Annkathrin

Auf und Ab bei Regen und Sonnenschein [#11]

Der Morgen von Tag 69 begann mit einem sanften Regen, der uns dazu veranlasste, noch etwas lΓ€nger im Zelt liegen zu bleiben und den Tag gemΓΌtlich zu starten. Nachdem der Regen nachließ und die Sonne wieder hervorkam, bauten wir unser Zelt ab und frΓΌhstΓΌckten auf den BΓ€nken eines nahegelegenen Rastplatzes. Doch der Tag sollte noch einige Herausforderungen fΓΌr uns bereithalten. Unsere Route fΓΌhrte uns direkt in den ersten steilen Anstieg, den wir grâßtenteils schiebend bewΓ€ltigen mussten. Die MΓΌhe wurde jedoch belohnt, als wir oben angekommen einen atemberaubenden Blick auf die Cote de Greville vau de Maupas genießen konnten. Doch kaum hatten wir die Aussicht bewundert, ging es wieder hinab und anschließend erneut steil bergauf. Im nΓ€chsten Ort ΓΌberraschte uns ein Regenschauer. Ein Blick in die Wetter-App verriet, dass es wohl noch lΓ€nger regnen wΓΌrde. Nach 15 Minuten ließ der Regen zwar nach, aber es nieselte weiterhin. Wir entschieden uns, weiterzufahren, um einen geeigneten Platz zu finden, an dem wir unsere grΓΌne Zeltplane aufspannen konnten. Schließlich fanden wir eine wunderschΓΆne Stelle mit Blick auf das Meer. Kaum hatten wir die Plane zwischen den FahrrΓ€dern gespannt und uns darunter Schutz gesucht, klarte der Himmel auf und die Sonne kam wieder hervor. Trotzdem genossen wir unseren am Vortag zubereiteten Nudelsalat und entspannten bis in den Nachmittag hinein. Als wir unser Lager abbauten, begann es wieder zu regnen – diesmal entschieden wir uns jedoch, weiterzufahren, da der nΓ€chste Streckenabschnitt durch einen schΓΌtzenden Wald fΓΌhrte. Der Weg wurde jedoch immer matschiger, steiniger und erneut sehr steil, sodass wir wieder gezwungen waren, unsere RΓ€der gemeinsam nach oben zu schieben. Danach beschlossen wir, auf den besser befestigten Hauptstraßen zu bleiben. Die nΓ€chste Abfahrt brachte uns erneut Regen. Im nΓ€chsten Ort fanden wir bei einem Friedhof eine UnterstellmΓΆglichkeit, um uns kurz auszuruhen und unsere WasservorrΓ€te aufzufΓΌllen. Als der Regen nachließ, setzten wir unsere Fahrt fort – nur um wenige Kilometer spΓ€ter erneut in einen heftigen Schauer zu geraten. An einem Rastplatz mit spektakulΓ€rem Blick auf die Bucht versuchten wir, uns mit der grΓΌnen Zeltplane vor dem Regen zu schΓΌtzen, was jedoch nur bedingt funktionierte. Schließlich entschieden wir uns, unser Zelt aufzubauen, um darin zu kochen und den Tag sicher und trocken ausklingen zu lassen. Nebel, Sturm und spektakulΓ€re Ausblicke Wir schliefen an diesem Morgen aus und wurden von dichtem Nebel und starkem Wind geweckt. Der Sturm draußen hielt uns noch etwas lΓ€nger im Zelt, bis die Sonne schließlich gegen Mittag herauskam. Nachdem der Nebel sich verzogen hatte, packten wir unsere Sachen zusammen und setzten unsere Reise fort. Unser erster Halt war an einer Ecke des Γ„rmelkanals. Dort nutzte Annkathrin die Gelegenheit, das Geschirr vom Vortag zu spΓΌlen – bei starkem Wellengang und auf einem Kiesstrand, wo die Füße schnell in den Steinen versanken. WΓ€hrend des SpΓΌlens wurde ihre Hose durch die Wellen etwas nass, doch nach dem Trocknen und Verstauen ging es weiter. Die Route fΓΌhrte uns ΓΌber einen HΓΌgel hinauf, vorbei an Port Racine, einem malerischen kleinen Hafen, in dem einige Menschen trotz des frischen Wetters badeten. Den Rest des steilen Aufstiegs bewΓ€ltigten wir schiebend, bis