Rom entdecken: Low-Budget & Radfahrertipps [#43]
Alle Wege fΓΌhren nach Rom… so auch unserer. Nach ΓΌber 200 Tagen in SΓΌdamerika landeten wir endlich wieder in Europa β genauer gesagt am Flughafen Fiumicino. Der Flug war lang, mit einem Umstieg, und die vielen Zeitzonen hatten uns ordentlich durchgerΓΌttelt. Als wir gegen 16 Uhr aus dem Flugzeug stiegen, waren wir erschΓΆpft, ΓΌbermΓΌdet und noch weit davon entfernt, richtig anzukommen. Der erste Kraftakt: Ankunft in Fiumicino Obwohl wir kaputt waren und wenig Lust dazu hatten, bauten wir unsere FahrrΓ€der direkt am Flughafen Fiumicino auf. Wir wollten schlieΓlich so schnell wie mΓΆglich zu unserer etwa 4 km entfernten Ferienwohnung, die wir bereits Tage zuvor in Buenos Aires gebucht hatten, um endlich vernΓΌnftig zu essen und Schlaf nachzuholen. Gegen 18 Uhr waren die RΓ€der endlich fertig montiert und die Taschen befestigt. In der DΓ€mmerung fuhren wir los. Auf dem Weg machten wir einen Zwischenstopp bei einem italienischen Supermarkt, der uns mit ΓΌberraschend vielen pflanzlichen Produkten beeindruckte β ein toller erster kulinarischer Eindruck von Europa. In der Ferienwohnung angekommen, luden wir nur die wichtigsten Taschen ab und kochten uns in der KΓΌche direkt selbst etwas zu essen. Nachdem wir noch ein paar Taschen fΓΌr die Weiterfahrt sortiert hatten, fielen wir todmΓΌde ins Bett und schliefen bis zum nΓ€chsten Mittag durch. Den restlichen Tag lieΓen wir ruhig angehen: Ein kleiner Spaziergang durch Fiumicino, abends wieder selbst kochen und viel Schlaf, bevor es am nΓ€chsten Tag weiter zum Campingplatz ging. Auf zwei RΓ€dern Richtung Campingplatz & Zwischenstopp in Ostia Nach zwei NΓ€chten in der Ferienwohnung ging es wieder auf die RΓ€der Richtung Campingplatz, etwa 20 Kilometer auΓerhalb von Rom. Unterwegs machten wir einen Zwischenstopp in Ostia Antica, um uns das **Castello di Giulio II** anzuschauen. Diese Burg aus dem 15. Jahrhundert diente einst als Festung und Zollstation am Tiber. Der Innenraum war fΓΌr uns zwar eher enttΓ€uschend, doch der Abstecher lockerte die Strecke angenehm auf. Kurz vor dem Ziel passierte es: Wir wollten gerade vom Parkplatz eines Supermarktes losrollen, um die letzten Kilometer zum Campingplatz zurΓΌckzulegen, als wir das Malheur bemerkten. Annkathrins Hinterrad war platt und der Mantel stark beschΓ€digt. Nach der Suche nach einem Mechaniker und dem Fragen von Einheimischen fanden wir schlieΓlich einen Laden. Ein echter GlΓΌcksfall: Der Mechaniker reparierte das Rad sofort und hatte sogar den passenden Mantel da! Die Weiterfahrt war danach weitgehend unproblematisch, auch wenn einige StraΓen eng und stark befahren waren. Logistische Basis: Warum wir vorab den Bungalow buchten Wir hatten uns schon im Vorfeld ganz bewusst fΓΌr einen Bungalow auf dem Campingplatz entschieden, statt unser Zelt aufzuschlagen. Da unsere groΓe gemeinsame Isomatte kaputt war und das FrΓΌhjahr in Italien noch ziemlich frisch war, stand Komfort fΓΌr uns an erster Stelle. Zudem hatten wir fΓΌr die Zeit in Rom einige Arzttermine geplant und erwarteten Pakete mit Ersatzteilen und persΓΆnlichen Sachen, die wir unterwegs nicht so einfach bekommen hΓ€tten. Der Bungalow diente uns also als perfektes logistisches Zentrum. Da wir