steigungen und Aussichtspunkten: Unser Weg nach Pontedeume Nach einer erholsamen Nacht machten wir uns auf den Weg. Knapp 20 Kilometer lagen vor uns – eine Mischung aus flachen Abschnitten und anstrengenden, steilen Anstiegen. Doch die MΓΌhe lohnte sich: Immer wieder wurden wir mit atemberaubenden Ausblicken auf die umliegende Landschaft belohnt. Am Nachmittag erreichten wir Pontedeume, eine charmante Kleinstadt mit einem reichen historischen Erbe. Besonders beeindruckte uns ein mittelalterlicher Turm, der stolz ΓΌber der Stadt thront und uns in eine andere Zeit versetzte. Die steilen Straßen der Stadt forderten

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Vom Wald nach Spanien: Die Entdeckung der baskischen KΓΌste [#17]

Der Tag begann mit einer Fahrt durch WΓ€lder mit Korkeichen, Heidekraut und hohen BΓ€umen. Der Weg ging bergauf und bergab, oft auch einfach nur geradeaus durch dichte WΓ€lder. Unterwegs begegneten wir einem jungen Mann aus Nantes, der sein Zelt reparieren musste. Wir halfen ihm mit etwas Panzertape, bevor wir unseren Weg fortsetzten. Am Abend freuten wir uns ΓΌber einen ruhigen See, der eine willkommene Abwechslung zu den endlosen WΓ€ldern bot. Am nΓ€chsten Tag radelten wir durch kleine Orte, oft begleitet von FlΓΌssen, bis die Strecke wieder durch WΓ€lder und weiter an kleinen Orten entlangfΓΌhrte. Als wir uns der Grenze zu Spanien nΓ€herten, wurde der Weg zunehmend hΓΌgeliger, und bei 31 Grad schafften wir es nur noch bis 20 Kilometer vor der Grenze. Die Hitze und die HΓΆhenmeter verlangten uns alles ab. Schließlich erreichten wir die Grenze zu Spanien, kauften einige Dinge im Supermarkt und radelten durch mehrere große StΓ€dte, darunter San Sebastian. Die Stadt beeindruckte uns mit ihrer SchΓΆnheit, und wir gΓΆnnten uns dort leckere Empanadas. Danach wurde es wieder bergig, die Temperaturen stiegen auf 28 Grad, und wir mussten teilweise die RΓ€der schieben, um voranzukommen. Nach einem anstrengenden Tag fanden wir einen Schlafplatz in der NΓ€he eines Wasserfalls, wo wir uns ein Bad gΓΆnnten. In der Nacht zog ein Gewitter ΓΌber uns hinweg. Am nΓ€chsten Morgen bezwangen wir den steilen Berg, wΓ€hrend wir den Nebel ΓΌber den Bergen beobachteten. Die Route fΓΌhrte entlang eines Flusses, und schließlich suchten wir in Orion nach einer Trocknungspause fΓΌr unsere nassen Sachen einen Campingplatz auf. Auf Entdeckungstour: Von Zarautz ins Landesinnere Nach drei NΓ€chten auf dem Campingplatz war es endlich Zeit, unsere Reise fortzusetzen. Mit frischem Schwung radelten wir von Zarautz aus direkt am Atlantik entlang. Die KΓΌstenlandschaft war einfach atemberaubend, und wir genossen die frische Meeresbrise, wΓ€hrend wir die Route nach Getaria und Zumaia in Angriff nahmen. Doch nach diesen malerischen KΓΌstenorten fΓΌhrte uns der Weg ins Landesinnere. Auf einer Landstraße fuhren wir am Seitenstreifen und hatten mit starkem Seitenwind zu kΓ€mpfen, der uns immer wieder zur Seite drΓ€ngte. Es war eine Herausforderung, die uns jedoch nicht aufhielt. Schließlich entdeckten wir einen Fahrradweg, der uns entlang des ruhigen Flusses Ursola fΓΌhrte. Die Fahrt durch die charmanten Orte Azpeitia und Loiola war ein echter Genuss und ließ uns die Anstrengungen der vorherigen Etappen schnell vergessen. Nachdem wir die Gegend erkundet hatten, begaben wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz fΓΌr die Nacht. Der nΓ€chste Morgen begrüßte uns mit Regen, sodass wir uns entschieden, zunΓ€chst im Zelt zu bleiben und einen Pausentag einzulegen. Manchmal ist es einfach notwendig, sich zurΓΌckzulehnen und die Ruhe zu genießen. Nach einem gemΓΌtlichen FrΓΌhstΓΌck am nΓ€chsten Morgen ging es dann richtig zur Sache: Der steile Anstieg zum Akatzee, der auf 410 Meter HΓΆhe liegt, wartete auf uns. Es war eine Herausforderung, aber die Belohnung folgte schnell: Die Abfahrt war angenehm und bot uns spektakulΓ€re Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Nach der Abfahrt fuhren wir durch einige kleinere Orte, immer auf der Suche nach einem neuen Schlafplatz fΓΌr die Nacht. Auf den Straßen von Bilbao: Ein unvergessliches Erlebnis Unsere Radtour fΓΌhrte uns weiter durch die lebhaften Vororte von Bilbao. An einer Bushaltestelle machten wir Halt, um uns von der stark befahrenen Straße zu erholen und den Regen abzuwarten. PlΓΆtzlich wurden wir von einem lauten Knall aus unseren Gedanken gerissen. Ein Kleinwagen, besetzt mit vier jungen MΓ€nnern, war gegen die Mittelplanke gefahren und kam hinter einem Glascontainer zum Stehen. In diesem Moment reagierte Nico blitzschnell. Er sprang auf und rannte ΓΌber die Straße, um den MΓ€nnern zu helfen. Annkathrin blieb ruhig und alarmierte den Rettungsdienst, wΓ€hrend sie abwechselnd Englisch und Spanisch sprach, um die Situation zu klΓ€ren. GlΓΌcklicherweise traf der Rettungswagen noch wΓ€hrend des Telefonats ein, gefolgt von der Polizei und kurz darauf auch von der Feuerwehr. Bis auf eine Person schienen die Insassen des Wagens keine grâßeren Verletzungen davongetragen zu haben, was uns allen einen gewissen Erleichterung brachte. Nach diesem unerwarteten Zwischenfall hielten wir noch einige Minuten inne, um die Situation zu verarbeiten, bevor wir unsere Fahrt durch die Vororte von Bilbao fortsetzten. Nach langer Suche fanden wir schließlich einen Schlafplatz, der uns eine wohlverdiente Ruhe bot. Am nΓ€chsten Tag radelten wir durch kleinere Orte, immer in der NΓ€he der Bundesstraße. Unsere nΓ€chste Station war ein großer Supermarkt, wo wir uns mit den nΓΆtigen Lebensmitteln eindeckten. Nach dem Einkauf begaben wir uns erneut auf die Suche nach einem Schlafplatz. In der NΓ€he des Meeres fanden wir schließlich einen geeigneten Platz, an dem wir den Abend ruhig ausklingen lassen konnten. Ein sonniger Start in Castro Urdiales Der nΓ€chste Tag begann mit strahlendem Sonnenschein und einer spektakulΓ€ren Aussicht auf das glitzernde Meer in Castro Urdiales. Nach einem kΓΆstlichen FrΓΌhstΓΌck in der NΓ€he des Wassers waren wir bereit, unsere Reise bei sommerlichen Temperaturen fortzusetzen. Der Weg fΓΌhrte uns bergauf und bergab, und wir mussten unsere FahrrΓ€der immer wieder schieben, um die steileren Abschnitte zu bewΓ€ltigen. Großteils verlief unsere Route ΓΌber eine Bundesstraße, die uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft fΓΌhrte. Gegen 16 Uhr ΓΌberraschte uns ein krΓ€ftiger Regenschauer, der uns dazu brachte, an einem Rastplatz Halt zu machen. Wir suchten Schutz und nutzten die Gelegenheit, um uns auszuruhen und zu entspannen, wΓ€hrend die Regentropfen gegen die DΓ€cher prasselten. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, radelten wir noch einige Kilometer weiter, bis wir einen geeigneten Schlafplatz fanden. Es war ein ruhiger Ort, der uns die nΓΆtige Erholung nach einem anstrengenden Tag bot. Am nΓ€chsten Tag begrüßte uns der Himmel mit einer grauen Wolkendecke, und es regnete wie aus KΓΌbeln. Angesichts des strΓΆmenden Regens entschieden wir uns, einen Pausentag einzulegen. Auf zu neuen Abenteuern: Von der WΓ€scherei nach Santander Nach einem erholsamen Schlaf radelten wir am nΓ€chsten Tag zum nΓ€chstgrâßeren Ort, um unsere VorrΓ€te aufzufΓΌllen. In diesem kleinen Ort angekommen, fanden wir alles, was wir benΓΆtigten, und setzten unsere Reise fort. Ein Ort weiter hielten wir bei einer WΓ€scherei an, um unsere schmutzige WΓ€sche fΓΌr 10 € im Trockner waschen und trocknen zu lassen – ein echter Luxus nach mehreren Tagen im Freien! WΓ€hrend wir

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Mit dem Fahrrad durch Frankreich. Die WanderdΓΌne "Dune du Pilat"

Von der DΓΌne du Pilat zu klaren SternennΓ€chten [#16]

Unser 100. Tag auf der Reise begann mit einer unerwarteten RegenΓΌberraschung beim Zeltabbau. Schnell improvisierten wir, spannten die Zeltbodenplane ΓΌber unsere FahrrΓ€der und fanden selbst Schutz in einem kleinen WΓ€ldchen. Als der Regen nachließ und die Sonne herauskam, trockneten wir unsere Planen und setzten gegen 11 Uhr unsere Fahrt fort. Der Weg fΓΌhrte uns durch Felder, kleinere Orte und Weinfelder. In Mortagne-sur-Gironde hielten wir an und waren ΓΌberwΓ€ltigt vom wunderschΓΆnen Ausblick: Die charmanten HΓ€user, der Blick auf den Fluss, den Hafen und die beeindruckenden FelswΓ€nde verliehen dem Ort ein besonderes Flair. Am Hafen gΓΆnnten wir uns eine Pommespause, bevor es weiter entlang der Gironde und eines Baches ging. Nach etwa 57 Kilometern fanden wir schließlich einen geeigneten Schlafplatz, wo wir unseren JubilΓ€umstag mit einem Abendessen und einem Zeltaufbau nach Sonnenuntergang abschlossen. Von Regen, FΓ€hren und einem herzlichen Empfang Gegen 11:30 Uhr setzten wir unsere Reise fort, nachdem wir uns bei einem Baum vor einem Regenschauer geschΓΌtzt hatten. Der Weg fΓΌhrte uns durch kleine Orte und Weinberge nach Blaye, wo wir die FΓ€hre ΓΌber die Gironde nahmen. Nach der Überfahrt entdeckten wir wieder FischerhΓ€uschen und machten an einem Picknickplatz Halt, bevor wir weiterfuhren und eine Kirche mit rundem Kirchturm, eine WindmΓΌhle und viele SchlΓΆsser und Weinfelder sahen. Bei unseren Warmshowers-Hosts angekommen, wurden wir trotz ihrer einstΓΌndigen VerspΓ€tung herzlich empfangen. Wir durften im GΓ€stebett im Wohnzimmer schlafen und kochten gemeinsam in der KΓΌche ein leckeres Abendessen, das wir alle zusammen genossen. Ein ruhiger Arbeitstag Der Tag begann mit etwas praktischer Arbeit: Wir imprΓ€gnierten unser Zelt, hingen nasse Sachen zum Trocknen auf und arbeiteten an unseren Laptops. Zwischendurch genossen wir eine warme Dusche. Eine besondere Überraschung erreichte uns in Form einer Anfrage von den stadtlichtern, einem Magazin aus LΓΌneburg, das ΓΌber uns berichten mΓΆchte. Ansonsten verlief der Tag ruhig und ohne besondere Ereignisse, was uns nach den vielen Abenteuern der letzten Tage etwas Zeit zum Durchatmen gab. Ein GesprΓ€ch und ein Spiel Heute fΓΌhrten wir ein spannendes Telefonat mit einer Reporterin des Magazins stadtlichter aus LΓΌneburg, die ΓΌber unsere Reise berichten mΓΆchte. Am Abend verbrachten wir Zeit mit den Kindern unserer Hosts, spielten zusammen ein Spiel und genossen danach ein gemeinsames Abendessen. Weiter nach Bordeaux Nach dem Abschied von unseren Hosts radelten wir durch endlose Weinfelder in Richtung Bordeaux. In der Stadt fuhren wir entlang der Garonne, erkundeten die Innenstadt kurz und setzten dann unsere Reise aus der Stadt heraus fort. Ein langer, gerader Weg Heute fuhren wir 35 Kilometer schnurgeradeaus, ohne nennenswerte Abweichungen – eine echte Monotonie im Vergleich zu unseren sonst so abwechslungsreichen Strecken. EindrΓΌcke von der Dune du Pilat Wir besuchten die Dune du Pilat, Europas grâßte WanderdΓΌne. Die schiere Grâße und der Ausblick waren beeindruckend. Nach einem kurzen Stopp fuhren wir weiter, sahen einen wunderschΓΆnen Sonnenuntergang und viele weitere DΓΌnen. Der Weg fΓΌhrte uns stΓ€ndig bergauf und bergab. An einem Supermarkt trafen wir ein nettes Ehepaar aus Bielefeld, mit dem wir uns lange unterhielten. Abends waren wir froh, in unseren SchlafsΓ€cken zu liegen. ZufΓ€lliges Wiedersehen und klare NΓ€chte Nach den ersten Kilometern auf dem Rad trafen wir zufΓ€llig das Ehepaar vom Vortag und fuhren einige Kilometer gemeinsam, bevor sich unsere Wege trennten. Wir hielten an einem großen See bei Biscarrosse, wo Annkathrin schwimmen ging. Das Wasser war angenehm warm, und ein nahegelegener Aquapark sorgte fΓΌr Musik in der Luft. Nach einem lΓ€ngeren Abschnitt parallel zur Landstraße suchten wir einen Schlafplatz. Unter einem sternenklaren Himmel bauten wir nur unser Innenzelt auf. Trotz kΓΌhler Temperaturen blieben wir in unseren SchlafsΓ€cken warm. Ein Tag voller kleiner Erlebnisse Nach dem FrΓΌhstΓΌck im Zelt ging Annkathrin zu Fuß zum Supermarkt, wΓ€hrend Nico Plastikflaschen im nahegelegenen Wald einsammelte. Danach fuhren wir weiter und entdeckten einen Wohnmobilparkplatz mit kostenlosem WLAN. Dort versuchten wir, ein Video hochzuladen, doch trotz Buchung von zusΓ€tzlichem Datenvolumen reichte der Laptop-Akku nicht aus, um den Upload abzuschließen. SpΓ€ter boten uns unsere Campingnachbarn aus Heilbronn ΓΌbrig gebliebene Nudeln an, und wir unterhielten uns bis spΓ€t in den Abend. Affiliate-Link Bitte beachte, dass der oben genannten Amazon-Link ein sogenannter Affiliate-Link ist. Wenn du ΓΌber diese Links einen Kauf tΓ€tigst, erhalten wir eine kleine Provision, die uns bei der Finanzierung unserer Reise unterstΓΌtzt. Du musst kein spezielles Produkt auswΓ€hlen. FΓΌr dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.