wir einen kostenlosen Aussichtsturm in La Hague erreichten, von dem aus wir einen fantastischen Blick auf die Umgebung hatten. Die Fahrt ging weiter, immer wieder bergauf und bergab, bis wir in Auderville unseren nΓΆrdlichsten Punkt in Frankreich erreichten. Dort nutzten wir einen Friedhof, um unsere WasservorrΓ€te aufzufΓΌllen, bevor es wieder in die HΓΌgel ging. Unterwegs stießen wir auf einen Baguetteautomaten, der uns ein frisches Baguette spendierte, das wir uns teilten. Nach etwa 8 Kilometern erreichten wir einen Supermarkt, um unsere VorrΓ€te aufzufΓΌllen, und setzten unsere Fahrt fort. Der Weg fΓΌhrte uns durch hΓΌgeliges GelΓ€nde mit atemberaubenden Ausblicken. An einer Stelle konnten wir in der Ferne die britische Insel Jersey sehen – eine Insel im Γ„rmelkanal, die fΓΌr ihre wunderschΓΆne KΓΌstenlandschaft und reiche Geschichte bekannt ist. Am Abend, nach 49,9 Kilometern, fanden wir schließlich einen Schlafplatz und ließen den Tag gemΓΌtlich ausklingen. Verirrungen und ZufΓ€lle Gegen 11:30 Uhr setzten wir unsere Reise fort und fuhren durch einige kleine DΓΆrfer, diesmal ohne große HΓΆhenmeter bewΓ€ltigen zu mΓΌssen. In einem Ort kurz vor Portbail kauften wir ein, um uns dann in Portbail an einem schattigen Ort einen Salat zuzubereiten, den wir sofort gemeinsam verspeisten. Auf unserer Weiterfahrt stießen wir wieder zufΓ€lligerweise auf die Radreisefamilie, die wir bereits vor der FΓ€hre bei Port-JΓ©rΓ΄me-sur-Seine getroffen hatten – nun schon zum dritten Mal. Wir grüßten uns herzlich und fuhren weiter. Als unser Warmshowers-Host noch nicht auf unsere Nachricht geantwortet hatte, ΓΌberlegten wir kurz, zu einem Campingplatz zu fahren. Doch Google Maps fΓΌhrte uns zu einem gesperrten Weg, und so Γ€nderten wir unseren Plan. Stattdessen hielten wir an einer Kirche mit Friedhof, packten unsere Laptops aus und arbeiteten etwa eine Stunde an unseren YouTube-Videos. Die Suche nach einem Schlafplatz gestaltete sich an diesem Abend schwieriger als gedacht. Wir durchquerten mehrere kleine Orte und fuhren lange, bis wir schließlich gegen 22:30 Uhr einen geeigneten Platz fanden und unser Lager aufschlugen. Von der KΓΌstenΓΌberraschung zum versteckten RΓΌckzugsort Unser 72. Tag auf Reisen fΓΌhrte uns weiter Richtung SΓΌden, mit Montmartin als ersten Halt des Tages. Ein kleines Einkaufsabenteuer, bei dem wir uns mit dem NΓΆtigsten versorgten, bevor es auf der Landstraße weiterging. Die sommerliche Hitze begleitete uns, doch das hielt uns nicht davon ab, den spontanen Entschluss zu fassen, einen Abstecher zum Strand zu machen. Unser erstes Ziel: eine KΓΌste, die von weitem wie ein perfekter Strand aussah. Doch angekommen, stellten wir fest, dass der Strand eher mager ausfiel. FΓΌr Nico jedoch kein Problem. Ganz im Gegenteil, denn der Ort hatte seine ganz eigenen Reize. Ohne Menschenmassen, dafΓΌr aber mit unzΓ€hligen großen, flachen Muscheln, die Nico begeistert sammelte. Es war Ebbe, und zwischen den Algenfeldern lagen Segelboote im Sand – schief und wartend auf die nΓ€chste Flut. Ein faszinierendes Bild, das wir mit unserer Kamera festhielten. Ein paar Kilometer weiter fanden wir einen lebhafteren Strand. Hier war deutlich mehr los, und Annkathrin konnte ihrem Wunsch nachgehen: ein erfrischendes Bad im Meer. WΓ€hrend sie die Wellen genoss, suchte Nico ein schattiges

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Von Baguettes und Begegnungen [#10]

