Kochen auf Radreise

Radreisen & Nachhaltigkeit – zwischen Ideal und Realität

Mit dem Fahrrad die Welt zu bereisen, klingt erstmal nach der nachhaltigsten Reiseform überhaupt. Keine Abgase, kein Stau, kein Spritverbrauch. Und ja: Radreisen ist definitiv umweltfreundlicher als Auto, Van oder Flugzeug. Aber wir haben auf unserer Tour schnell gemerkt: Nachhaltigkeit ist nicht schwarz-weiß. Auch mit dem Fahrrad hinterlassen wir Spuren, müssen Kompromisse eingehen und treffen nicht immer die perfekte Entscheidung.

Regen, kaputte Powerbanks & der Tipp mit den Plastiktüten

Gleich zu Beginn unserer Reise in Deutschland hat uns der erste richtig heftige Regenschauer erwischt. Unsere Taschen sind eigentlich wasserdicht – zumindest dachten wir das. Wahrscheinlich hatten wir sie nicht ganz richtig zugemacht, und so lief Wasser hinein. Das Ergebnis: unsere Powerbank hat den Geist aufgegeben. Einige Wochen später, in Frankreich, haben wir dann andere Radreisende getroffen, mit denen wir uns intensiv austauschten. Sie erzählten uns, dass sie empfindliche Dinge zusätzlich in Plastiktüten verpacken, um sie wirklich trocken zu halten. Wir fanden die Idee so simpel wie genial und haben beschlossen, es auch mal auszuprobieren. Seitdem nutzen wir diese Methode regelmäßig – und sind sehr zufrieden damit. Für die Umwelt ist das natürlich nicht die perfekte Lösung, aber für uns in der Praxis ein guter Kompromiss. Wir verwenden die Tüten mehrfach und später als Müllbeutel.

Kein Müll im Wald – auch nicht das Klopapier

Wenn wir draußen schlafen oder kochen, achten wir sehr darauf, keine Spuren zu hinterlassen. Alles, was an Müll anfällt, nehmen wir mit. Ja, sogar das Klopapier. Wir packen es in eine kleine Tüte und entsorgen es in der nächsten Mülltonne. Uns ist es wichtig, dass man nicht durch Wälder läuft und überall Papierschnipsel oder Plastiktüten herumliegen sieht. Das dauert ewig, bis es abgebaut ist – und ehrlich gesagt: niemand möchte so etwas finden.

Minimalismus, langlebige Ausrüstung & Wäsche unterwegs

Auf Radreise lebt man automatisch minimalistischer. Wir kaufen uns nicht ständig neue Kleidung, sondern tragen die, die wir dabeihaben, solange es irgendwie geht – bis sie auseinanderfällt oder wirklich unbrauchbar wird. Nur wenn wir merken, dass wir zu wenig Wechselklamotten haben, kommt mal etwas Neues dazu.

Seit kurzem nutzen wir den *Scrubba Wash Bag, um unsere Wäsche unterwegs zu waschen. Wenn wir kein normales Waschmittel dabeihaben, greifen wir auf einfache, biologisch abbaubare Hausmittel zurück – meist Backpulver und Zitrone. Damit wird die Kleidung wieder sauber, und die Natur nimmt keinen Schaden.

Auch die Qualität unserer Ausrüstung, wie robuste Radpacktaschen oder ein langlebiges Zelt, spielt eine Rolle: Langlebige Produkte helfen, weniger Ressourcen zu verbrauchen und sind gleichzeitig praktisch unterwegs – ein gutes Beispiel, wie durchdachte Ausrüstung die Umwelt schont.

Wasser – auffüllen statt kaufen

Statt ständig Plastikflaschen zu kaufen, füllen wir unsere Flaschen unterwegs so oft wie möglich nach – an Brunnen, Wasserhähnen oder Quellen. In manchen Ländern, wie in Marokko, ist das nicht ganz so einfach, weil es weniger öffentliche Zapfstellen gibt. Aber wenn wir in den Bergen an einer Quelle vorbeikommen, gibt es nichts Besseres: klares, kühles Wasser, direkt aus der Natur.

Essen – regional, pflanzlich, offen für Neues

Wir ernähren uns überwiegend pflanzlich – aus Respekt gegenüber Tieren und weil es für die Umwelt oft besser ist. Gleichzeitig kaufen wir nicht ausschließlich regionale Produkte, sondern auch das, worauf wir Lust haben.

In kleineren Orten, sei es in Südamerika oder in Marokko, hat man aber sowieso nicht die große Auswahl – und dann isst man automatisch regional. Das kann manchmal herausfordernd sein, weil man sich immer wieder auf Neues einlassen muss. Kartoffeln zum Beispiel gibt es nicht überall – und sie schmecken auch nicht überall gleich.

