Foto von langer Straße in Paraguay [Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig auf Weltreise]

Unsere größten Fehler auf unserer Radreise durch Südamerika – und was wir daraus gelernt haben

Unsere Radreise durch Südamerika war eines der intensivsten Abenteuer, die wir bisher erlebt haben. Mit dem Fahrrad ging es für uns durch Brasilien, Paraguay, Uruguay und am Ende bis nach Argentinien, Buenos Aires.

Wir haben unglaublich viel gesehen, erlebt und gelernt – aber eben auch Fehler gemacht.

Und genau darüber wollen wir in diesem Artikel sprechen.

Nicht, weil wir alles perfekt gemacht haben. Sondern genau deshalb, weil wir es nicht getan haben.
Weil genau diese Erfahrungen am Ende die sind, die uns am meisten geprägt haben – und die vielleicht auch dir helfen können, wenn du selbst eine Fahrradreise durch Südamerika planst.

Routenplanung auf unserer Radreise durch Südamerika

Ein Thema, das wir definitiv unterschätzt haben, war die Routenplanung unserer Radreise durch Südamerika.

Gerade in Brasilien sind wir Strecken gefahren, die im Nachhinein einfach extrem anstrengend waren. Viel Verkehr, viele Höhenmeter, lange gerade Straßen ohne wirkliche Abwechslung. Klar – wir haben auch schöne Orte gesehen. Aber es gab eben auch viele Tage, die einfach nur hart waren.

Was wir dabei schnell gemerkt haben:
Die Straßenverhältnisse auf einer Fahrradreise durch Brasilien und Paraguay sind ganz anders, als wir es erwartet hatten.

Die stark befahrenen Hauptstraßen waren zwar oft geteert und dadurch grundsätzlich gut fahrbar – aber eben auch laut, stressig und nicht unbedingt angenehm für eine Radreise.

Sobald wir versucht haben, diesen Straßen auszuweichen, sah die Realität oft so aus:
👉 Wir sind direkt auf Sandwege gefahren
👉 oder auf alte Kopfsteinpflasterstraßen

Und beides war ehrlich gesagt alles andere als angenehm zu fahren – vor allem mit voll bepackten Fahrrädern. Der Sand war zwar befahrbar, aber extrem kräftezehrend und auf Dauer einfach unangenehm. Auf Kopfsteinpflaster wurden wir dagegen stundenlang durchgeschüttelt.

Dazu kam noch, dass die Strecken abseits der Hauptstraßen oft sogar mehr Höhenmeter hatten. Das heißt: weniger Verkehr, aber deutlich mehr Anstrengung.

Das hat die Routenplanung für unsere Radreise durch Südamerika deutlich schwieriger gemacht, als wir es vorher eingeschätzt hatten.

Natürlich hätten wir jederzeit eine andere Route wählen können. Möglichkeiten gibt es auf einer Radreise durch Brasilien oder generell durch Südamerika immer. Aber wir haben uns zu dem Zeitpunkt genau für diese Strecke entschieden – und genau darüber können wir eben auch berichten.

Ob eine andere Route entspannter gewesen wäre? Das wissen wir nicht. Weil wir sie nicht gefahren sind.

Learning:
Wir würden uns heute deutlich mehr Zeit für die Planung einer Radreise durch Südamerika nehmen. Nicht nur mit Google Maps, sondern vor allem mit Erfahrungsberichten von anderen Radreisenden. Blogs, Gespräche, echte Erfahrungen – das hilft deutlich mehr, als nur eine Route auf der Karte zu sehen. Gerade Dinge wie Straßenbelag, Verkehr oder Höhenmeter lassen sich so viel besser einschätzen.

Distanzen auf der Radreise völlig falsch eingeschätzt

Ein Punkt, der uns vor allem in Uruguay richtig eingeholt hat:
Wir haben die Distanzen auf unserer Radreise komplett unterschätzt.

In Uruguay ist die Besiedlung deutlich dünner als zum Beispiel in Brasilien. Das bedeutet:
👉 weniger Orte
👉 weniger Möglichkeiten zum Einkaufen
👉 weniger Wasserstellen

Teilweise lagen über 150 Kilometer zwischen zwei Orten – und dazwischen war einfach… nichts.

Und genau da ist uns auch das Wasser ausgegangen.

Wir hatten eigentlich geplant, am nächsten Tag einen kleinen Shop zu erreichen. Der hatte dann aber geschlossen. Es gab keine Alternative. Kein Haus, kein Laden.

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Also haben wir ein Schild gebastelt und gehofft, dass jemand anhält.

Und dann passierte etwas, das wir nie vergessen werden:
Autos haben angehalten – aber vor allem LKW-Fahrer. Sie haben uns Wasser geschenkt, teilweise sogar gekühlt.

In solchen Momenten merkt man, wie besonders eine Radreise durch Uruguay und Südamerika sein kann.

Gleichzeitig haben wir auch gelernt:
Man muss oft selbst auf Menschen zugehen, wenn man Hilfe braucht. Es ist nicht wie in manchen anderen Ländern, wo Leute direkt auf einen zukommen.

Learning:
Wir versuchen in Zukunft besser einzuschätzen, wie viel Wasser wir auf einer Fernradreise durch Südamerika wirklich brauchen.
Heute nehmen wir deutlich mehr mit – inklusive unserem 10-Liter-Wassersack und zusätzlichen Flaschen. Gerade bei Hitze und langen Distanzen ist das absolut entscheidend.

Übernachtung auf der Fahrradreise unterschätzt

Ein weiterer großer Punkt war das Thema Übernachtung auf unserer Radreise durch Südamerika.