Heute stand eine anspruchsvolle Bergfahrt auf dem Programm. Mit knurrenden MΓ€gen machten wir uns auf die Suche nach Brot und wurden schließlich in einer kleinen BΓ€ckerei in Trouville-sur-Mare fΓΌndig. Die frisch gebackenen Baguettes waren die perfekte StΓ€rkung fΓΌr die anstehende Herausforderung. WΓ€hrend wir den Berg hinauf kΓ€mpften, kreuzten unsere Wege mit einem deutschen Ehepaar, „Die ReiseRadler“ genannt. Sie waren bereits 4000 Kilometer mit ihren E-Bikes unterwegs und hatten wie wir das Fernweh gepackt. Ein ausfΓΌhrliches GesprΓ€ch ΓΌber unsere gemeinsamen Abenteuer und die SchΓΆnheit der Normandie machte diesen Tag zu etwas ganz Besonderem. Nach einer langen Unterhaltung schoben wir unsere RΓ€der die letzten Meter den Berg hinauf und genossen die wohlverdiente Abfahrt. Den Abend ließen wir bei einem einfachen, aber kΓΆstlichen Abendessen am Meer ausklingen: vegane Nuggets mit Makkaroni und einem Glas Wein. Ein perfekter Abschluss fΓΌr einen Tag voller HΓΆhen und Tiefen. Ein technischer RΓΌckschlag und ein triumphaler Meilenstein Wir wurden wach und die Sonne kam langsam hervor. Annkathrin wollte auf ihrem Smartphone nachsehen, wie spΓ€t es ist, doch das GerΓ€t zeigte nur das Herstellerlogo und lud nicht weiter. Genervt versuchte sie es erneut zu starten, doch ohne Erfolg. Schließlich landete sie im Reboot-MenΓΌ und probierte alle Optionen außer dem ZurΓΌcksetzen auf Werkseinstellungen. Am Ende half nur dieser Schritt. Es war deprimierend, da sie nun alle Apps neu installieren und einrichten musste. Immerhin funktionierte das Smartphone danach wieder. Diese Erfahrung zeigte uns erneut, wie abhΓ€ngig wir Menschen heutzutage von solchen GerΓ€ten sind. Smartphones sind nicht nur zum Fotografieren und Verwalten von Kontakten wichtig, sondern auch fΓΌr Navigation, Kommunikation mit Verwandten und mobiles Bezahlen. Eine solche Panne auf Reisen kann daher viele Aspekte unseres Alltags betreffen. Es ist ratsam, sich im Vorfeld Backup-LΓΆsungen zu ΓΌberlegen, wie das Notieren der wichtigsten Kontaktdaten auf Papier und das regelmÀßige Hochladen von Fotos und wichtigen Dateien auf eine Cloud-Plattform. So kann man eine unerwartete Smartphone-Panne besser ΓΌberstehen. Das kann ja jedem GerΓ€t mal passieren! Gegen Nachmittag fuhren wir dann mit unseren RΓ€dern weiter. Um 17:30 Uhr erreichten wir die 2.000 km Marke auf der Pegasus Bridge in der NΓ€he von BΓ©nouville. Es war erstaunlich, dass wir schon so weit gekommen waren. Kurz dachten wir zurΓΌck an die Strecke der letzten zwei Monate. Egal wie lange unsere Reise noch dauern wΓΌrde, sie hatte sich bereits jetzt gelohnt. Wir haben Erinnerungen und Erfahrungen fΓΌrs Leben gesammelt. Danach suchten wir einen Supermarkt auf, um unsere VorrΓ€te aufzustocken. Wir fuhren durch einen Park, in dem es Ziegen, Enten und Pfaue gab, der aber eine Stunde nach unserer Ankunft schließen musste. Ein etwa 19 m langes Walskelett gab es dort ebenfalls zu bestaunen. Der Wal war 1885 bei Langrune-sur-Mer gestrandet. SpΓ€ter kochten wir am Meer unser Abendessen und machten uns danach auf die Suche nach einem Schlafplatz. Spontaner Ruhetag mitten in Frankreich Tag 64 wurde zu einem weiteren spontanen Pausentag. Wir schliefen aus, da Nico sich noch von seinem Sonnenbrand erholen musste. Außerdem waren wir kΓΆrperlich sehr erschΓΆpft, vor allem wegen des heißen Wetters, und brauchten dringend eine