Reisen bedeutet, offen zu sein: Neues probieren, sich auf andere Kulturen und Geschmäcker einlassen. Wenn es uns zu viel wurde, haben wir uns Pausen genommen – zum Beispiel durch Housesitting. Dabei konnten wir uns um Tiere kümmern, die Besitzer:innen hatten einen guten Sitter, und wir bekamen im Gegenzug eine kleine Auszeit vom Unterwegssein.

Elektroschrott & Müllkultur weltweit

Ein Thema, das uns ebenfalls wichtig ist: Elektroschrott richtig entsorgen. Dinge wie Powerbanks oder Ladegeräte werfen wir nicht einfach in den nächstbesten Mülleimer. Einmal haben wir eine defekte Powerbank mit einem Hinweis in Landessprache in einem Hotelzimmer hinterlassen, damit sie fachgerecht entsorgt wird. Ein anderes Mal haben wir zufällig ein Auto entdeckt, das Elektroschrott einsammelte – und konnten so ein kaputtes Gerät dort abgeben.

Denn gerade Elektroschrott sollte man wirklich nicht einfach irgendwo liegen lassen.

Auch beim Thema Müll allgemein haben wir auf Reisen große Unterschiede gesehen: In manchen Ländern gibt es sehr strikte Mülltrennung, in anderen kaum oder gar keine. Besonders außerhalb der EU wird Müll oft einfach verbrannt, was weder schön riecht noch ideal für die Umwelt ist.

Ein weiteres Thema ist das Pfandflaschensystem: bisher gibt es das nur in Deutschland und den Niederlanden. Wir fanden das schade, weil genau diese Plastikflaschen in anderen Ländern oft in der Natur herumliegen und dort sehr lange „vegetieren“, weil niemand sie einsammelt.

Fahrzeugmüll unterwegs

Nicht nur Plastik- oder Papiermüll begegnet uns auf der Straße. Auch Fahrzeugmüll wird weltweit sehr unterschiedlich behandelt: In Deutschland wird kaputter Müll meist direkt entsorgt und vom Straßenrand entfernt. In Südamerika oder anderen Ländern liegen kaputte Reifenteile, Drähte oder Autoteile oft einfach am Straßenrand.

Das kann als Radreisender richtig nervig sein: Die Drähte aus kaputten Reifenteilen von Lkw oder Autos bleiben manchmal in unseren Fahrradreifen stecken. Das verursacht ein Loch, wir müssen den Schlauch wechseln und später das Loch suchen und flicken.

Wir haben uns dafür eine Routine angewöhnt: Wir haben immer zwei Schläuche dabei – einer im Reifen und ein Ersatz. So können wir den heil gebliebenen Ersatzschlauch direkt einbauen und später abseits der Straße in Ruhe das Loch suchen und flicken.

Müllprobleme unterwegs

In Frankreich haben wir zum Beispiel Zero-Waste-Picknickplätze gesehen – eine schöne Idee, weil dort kein Müll liegen bleiben soll. Allerdings gab es dort auch keine Mülleimer. Das bedeutet: jeder soll seinen Müll wieder mitnehmen. Klingt sinnvoll – aber in der Realität klappt das leider nicht immer.

In Marokko wiederum haben wir etwas ganz anderes erlebt: an manchen Orten, an denen wir länger waren, haben wir Wälder gesehen, die stark zugemüllt waren. Das war schade zu beobachten, aber auch verständlich, wenn man die örtlichen Strukturen kennt.

Fazit & Appell – bewusst handeln für Natur und nächste Generationen

Unsere Reise zeigt uns immer wieder: niemand ist perfekt – es gibt keine Superlösung, um 100 % nachhaltig und umweltfreundlich zu reisen. Aber jede:r kann sein Bestes tun, um der Umwelt etwas Gutes zu tun.

Wir möchten euch deshalb einen kleinen Appell mit auf den Weg geben: Nur wenn wir uns selbst daran erinnern, unseren Müll mitzunehmen und respektvoll mit der Natur umzugehen, hat die nächste Generation überhaupt eine Chance, unsere Lieblingsplätze genauso sauber und ungestört zu erleben, wie wir es getan haben.

Vielleicht erscheint es in einem Moment verlockend, Müll einfach in die Natur zu werfen, weil kein Mülleimer in Sicht ist – für die Natur ist das jedoch schädlich, und auch für andere Menschen. Wer einmal denkt „da liegt schon Müll, dann darf ich auch…“, setzt eine Kettenreaktion in Gang, die wir vermeiden wollen.

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Wir versuchen deshalb, jeden Ort in der Natur so zu hinterlassen, als wären wir nie dort gewesen. Müll mitnehmen, nur das Nötigste in die Natur einbringen – das schützt die Natur und ermöglicht uns, die Schönheit der Landschaft zu genießen, ohne sie zu zerstören.

Wir mögen die Natur sehr und möchten gerne im Einklang mit ihr leben. Nur durch bewussten Umgang mit der Natur ist es möglich, weiterhin schöne Seen, klare Wasserquellen und unberührte Landschaften zu erleben – nicht nur für uns, sondern auch für alle, die nach uns kommen.

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