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Von Salzfeldern zu DΓΌnen: Inselzauber auf dem Rad [#15]

Wir starteten gegen 10 Uhr, da es morgens noch regnete. Wir frΓΌhstΓΌckten im Zelt und entspannten uns etwas, bevor wir uns auf den Weg machten. Zu Beginn fuhren wir durch Orte mit vielen Freizeitparks. Der Regen hielt die ersten Stunden an, und wir zogen unsere Regenhosen an. Unsere Route fΓΌhrte uns durch grâßere und kleinere Orte und vorbei an zahlreichen HΓ€fen mit vielen Booten. Der Velodyssee-Radweg schlΓ€ngelte sich auch durch DΓΌnenlandschaften und an Salzfeldern entlang. SpΓ€ter ließ der Regen nach, und wir hielten an, um zu kochen. WΓ€hrend des Essens trafen wir erneut die deutschen Radreisenden, die wir am Vortag getroffen hatten. Nach dem Essen setzten wir unsere Fahrt fort und suchten nach einem Schlafplatz. Die Suche gestaltete sich schwierig, da viele GrΓΌnflΓ€chen in grâßeren StΓ€dten in der NΓ€he abgesperrt waren. Schließlich fanden wir nach 69,2 Kilometern einen Parkplatz fΓΌr Wohnmobile und Autos mit schΓΆner Aussicht. Nach RΓΌcksprache mit den niederlΓ€ndischen Campern, die dort standen, bauten wir unser Zelt vor ihnen auf. Durch Salzfelder und entlang der KΓΌste Gegen 10 Uhr, nach dem Zeltabbau und FrΓΌhstΓΌck, setzten wir unsere Fahrt fort. Wir radelten einige Kilometer entlang des Velodyssee-Radweges und durchquerten Salzfelder und kleinere Orte. In Jar sur Mer kauften wir Bananen und ein Baguette. Das Baguette und je eine Banane verzehrten wir direkt vor Ort, wΓ€hrend wir uns die Innenstadt von Jar sur Mer ansahen. Anschließend fuhren wir weiter entlang des Velodyssee-Radweges, durch weitere Orte, und hielten in einem Supermarkt, um ein paar Dinge einzukaufen. Der Weg fΓΌhrte uns vorbei an einem Hafen und einer beeindruckenden Felsenstadt. SpΓ€ter fanden wir eine Bank, halb im Schatten, und machten eine Pause, um der brennenden Sonne zu entkommen. Dort entspannten wir und aßen etwas. Die Challenge (200 km in 3 Tagen zu fahren), die wir uns gesetzt hatten, haben wir auf den Punkt genau geschafft. Wir stießen erneut auf ein verlassenes GelΓ€nde, das frΓΌher wohl als Ferien- oder Zeltlager genutzt wurde. Hinter dem verbarrikadierten HauptgebΓ€ude entdeckten wir etwa zehn leere Zeltgestelle in verschiedenen Grâßen. ZunΓ€chst entspannten wir uns und stΓ€rkten uns mit einem Snack. Dann machten wir uns Gedanken, wo wir unser Zelt aufstellen sollten. Die ebenen BetonflΓ€chen unter den Zeltgestellen wΓ€ren ideal gewesen, doch wegen der drohenden Gewitter in der Nacht entschieden wir uns, das Zelt direkt an der geschΓΌtzten Wand des HauptgebΓ€udes aufzubauen. Der Nachteil: Der Boden war asphaltiert, und wir konnten keine Heringe setzen. Was uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst war – diese Entscheidung wΓΌrde uns spΓ€ter noch Probleme bereiten. Ein stΓΌrmischer Start und eine ruhige Fahrt Die Nacht war unruhig: Starker Wind peitschte gegen das Zelt, das sich bedrohlich nach innen und außen bog. Blitze zuckten durch die Dunkelheit, das Gewitter tobte stundenlang. Schlaf war kaum mΓΆglich, und am nΓ€chsten Morgen fΓΌhlten wir uns erschΓΆpft. GemΓΌtlich starteten wir in den Tag. Die Sonne ließ sich blicken, also rΓ€umten wir das Zelt aus und hΓ€ngten die durchnΓ€ssten Sachen zum Trocknen auf. Beim FrΓΌhstΓΌck kehrten unsere KrΓ€fte langsam zurΓΌck. Annkathrin machte sich zu Fuß auf den Weg zur Boulangerie und zum Supermarkt. Auf dem Hinweg begegnete sie den Berliner Radreisenden, die mit frischen Baguettes bepackt an ihr vorbeiradelten. ZurΓΌck beim Zelt aßen wir zusammen noch etwas und nutzten die Zeit, um an unseren BlogbeitrΓ€gen zu arbeiten, wΓ€hrend die Sonne unsere AusrΓΌstung trocknete. Als alles bereit war, ging es weiter. Wir fuhren entlang idyllischer BΓ€che und eines Kanals. An einem kleinen Teich machten wir Halt und kochten einfache Chinanudeln. Die Strecke fΓΌhrte uns weiter, und an einem Picknickplatz entdeckten wir einen Trinkwasserspender, um unsere Flaschen aufzufΓΌllen. Kilometer um Kilometer ging es Richtung La Rochelle. In Dompierre-sur-Mer kochten wir Spaghetti mit veganer Bolognese – das perfekte Abendessen nach einem langen Tag im Sattel. Frisch gestΓ€rkt legten wir noch einige Kilometer zurΓΌck, bis wir einen ruhigen Platz fΓΌr die Nacht fanden. Meilensteine und InseltrΓ€ume Um 11 Uhr brachen wir auf, mit dem Ziel La Rochelle. Kurz nach Mittag, um 12:01 Uhr am 2. September 2024, knackten wir die 3.000-Kilometer-Marke – ein Moment zum Innehalten und Feiern! Weiter ging es entlang des Kanals bis nach La Rochelle, wo wir zuerst einen Decathlon ansteuerten. Annkathrin gΓΆnnte sich eine neue Zip-Off-Hose und eine Steppjacke, und wir kauften eine Ersatzgasflasche. Danach fuhren wir in Richtung Innenstadt und legten einen kurzen Stopp bei einem Supermarkt ein. Nach einem kurzen Bummel durch das historische Zentrum von La Rochelle machten wir uns auf den Weg zur Île de RΓ©. Über eine lange BrΓΌcke erreichten wir die Insel und radelten entlang der KΓΌste. An einem Picknickplatz machten wir Halt, um unser Abendessen zu kochen. Nach ein paar weiteren Kilometern fanden wir einen ruhigen Schlafplatz und waren erleichtert, als das Zelt endlich stand – der perfekte Abschluss eines ereignisreichen Tages. Inselabenteuer und KΓΌstenzauber Gegen 12 Uhr setzten wir unsere Reise fort, zunΓ€chst entlang der Hauptstraße, bis wir zur Notre-Dame-de-RΓ© kamen, einer charmanten Kirche auf der Île de RΓ©. Danach fΓΌhrte uns der Weg auf ruhigeren Straßen und Fahrradwegen weiter. Wir radelten vom Landesinneren immer wieder zurΓΌck zur KΓΌste, vorbei an malerischen HΓ€fen und kleinen DΓΆrfern. In Saint-Martin-de-RΓ© machten wir einen lΓ€ngeren Halt, um die Stadt genauer zu erkunden. Besonders beeindruckend fanden wir die im Wind hΓ€ngenden PappmachΓ©-Menschen, die den Straßen eine kΓΌnstlerische Note verliehen. Der Hafen und die charmante Architektur luden uns ein, eine Pause einzulegen und mit Blick auf das Wasser unser Mittagessen zu genießen. Spontan beschlossen wir, die gesamte Insel zu umrunden. Der Weg fΓΌhrte uns auf gut besuchten Fahrradwegen entlang von Weinbergen, Salzfeldern und der KΓΌste. Besonders faszinierend war die Darstellung des Salzabbaus bei einem der Salzfelder – symbolisch dargestellt durch aufgehΓ€uftes Salz auf einem Tisch und einer mit Salz gefΓΌllten Schubkarre. Am Abend erreichten wir einen Picknickplatz in der NΓ€he des Strandzugangs. Dort entdeckten wir eine umweltfreundliche Toilette mit einem innovativen System, bei dem man nach der Benutzung einen Hebel mit dem Fuß betΓ€tigen musste, um den Abfall weiterzuverarbeiten. Vom Strand aus konnten wir in der Ferne den Leuchtturm Le Phare de RΓ© sehen. SpΓ€ter bauten wir in der NΓ€he unser Zelt auf. ZurΓΌck auf der

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Pause auf Open-End-Radreise. Park in Nantes, Frankreich.

StΓΌrmische AnfΓ€nge und entspannte AusklΓ€nge: Von Nozay nach Nantes [#14]

Heute ging es mit dem Rad weiter, und die Strecke hatte es in sich. Es war ein stΓ€ndiges Auf und Ab – die HΓΌgel wollten kein Ende nehmen. Schon nach wenigen Kilometern erreichten wir Nozay, wo wir uns auf die Suche nach einem Platz fΓΌr eine Pause machten. Ein freundlicher Bewohner zeigte uns einen Park, der sich als idealer Picknickplatz entpuppte. Im Park legten wir eine Pause ein und entspannten uns. Der Regen kam immer mal wieder, aber zum GlΓΌck fanden wir einen Unterstand, unter dem wir trocken blieben. So konnten wir den Tag etwas ruhiger angehen lassen. Zwischendurch erkundeten wir den Park auch jeder fΓΌr sich. Es gab einen Trimm-dich-Pfad, eine Tischtennisplatte, einen Spielplatz und sogar einen kleinen Obst- und GemΓΌsegarten. Am Abend kochten wir vegane Auberginenschnitzel mit Salat. Danach bauten wir das Zelt auf und machten uns bereit fΓΌr die Nacht. Zwischen Gewitter und Gastfreundschaft Der Tag begann wie gewohnt mit dem Zeltabbau, und wir frΓΌhstΓΌckten auf der Zeltbodenplane. Da wir bereits wussten, dass ein Gewitter bevorstand, machten wir uns frΓΌh auf den Weg. Die ersten Kilometer fΓΌhrten uns entlang von Straßen, bis wir den Canal Nantes Γ  Brest erreichten. Dort fanden wir einen Unterstand mit PicknickplΓ€tzen – ideal, um eine Pause einzulegen und das Wetter abzuwarten. ZunΓ€chst entspannten wir uns und schauten noch einen Film. Doch als der Starkregen einsetzte und es zu gewittern begann, wurde es ungemΓΌtlich. Der Unterstand hatte zwar ein Dach, aber keine SeitenwΓ€nde, sodass wir trotz Schutz nass wurden. Wir flΓΌchteten schnell auf die eine Seite des Unterstands, wo es noch trocken blieb. WΓ€hrend des Gewitters fielen die Temperaturen rapide. Also suchten wir in unseren Taschen nach etwas zum Überziehen, um nicht zu frieren. Eingemummelt warteten wir ab, bis das Wetter sich besserte. Nachdem das Gewitter einige Stunden spΓ€ter endlich nachließ und die Sonne wieder herauskam, setzten wir unsere Fahrt fort. Wir erreichten einen See in La Chapelle-sur-Erdre, wo wir unser Abendessen zubereiteten. Auf der Suche nach einem Schlafplatz sprach uns eine Frau an und bot uns an, in ihrem Garten zu ΓΌbernachten. Wir nahmen das Angebot dankbar an und durften sogar die Toilette und den Strom nutzen. Nach dem Aufbau unseres Zeltes schauten wir noch einen Film, bevor wir uns zur Ruhe legten. Auf nach Nantes Am nΓ€chsten Tag setzten wir unsere Reise fort und radelten nach Nantes. Wir kamen frΓΌh in der Stadt an und beschlossen, uns zunΓ€chst im Parc de Floralies de Beaujoire zu entspannen. Dort breiteten wir unser nasses Zelt in der Sonne aus, um es zu trocknen. Gleichzeitig nutzten wir die Gelegenheit, den wunderschΓΆnen Park zu erkunden, der mit WasserfΓ€llen und einer Vielzahl von Pflanzen beeindruckte. Nach einigen Stunden im Park machten wir uns auf in die Innenstadt von Nantes. Unser erstes Ziel war das ChΓ’teau des ducs de Bretagne, das wir besichtigten. Im Innenhof des Schlosses stießen wir zufΓ€llig auf eine andere Radreisende. Sie hatte das gleiche Fahrrad wie wir, nur in einer anderen Farbe, und wir kamen ins GesprΓ€ch. Es stellte sich heraus, dass sie eine FranzΓΆsin auf Urlaubstour war. Wir schenkten ihr unseren Toaster, den wir nur dreimal auf unserer Tour benutzt hatten und nicht mehr benΓΆtigten. Sie freute sich darΓΌber, und wir waren froh, ihn loszuwerden. Nach der Begegnung genossen wir noch eine Portion Pommes, bevor wir uns auf den Weg zu unseren Warmshowers-Hosts machten. Dort angekommen, konnten wir uns erst einmal duschen und entspannen. Danach arbeiteten wir ein wenig, bevor wir uns am Abend noch eine Weile erholten und schließlich schlafen gingen. Ein entspannter Tag in Nantes Wir nutzten den Morgen, um auszuschlafen und uns von der letzten Etappe zu erholen. Den Großteil des Tages verbrachten wir damit, an unseren Videos zu arbeiten und uns zu entspannen. Am Abend lernten wir unseren weiteren Warmshowers-Host kennen. Wir verbrachten einige Zeit mit ihm, unterhielten uns und tauschten Erfahrungen aus. Danach gingen wir zu zweit in ein Restaurant, um etwas essen und trinken zu gehen. Bei dieser Gelegenheit erkundeten wir noch ein wenig die Innenstadt von Nantes. Nach einem angenehmen Abend und einem kleinen Stadtbummel kehrten wir zurΓΌck und schliefen schließlich ausgeruht ein. Ein entspannter Tag mit unserem Host Wir starteten den Tag entspannt und schliefen aus. Den Vormittag nutzten wir, um weiter an der Pflege unserer Videos und der Webseite zu arbeiten. Mittags kochten wir gemeinsam mit unserem Host ein leckeres Mittagessen, was eine nette Gelegenheit war, sich noch besser kennenzulernen. Am Abend verbrachten wir Zeit zusammen bei einem Bier und einer anregenden Unterhaltung. Es war ein entspannter Tag, der uns die MΓΆglichkeit gab, uns weiter mit unserem Host zu verbinden und die lokale AtmosphΓ€re zu genießen. Weiterfahrt und Entspannung Gegen Mittag, nachdem wir von unserem Host mit Obst, etwas GemΓΌse und einem guten Wein beschenkt wurden, machten wir uns wieder auf den Weg. Unsere Route fΓΌhrte uns durch Trentemoult, einen Stadtteil nahe Nantes, der uns mit seinen bunt gestrichenen HΓ€usern beeindruckte. WΓ€hrend der Fahrt genossen wir bereits den Wein und die Snacks, die uns geschenkt worden waren. Wir fuhren weiter und legten eine Pause an einem Moor ein, wo wir auf einem Parkplatz einige Stunden verbrachten. Danach suchten wir nach einem schΓΆnen Platz zum Kochen. Schließlich fanden wir einen idealen Ort, an dem wir abends den geschenkten Wein zum Abendessen genossen und unser Zelt aufbauten. Unsere 200-Kilometer-Challenge beginnt Wir starteten den Tag gegen 9 Uhr und begannen unsere eigene Challenge: an drei aufeinanderfolgenden Tagen insgesamt 200 Kilometer bis nach La Rochelle zurΓΌckzulegen. Nachdem wir uns mit einem Baguette von einem lokalen Bioladen gestΓ€rkt hatten, fuhren wir weiter in Richtung Atlantik. Kurz vor dem Atlantik landeten wir auf dem Velodyssee-Radweg, dem wir weiter folgten. Der Regen setzte ein, und wir bauten uns einen kleinen Unterstand, um dort zu kochen und uns vor dem Wetter zu schΓΌtzen. Nach dem Essen setzten wir unsere Fahrt fort und trafen einige Kilometer spΓ€ter zufΓ€llig zwei deutsche Radreisende aus Berlin, die ebenfalls den Velodyssee-Radweg befuhren. Wir kamen ins GesprΓ€ch und tauschten Reiseerfahrungen aus. SpΓ€ter kauften wir noch ein und radelten weiter, bis wir einen geeigneten Schlafplatz fanden. Am Ende