unseren eigenen Kocher nutzen konnten, sparten wir zudem Geld, da Bungalows mit integrierter KΓΌche deutlich teurer gewesen wΓ€ren. Fahrradfahren in Rom: SchnellstraΓen & Herausforderungen Richtig anspruchsvoll wurde es erst, als wir einmal von unserer Basis am Campingplatz in die Stadt fuhren, um Nicos Fahrrad reparieren zu lassen. GefΓ€hrliche Abschnitte: TeilstΓΌcke der Strecke waren wie SchnellstraΓen, mit Fahrradverboten, wenig Platz und kaum Alternativen. Wir mussten trotzdem ein StΓΌck fahren und direkt an der nΓ€chsten Ausfahrt wieder runter. Pflegezustand: Die StraΓenbegrΓΌnung ist oft wenig gepflegt. BΓ€ume und BΓΌsche ragen so weit in den Weg, dass man als Radfahrer stΓ€ndig ausweichen muss. PersΓΆnlicher Rat: Wer Rom mit dem Fahrrad erkunden mΓΆchte, sollte solche Strecken meiden oder die Route extrem genau vorab planen. Erste EindrΓΌcke: Rom zwischen Prunk und RealitΓ€t Anfangs fiel es uns schwer, Rom zu genieΓen. MΓΌll, HochhΓ€user im βOstblock-Stilβ und viel Graffiti trΓΌbten den Eindruck. Viele SehenswΓΌrdigkeiten wie das Kolosseum oder den Circo Massimo bestaunten wir nur von auΓen β fΓΌr uns als Reisende mit kleinem Budget waren die Eintrittspreise oft einfach zu hoch. Ein Highlight war ein Park mit einer Artigas-Statue, die uns sofort an unsere Zeit in Uruguay erinnerte. Im Vergleich zu Buenos Aires mit seinen vielen grΓΌnen Parks fehlte uns in Rom manchmal das GrΓΌn, aber die Stadt hat trotzdem ihren eigenen Charme β wenn man ihn abseits der Massen sucht. Kosten & Verpflegung: Tipps fΓΌr Low-Budget-Reisende MobilitΓ€t & Steuern Die Kurtaxe fΓΌr Ferienwohnungen ist ein Punkt, den man im Budget einplanen muss. Bei den Verkehrsmitteln haben wir aber eine strategische LΓΆsung gefunden: Β Tagesticket: 8,50 β¬ pro Person β auf Dauer zu teuer. Monatskarte: FΓΌr lΓ€ngere Aufenthalte lohnt sich die Karte fΓΌr 35 β¬ pro Person. Unser Tipp: Nutzt die Monatskarte, um die tΓ€gliche Fahrt mit dem Rad in die Stadt zu vermeiden. So spart ihr euch die schlechten SchlaglochstraΓen, den extremen Verkehr und das stressige GroΓstadtgewummel. Es schont die Nerven und das Material der FahrrΓ€der ungemein. Pflanzliche ErnΓ€hrung Nach der Zeit in SΓΌdamerika waren wir von den SupermΓ€rkten begeistert β die Auswahl an pflanzlichen Alternativen ist groΓartig. Essen gehen war dagegen gemischte: Die Pizza schmeckte fantastisch, aber bei Pasta-Portionen sind wir als hungrige Radfahrer oft nicht satt geworden. Da war selber kochen im Bungalow die deutlich bessere (und gΓΌnstigere) Wahl. Unser Fazit: Rom β ein zweiter Blick lohnt sich Nach einigen Wochen hat sich unser Bild gewandelt. Rom wird fΓΌr uns wahrscheinlich nie die Stadt sein, in der wir uns βzuhauseβ fΓΌhlen β dafΓΌr war uns das Ganze oft zu laut, zu dreckig und zu wenig grΓΌn. Wegen dieser Punkte hat sich der Aufenthalt am Anfang fΓΌr uns auch einfach falsch angefΓΌhlt. Aber wir haben gelernt, die stillen Momente zu schΓ€tzen: die Stunden auf dem Friedhof Verano, die Ruhe in den goldenen Kirchen und die Geschichte, die an jeder Ecke lauert. Rom war fΓΌr uns ein anstrengender, logistisch wichtiger Neustart in Europa. Auch wenn der Start holprig war, war der Stopp fΓΌr uns am Ende okay.
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