Pause. Annkathrin ging mittags noch einkaufen, aber ansonsten verbrachten wir den Großteil des Tages im Zelt, um uns zu erholen und unsere KrΓ€fte wieder aufzutanken. Ein neuer Rekord: 85 Kilometer an einem Tag durch die Normandie An Tag 65 wollten wir es wissen: Unser Ziel war es, unseren bisherigen Tagesrekord von 68 Kilometern, den wir an unserem zweiten Tag in den Niederlanden aufgestellt hatten, zu brechen. Gut ausgeruht und gestΓ€rkt durch ein ausgiebiges FrΓΌhstΓΌck, machten wir uns um 9 Uhr auf den Weg. Die Route fΓΌhrte uns zunΓ€chst entlang der malerischen KΓΌste der Normandie, bevor sie ins Landesinnere abbog. Überall waren Flaggen der alliierten KrΓ€fte (Kanada, England, Amerika) sowie die franzΓΆsische Flagge und Fotos von Soldaten aufgehΓ€ngt. Dies lag daran, dass die Normandie das 80. JubilΓ€um des D-Days feierte. Der D-Day, am 6. Juni 1944, markierte den Beginn der Befreiung Westeuropas von der Nazi-Herrschaft und war die grâßte Landungsoperation der Geschichte. Gegen 11:25 Uhr erreichten wir Arromanches-les-Bains. Im Nachhinein hΓ€tten wir diesen Ort lieber ΓΌber die Bundesstraße umfahren sollen, denn es ging steil hinunter in die Stadt und wir mussten unsere RΓ€der die steile Steigung wieder hinauf schieben. Trotz dieser Anstrengung traten wir weiter fleißig in die Pedale und kamen gut voran. PlΓΆtzlich hΓΆrten wir laute KnallgerΓ€usche, die wir schließlich einem nahegelegenen Schießstand zuschrieben. Wir ließen uns nicht beirren und setzten unseren Weg fort. Eine besondere Herausforderung stellte eine sehr schmale BrΓΌcke an einer Schleuse dar. Um diese zu ΓΌberwinden, musste einer von uns das Fahrrad lenken, wΓ€hrend der andere schob, da neben dem Fahrrad kein Platz mehr zum Gehen war. Am Anfang und Ende der BrΓΌcke mussten wir die FahrrΓ€der zudem hochtragen, aber gemeinsam meisterten wir auch diese HΓΌrde. Weiter ging es durch kleine Ortschaften, immer wieder bergauf und bergab. Schließlich ΓΌberquerten wir einen Fluss und machten nach 80,5 Kilometern eine Pause, um unser Abendessen zu kochen. Nachdem wir uns gestΓ€rkt hatten, radelten wir noch etwa 5 Kilometer weiter und fanden einen passenden Schlafplatz. Am Ende des Tages konnten wir stolz verkΓΌnden: Wir haben unseren neuen Rekord aufgestellt – 85 Kilometer an einem Tag! Und das mit circa 60kg pro Rad. Abenteuer entlang der NormandiekΓΌste: Ein Tag voller Überraschungen Am Vormittag von Tag 66 packten wir zusammen und setzten unsere Reise fort. Unser erstes Ziel war Utah Beach, einer der fΓΌnf LandungsstrΓ€nde des D-Days, wo die Alliierten am 6. Juni 1944 landeten. Hier sahen wir mehrere Bunker am Strand und zahlreiche Pferdewagen sowie Reiter, die an die historische Bedeutung des Ortes erinnerten. Auch viele historische MilitΓ€rfahrzeuge waren aufgrund des D-Day-JubilΓ€ums ausgestellt. Wir fuhren den ganzen Tag entlang der langen KΓΌste der Normandie, genossen die beeindruckende Landschaft und die frische Seeluft. Am spΓ€ten Nachmittag erreichten wir schließlich Barfleur, ein malerisches KΓΌstendorf. Ein paar Kilometer weiter dachten wir, einen sicheren Schlafplatz gefunden zu haben. Doch plΓΆtzlich hΓΆrten wir ein Schnauben hinter uns. Als wir uns umdrehten, sahen wir Ziegen auf der Wiese, die wir als Schlafplatz auserkoren hatten. Die Ziegen grasten nur fΓΌr ein paar Minuten und verschwanden dann spurlos. Da uns