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RΓ€der, Herausforderungen und magische Momente [#13]

Heute starteten wir den Tag gegen 9 Uhr. Nachdem wir unser Zelt abgebaut hatten, nutzten wir die Gelegenheit, die Plane und unsere SchlafsΓ€cke ein wenig zu trocknen. Das FrΓΌhstΓΌck nahmen wir erneut unter der ΓΌberdachten Bank ein – der Boden war noch feucht, aber zum GlΓΌck regnete es nicht. Unser Weg fΓΌhrte uns zunΓ€chst entlang der Rance, wo wir auf flachen und gut ausgebauten Wegen radelten. Besonders angetan waren wir von Lehon, einem kleinen Ort, der uns mit seinem Charme sofort ΓΌberzeugte. Weiter ging es nach Evran, wo wir unsere VorrΓ€te auffΓΌllten, bevor wir wieder auf die Straße zurΓΌckkehrten. Das GelΓ€nde wurde anspruchsvoller, und wir fanden uns immer wieder auf Landstraßen, die stetig bergauf und bergab fΓΌhrten. Gegen 14:30 Uhr entdeckten wir einen alten Fußballplatz, der sich perfekt fΓΌr eine Pause eignete. Die Sonne zeigte sich endlich, und wir nutzten die Gelegenheit, unsere Solaranlagen herauszuholen und die Powerbanks aufzuladen. WΓ€hrenddessen arbeitete Nico noch an einem YouTube-Video, bis sein Akku fast leer war. Nach einer ausgiebigen Pause machten wir uns gegen 16:30 Uhr wieder auf den Weg. Erneut ging es ΓΌber hΓΌgelige Straßen, doch in Geveze wurden wir fΓΌr unsere Anstrengungen belohnt: Wir stießen auf eine Domino’s Filiale und gΓΆnnten uns eine gemeinsame 40 cm vegane Pizza fΓΌr 13,50 €. Ein kleiner Luxus, den wir uns nicht entgehen ließen! Gut gestΓ€rkt radelten wir noch ein paar Kilometer weiter und fanden schließlich einen geeigneten Schlafplatz. Der Abend endete gemΓΌtlich: Wir genossen Wein und Snacks, ließen den Tag Revue passieren und bauten spΓ€ter unser Zelt auf. Ein platter Reifen, Rennes und eine magische Lichtershow Heute starteten wir den Tag gegen 8 Uhr, packten alles zusammen und machten uns bereit fΓΌr die Weiterfahrt. Doch kaum waren wir wieder auf der Straße, bemerkte Nico, dass sein Hinterrad platt war. Anstatt mitten in der Kurve zu reparieren, schoben wir unsere RΓ€der an eine sicherere Stelle, wo Nico alle Taschen abnahm, das Fahrrad umdrehte und das Hinterrad ausbaute. Leider fand er das Loch im Schlauch nicht sofort. Nachdem er den Reifen etwas aufgepumpt hatte, blieb die Luft zumindest einige Minuten im Reifen, also beschloss er, das Rad wieder zusammenzubauen und weiterzufahren. Nach ein paar Kilometern hielten wir an einer Boulangerie, kauften zwei Baguettes und verschlangen sie direkt vor Ort. Frisch gestΓ€rkt, pumpte Nico den Reifen nochmals auf, und wir setzten unseren Weg fort. Unser Ziel war heute Rennes, doch die Fahrt dorthin wurde durch regelmÀßiges Luftnachpumpen unterbrochen. Trotz der Pannen kamen wir schließlich in Rennes an, wo wir erst einmal in einem Park entspannten, bevor wir ein paar EinkΓ€ufe erledigten und auf den Check-in ins Appartement warteten. Nachdem wir endlich unsere Unterkunft beziehen konnten, brauchten wir etwa eine Stunde, um alles in die Wohnung zu bringen und uns einzurichten. Der restliche Nachmittag und Abend war der Arbeit gewidmet, bevor wir uns auf den Weg machten, um etwas zu essen und die Stadt zu erkunden. Rennes hat uns mit seiner charmanten AtmosphΓ€re sofort begeistert. Ein Highlight des Tages war eine kostenlose Lichtershow am Parlament de Bretagne, die wir zufΓ€llig entdeckten. Die Show war atemberaubend und erzΓ€hlte die Geschichte der Olympischen Spiele – ein unerwartetes kulturelles Erlebnis, das unseren Abend perfekt abrundete. ZurΓΌck im Appartement ließen wir den Tag mit einem Film ausklingen und gingen gegen 1 Uhr schlafen, zufrieden mit all den Erlebnissen und kleinen Abenteuern dieses Tages. Ein entspannter Tag mit kleinen Herausforderungen Heute gΓΆnnten wir uns eine entspannte Nacht und starteten den Tag mit einem gemΓΌtlichen FrΓΌhstΓΌck im Appartement. Gegen 9 Uhr machten wir uns dann auf den Weg um ein paar Besorgungen zu erledigen. Den Rest des Tages verbrachten wir in ruhigeren Bahnen. Wir setzten uns an unsere Laptops und arbeiteten an unseren YouTube-Videos und Thumbnails, wΓ€hrend wir uns gegenseitig motivierten. Zwischendurch gΓΆnnten wir uns ein wenig Entspannung und machten spΓ€ter einen gemeinsamen Spaziergang durch die Innenstadt von Rennes. Ein Tag voller Herausforderungen und ein Abend am Lagerfeuer Heute klingelte der Wecker gegen 7:40 Uhr, und wir starteten unseren Tag mit einem schnellen FrΓΌhstΓΌck, bevor wir alles zusammenpackten und unsere FahrrΓ€der beluden. Um 10:40 Uhr gaben wir die SchlΓΌssel unserer Unterkunft ab und machten uns auf den Weg zur nΓ€chsten Station. Unser erstes Ziel war eine La Poste Filiale, wo wir ein Paket von MSR abholen wollten. Doch die Dinge liefen nicht ganz nach Plan: Die Mitarbeiterin konnte unser Paket nicht finden, da es ohne Trackingnummer schwer aufzufinden war. Wir kontaktierten daraufhin MSR erneut, um die Trackingnummer zu erfragen, doch die Antwort war ernΓΌchternd: Es gab keine Trackingnummer, nur eine Beschreibung des Pakets. Damit kamen wir nicht weiter und beschlossen, erstmal eine Pause einzulegen. Unser nΓ€chster Halt war eine BΓ€ckerei, wo wir uns zwei Baguettes gΓΆnnten, die wir sofort verzehrten. Frisch gestΓ€rkt entschieden wir uns, zu einem etwa 10 km entfernten Picknickplatz zu fahren. Dort angekommen, machten wir uns daran, Feuerholz zu sammeln. Es dauerte ganze zwei Stunden, bis Nico es schließlich schaffte, ein Feuer in der vorgesehenen Feuerstelle zu entfachen. WΓ€hrend das Feuer endlich brannte, machte sich Annkathrin zu Fuß auf den Weg zum nΓ€chsten Supermarkt, um alles NΓΆtige fΓΌr Kartoffeln aus der Glut zu besorgen. Als sie zurΓΌck war, warteten wir darauf, dass das Holz herunterbrannte und die Glut entstand. In der Zwischenzeit wickelten wir Kartoffeln und einige Champignons in Alufolie ein und aßen unseren am Vortag zubereiteten Kartoffelsalat. Nach etwa 40 Minuten war alles perfekt gegart, und das Essen schmeckte hervorragend. Den restlichen Abend verbrachten wir gemΓΌtlich am Feuer, betrachteten den Sternenhimmel und genossen die Ruhe der Natur. Bevor wir uns zur Ruhe legten, bauten wir unser Zelt wieder mit unserer provisorischen LΓΆsung und den Heringen auf. Ein frustrierter Morgen, eine kreative LΓΆsung und ein tierischer Freund Der heutige Tag begann gemΓΌtlich, nachdem wir bis etwa 10 Uhr geschlafen hatten. Nach dem Abbau unseres Zeltes und einem FrΓΌhstΓΌck an einem Picknicktisch machten wir uns erneut auf den Weg nach Rennes zur La Poste Filiale, in der Hoffnung, unser Paket doch noch abzuholen. Doch was wir dort erfuhren, brachte uns in Rage: Es stellte sich heraus, dass fΓΌr den Service der Paketannahme

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Zweierlei Herausforderungen [#12]

