Sonnenuntergang in Encarnacion [Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig auf Weltreise]

Von Villarrica nach Encarnación mit dem Fahrrad [#35]

Nach den Pausentagen in Villarrica sattelten wir wieder unsere Räder und starteten unsere Radreise Paraguay in Richtung Caazapá. Für unsere Open-End-Radreise hatten wir ursprünglich geplant, den Radweg Tren1 auszuprobieren, der in unseren Navigationsapps eingezeichnet war.

Trotz des schwierigen, sandigen Weges entschieden wir uns, das Radfahren auf dem Tren1 weiterzuführen. Der Pfad führte vorbei an slumähnlichen Häusern, die im deutlichen Kontrast zu den gepflegteren Häusern in Villarrica standen. Tiefe Pfützen machten das Radfahren auf dem Tren1 zu einer echten Herausforderung, und unsere Räder versanken immer wieder ein Stück im lockeren Sand. Überall liefen freilaufende Hunde herum, und wir kämpften uns Meter für Meter voran – gespannt, wohin der Weg führen würde – ein echtes Radabenteuer in Paraguay.

Plötzlich – wie aus dem Nichts – hörte der Weg einfach auf. Kein Hinweis, kein Durchkommen mehr. Auch die Einheimischen bestätigten kopfschüttelnd: „Hier geht es nicht weiter.“ Das Radfahren auf dem Tren1 war damit endgültig gescheitert, doch diese Erfahrung machte unsere Fahrradtour in Paraguay um eine unvergessliche Episode reicher.

Also wechselten wir zurück auf die Hauptstraße PY08. Auf dem geteer­ten Straßenabschnitt mit Seitenstreifen konnten wir wieder deutlich besser vorankommen – eine willkommene Erleichterung auf unserer Langzeitradreise Paraguay.

Etwa 10 Kilometer vor unserem Tagesziel legten wir eine kleine Pause ein. Unter einem Bushaltestellenhäuschen kochten wir uns Nudeln mit Tomatensoße, das gleichzeitig als Unterstand diente. Danach ging es weiter zum Hotel, wo wir die Nacht verbrachten und uns von der anstrengenden Etappe erholten.

Hitze pur auf dem Weg nach Yegros – Radfahren Paraguay bei 37 Grad

Am nächsten Tag erwartete uns eine besonders harte Etappe: Die Temperaturen stiegen auf 37 Grad, die Sonne brannte unbarmherzig, und uns ging fast das Wasser aus. Jeder Pedaltritt kostete Kraft, und die letzten Kilometer zogen sich endlos hin – ein echtes Abenteuer auf unserer Open-End-Radreise Paraguay.

Ein altes bayrisches Löschfahrzeug ist weiterhin in Yegros in Paraguay im Einsatz

In Yegros angekommen, steuerten wir sofort einen Supermarkt an, der eigentlich geöffnet sein sollte – leider ohne Erfolg. Zum Glück entdeckten wir einen frei zugänglichen Wasserhahn, an dem wir uns erfrischen und unsere Flaschen wieder auffüllen konnten.

Danach checkten wir in eine Hospedaje ein. Eine Hospedaje ist ein kleines Gästehaus oder eine Pension, vergleichbar mit einem günstigen Hotel, in dem man meist nur eine Nacht oder wenige Tage bleibt. Endlich konnten wir uns erholen, duschen und neue Energie für die nächste Etappe unserer Langzeitradreise Paraguay tanken.

Mit dem Fahrrad auf der PY08 nach Coronel Bogado – Radabenteuer in Paraguay

In den folgenden zwei Tagen radelten wir entlang der PY08 in Richtung Coronel Bogado. Die Straße war größtenteils geteert und verfügte über einen Seitenstreifen, auf dem wir gut vorankamen. Teilweise war der Seitenstreifen jedoch stark beschädigt und voller Schlaglöcher, sodass wir auf die Hauptfahrbahn ausweichen mussten. Gegenwind erschwerte die Fahrt zusätzlich, sodass wir langsamer vorankamen.

Bei der Ankunft in Coronel Bogado fiel uns sofort auf, dass die Stadt moderner und gepflegter wirkte als die Dörfer zuvor. Saubere Straßen, moderne Häuser und eine angenehme Atmosphäre machten diesen Ort zu einem überraschend schönen Zwischenstopp auf unserer Fahrradtour in Paraguay und einem besonderen Erlebnis auf unserer Radreise Paraguay.

Hier spürten wir, wie unterschiedlich die Orte auf unserer Langzeitradreise Paraguay waren: Während die Dörfer zwischen Villarrica und Caazapá eher klein, ruhig und teilweise heruntergekommen wirkten, präsentierte sich Coronel Bogado überraschend lebendig und modern. Diese Kontraste machten das Radfahren Paraguay besonders spannend und abwechslungsreich.

Zwischenstopp in Carmen del Paraná – Camping am Río Paraná

Von Coronel Bogado radelten wir weiter Richtung Süden, bis wir Carmen del Paraná erreichten – ein kleiner, ruhiger Ort am Ufer des Río Paraná. Hier legten wir eine Pause ein und entschieden uns, auf dem Camping Municipal zu übernachten.