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Nico Ladewig und Annkathrin Kaßner von β€žzweiaufrad” erkunden die Normandie auf ihren FahrrΓ€dern

Von Felsformationen zu Hafenstadt: Unser Trip nach Le Havre ΓΌber Γ‰tretat [#09]

Wir schliefen bis etwa 9:30 Uhr aus und frΓΌhstΓΌckten gemΓΌtlich im Zelt. Beim Herausschieben unserer RΓ€der aus dem Versteck zog sich Nico einen Dorn ein, den er mit einer Pinzette schnell entfernte. Gut gelaunt und mit Musik ΓΌber unsere Smartphones radelnd, starteten wir den Tag entlang der malerischen Seine. Anfangs fΓΌhrte unser Weg direkt am Ufer entlang, spΓ€ter dann durch charmante Ortschaften. Auf einem Friedhof fΓΌllten wir unsere WasservorrΓ€te auf. Weiter ging es auf eine malerische Bundesstraße, die uns mit ihren steilen, weißen Felsen beeindruckte. Bei einem Supermarkt kauften wir Lebensmittel ein und erfrischten unser Wasser mit Zitronenscheiben. Wir radelten weiter auf einem Fahrradweg, der frΓΌher eine alte Bahntrasse war. PlΓΆtzlich versperrte uns ein quer geparktes Hubfahrzeug den Weg, das gerade bei einem Hausbau eingesetzt wurde. Alle Radfahrer, einschließlich uns, mussten absteigen und vorsichtig um das Fahrzeug herumschieben. Nachdem wir den Engpass gemeistert hatten, setzten wir unseren Weg fort, der uns unter der Pont de Breton hindurchfΓΌhrte. Kurz darauf erblickten wir ein Kriegsdenkmal mit einem in Stein gemeißelten Flugzeug. Auf der anderen Straßenseite entdeckten wir einen Fuß- und Fahrradweg, den wir dann nutzten. Durch den nΓ€chsten Ort fahrend, machten wir erneut bei einem Friedhof Halt, um unsere WasservorrΓ€te aufzufΓΌllen. Schließlich erreichten wir einen idyllischen Rastplatz mit Obstwiese und einladenden BΓ€nken mit Tischen. Dort kochten wir unser Essen und genossen die entspannte AtmosphΓ€re. SpΓ€ter bauten wir unser Zelt auf und ließen den Tag in Ruhe ausklingen. Zeckenkampf und Unwetterpause Noch am vorherigen Abend hatten wir mit Zecken zu kΓ€mpfen und mittlerweile bereits etwa 40 StΓΌck von unseren KΓΆrpern entfernt. Aus diesem Grund frΓΌhstΓΌckten wir im Zelt, statt wie geplant an den Tischen mit BΓ€nken. Bevor wir mit dem AufrΓ€umen begannen, sprΓΌhten wir uns mit Anti-Zecken-und-MΓΌcken-Spray ein, was deutlich half, doch fanden sich dennoch sechs weitere Zecken an unseren KΓΆrpern. Dann begann der Anstieg. Innerhalb weniger Kilometer ging es von 30 auf 150 HΓΆhenmeter. Wir kamen der KΓΌste des Γ„rmelkanals und unserem Ziel, den Elefantenfelsen bei Γ‰tretat, immer nΓ€her, doch das Wetter wurde zunehmend schlechter. Am grΓΌnen Straßenrand einer Allee mit riesigen BΓ€umen spannten wir eine Plane ΓΌber unsere RΓ€der und legten uns auf eine andere Plane darunter zwischen die RΓ€der, um den Regen abzuwarten. Der Regen wurde stΓ€rker und war deutlich auf der Plane zu hΓΆren. Auch nach vier Stunden besserte sich das Wetter nicht, sodass wir einen Schlafsack herausholten, uns damit etwas zudeckten und ein paar Minuten schliefen. Irgendwann, als es bereits dunkel war, wachten wir auf. Es wurde windiger und unangenehmer zwischen den RΓ€dern. Spontan entschieden wir uns, doch das Zelt aufzuschlagen. Das taten wir direkt hinter den RΓ€dern und nutzten diese mit dem provisorischen Unterschlupf als Vorzelt. Die Entscheidung war richtig, denn im Zelt waren wir viel besser vor dem Wetter geschΓΌtzt. Es dauerte allerdings, bis wir erneut einschlafen konnten, da die WindgerΓ€usche in den BΓ€umen uns verunsicherten. Abenteuerliche