ο»ΏGegen 11 Uhr brachen wir an Tag 74 unserer Reise auf. Unser erster Halt war ein etwa 8 Kilometer entfernter Supermarkt, wo wir frΓΌhstΓΌckten und unsere EssensvorrΓ€te auffΓΌllten. WΓ€hrenddessen bemerkte Nico, dass sein FahrradstΓ€nder sich immer mehr bog und das Fahrrad kaum noch halten konnte. Es war klar, dass wir das Problem dringend angehen mussten. Also machten wir uns auf den Weg zu einem nahegelegenen FahrradgeschΓ€ft, wo Nico fachkundige Auskunft erhielt. Leider passte keiner der dort angebotenen StΓ€nder fΓΌr sein Fahrrad. Die Herausforderung: Die StΓ€nder waren entweder nicht stabil genug fΓΌr das Gewicht oder passten einfach nicht an das Fahrrad. Doch wir gaben nicht auf und probierten verschiedene Modelle aus – leider ohne Erfolg. Vor dem Fahrradladen trafen wir auf ein nettes Ehepaar, das seit einigen Jahren in Frankreich lebt. Die Frau, in MΓΌnchen geboren, erzΓ€hlte uns, dass ihr Bruder immer noch dort lebt. Dank dieser Verbindung konnten wir uns auf Deutsch unterhalten, was in diesem Moment eine willkommene Abwechslung war. Nach dem kleinen Abstecher ging es weiter. Wir radelten durch viele kleine Ortschaften, wobei es immer wieder bergauf und bergab ging. Die Landschaft war abwechslungsreich und fordernd zugleich, aber das stetige Auf und Ab brachte uns nicht aus der Ruhe. Abenteuer, Wetterwechsel und die Suche nach einem Schlafplatz Unser 75. Tag begann spΓ€ter als ΓΌblich, da wir aufgrund des immer wieder einsetzenden Regens erst gegen Mittag weiterfuhren. Unser erstes großes Etappenziel war Le Mont Saint Michel, eine der bekanntesten SehenswΓΌrdigkeiten Frankreichs. Diese beeindruckende, auf einer felsigen Insel gelegene Abtei zieht jΓ€hrlich Millionen von Touristen an und gehΓΆrt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schon auf dem Weg dorthin meldete sich der Hunger, und wir entschieden uns fΓΌr eine Pause an einem Picknickplatz, der mit BΓ€nken und Tischen ausgestattet war. Dort kochten wir Chinanudeln, wΓ€hrend um uns herum zahlreiche Touristen denselben Ort fΓΌr ihre Rast nutzten. WΓ€hrend der Fahrt zum Picknickplatz konnten wir immer wieder einen Blick auf Le Mont Saint Michel erhaschen, das je nach Wetterlage mal im Nebel verschwand und dann wieder in der Sonne erstrahlte. Nach dieser StΓ€rkung nΓ€herten wir uns Le Mont Saint Michel ΓΌber einen weniger frequentierten Weg, der von grasenden Schafen gesΓ€umt war. Die langen, weitlΓ€ufigen Wege fΓΌhrten uns nΓ€her an das historische Wahrzeichen heran, jedoch war der Weg, den wir wΓ€hlten, viel ruhiger als die belebte FußgΓ€ngerbrΓΌcke, die viele andere Touristen nutzten. Nachdem wir die majestΓ€tische Abtei in ihrer ganzen Pracht bestaunt hatten, ging es weiter zum nΓ€chsten Supermarkt, um unsere EssensvorrΓ€te aufzufΓΌllen. WΓ€hrend Annkathrin einkaufen war, ereignete sich draußen eine beunruhigende Szene: Zwei MΓ€nner, die Bier getrunken hatten und jeweils mit einem Hund unterwegs waren, gerieten in einen heftigen Streit. Einer der beiden forderte mehrmals, dass die Polizei gerufen werden sollte, was Nico schließlich auch tat. Als Annkathrin zurΓΌckkam, verstauten wir schnell die EinkΓ€ufe, und kurz darauf traf die Polizei ein. Wir wiesen die Beamten auf die StreithΓ€hne hin, bevor wir unsere Reise fortsetzten. Unser Ziel war ein Campingplatz, etwa 10 Kilometer vom Supermarkt entfernt. Wir radelten ein StΓΌck zurΓΌck, ΓΌberquerten eine BrΓΌcke und befanden uns bald darauf in der Region Bretagne. Doch als wir gegen 19 Uhr beim Campingplatz ankamen, erhielten wir die ernΓΌchternde Nachricht, dass kein Platz mehr frei war. GlΓΌcklicherweise half uns die freundliche Rezeptionistin weiter und organisierte einen Platz auf einem nahegelegenen Campingplatz, etwa 3 Kilometer entfernt. Motiviert machten wir uns auf den Weg, aber Google Maps hatte uns mal wieder einen β€žinteressantenβ€œ Weg ausgesucht: steil, schmal und eher fΓΌr Wanderer als fΓΌr Radfahrer geeignet. Nach einem anstrengenden StΓΌck entschieden wir uns, umzudrehen und einen anderen Weg zu nehmen. Mit der Einstellung β€žAutoβ€œ statt β€žFahrradβ€œ navigierten wir einen noch immer steilen, aber wenigstens asphaltierten Weg hinauf. Nach weiteren Anstrengungen erreichten wir schließlich den Campingplatz, wo die Betreiberin uns herzlich empfing und uns den letzten verfΓΌgbaren Platz zuwies. Kaum hatten wir unser Lager aufgeschlagen, kamen wir mit unseren Nachbarn ins GesprΓ€ch. Sie waren ebenfalls mit TX400-FahrrΓ€dern von VSF unterwegs, allerdings waren ihre Modelle schon Γ€lter. Auch sie hatten ein MSR-Zelt, wenn auch ein anderes Modell. Das Paar stammte aus der NΓ€he von Caen, und es war interessant, unsere Erfahrungen auszutauschen. Nachdem wir die CampingstΓΌhle aufgebaut hatten, bereiteten wir unser Abendessen zu und erledigten danach den Abwasch. Wir sammelten alles NΓΆtige fΓΌr das Duschen zusammen und luden gleichzeitig unsere Elektronik auf – allerdings mit mÀßigem Erfolg. Die Kabinen, eigentlich fΓΌr FΓΆns gedacht, wurden immer wieder von anderen Campern genutzt, sodass unsere Powerbanks nur teilweise aufgeladen wurden. Das bereitete uns Sorgen, da wir auf den Strom angewiesen sind. Gegen 23 Uhr schliefen wir schließlich ein, erschΓΆpft, aber zufrieden nach einem weiteren ereignisreichen Tag auf unserer Reise. Unerwartete Wendungen und eine spontane Entscheidung Tag 76 begann frΓΌh fΓΌr Annkathrin, die sich extra den Wecker gestellt hatte, um die Waschmaschine auf dem Campingplatz zu nutzen. Doch beim nΓ€heren Hinsehen stellte sie fest, dass die Maschine nur mit Jetons funktionierte – und diese kosteten 5 € pro Waschgang fΓΌr gerade mal 4 kg WΓ€sche. Das war uns zu teuer, besonders da wir bereits gΓΌnstigere Alternativen in SupermΓ€rkten gesehen hatten. So kehrte Annkathrin mit der ungewaschenen WΓ€sche zum Zelt zurΓΌck. Nico machte sich daraufhin an die Planung und fand eine alternative MΓΆglichkeit, unsere WΓ€sche auf unserer Strecke zu waschen. Gleichzeitig standen wir vor einem anderen Problem: der Stromversorgung. Unsere Laptops halten ohne Strom nur 1-5 Stunden durch, und obwohl Annkathrin eine spezielle Laptop-Powerbank dabei hat, reicht diese nur fΓΌr eine einmalige Aufladung. Dazu kam noch die Begrenzung unseres Datenvolumens im Ausland auf 1,5 GB pro Tag. Da wir dringend mehr Zeit und Energie zum Arbeiten brauchten, fassten wir einen spontanen Entschluss: Wir buchten ein Appartement in Rennes fΓΌr zwei NΓ€chte, von Sonntag auf Dienstag. Gegen 8:30 Uhr ging Annkathrin zum BΓ€ckerauto, das zum Campingplatz kam und frisches GebΓ€ck verkaufte. Sie brachte zwei Baguettes mit, die wir beide hungrig verschlangen. Danach bauten wir unser Lager ab und machten uns gegen kurz vor 12 Uhr auf den Weg. Es ging wieder ΓΌber einige Berge, und nach einer Weile erreichten wir Dol de Bretagne. Dort fanden wir endlich eine WΓ€scherei, wo

Zweierlei Herausforderungen [#12] WeiterlesenΒ Β»

Auf und Ab bei Regen und Sonnenschein [#11]

Der Morgen von Tag 69 begann mit einem sanften Regen, der uns dazu veranlasste, noch etwas lΓ€nger im Zelt liegen zu bleiben und den Tag gemΓΌtlich zu starten. Nachdem der Regen nachließ und die Sonne wieder hervorkam, bauten wir unser Zelt ab und frΓΌhstΓΌckten auf den BΓ€nken eines nahegelegenen Rastplatzes. Doch der Tag sollte noch einige Herausforderungen fΓΌr uns bereithalten. Unsere Route fΓΌhrte uns direkt in den ersten steilen Anstieg, den wir grâßtenteils schiebend bewΓ€ltigen mussten. Die MΓΌhe wurde jedoch belohnt, als wir oben angekommen einen atemberaubenden Blick auf die Cote de Greville vau de Maupas genießen konnten. Doch kaum hatten wir die Aussicht bewundert, ging es wieder hinab und anschließend erneut steil bergauf. Im nΓ€chsten Ort ΓΌberraschte uns ein Regenschauer. Ein Blick in die Wetter-App verriet, dass es wohl noch lΓ€nger regnen wΓΌrde. Nach 15 Minuten ließ der Regen zwar nach, aber es nieselte weiterhin. Wir entschieden uns, weiterzufahren, um einen geeigneten Platz zu finden, an dem wir unsere grΓΌne Zeltplane aufspannen konnten. Schließlich fanden wir eine wunderschΓΆne Stelle mit Blick auf das Meer. Kaum hatten wir die Plane zwischen den FahrrΓ€dern gespannt und uns darunter Schutz gesucht, klarte der Himmel auf und die Sonne kam wieder hervor. Trotzdem genossen wir unseren am Vortag zubereiteten Nudelsalat und entspannten bis in den Nachmittag hinein. Als wir unser Lager abbauten, begann es wieder zu regnen – diesmal entschieden wir uns jedoch, weiterzufahren, da der nΓ€chste Streckenabschnitt durch einen schΓΌtzenden Wald fΓΌhrte. Der Weg wurde jedoch immer matschiger, steiniger und erneut sehr steil, sodass wir wieder gezwungen waren, unsere RΓ€der gemeinsam nach oben zu schieben. Danach beschlossen wir, auf den besser befestigten Hauptstraßen zu bleiben. Die nΓ€chste Abfahrt brachte uns erneut Regen. Im nΓ€chsten Ort fanden wir bei einem Friedhof eine UnterstellmΓΆglichkeit, um uns kurz auszuruhen und unsere WasservorrΓ€te aufzufΓΌllen. Als der Regen nachließ, setzten wir unsere Fahrt fort – nur um wenige Kilometer spΓ€ter erneut in einen heftigen Schauer zu geraten. An einem Rastplatz mit spektakulΓ€rem Blick auf die Bucht versuchten wir, uns mit der grΓΌnen Zeltplane vor dem Regen zu schΓΌtzen, was jedoch nur bedingt funktionierte. Schließlich entschieden wir uns, unser Zelt aufzubauen, um darin zu kochen und den Tag sicher und trocken ausklingen zu lassen. Nebel, Sturm und spektakulΓ€re Ausblicke Wir schliefen an diesem Morgen aus und wurden von dichtem Nebel und starkem Wind geweckt. Der Sturm draußen hielt uns noch etwas lΓ€nger im Zelt, bis die Sonne schließlich gegen Mittag herauskam. Nachdem der Nebel sich verzogen hatte, packten wir unsere Sachen zusammen und setzten unsere Reise fort. Unser erster Halt war an einer Ecke des Γ„rmelkanals. Dort nutzte Annkathrin die Gelegenheit, das Geschirr vom Vortag zu spΓΌlen – bei starkem Wellengang und auf einem Kiesstrand, wo die Füße schnell in den Steinen versanken. WΓ€hrend des SpΓΌlens wurde ihre Hose durch die Wellen etwas nass, doch nach dem Trocknen und Verstauen ging es weiter. Die Route fΓΌhrte uns ΓΌber einen HΓΌgel hinauf, vorbei an Port Racine, einem malerischen kleinen Hafen, in dem einige Menschen trotz des frischen Wetters badeten. Den Rest des steilen Aufstiegs bewΓ€ltigten wir schiebend, bis wir einen kostenlosen Aussichtsturm in La Hague erreichten, von dem aus wir einen fantastischen Blick auf die Umgebung hatten. Die Fahrt ging weiter, immer wieder bergauf und bergab, bis wir in Auderville unseren nΓΆrdlichsten Punkt in Frankreich erreichten. Dort nutzten wir einen Friedhof, um unsere WasservorrΓ€te aufzufΓΌllen, bevor es wieder in die HΓΌgel ging. Unterwegs stießen wir auf einen Baguetteautomaten, der uns ein frisches Baguette spendierte, das wir uns teilten. Nach etwa 8 Kilometern erreichten wir einen Supermarkt, um unsere VorrΓ€te aufzufΓΌllen, und setzten unsere Fahrt fort. Der Weg fΓΌhrte uns durch hΓΌgeliges GelΓ€nde mit atemberaubenden Ausblicken. An einer Stelle konnten wir in der Ferne die britische Insel Jersey sehen – eine Insel im Γ„rmelkanal, die fΓΌr ihre wunderschΓΆne KΓΌstenlandschaft und reiche Geschichte bekannt ist. Am Abend, nach 49,9 Kilometern, fanden wir schließlich einen Schlafplatz und ließen den Tag gemΓΌtlich ausklingen. Verirrungen und ZufΓ€lle Gegen 11:30 Uhr setzten wir unsere Reise fort und fuhren durch einige kleine DΓΆrfer, diesmal ohne große HΓΆhenmeter bewΓ€ltigen zu mΓΌssen. In einem Ort kurz vor Portbail kauften wir ein, um uns dann in Portbail an einem schattigen Ort einen Salat zuzubereiten, den wir sofort gemeinsam verspeisten. Auf unserer Weiterfahrt stießen wir wieder zufΓ€lligerweise auf die Radreisefamilie, die wir bereits vor der FΓ€hre bei Port-JΓ©rΓ΄me-sur-Seine getroffen hatten – nun schon zum dritten Mal. Wir grüßten uns herzlich und fuhren weiter. Als unser Warmshowers-Host noch nicht auf unsere Nachricht geantwortet hatte, ΓΌberlegten wir kurz, zu einem Campingplatz zu fahren. Doch Google Maps fΓΌhrte uns zu einem gesperrten Weg, und so Γ€nderten wir unseren Plan. Stattdessen hielten wir an einer Kirche mit Friedhof, packten unsere Laptops aus und arbeiteten etwa eine Stunde an unseren YouTube-Videos. Die Suche nach einem Schlafplatz gestaltete sich an diesem Abend schwieriger als gedacht. Wir durchquerten mehrere kleine Orte und fuhren lange, bis wir schließlich gegen 22:30 Uhr einen geeigneten Platz fanden und unser Lager aufschlugen. Von der KΓΌstenΓΌberraschung zum versteckten RΓΌckzugsort Unser 72. Tag auf Reisen fΓΌhrte uns weiter Richtung SΓΌden, mit Montmartin als ersten Halt des Tages. Ein kleines Einkaufsabenteuer, bei dem wir uns mit dem NΓΆtigsten versorgten, bevor es auf der Landstraße weiterging. Die sommerliche Hitze begleitete uns, doch das hielt uns nicht davon ab, den spontanen Entschluss zu fassen, einen Abstecher zum Strand zu machen. Unser erstes Ziel: eine KΓΌste, die von weitem wie ein perfekter Strand aussah. Doch angekommen, stellten wir fest, dass der Strand eher mager ausfiel. FΓΌr Nico jedoch kein Problem. Ganz im Gegenteil, denn der Ort hatte seine ganz eigenen Reize. Ohne Menschenmassen, dafΓΌr aber mit unzΓ€hligen großen, flachen Muscheln, die Nico begeistert sammelte. Es war Ebbe, und zwischen den Algenfeldern lagen Segelboote im Sand – schief und wartend auf die nΓ€chste Flut. Ein faszinierendes Bild, das wir mit unserer Kamera festhielten. Ein paar Kilometer weiter fanden wir einen lebhafteren Strand. Hier war deutlich mehr los, und Annkathrin konnte ihrem Wunsch nachgehen: ein erfrischendes Bad im Meer. WΓ€hrend sie die Wellen genoss, suchte Nico ein schattiges

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Von Baguettes und Begegnungen [#10]