Wir sind mit der Vorstellung gestartet, dass wir relativ viel wildcampen können.
Die Realität sah dann oft anders aus.

Viele Flächen waren eingezäunt, es gab kaum geeignete Plätze und wir mussten deutlich häufiger auf Unterkünfte ausweichen, als wir gedacht hatten.

Diese Unterkünfte waren oft sehr einfach gehalten – häufig die gleichen Orte, an denen auch LKW-Fahrer übernachten. Kein Luxus, sondern wirklich nur das Nötigste.

Die Preise waren dabei oft gar nicht hoch.
Aber dadurch, dass wir sie immer wieder nutzen mussten, hat sich das Ganze mit der Zeit einfach summiert.

Und genau das hatten wir so vorher nicht eingeplant.

Learning:
Wir achten heute viel stärker darauf, wo wir übernachten können und dass wir immer eine sichere Möglichkeit zum Übernachten haben.
Für die Zukunft heißt das: entweder mehr Budget einplanen oder bewusst Alternativen wie Busse nutzen, um bestimmte Strecken zu überbrücken.

Zugänglichkeit von Natur und Sehenswürdigkeiten unterschätzt

Ein Punkt, der uns wirklich überrascht hat, war die Zugänglichkeit von Natur auf unserer Radreise durch Südamerika.

Wir hatten erwartet, dass man viel freier unterwegs sein kann – einfach mal in den Wald abbiegen, spontan irgendwo stoppen oder die Natur genießen.

In der Realität war vieles eingezäunt.

Gerade in Brasilien, Paraguay und Uruguay waren große Flächen privat oder nicht zugänglich. Das hat es deutlich schwieriger gemacht, spontan in die Natur zu gehen oder schöne Plätze zu finden.

Auch bei den Sehenswürdigkeiten war es so, dass sich vieles auf Städte konzentriert hat.
Auf den langen Strecken dazwischen gab es oft wenig Abwechslung – manchmal nur Straße, Weite und Landschaft.

Und da kam irgendwann dieser Gedanke:

Wenn man in Südamerika unterwegs ist, wünscht man sich manchmal die Freiheit zurück, die man aus Europa kennt.
Und wenn man wieder in Europa ist, vermisst man plötzlich genau die Dinge aus Südamerika.

Learning:
Wir haben gelernt, Dinge mehr so anzunehmen, wie sie sind.
Und gleichzeitig viel mehr zu schätzen, dass in Europa vieles frei zugänglich ist – was wir vorher als selbstverständlich gesehen haben.

Unser größtes Learning aus der Radreise durch Südamerika

Wenn wir alles zusammenfassen müssten, dann ist es eigentlich ganz simpel:

Wir haben gelernt, die grundlegenden Dinge viel mehr zu schätzen.

👉 genug Wasser dabei zu haben
👉 eine Route zu fahren, die wirklich zu uns passt
👉 und einen sicheren Ort zum Übernachten zu haben

Wir haben gelernt, besser zu planen – aber auch, dass man nicht alles planen kann.

Dass man flexibel bleiben muss.
Dass man auf Menschen zugehen muss.
Und dass genau darin oft die schönsten Erfahrungen liegen.

Gleichzeitig wissen wir heute auch, wie privilegiert wir sind, dass wir diese Radreise durch Südamerika überhaupt machen konnten.
Dass wir uns Unterkünfte leisten konnten, wenn es nötig war.
Und dass wir diese Erfahrungen sammeln durften – auch wenn nicht alles perfekt lief.

Und ganz wichtig:
Wir würden diese Zeit niemals missen wollen.

Wenn du dir ein vollständigeres Bild von unserer Fahrradreise durch Südamerika machen möchtest, dann schau dir gerne auch unsere anderen Blogartikel an. Dort gehen wir noch tiefer auf einzelne Länder wie Brasilien, Paraguay, Uruguay oder Argentinien ein.

Was wir durch Pausen gelernt haben

Auf unserer Langzeit-Radreise haben wir verstanden, dass Stillstand genauso wertvoll sein kann wie Bewegung.
Pausen sind Momente des Innehaltens, des Verstehens, des Neufindens. Sie erinnern uns daran, warum wir überhaupt losgefahren sind.

Wir haben durch Pausen gelernt, dass es völlig in Ordnung ist, sie sich zu nehmen – und wir schätzen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann wir sie brauchen und machen. Anders als im Hamsterrad, wo man oft gezwungen ist, einem festen Rhythmus zu folgen, dürfen wir unseren eigenen bestimmen.

Pause bedeutet für uns auch nicht automatisch „nichts tun“, sondern Abstand zu gewinnen von dem, was sonst alltäglich ist. Deshalb lassen wir unsere Fahrräder an Pausentagen meist stehen und erkunden Orte lieber zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder, wenn nötig, mit einem Uber. Das schafft Abstand, schenkt neue Perspektiven – und manchmal auch ganz neue Erlebnisse.

Für uns bedeutet eine Langzeit-Radreise auch, sich vom ständigen „immer weiter, besser, mehr“-Denken zu befreien und den eigenen Weg in der eigenen Geschwindigkeit zu gehen. Gerade Pausen haben uns manchen Ort nähergebracht – zum Beispiel beim Housesitting, wo wir mehrere Wochen an einem Ort blieben. Erst durch dieses längere Verweilen konnten wir das Leben vor Ort wirklich kennenlernen, Kontakte zu Einheimischen knüpfen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie es ist, dort zu leben – nicht nur vorbeizufahren.

Wenn man aufhört, ständig „weiter“ zu müssen, fängt man an, das Jetzt zu genießen – und genau das ist es, was eine Langzeit-Radreise so besonders macht.

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