Das Tor war zunächst verschlossen, also gingen wir zu den Besitzern, die gegenüber wohnten. Nach kurzer Absprache öffneten sie uns das Gelände. Für 20.000 Guaraní (ca. 2,50 Euro) durften wir zu zweit auf dem Campingplatz übernachten.

Bevor wir unser Zelt aufbauten, erkundeten wir zu Fuß den Strand. Durch den verschlafenen Ort führte der Weg zu einer kleinen Bucht mit feinem Sandstrand. Das glitzernde Wasser des Paraná-Flusses, eine leichte Brise und nur wenige Menschen – perfekte Ruhe für unsere Langzeitradreise Paraguay.

Zurück auf dem Campingplatz suchten wir uns einen schattigen Platz unter Bäumen und bauten unser Zelt auf. Der Camping Municipal war einfach, aber schön: weite Rasenflächen, schattenspendende Bäume, überdachte Unterstände mit Grillstellen und zwei Toilettenhäuser mit Duschen – alles, was wir für unsere Open-End-Radreise Paraguay benötigten.

Am Abend kochten wir und genossen den Sonnenuntergang – ein authentischer, friedlicher Zwischenstopp auf unserer Fahrradtour in Paraguay.

Sonnenuntergang unter dem Rio Parana in Paraguay

Weiter nach Encarnación – Radfahren Paraguay bei 37 Grad

Am nächsten Tag radelten wir weiter in Richtung Encarnación. Schon am Morgen zeigte das Thermometer über 30 Grad, im Laufe des Tages stieg die Hitze auf 37 Grad. Die Sonne brannte, die Straße führte ständig bergauf und bergab, und der heiße Asphalt machte das Radfahren Paraguay zu einer echten Herausforderung. Wir tranken literweise Wasser und legten regelmäßig Schattenpausen ein, um unsere Kräfte für die Langzeitradreise Paraguay zu bewahren.

Gerade als wir dachten, wir schaffen es nicht mehr, tauchte plötzlich der große Schriftzug auf einem Kreisverkehr auf – das erste Zeichen, dass wir Encarnación erreicht hatten! Erschöpft, aber glücklich, rollten wir hinein und steuerten unser vorher ausgesuchtes Hotel an. Drei Nächte blieben wir hier, um uns von der Hitze und den Strapazen der letzten Tage zu erholen.

Encarnación entdecken – Strand Playa San José und Werbung am Fluss

Während unserer Pausentage erkundeten wir die Stadt und spazierten entlang der Uferpromenade und des Strands Playa San José. Hier fiel uns besonders die Werbung am Strand auf – etwas, das wir bisher auf keiner anderen Radreise Paraguay gesehen hatten:

  • Die Strandeingänge waren mit Werbung versehen.
  • Der Schriftzug „Playa San José“ war mit Abbildungen einer Eismarke dekoriert.
  • Eine riesige Sonnenbrille stand als Fotomotiv einer Bank mitten am Strand.

Zuerst waren wir überrascht, doch gleichzeitig fanden wir es eine clevere, strategische Idee der Firmen, die den Besuchern direkt ins Auge fällt.

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Stranddusche in Encarnacion in Paraguay

Encarnación wirkte lebendig und modern, doch abgesehen von Promenade und Strand gab es nicht viele Sehenswürdigkeiten. So nutzten wir die Zeit, um an unseren Projekten zu arbeiten, Fotos zu sortieren, Berichte zu schreiben und einfach durchzuatmen, bevor wir unsere Langzeitradreise Paraguay fortsetzten.

Fazit: Ende der Radreise-Etappe Paraguay

Damit geht unsere Etappe in Paraguay zu Ende. Im nächsten Blogartikel unserer Reiseserie nehmen wir euch mit durch Argentinien und berichten, wie der Grenzübergang nach Argentinien verlief.

Insgesamt hat uns Paraguay gut gefallen: Im Vergleich zu Brasilien nahmen die Autofahrer und LKW-Fahrer deutlich mehr Rücksicht auf uns Radfahrer. Ab und zu wurden wir freundlich gegrüßt oder bekamen ein Daumen-hoch gezeigt. Es gab öfter geteer­te Seitenstreifen, auf denen man gut fahren konnte.

Wir empfanden Paraguay als ein Land der Kolonien: Wir fuhren durch eine japanische Kolonie und durch deutsche Kolonien und konnten teilweise wieder mit Einheimischen auf Deutsch sprechen. Besonders gefreut hat uns, dass wir mal wieder deutsches Brot fanden, das wir zuvor auf unserer Reise vermisst hatten.

Wir lernten nette Menschen kennen, das Land ist nicht von Touristen übersät, und wir hatten das Gefühl, sehr authentische Einblicke in das Leben vor Ort zu bekommen. Allerdings gibt es wenige klassische Sehenswürdigkeiten, und es regnete auch öfter – was unsere Radreise Paraguay stellenweise herausforderte, aber nicht weniger interessant machte.

Ein kleiner Wermutstropfen war, dass wir nicht so viele Campingplätze gefunden haben. Viele Gebiete, selbst Wälder, sind in Paraguay eingezäunt oder privat, sodass Wildcampen kaum möglich ist. Dies hat unsere Langzeitradreise Paraguay etwas eingeschränkt, machte die gefundenen Plätze wie in Carmen del Paraná aber umso wertvoller.

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