Heute stand eine anspruchsvolle Bergfahrt auf dem Programm. Mit knurrenden MΓ€gen machten wir uns auf die Suche nach Brot und wurden schließlich in einer kleinen BΓ€ckerei in Trouville-sur-Mare fΓΌndig. Die frisch gebackenen Baguettes waren die perfekte StΓ€rkung fΓΌr die anstehende Herausforderung. WΓ€hrend wir den Berg hinauf kΓ€mpften, kreuzten unsere Wege mit einem deutschen Ehepaar, „Die ReiseRadler“ genannt. Sie waren bereits 4000 Kilometer mit ihren E-Bikes unterwegs und hatten wie wir das Fernweh gepackt. Ein ausfΓΌhrliches GesprΓ€ch ΓΌber unsere gemeinsamen Abenteuer und die SchΓΆnheit der Normandie machte diesen Tag zu etwas ganz Besonderem. Nach einer langen Unterhaltung schoben wir unsere RΓ€der die letzten Meter den Berg hinauf und genossen die wohlverdiente Abfahrt. Den Abend ließen wir bei einem einfachen, aber kΓΆstlichen Abendessen am Meer ausklingen: vegane Nuggets mit Makkaroni und einem Glas Wein. Ein perfekter Abschluss fΓΌr einen Tag voller HΓΆhen und Tiefen. Ein technischer RΓΌckschlag und ein triumphaler Meilenstein Wir wurden wach und die Sonne kam langsam hervor. Annkathrin wollte auf ihrem Smartphone nachsehen, wie spΓ€t es ist, doch das GerΓ€t zeigte nur das Herstellerlogo und lud nicht weiter. Genervt versuchte sie es erneut zu starten, doch ohne Erfolg. Schließlich landete sie im Reboot-MenΓΌ und probierte alle Optionen außer dem ZurΓΌcksetzen auf Werkseinstellungen. Am Ende half nur dieser Schritt. Es war deprimierend, da sie nun alle Apps neu installieren und einrichten musste. Immerhin funktionierte das Smartphone danach wieder. Diese Erfahrung zeigte uns erneut, wie abhΓ€ngig wir Menschen heutzutage von solchen GerΓ€ten sind. Smartphones sind nicht nur zum Fotografieren und Verwalten von Kontakten wichtig, sondern auch fΓΌr Navigation, Kommunikation mit Verwandten und mobiles Bezahlen. Eine solche Panne auf Reisen kann daher viele Aspekte unseres Alltags betreffen. Es ist ratsam, sich im Vorfeld Backup-LΓΆsungen zu ΓΌberlegen, wie das Notieren der wichtigsten Kontaktdaten auf Papier und das regelmÀßige Hochladen von Fotos und wichtigen Dateien auf eine Cloud-Plattform. So kann man eine unerwartete Smartphone-Panne besser ΓΌberstehen. Das kann ja jedem GerΓ€t mal passieren! Gegen Nachmittag fuhren wir dann mit unseren RΓ€dern weiter. Um 17:30 Uhr erreichten wir die 2.000 km Marke auf der Pegasus Bridge in der NΓ€he von BΓ©nouville. Es war erstaunlich, dass wir schon so weit gekommen waren. Kurz dachten wir zurΓΌck an die Strecke der letzten zwei Monate. Egal wie lange unsere Reise noch dauern wΓΌrde, sie hatte sich bereits jetzt gelohnt. Wir haben Erinnerungen und Erfahrungen fΓΌrs Leben gesammelt. Danach suchten wir einen Supermarkt auf, um unsere VorrΓ€te aufzustocken. Wir fuhren durch einen Park, in dem es Ziegen, Enten und Pfaue gab, der aber eine Stunde nach unserer Ankunft schließen musste. Ein etwa 19 m langes Walskelett gab es dort ebenfalls zu bestaunen. Der Wal war 1885 bei Langrune-sur-Mer gestrandet. SpΓ€ter kochten wir am Meer unser Abendessen und machten uns danach auf die Suche nach einem Schlafplatz. Spontaner Ruhetag mitten in Frankreich Tag 64 wurde zu einem weiteren spontanen Pausentag. Wir schliefen aus, da Nico sich noch von seinem Sonnenbrand erholen musste. Außerdem waren wir kΓΆrperlich sehr erschΓΆpft, vor allem wegen des heißen Wetters, und brauchten dringend eine Pause. Annkathrin ging mittags noch einkaufen, aber ansonsten verbrachten wir den Großteil des Tages im Zelt, um uns zu erholen und unsere KrΓ€fte wieder aufzutanken. Ein neuer Rekord: 85 Kilometer an einem Tag durch die Normandie An Tag 65 wollten wir es wissen: Unser Ziel war es, unseren bisherigen Tagesrekord von 68 Kilometern, den wir an unserem zweiten Tag in den Niederlanden aufgestellt hatten, zu brechen. Gut ausgeruht und gestΓ€rkt durch ein ausgiebiges FrΓΌhstΓΌck, machten wir uns um 9 Uhr auf den Weg. Die Route fΓΌhrte uns zunΓ€chst entlang der malerischen KΓΌste der Normandie, bevor sie ins Landesinnere abbog. Überall waren Flaggen der alliierten KrΓ€fte (Kanada, England, Amerika) sowie die franzΓΆsische Flagge und Fotos von Soldaten aufgehΓ€ngt. Dies lag daran, dass die Normandie das 80. JubilΓ€um des D-Days feierte. Der D-Day, am 6. Juni 1944, markierte den Beginn der Befreiung Westeuropas von der Nazi-Herrschaft und war die grâßte Landungsoperation der Geschichte. Gegen 11:25 Uhr erreichten wir Arromanches-les-Bains. Im Nachhinein hΓ€tten wir diesen Ort lieber ΓΌber die Bundesstraße umfahren sollen, denn es ging steil hinunter in die Stadt und wir mussten unsere RΓ€der die steile Steigung wieder hinauf schieben. Trotz dieser Anstrengung traten wir weiter fleißig in die Pedale und kamen gut voran. PlΓΆtzlich hΓΆrten wir laute KnallgerΓ€usche, die wir schließlich einem nahegelegenen Schießstand zuschrieben. Wir ließen uns nicht beirren und setzten unseren Weg fort. Eine besondere Herausforderung stellte eine sehr schmale BrΓΌcke an einer Schleuse dar. Um diese zu ΓΌberwinden, musste einer von uns das Fahrrad lenken, wΓ€hrend der andere schob, da neben dem Fahrrad kein Platz mehr zum Gehen war. Am Anfang und Ende der BrΓΌcke mussten wir die FahrrΓ€der zudem hochtragen, aber gemeinsam meisterten wir auch diese HΓΌrde. Weiter ging es durch kleine Ortschaften, immer wieder bergauf und bergab. Schließlich ΓΌberquerten wir einen Fluss und machten nach 80,5 Kilometern eine Pause, um unser Abendessen zu kochen. Nachdem wir uns gestΓ€rkt hatten, radelten wir noch etwa 5 Kilometer weiter und fanden einen passenden Schlafplatz. Am Ende des Tages konnten wir stolz verkΓΌnden: Wir haben unseren neuen Rekord aufgestellt – 85 Kilometer an einem Tag! Und das mit circa 60kg pro Rad. Abenteuer entlang der NormandiekΓΌste: Ein Tag voller Überraschungen Am Vormittag von Tag 66 packten wir zusammen und setzten unsere Reise fort. Unser erstes Ziel war Utah Beach, einer der fΓΌnf LandungsstrΓ€nde des D-Days, wo die Alliierten am 6. Juni 1944 landeten. Hier sahen wir mehrere Bunker am Strand und zahlreiche Pferdewagen sowie Reiter, die an die historische Bedeutung des Ortes erinnerten. Auch viele historische MilitΓ€rfahrzeuge waren aufgrund des D-Day-JubilΓ€ums ausgestellt. Wir fuhren den ganzen Tag entlang der langen KΓΌste der Normandie, genossen die beeindruckende Landschaft und die frische Seeluft. Am spΓ€ten Nachmittag erreichten wir schließlich Barfleur, ein malerisches KΓΌstendorf. Ein paar Kilometer weiter dachten wir, einen sicheren Schlafplatz gefunden zu haben. Doch plΓΆtzlich hΓΆrten wir ein Schnauben hinter uns. Als wir uns umdrehten, sahen wir Ziegen auf der Wiese, die wir als Schlafplatz auserkoren hatten. Die Ziegen grasten nur fΓΌr ein paar Minuten und verschwanden dann spurlos. Da uns

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Nico Ladewig und Annkathrin Kaßner von β€žzweiaufrad” erkunden die Normandie auf ihren FahrrΓ€dern

Von Felsformationen zu Hafenstadt: Unser Trip nach Le Havre ΓΌber Γ‰tretat [#09]

Wir schliefen bis etwa 9:30 Uhr aus und frΓΌhstΓΌckten gemΓΌtlich im Zelt. Beim Herausschieben unserer RΓ€der aus dem Versteck zog sich Nico einen Dorn ein, den er mit einer Pinzette schnell entfernte. Gut gelaunt und mit Musik ΓΌber unsere Smartphones radelnd, starteten wir den Tag entlang der malerischen Seine. Anfangs fΓΌhrte unser Weg direkt am Ufer entlang, spΓ€ter dann durch charmante Ortschaften. Auf einem Friedhof fΓΌllten wir unsere WasservorrΓ€te auf. Weiter ging es auf eine malerische Bundesstraße, die uns mit ihren steilen, weißen Felsen beeindruckte. Bei einem Supermarkt kauften wir Lebensmittel ein und erfrischten unser Wasser mit Zitronenscheiben. Wir radelten weiter auf einem Fahrradweg, der frΓΌher eine alte Bahntrasse war. PlΓΆtzlich versperrte uns ein quer geparktes Hubfahrzeug den Weg, das gerade bei einem Hausbau eingesetzt wurde. Alle Radfahrer, einschließlich uns, mussten absteigen und vorsichtig um das Fahrzeug herumschieben. Nachdem wir den Engpass gemeistert hatten, setzten wir unseren Weg fort, der uns unter der Pont de Breton hindurchfΓΌhrte. Kurz darauf erblickten wir ein Kriegsdenkmal mit einem in Stein gemeißelten Flugzeug. Auf der anderen Straßenseite entdeckten wir einen Fuß- und Fahrradweg, den wir dann nutzten. Durch den nΓ€chsten Ort fahrend, machten wir erneut bei einem Friedhof Halt, um unsere WasservorrΓ€te aufzufΓΌllen. Schließlich erreichten wir einen idyllischen Rastplatz mit Obstwiese und einladenden BΓ€nken mit Tischen. Dort kochten wir unser Essen und genossen die entspannte AtmosphΓ€re. SpΓ€ter bauten wir unser Zelt auf und ließen den Tag in Ruhe ausklingen. Zeckenkampf und Unwetterpause Noch am vorherigen Abend hatten wir mit Zecken zu kΓ€mpfen und mittlerweile bereits etwa 40 StΓΌck von unseren KΓΆrpern entfernt. Aus diesem Grund frΓΌhstΓΌckten wir im Zelt, statt wie geplant an den Tischen mit BΓ€nken. Bevor wir mit dem AufrΓ€umen begannen, sprΓΌhten wir uns mit Anti-Zecken-und-MΓΌcken-Spray ein, was deutlich half, doch fanden sich dennoch sechs weitere Zecken an unseren KΓΆrpern. Dann begann der Anstieg. Innerhalb weniger Kilometer ging es von 30 auf 150 HΓΆhenmeter. Wir kamen der KΓΌste des Γ„rmelkanals und unserem Ziel, den Elefantenfelsen bei Γ‰tretat, immer nΓ€her, doch das Wetter wurde zunehmend schlechter. Am grΓΌnen Straßenrand einer Allee mit riesigen BΓ€umen spannten wir eine Plane ΓΌber unsere RΓ€der und legten uns auf eine andere Plane darunter zwischen die RΓ€der, um den Regen abzuwarten. Der Regen wurde stΓ€rker und war deutlich auf der Plane zu hΓΆren. Auch nach vier Stunden besserte sich das Wetter nicht, sodass wir einen Schlafsack herausholten, uns damit etwas zudeckten und ein paar Minuten schliefen. Irgendwann, als es bereits dunkel war, wachten wir auf. Es wurde windiger und unangenehmer zwischen den RΓ€dern. Spontan entschieden wir uns, doch das Zelt aufzuschlagen. Das taten wir direkt hinter den RΓ€dern und nutzten diese mit dem provisorischen Unterschlupf als Vorzelt. Die Entscheidung war richtig, denn im Zelt waren wir viel besser vor dem Wetter geschΓΌtzt. Es dauerte allerdings, bis wir erneut einschlafen konnten, da die WindgerΓ€usche in den BΓ€umen uns verunsicherten. Abenteuerliche KΓΌstenfahrt in der Normandie Morgens wurden wir vom LΓ€rm der Straße geweckt, an der wir unser Zelt aufgestellt hatten. Kurz nach 7 bauten wir unser Lager ab und fuhren los, ohne in der NΓ€he zu frΓΌhstΓΌcken. Stattdessen holten wir uns unser FrΓΌhstΓΌck beim nΓ€chsten Supermarkt, etwa 3 km entfernt. Der Vormittag war noch durchwachsen, doch gegen Mittag kam die Sonne heraus, und es wurde warm. Unsere Solaranlagen konnten endlich wieder genutzt werden, denn unsere GerΓ€te hatten kaum noch Strom. Um 12 Uhr erreichten wir endlich das Meer bei Γ‰tretat und genossen den Blick ΓΌber das Wasser und auf den Elefantenfelsen (Falaise d’Aval). Auf einer Wiese gegenΓΌber des kleinen Museums (MusΓ©e du patrimoine d’Γ‰tretat) breiteten wir unsere Picknickdecke aus und kochten ein leckeres Mittagessen. Danach radelten wir den Berg hinunter in die Stadt Γ‰tretat und erkundeten die Innenstadt mit ihren alten, schΓΆnen HΓ€usern, SouvenirlΓ€den, CafΓ©s und Restaurants. Es waren viele Touristen aus verschiedenen LΓ€ndern unterwegs. Nachdem wir die Stadt verlassen hatten, passierten wir einen Parkplatz, wo viele Autos und Wohnmobile aus den verschiedensten LΓ€ndern parkten. Wir radelten weiter und fanden ein schΓΆnes PlΓ€tzchen am Meer, wo Felsen ins Wasser ragten und nur Angler anzutreffen waren. Dort ruhten wir uns aus und genossen das Rauschen des Meeres. SpΓ€ter erreichten wir einen Ort mit einer netten Kirche gegenΓΌber eines Lost Places, wo wir uns stΓ€rkten. Schließlich fanden wir einen Schlafplatz mit Meerblick und beeilten uns mit dem Zeltaufbau, da es wieder zu regnen begann. Erholung und Entdeckungen an der KΓΌste Wir schliefen aus und chillten bis ca. 11:30 Uhr im Zelt. Danach bauten wir langsam das Zelt ab und fuhren gegen 12 Uhr weiter. Anfangs war der Weg noch recht schlecht, wurde aber bald besser und geteert. Grâßtenteils landeten wir auf der La Route Martime, einem gut ausgebauten Fahrradweg. In einem Vorort von Le Havre kauften wir ein und radelten dann zum Strand von Le Havre, einem Steinstrand. Annkathrin ging mit den Füßen ins Meer, und gemeinsam bauten wir ein Herz aus schwammartigen Steinen. Danach schauten wir uns aus etwas Entfernung den Rummel am Strand an, der ein Riesenrad, ein paar kleine Buden und einen Autoscooter umfasste. Wir radelten weiter, kauften noch restliche Sachen ein und machten uns auf den Weg zu unseren Warmshowers Hosts. Auf dem Weg dorthin mussten wir einen kleinen Pfad nehmen, der sich entlang von HauszΓ€unen und durch den Wald schlΓ€ngelte. Kurz vor dem Erreichen des Ziels mussten wir einen steilen Berg hinauffahren. Endlich kamen wir bei den Hosts an, schlugen unser Zelt im Garten auf, aßen gemeinsam und unterhielten uns mit der netten Gastgeberfamilie (Frau, Mann, Tochter und Sohn). Ein Pausentag am Strand Dieser Tag war zum Großteil eintΓΆnig: Wir arbeiteten intensiv an unseren Blogartikeln und YouTube-Videos. Das Wetter war ruhig, und wir nutzten die Zeit, um unseren digitalen Content zu pflegen und zu bearbeiten. Abends jedoch nahm der Tag eine spannende Wendung. Unsere Gastgeber luden uns zu einem Strandausflug ein. Sie wollten sich mit Freunden treffen, baden und am Strand zusammen picknicken. Wir fΓΌhlten uns wie zwei Jugendliche, die mit ihren SchΓΌleraustausch-Eltern unterwegs sind. Der Ausflug war eine willkommene Abwechslung und brachte uns frische Energie. Allerdings verstanden wir die Sprache nicht so richtig, da fast

Von Felsformationen zu Hafenstadt: Unser Trip nach Le Havre ΓΌber Γ‰tretat [#09] WeiterlesenΒ Β»

Mit ZWEIAUFRAD auf Fahrrad-Weltreise.

Pedal Power: Unsere Reise von Paris nach Rouen auf zwei RΓ€dern [#08]

Wir schliefen im GΓ€stezimmer aus, arbeiteten noch etwas und frΓΌhstΓΌckten. Gegen 12 Uhr informierten wir unseren Gastgeber per Textnachricht (wir hatten ihn am Morgen nicht gesehen, weil er arbeiten war), dass wir jetzt losgingen, bedankten uns fΓΌr das Vertrauen und radelten weiter. Der Weg fΓΌhrte uns in die Richtung unseres nΓ€chsten Warmshowers-Hosts. Auf dem Weg sahen wir viele Graffitis, nicht nur das unlesbare typografische Gekritzel, sondern auch beeindruckende PortrΓ€ts von Menschen. Wir machten bei einem Shoppingcenter Halt, um nach einer neuen Powerbank fΓΌr Nico zu schauen, und fanden eine mit 20.000 mAh fΓΌr 30 €. Danach stoppten wir bei einem Supermarkt und aßen etwas. Gegen 19:30 Uhr kamen wir bei unseren zweiten Hosts an. Gemeinsam tranken wir ein Bier, genossen das leckere, von den Hosts selbst gekochte vegane Essen mit gelber Zucchini aus dem eigenen Garten und bekamen zum Abschluss noch ein veganes Eis. Die Hosts zeigten uns alles, da wir am Folgetag alleine im Haus sein wΓΌrden. Wir unterhielten uns viel und arbeiteten abends noch ein wenig, bevor wir schließlich schlafen gingen. Ein produktiver Pausentag Wir schliefen aus, frΓΌhstΓΌckten gemΓΌtlich und setzten uns dann an unsere Laptops, um an unseren BlogbeitrΓ€gen und der Website zu arbeiten. Ein komplexes Problem mit dem Websitesystem, das uns schon in Luxemburg beschΓ€ftigte, lΓΆste Nico nach ungefΓ€hr zwei Stunden. Danach widmeten wir uns den Videos: Annkathrin schnitt das Paris-Video, wΓ€hrend Nico am Niederlande-Belgien-Video weiterarbeitete. Mittags kochte Annkathrin, und den Rest des Essens teilten wir spΓ€ter mit unseren Hosts. Am Nachmittag schauten wir uns gemeinsam mit den Hosts in der NΓ€he ihres GrundstΓΌcks den olympischen Fackellauf an und gingen anschließend einkaufen. Zum Abendessen kochten wir fΓΌr unsere Hosts und genossen eine gemeinsame Mahlzeit. Danach besuchten wir zusammen die Feier fΓΌr die olympische Flamme, wo franzΓΆsische und englische Musik gespielt wurde. Eine beeindruckende Drohnenshow und ein wunderschΓΆnes Feuerwerk rundeten den Abend ab, an dem ca. 13.000 Menschen teilnahmen. ZurΓΌck bei den Hosts duschten wir und schliefen gegen 1:30 Uhr ein. Entlang der Seine Gegen 7:30 Uhr standen wir auf, packten unsere Sachen zusammen und frΓΌhstΓΌckten mit unseren Hosts. Danach setzten wir unsere Reise mit dem Rad fort, in Richtung der Seine. Auf dem Weg mussten wir ein Hindernis meistern: eine Treppe, die wir hinunterschieben mussten. Wir hatten einen Umweg zur Komoot-Route genommen und wollten nicht wieder umkehren. Es erforderte etwas Geduld, aber gemeinsam meisterten wir diese Herausforderung schnell. Wenige Minuten spΓ€ter kamen wir an der Seine an. Der Fahrradweg an der Seine war landschaftlich sehr schΓΆn und nicht so steil. Wir radelten ein paar Meter direkt an der Seine entlang, bevor wir eine Pause in einem Park einlegten und etwas aßen. Wir radelten weiter auf einem schmalen Fahrradweg und machten eine Pause an der Seine, um unsere Füße im Wasser zu kΓΌhlen. Es trΓΆpfelte etwas, und wir radelten weiter. Zwischendurch begegneten wir ein paar Franzosen, mit denen wir uns kurz unterhielten, und machten erneut eine Pause in einem Park. Bei einem Supermarkt machten wir Halt und aßen etwas. Danach fuhren wir einen steilen Berg hoch, wobei wir zum Teil gemeinsam ein Fahrrad schieben mussten. Oben angekommen, genossen wir die tolle Aussicht und entspannten in unseren CampingstΓΌhlen. SpΓ€ter bauten wir unser Zelt auf und genossen die ruhige und warme Nacht. Pause am Wasser und die Suche nach Ruhe Wir schliefen wieder aus, rΓ€umten das Zelt aus, bΓΌrsteten unsere Haare, machten uns einen Zopf, bauten das Zelt ab, frΓΌhstΓΌckten auf der Zeltplane, verstauten alles auf den RΓ€dern, cremten uns mit Sonnencreme ein und fuhren weiter. Durch malerische Wald- und Feldwege fΓΌhrte unser Weg. Die Temperaturen stiegen schon am Morgen auf fast 30Β°C an. Zwischendurch hielten wir an FriedhΓΆfen, um unsere TrinkwasservorrΓ€te aufzufΓΌllen. Nach wenigen Kilometern stießen wir auf ein faszinierendes Haus, das halb ins Wasser gebaut war. Da keine Absperrungen, ZΓ€une oder Γ€hnliches vorhanden waren, erkundeten wir es neugierig. Auf der einen HΓ€lfte des Hauses war der Fluss, auf der anderen eine Betonebene. Zwei Treppen fΓΌhrten hinunter ins Wasser. Spontan entschieden wir uns, hier eine lΓ€ngere Pause einzulegen. Wir stellten unsere FahrrΓ€der hinter das Haus, wo sie niemanden stΓΆrten, bauten unsere CampingstΓΌhle auf und tauchten unsere Füße ins erfrischende Wasser. Es war nicht kalt, aber auch nicht warm – genau richtig fΓΌr eine kleine AbkΓΌhlung. Wir packten unsere Laptops aus den Taschen und arbeiteten an unseren Videos weiter. Annkathrin nutzte die Gelegenheit, ihre Füße ins Wasser zu halten und ihre UnterwΓ€sche zu waschen. Danach kochten wir ein leckeres Mittagessen. Zwischendurch kamen ein paar neugierige Leute vorbei, die von dem Haus genauso begeistert waren wie wir, verschwanden aber nach einigen Minuten wieder. Nachdem wir uns gestΓ€rkt und erholt hatten, setzten wir unsere Fahrt fort. Wenige Kilometer weiter fanden wir einen idyllischen Rastplatz, wo wir den Rest des Abends verbringen wollten – zumindest dachten wir das. Nach etwa einer Stunde tauchte eine Gruppe junger MΓ€nner auf, die laut redend und mit zwei Grills bewaffnet anfingen zu grillen. Der LΓ€rm und der herumfliegende MΓΌll machten uns das Verweilen dort unmΓΆglich. Trotz unserer Hoffnung, dass sie bald verschwinden wΓΌrden, hielten wir es noch etwa 1,5 Stunden aus, bevor wir uns entschieden, weiterzufahren. Es war bereits 21:20 Uhr und der Sonnenuntergang tauchte die Landschaft in ein atemberaubendes Licht. Etwa 2,5 km weiter entdeckten wir eine große Wiese direkt an der Seine, die uns endlich die ersehnte Ruhe bot. Hier konnten wir unser Zelt aufschlagen und die friedliche AtmosphΓ€re genießen. An diesem Abend, in der Nacht und auch am nΓ€chsten Morgen stΓΆrte uns niemand, sodass wir gut schlafen und ausgeruht in den nΓ€chsten Tag starten konnten. Entlang der Seine nach Rouen Nach dem FrΓΌhstΓΌck und dem Zeltabbau starteten wir um 10 Uhr bei angenehmen 19Β°C in den Tag. Anfangs noch mit unseren Fleecejacken fuhren wir weiter in Richtung Rouen, radelten dabei viele Kilometer entlang der Seine. An einer Stelle standen wir vor der Wahl, einen steilen Berg mit einem schmalen Weg hinaufzuradeln oder lieber unten an der Seine entlangzufahren, wo die Steigung geringer, aber der Weg doppelt so lang war. Wir entschieden uns fΓΌr den lΓ€ngeren Weg. An einer Kreuzung sollten wir rechts

Pedal Power: Unsere Reise von Paris nach Rouen auf zwei RΓ€dern [#08] WeiterlesenΒ Β»

Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig von β€žzweiaufrad” erreichen im Sommer 2024 Paris. Die offene Radreise.

Pedal to Paris 2024: Mit dem Fahrrad zur Olympiastadt [#07]

Gegen 9:30 Uhr radelten wir weiter in Richtung Paris. Es folgten einige steile Berge und Feldwege, die aussahen wie Rasen, ΓΌber den ein Traktor ein oder zweimal gefahren war. Zum Teil waren die Wege sehr matschig. Besonders ein Abschnitt im Wald war extrem matschig mit großen PfΓΌtzen. Nico baute sich eine BrΓΌcke aus StΓΆcken, um hinΓΌberzukommen. Gegen Mittag kochten wir Spaghetti in einem alten Waschhaus, das wahrscheinlich Teil eines Brunnens in einem verlassenen Haus war. Kurz bevor wir am Kanal entlangfuhren, wo wir uns bessere geteerte Wege erhofften, kauften wir in Dormans ein. Danach ging es zum Kanal. Anfangs war der Weg geteert, aber bald fanden wir uns wieder auf Graswegen und matschigen Stellen. Unsere Hoffnung auf gute Wege am Kanal verwandelte sich in Unmut. An einer Stelle stießen wir auf das nΓ€chste Hindernis: eine Schranke mit Zahlenschloss und wenig Platz an der Seite fΓΌr unsere RΓ€der. Daran schoben wir vorbei. Wir radelten noch etwas weiter und fanden schließlich gegen 19:00 Uhr einen geeigneten Schlafplatz. An Tag 44 begannen wir damit, das Zelt abzubauen und ließen die Außenplane in der Sonne trocknen. WΓ€hrenddessen frΓΌhstΓΌckten wir und putzten erneut unsere FahrrΓ€der, die vom gestrigen Weg wieder schmutzig geworden waren. Gegen 11:30 Uhr radelten wir los und fuhren einen steilen Berg hinauf. Kurz danach hΓΆrte sich Annkathrins Fahrrad komisch an. Sie versuchte, die Ursache selbst zu finden, hatte jedoch keinen Erfolg. Nico war bereits im nΓ€chsten Ort angekommen, sodass Annkathrin den Berg hinunter ins Dorf zu ihm schob. Nachdem sie alle Taschen vom Fahrrad genommen hatte, erkannte Nico schnell, dass das Schutzblech verbogen war. Wir richteten es, machten eine Testfahrt und danach funktionierte alles wieder. Mit den Taschen wieder am Fahrrad setzten wir unsere Reise fort. Beim nΓ€chsten Friedhof fΓΌllten wir erneut unsere Trinkflaschen auf. Wir kamen an einem Pizzaautomaten vorbei, neben dem auch ein GetrΓ€nkeautomat stand, der jedoch keine GetrΓ€nke mehr hatte. Da die Pizzen nicht vegan waren, kauften wir nichts, beobachteten aber, wie andere Leute ihre fertigen Pizzen aus dem Automaten holten. Weiter radelten wir entlang vieler Weinberge und kamen an zahlreichen Weinpressen vorbei. In Chateau-Thierry hatte ein Laden geΓΆffnet, wo wir China-Nudeln und etwas zu trinken kauften. Ein paar Orte weiter entdeckten wir einen Baguette-Automaten, wo wir fΓΌr 1,10 € ein Baguette kauften. Da das Baguette ohne TΓΌte aus dem Automaten kam, bastelten wir uns eine große TΓΌte aus zwei kleinen blauen MΓΌlltΓΌten. Wir radelten noch etwas weiter, stießen auf einen Rastplatz, kochten China-Nudeln, genossen die Aussicht und schlugen spΓ€ter unser Zelt auf. Auf dem Rastplatz waren mehrere Parteien mit Autos und Kindern. Je spΓ€ter es wurde, desto mehr wunderten wir uns, warum die Leute ohne Camper oder Zelt noch vor Ort blieben. Schließlich suchten wir online nach einer Antwort und erfuhren, dass der 14. Juli der Nationalfeiertag in Frankreich ist, der an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789 erinnert und mit Feuerwerken gefeiert wird. Kurz darauf hΓΆrten wir aus mehreren Richtungen Knallen – es war das Feuerwerk, auf das die Leute gewartet hatten. Ein Feuerwerk konnten wir sogar beobachten, als wir im Zelt saßen. Die Leute verschwanden danach gegen 23:30 Uhr, und wir fanden endlich unsere Ruhe. Landmaschinen, Weinpressen und steile Anstiege: Ein Tag auf zwei RΓ€dern Am Morgen wurden wir von Landmaschinen geweckt. Wir blieben diesmal etwas lΓ€nger im Zelt liegen und frΓΌhstΓΌckten dort auch – es gab die am Vortag gekauften Baguettes mit Erdbeermarmelade. Danach machten wir uns auf den Weg und radelten einen steilen Berg hinauf. Am Straßenrand sahen wir wieder eine Weinpresse. Kurz darauf machte Annkathrins Fahrrad komische GerΓ€usche. Sie versuchte zuerst selbst, die Ursache zu finden, fand sie aber nicht. Nico war schon im nΓ€chsten Ort, sodass Annkathrin ihr Fahrrad den Berg zu ihm hinunterschob. Bei Nico angekommen, nahm Annkathrin alle Taschen vom Hinterrad ab. Nico bemerkte, dass das Schutzblech etwas verbogen war, und richtete es. Nach einer Probefahrt, bei der alles wieder normal klang, befestigte Annkathrin die Taschen wieder am Fahrrad, und es ging weiter. Am nΓ€chsten Friedhof fΓΌllten wir unsere WasservorrΓ€te auf. Wir radelten an vielen Weinbergen vorbei und sahen zahlreiche Weinpressen sowie eine alte Maschine, die zum Weinanbau genutzt wurde. Wir kauften wieder Lebensmittel ein, aber scheinbar hatten wir diese nicht gut genug an Annkathrins Fahrrad befestigt, da sie bei einem unebenen Weg auf die Straße fielen. Annkathrin konnte sich und das Fahrrad schnell retten, und Nico reagierte blitzschnell, um die EssenstΓΌte zu retten, bevor ein LKW vorbeifuhr. In Meaux schauten wir uns ein paar SehenswΓΌrdigkeiten an. Um nach Meaux zu gelangen, mussten wir eine stark befahrene Straße mit einem steilen Anstieg nehmen, was recht gefΓ€hrlich war. Ein netter Franzose erklΓ€rte uns, dass es keine Alternativwege gΓ€be, um nach Paris zu gelangen – wir mΓΌssten die stark befahrene Straße nehmen. Ein StΓΌck fuhren wir an einem Fluss entlang, wo der Weg gut war. Unsere Schlafplatzsuche dauerte sehr lange, und gegen 23 Uhr hatten wir endlich unser Zelt aufgestellt. Der Schlafplatz war zwar nicht ideal, aber in Ordnung. Vom Kanal bis zum Eiffelturm: Unser erster Tag in Paris Gegen 8 Uhr bauten wir das Zelt ab und radelten zunΓ€chst durch einige kleine DΓΆrfer. Dann gelangten wir an einen Kanal mit einem geteerten Fahrradweg. Wir staunten ΓΌber die QualitΓ€t des Weges, fanden es aber etwas nervig, dass er stΓ€ndig hoch und runter ging. Unterwegs trafen wir einen interessanten Mann mit einem selbstgebauten Fahrradwohnwagen, der auf seiner ersten Testtour war. Wir unterhielten uns eine Weile mit ihm und tauschten unsere YouTube-Namen aus. Vor einem Park wurde der Fahrradweg kurz schlechter. Unser erster Eindruck von Paris: viele Obdachlose, die oft in Zelten am Kanal schlafen, recht viel MΓΌll, gekoppelt mit wundervollen prΓ€chtigen Bauten. Es gab viele GeschΓ€fte und LΓ€den sowie gut ausgebaute Fahrradwege direkt in der Stadt. Der Verkehr war chaotisch und lebendig. Wir radelten zum Eiffelturm, zum Arc de Triomphe und zum Louvre. Überall waren viele Menschen unterwegs, und vieles war wegen der Vorbereitungen fΓΌr die Olympischen Spiele abgesperrt. Nach dem Sightseeing kauften wir noch etwas ein und fuhren mΓΌde zu unserem ersten Warmshowers-Host. Unser Gastgeber trug unsere RΓ€der netterweise

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Bonjour France: Mit dem Fahrrad ΓΌber die Grenze [#06]

Kurz nach der Grenze hΓΆrte der Bahntrassen-Radweg abrupt auf. Der erste HΓΌgel ließ nicht lange auf sich warten, und wir mussten mΓΌhsam in unseren ersten GΓ€ngen hinaufstrampeln. Auf dem Weg fΓΌllten wir unsere Wasserflaschen an WasserhΓ€hnen auf FriedhΓΆfen auf – ein Geheimtipp unter Radreisenden, besonders wenn der nΓ€chste Supermarkt zu weit entfernt ist oder die GeschΓ€fte geschlossen sind. FriedhΓΆfe bieten oft trinkbares Leitungswasser. Zwischendurch endeten die Fahrradwege Γ€hnlich wie in Belgien plΓΆtzlich, und wir fanden uns auf Landstraßen zwischen schnell fahrenden PKWs und tonnenschweren LKWs wieder. Annkathrin sah sogar, wie ein Auto auf der Gegenfahrbahn ein Autoteil verlor. Wir fuhren weitere 14,9 Kilometer von der Grenze entfernt, bis wir einen geeigneten Platz fanden, um unser Zelt aufzuschlagen. Doch wir warteten bis zur DΓ€mmerung mit dem Zeltaufbau und nutzten die Zeit auf unseren CampingstΓΌhlen, um an unseren Smartphones ein YouTube-Shortvideo und mehrere BlogbeitrΓ€ge zu bearbeiten. Ein Tag voller HΓΆhen und Tiefen Am Tag danach schliefen wir bis ungefΓ€hr 9:15 Uhr aus. Die VΓΆgel zwitscherten wieder voll motiviert, eine KrΓ€he krΓ€chzte oben im Baum und ein paar Fahrzeuge rauschten auf der Straße in der NΓ€he vorbei. Die Sonne war auch schon da und schien durch die ganzen BlΓ€tter der BΓ€ume, denn es sollte ein warmer Tag werden. Diesen gingen wir ruhig an. Bevor wir uns daran machten, das Zelt abzubauen, bauten wir erstmal die CampingstΓΌhle wieder auf und aßen etwas zum FrΓΌhstΓΌck. Dann ging es weiter. An Tag 39 brachten wir entspannte 26,4 Kilometer hinter uns. Es war heute mit bis zu 33,6 Β°C etwas wΓ€rmer, deshalb mussten wir viel trinken und zwischendurch Pause machen. Gegen Mittag hatten wir mit einigen HΓΆhenmetern zu kΓ€mpfen, mussten ein paar steile Berge hinaufschieben und wurden mit tollen Aussichten belohnt. Um 14:15 Uhr machten wir an einer Kirche in einem Dorf Halt, um uns im Schatten der großen BΓ€ume auszuruhen. Zu unserer Begeisterung fanden wir mehrere Steckdosen, die an der Außenseite der Kirche angebracht waren, und nutzten die Gelegenheit, um unsere Powerbanks nachzuladen. Wir nutzten die Zeit auch, um unsere Laptops auszupacken, einen Blogbeitrag zu erstellen und an einem YouTube-Video zu arbeiten. Auf unseren Smartphones hatten wir gesehen, dass uns gegen 19 Uhr ein Gewitter erreichen sollte, deshalb fuhren wir gegen 16:30 weiter und schauten nebenbei schon mal nach passenden UnterstΓ€nden. Gegen 17:25 Uhr fΓΌllten wir erneut unsere WasservorrΓ€te auf einem Friedhof auf. PlΓΆtzlich landeten wir am Ardennes-Kanal. Der Ardennes-Kanal ist ein beeindruckendes GewΓ€sser, das sich durch die hΓΌgelige Landschaft der Ardennen schlΓ€ngelt und ein beliebtes Ziel fΓΌr Radfahrer und Wanderer ist. Das freute uns sehr, da wir es neben dem Kanal angenehm zu fahren hatten: die Wege waren geteert und es gab keine starken Steigungen. NΓ€he des Kanals fanden wir schnell einen passenden Unterstand – eine Art Garage, die mal angefangen wurde und nie zu Ende gebaut wurde und wahrscheinlich schon wenige Jahre so dort stand, denn das kleine GrundstΓΌck war ziemlichmi zugewuchert. Der Garagenrohbau hatte zwei ganze und eine halbe Wand sowie ein Metalldach. Hier schoben wir unsere FahrrΓ€der in die Ecke, wo eine ganze und die halbe Wand aufeinandertrafen, und kochten uns etwas Leckeres zu essen. Erst gab es Spaghetti mit Tomatensauce und dann gΓΆnnten wir uns noch jeweils einen Pappbecher Chinanudeln. WΓ€hrenddessen schΓΌtteten die Wolken draußen ΓΆfter mal einige Regenschauer ab. Das Dach hielt dicht und wir blieben trocken. Am Ardennes-Kanal entlang Morgens radelten wir nach einem kurzen FrΓΌhstΓΌck weiter. Anfangs regnete es noch etwas, dann kam die Sonne wieder heraus, und das anfangs immer mal wieder im Wechsel. Wir radelten knapp 40 km am Ardennes-Kanal entlang. In Nouvion-sur-Meuse kauften wir ein und kamen kurz danach mit einem anderen Radreisenden ins GesprΓ€ch. Dieser kam aus Paris und wollte nach Luxemburg City radeln. Er berichtete auch, dass er bereits einmal fΓΌr achtzehn Tage den Jakobsweg entlang geradelt war. Der Radreisende konnte allerdings wenig Englisch und sonst nur FranzΓΆsisch, was die Kommunikation etwas erschwerte. Am Ardennes-Kanal fuhren wir an diversen Schleusen vorbei, die teilweise nur wenige hundert Meter voneinander entfernt waren. Auf dem Fahrradweg neben dem Kanal mussten wir plΓΆtzlich halten, weil ein Baum umgekippt und den Weg versperrt hatte. Drei Kinder versuchten bereits, diesen mithilfe einer Multifunktionsschaufel mit SΓ€ge kleinzusΓ€gen. Wir halfen ihnen dann, indem Nico unsere SΓ€ge herausholte und den etwa zehn Zentimeter dicken Baum mΓΌhelos durchsΓ€gte. Die beiden Jungs zogen anschließend die beiden BaumhΓ€lften an den Wegesrand und der Rest half dabei, die Γ„ste an den Wegesrand zu legen. Die Kinder sprachen kein Englisch und trotzdem haben wir gemeinsam die Herausforderung gemeistert. Kurze Zeit spΓ€ter fanden wir ein Bootswrack an dem Ort, wo frΓΌher einmal La Porte Hachan war, eine historische Schleuse am Kanal. Dann radelten wir noch etwas durch eine Stadt und fΓΌllten unsere TrinkvorrΓ€te auf einem Friedhof bei einer charmanten Kirche in Tagnon auf. Kurz bevor wir die 58,4 km voll machten, begannen wir auf Schlafplatzsuche zu gehen. Wir fanden zuerst zwar einen Platz, entschieden uns dann aber aus bestimmten GrΓΌnden weiterzuziehen. Kurze Zeit spΓ€ter erblickten wir einen wunderschΓΆnen Garten mit GΓ€nsen, HΓΌhnern und einem Teich. Ein Ehepaar (zwischen 50 und 60) und deren Sohn (vermutlich Anfang/Mitte 20) waren gerade dort und fragten, ob sie uns helfen kΓΆnnten. Das Ehepaar konnte kein Englisch, aber deren Sohn konnte etwas ΓΌbersetzen. Wir antworteten, dass wir auf der Suche nach einem Schlafplatz sind, wo wir unser Zelt aufschlagen kΓΆnnten. Voller Begeisterung boten sie uns an, das Zelt auf einem frei wΓ€hlbaren Ort auf deren GrundstΓΌck zu errichten. Wir kamen auch noch ein wenig ins GesprΓ€ch und dann verabschiedeten wir uns mit β€œbonne nuit.” Morgens, an Tag 41, standen wir gegen 9 Uhr auf. Wir packten langsam alles zusammen und ließen die Außen- und Bodenplane in der Sonne trocknen. Danach fuhren wir zur BΓ€ckerei (hier β€œBoulangerie” genannt) und kauften uns ein franzΓΆsisches Baguette. Wir machten Halt an der Kirche im Ort, aßen das Baguette mit der restlichen Marmelade und putzten unsere ZΓ€hne. PlΓΆtzlich bemerkte Nico ein Ei im Gras vor einem Baum bei der Kirche. Vorsichtig hob er es mit einem KΓΌchenhandtuch auf und legte es abseits des Weges. Wir vermuteten, dass

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Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig von β€žzweiaufrad” freuen sich ΓΌber die ersten zurΓΌckgelegten 1000 Kilometer auf ihrer großen Radreise.

Viele HΓΆhenmeter durch Belgien [#05]

Am nΓ€chsten Tag setzten wir unsere Reise auf dem Vennbahnradweg fort. Die Strecke fΓΌhrte uns ΓΌber zahlreiche BrΓΌcken, die meist ΓΌber kleine BΓ€che spannten, und sogar durch einen kurzen Tunnel, der uns direkt durch den Berg hindurchleitete. WΓ€hrend wir in die Pedale traten und die frische Luft genossen, stellten wir plΓΆtzlich fest, dass wir fΓΌr eine kurze Zeit wieder in Deutschland gelandet waren. Dies bemerkten wir jedoch nur zufΓ€llig, als uns ein deutsches Ortsschild ins Auge fiel. Es war ein merkwΓΌrdiges GefΓΌhl, so unvermittelt die Grenze zu ΓΌberqueren, ohne es direkt zu bemerken. Schon nach kurzer Zeit befanden wir uns wieder in Belgien und radelten weiter durch ruhige Orte wie Auel. Die Landschaft war idyllisch; von den AnhΓΆhen aus konnten wir weite Felder und dichte WΓ€lder sehen. Die Umgebung bot eine angenehme Abwechslung und ließ uns die Anstrengung der Strecke fast vergessen. Am Nachmittag erreichten wir schließlich die Grenze zu Luxemburg. Erstaunlich, dass wir an Tag 30 schon in unserem vierten Land waren. Wenige Kilometer hinter der Grenze fanden wir einen ruhigen Ort und kochten uns ein leckeres Abendessen: gebratene Maiskolben, vegane Nuggets und Nudeln mit Ratatouille-Soße. Kurz bevor es zu dΓ€mmern begann, schlugen wir das Zelt auf. Die anstrengenden Steigungen der Berge hatten uns viel abverlangt, und wir waren erschΓΆpft, als wir unser Tagesziel erreichten. MΓΌde und ausgelaugt krochen wir spΓ€ter in unsere SchlafsΓ€cke, dankbar fΓΌr die wohlverdiente Ruhe nach einem Tag voller Erlebnisse und Anstrengungen. Das Einschlafen fiel uns daher nicht schwer. Kilometerrekord und nΓ€chtliche Besucher Tags darauf ließen wir wieder einige HΓΆhenmeter hinter uns. Die Strecke verlangte uns erneut einiges ab, doch wir genossen die Herausforderung und die Ausblicke, die uns die HΓΆhen boten. Mitten auf einer besonders steilen Passage verschaltete sich Annkathrin einmal, wodurch die Kette vom Ritzel sprang. Wir mussten kurz anhalten und die Kette wieder einhaken. Es war eine kleine Panne, die uns jedoch nicht lange aufhielt und uns nur daran erinnerte, wie wichtig es ist, immer aufmerksam zu sein. Am Nachmittag knackten wir schließlich die 1.000-Kilometer-Marke, die wir seit Beginn unserer Reise zurΓΌckgelegt hatten. Es war ein stolzer Moment, den wir gebΓΌhrend feierten und auf Foto & Video festhielten. Auf unserem Weg kamen wir an einem alten Wasserturm vorbei, der majestΓ€tisch in den Himmel ragte. Kurz darauf fanden wir einen abgelegenen Schlafplatz fΓΌr die Nacht. Es war ein ruhiger Ort, perfekt, um unser Zelt aufzuschlagen und die Ruhe der Natur zu genießen. Nach einem anstrengenden Tag fielen wir mΓΌde in unsere SchlafsΓ€cke. Da wir ΓΌber Warmshowers von den Hosts, bei denen wir angefragt hatten, keine Reaktionen oder nur Absagen erhalten hatten, buchten wir ein Appartement fΓΌr zwei NΓ€chte in Luxemburg (Stadt). In der Nacht hΓΆrten wir nur ein paar Rehe bellen, ein eigenartiges GerΓ€usch, das uns zunΓ€chst aufhorchen ließ, aber bald beruhigte. Es erinnerte uns daran, wie nah wir der Natur waren und wie besonders diese Erfahrung auf unserer Fahrradtour wirklich war. Schweißtreibende Anstiege und ein erholsamer Campingplatz Tags darauf ging es wieder einige Berge hinauf. Ein besonders steiler Anstieg zwang uns, wieder abzusteigen und unsere RΓ€der zu schieben. Nachdem wir den Anstieg gemeistert hatten, fuhren wir weiter durch Diekirch. Die charmante Stadt bot eine willkommene Abwechslung. Wir nutzten die Gelegenheit, um unsere VorrΓ€te aufzustocken. Unser Ziel fΓΌr den Tag war ein Campingplatz, den wir nach einer weiteren Fahrt erreichten. Einkaufsfrust und teure Pommes Am nΓ€chsten Tag setzten wir unsere Fahrradtour fort und passierten dabei eine imposante Burgruine, die leider nicht zugΓ€nglich war. Trotzdem genossen wir den Anblick der alten GemΓ€uer, die sich majestΓ€tisch ΓΌber der Landschaft erhoben. Unser nΓ€chstes Ziel war, einige EinkΓ€ufe zu erledigen. Wir besuchten mehrere GeschΓ€fte auf der Suche nach einer Gasflasche, einem Campingadapter, Klebstoff und Zurrgummis fΓΌr unsere GepΓ€cktrΓ€ger. Leider konnten wir außer dem Klebstoff nichts finden, da uns die Preise fΓΌr die anderen GegenstΓ€nde zu hoch waren. Der Hunger trieb uns spΓ€ter zu einer Fastfood-Kette, wo wir wahrscheinlich die teuersten Pommes unseres Lebens aßen. Nach dem Essen Γ€rgerten wir uns ein wenig ΓΌber die Ausgabe, aber wir nahmen es mit Humor und versprachen uns, beim nΓ€chsten Mal sorgfΓ€ltiger zu wΓ€hlen. FΓΌr die Nacht fanden wir schließlich ein ruhiges PlΓ€tzchen zum Schlafen. Es war ein abgelegener Ort, fernab von StraßenlΓ€rm und anderen StΓΆrungen. Erlebnisse in Luxemburg Stadt: Fahrstuhl und Erkundungen Wir erreichten Luxemburg Stadt und wurden sofort von ihrer SchΓΆnheit beeindruckt. Ein Highlight war der kostenlose Panoramafahrstuhl, den wir mit unseren RΓ€dern benutzten und der uns einen atemberaubenden Ausblick ΓΌber die Stadt bot. WΓ€hrend wir die Stadt durchquerten, entschieden wir uns, eine neue Action Cam zu kaufen, um unsere Abenteuer festzuhalten. Wir waren schon seit Wochen auf der Suche nach einer bestimmten Action Cam als Zweitkamera, doch bisher hatten wir sie in keinem ElektronikgeschΓ€ft finden kΓΆnnen. In Luxemburg Stadt entdeckten wir die neueste Version dieser Kamera, komplett mit dem ZubehΓΆr, das wir uns ausgesucht hatten. Obwohl sie etwa 100€ teurer war als das VorgΓ€ngermodell, fiel uns die Entscheidung leicht und wir kauften sie. Wir hatten nΓ€mlich schon befΓΌrchtet, weiterhin danach suchen zu mΓΌssen oder sie online zu bestellen und dann an eine Packstation in Frankreich liefern zu lassen. Am Abend packten wir die Kamera im Apartment aus, machten sie startbereit und probierten sie gleich aus. Im Apartment nutzten wir auch die Gelegenheit, um unsere WΓ€sche zu waschen und uns zu duschen. Nico ordnete einige Videodateien an, wΓ€hrend Annkathrin fΓΌr ihren Arbeitgeber tΓ€tig war. Anschließend, nachdem Annkathrin ihren Blogbeitrag geschrieben hatte, bereiteten wir gemeinsam unser Abendessen zu. Am nΓ€chsten Tag begannen wir nach einem ausgiebigen FrΓΌhstΓΌck mit unserer Arbeit und setzten diese bis zum Mittag fort. Danach erkundeten wir die Stadt ohne unsere RΓ€der und nutzten den kostenlosen ΓΆffentlichen Nahverkehr. Zum Mittagessen kehrten wir in ein veganes Restaurant ein. Ohne Reservierung durften wir uns direkt hinsetzen und einen QR-Code scannen, der uns zur Speisekarte fΓΌhrte und mit unserer Tischnummer verknΓΌpft war. Über unsere Smartphones konnten wir passende Gerichte auswΓ€hlen und direkt bestellen, ohne Registrierung oder sonstige HΓΌrden. Wir entschieden uns fΓΌr pink gefΓ€rbte Burger mit Pommes und Salat. Die moderne Art der Bestellaufnahme beeindruckte uns sehr: Der Kellner

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Abenteuerliche Fahrt durch Belgien [#04]

Am 26. Tag unserer Reise tauchten wir richtig in Belgien ein. Der β€œSint Pietersberg” war der erste beeindruckende Berg, den wir auf dieser Tour erblickten. Noch ahnten wir nicht, welche Herausforderungen die nΓ€chsten Tage fΓΌr uns bereithalten wΓΌrden. Nach den flachen Landschaften und den großartigen Radwegen in den Niederlanden waren wir an eine gewisse Bequemlichkeit gewΓΆhnt. In Belgien sah das ganz anders aus. Mal fuhren wir auf einem schmalen Radstreifen entlang der Landstraße, mal mussten wir auf den Gehweg ausweichen, und manchmal hΓΆrte der Radweg einfach auf, sodass wir improvisieren mussten. Wir nΓ€herten uns LΓΌttich, die Zeit verging und es wurde immer spΓ€ter, doch unsere Motivation trieb uns weiter. Ab 18 Uhr fuhren wir durch diese lebendige Großstadt. Eigentlich hatten wir hier eine Zusage von einem Warmshowers-Host, doch dieser hatte kurzfristig abgesagt und unsere anderen Anfragen blieben unbeantwortet. Uns war also klar, dass wir LΓΌttich komplett durchqueren mussten. Entlang des Albertkanals fΓΌhrte unser Weg uns in die Innenstadt, wo wir uns kurz umsahen. Dann ΓΌberquerten wir den Kanal Richtung Osten und wurden sofort von den steilen Anstiegen ΓΌberrascht. Solche Berge hatten wir nicht erwartet. Es ging steil bergauf und wieder hinab, manchmal mussten wir sogar schieben. Zum GlΓΌck hatten wir ausreichend Wasser dabei, denn die Anstrengung war enorm. Nach einigen Stunden des KΓ€mpfens mit den HΓΆhenmetern fanden wir zufΓ€llig ein verlassenes GrundstΓΌck mit einem Lost-Place-GebΓ€ude darauf. Es schien ein perfekter Ort fΓΌr die Nacht zu sein, vor allem, weil die meisten Leute das Fußballspiel der Europameisterschaft verfolgten und am nΓ€chsten Tag zur Arbeit oder Schule mussten. Hier konnten wir endlich zur Ruhe kommen und uns auf die nΓ€chsten Abenteuer vorbereiten. Ungeplante Hitze: Wie wir Zuflucht auf einem Campingplatz fanden Wir fanden den Ort auf dem verlassenen GelΓ€nde so ideal, dass wir planten, dort einen Pausentag einzulegen. Doch ab Mittag wurde es extrem heiß. Die Temperaturen im Zelt stiegen weit ΓΌber 30 Grad Celsius (gemessen mit unserem Hygrometer), was die Situation ziemlich anstrengend machte. Ein positiver Aspekt war jedoch, dass unsere Solaranlagen bei dieser SonnenstΓ€rke hervorragend arbeiteten und unsere Powerbanks gut nachluden. Unser Wasservorrat ging jedoch zur Neige, sodass wir uns am frΓΌhen Nachmittag entschieden, weiterzuziehen. Der nΓ€chste Supermarkt war nur etwa 3 km entfernt. Nach einem kurzen Halt dort, um unsere VorrΓ€te aufzufΓΌllen, fuhren wir weitere 3 km, um spontan auf einem Campingplatz einzuchecken. Dieser lag in der NΓ€he eines wunderschΓΆnen Schlosses, das wohl als eine Art Jugendherberge diente. Am Empfang des Campingplatzes trafen wir auf Deutsche mit Wohnmobilen, unter anderem aus Hannover. Obwohl der Herr am Empfang kein Deutsch und nicht so gut Englisch sprach, verlief der Check-in schnell und einfach. Er wies uns persΓΆnlich einen ruhigen Zeltplatz zu. Zur Übernachtung gehΓΆrte auch ein kostenfreier Besuch im Freibad hinter dem Campingplatz, aber dieses war an dem Tag zu ΓΌberfΓΌllt. Die Ardennen erreichen Am 28. Tag schliefen wir entspannt aus – daran hatten wir uns auf dieser Reise gewΓΆhnt. Gegen 10:30 Uhr, nachdem wir alles zusammengebaut, auf den FahrrΓ€dern verstaut und gefrΓΌhstΓΌckt hatten, ging es weiter. Wir stellten uns auf weitere HΓΆhenmeter ein, die uns mit Sicherheit erwarteten. Doch diese Herausforderungen nahmen wir an, schließlich wollten wir daran wachsen, da uns im Laufe der nΓ€chsten Monate noch viel grâßere Berge erwarteten. Im Laufe des Tages kΓ€mpften wir uns bis auf 580 Meter ΓΌber dem Meeresspiegel. Das Beste daran war der Ausblick ΓΌber die ganzen TΓ€ler und DΓΆrfer sowie die Abfahrten, die wir mit Vorsicht genossen – insbesondere nach Annkathrins Sturz in den Niederlanden. Schließlich erreichten wir die Berge Ostbelgiens, genauer gesagt die Ardennen. Die Ardennen sind ein dicht bewaldetes Hochland, das sich ΓΌber Teile Belgiens, Luxemburgs und Frankreichs erstreckt. Bekannt fΓΌr ihre steilen HΓ€nge und tiefen TΓ€ler, bieten die Ardennen spektakulΓ€re Landschaften und sind ein beliebtes Ziel fΓΌr Outdoor-AktivitΓ€ten wie Wandern, Radfahren und Klettern. Die Region ist auch historisch bedeutsam, insbesondere durch die Ardennenoffensive im Zweiten Weltkrieg. Als wir auf der Straße bei Fischvenn fuhren, ΓΌberholten uns zahlreiche Mofas und Motorroller. Wir vermuteten, dass sie an einer Rallye teilnahmen. Von historischen und aufpolierten bis hin zu modernen motorisierten KleinkraftrΓ€dern – die Vielfalt war beeindruckend. Diese Fahrzeuge begegneten uns auch einige Kilometer weiter, als wir die Aussicht am Staudamm von Robertville genossen. Der Staudamm von Robertville ist ein beeindruckendes Bauwerk, das den Fluss Warche staut und den See von Robertville bildet. Der Stausee dient nicht nur der Wasserversorgung, sondern ist auch ein beliebtes Ausflugsziel fΓΌr Naturliebhaber. Auf dem Vennbahnradweg An Tag 29 landeten wir plΓΆtzlich auf dem Vennbahnradweg. Der Vennbahnradweg ist ein beeindruckender, etwa 125 Kilometer langer Fahrradweg, der entlang einer ehemaligen Eisenbahnstrecke von Aachen in Deutschland bis nach Troisvierges in Luxemburg verlΓ€uft. Er bietet eine einzigartige Kombination aus flachen Wegen und malerischen Landschaften, ideal fΓΌr Radfahrer. Die Wege verbesserten sich schlagartig und es ging oft bergab – eine Erleichterung, nachdem wir Tage und Stunden mit den Bergen in Nordost-Belgien gekΓ€mpft hatten. An einem Supermarkt fΓΌllten wir noch kurz unsere VorrΓ€te auf und hatten ein mulmiges GefΓΌhl. Es sollte nΓ€mlich ab 22 oder 23 Uhr gewittern und das kann im Zelt entweder ziemlich gefΓ€hrlich werden oder sehr nass. Nico fragte deshalb in einer Fahrradgruppe auf Telegram nach Rat und bekam schnell passende Antworten. Unser Ziel stand fest: eine GrillhΓΌtte, die uns als SchutzhΓΌtte dienen sollte. Auf den Bildern im Internet war zu sehen, dass sie groß genug war, damit unser Zelt hineinpasst. So fuhren wir weiter auf dem Vennbahnradweg und erreichten schließlich die HΓΌtte. Wir schauten uns um und waren begeistert. Doch es war auch zu lesen, dass das Objekt zu mieten war, und wir wollten keinen Γ„rger einhandeln. Im Internet fanden wir eine Telefonnummer und riefen an. Der Herr am Telefon konnte wunderbar Deutsch – das ist in Ostbelgien ganz normal, da die Menschen dort zweisprachig (FranzΓΆsisch und Deutsch) aufwachsen. Wir erklΓ€rten ihm, dass wir auf einer großen Radtour sind und am Abend ein schweres Gewitter kommen soll, weshalb wir Schutz benΓΆtigen. Der Herr, der das Objekt offensichtlich verwaltete, sah darin keine Probleme und sagte uns zu. Zudem hatten wir im Hinterkopf, dass unsere Powerbanks und Kameras kaum noch

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