KΓΌstenfahrt in der Normandie Morgens wurden wir vom LΓ€rm der Straße geweckt, an der wir unser Zelt aufgestellt hatten. Kurz nach 7 bauten wir unser Lager ab und fuhren los, ohne in der NΓ€he zu frΓΌhstΓΌcken. Stattdessen holten wir uns unser FrΓΌhstΓΌck beim nΓ€chsten Supermarkt, etwa 3 km entfernt. Der Vormittag war noch durchwachsen, doch gegen Mittag kam die Sonne heraus, und es wurde warm. Unsere Solaranlagen konnten endlich wieder genutzt werden, denn unsere GerΓ€te hatten kaum noch Strom. Um 12 Uhr erreichten wir endlich das Meer bei Γ‰tretat und genossen den Blick ΓΌber das Wasser und auf den Elefantenfelsen (Falaise d’Aval). Auf einer Wiese gegenΓΌber des kleinen Museums (MusΓ©e du patrimoine d’Γ‰tretat) breiteten wir unsere Picknickdecke aus und kochten ein leckeres Mittagessen. Danach radelten wir den Berg hinunter in die Stadt Γ‰tretat und erkundeten die Innenstadt mit ihren alten, schΓΆnen HΓ€usern, SouvenirlΓ€den, CafΓ©s und Restaurants. Es waren viele Touristen aus verschiedenen LΓ€ndern unterwegs. Nachdem wir die Stadt verlassen hatten, passierten wir einen Parkplatz, wo viele Autos und Wohnmobile aus den verschiedensten LΓ€ndern parkten. Wir radelten weiter und fanden ein schΓΆnes PlΓ€tzchen am Meer, wo Felsen ins Wasser ragten und nur Angler anzutreffen waren. Dort ruhten wir uns aus und genossen das Rauschen des Meeres. SpΓ€ter erreichten wir einen Ort mit einer netten Kirche gegenΓΌber eines Lost Places, wo wir uns stΓ€rkten. Schließlich fanden wir einen Schlafplatz mit Meerblick und beeilten uns mit dem Zeltaufbau, da es wieder zu regnen begann. Erholung und Entdeckungen an der KΓΌste Wir schliefen aus und chillten bis ca. 11:30 Uhr im Zelt. Danach bauten wir langsam das Zelt ab und fuhren gegen 12 Uhr weiter. Anfangs war der Weg noch recht schlecht, wurde aber bald besser und geteert. Grâßtenteils landeten wir auf der La Route Martime, einem gut ausgebauten Fahrradweg. In einem Vorort von Le Havre kauften wir ein und radelten dann zum Strand von Le Havre, einem Steinstrand. Annkathrin ging mit den Füßen ins Meer, und gemeinsam bauten wir ein Herz aus schwammartigen Steinen. Danach schauten wir uns aus etwas Entfernung den Rummel am Strand an, der ein Riesenrad, ein paar kleine Buden und einen Autoscooter umfasste. Wir radelten weiter, kauften noch restliche Sachen ein und machten uns auf den Weg zu unseren Warmshowers Hosts. Auf dem Weg dorthin mussten wir einen kleinen Pfad nehmen, der sich entlang von HauszΓ€unen und durch den Wald schlΓ€ngelte. Kurz vor dem Erreichen des Ziels mussten wir einen steilen Berg hinauffahren. Endlich kamen wir bei den Hosts an, schlugen unser Zelt im Garten auf, aßen gemeinsam und unterhielten uns mit der netten Gastgeberfamilie (Frau, Mann, Tochter und Sohn). Ein Pausentag am Strand Dieser Tag war zum Großteil eintΓΆnig: Wir arbeiteten intensiv an unseren Blogartikeln und YouTube-Videos. Das Wetter war ruhig, und wir nutzten die Zeit, um unseren digitalen Content zu pflegen und zu bearbeiten. Abends jedoch nahm der Tag eine spannende Wendung. Unsere Gastgeber luden uns zu einem Strandausflug ein. Sie wollten sich mit Freunden treffen, baden und am Strand zusammen picknicken. Wir fΓΌhlten uns wie zwei Jugendliche, die mit ihren SchΓΌleraustausch-Eltern unterwegs sind. Der Ausflug war eine willkommene Abwechslung und brachte uns frische Energie. Allerdings verstanden wir die Sprache nicht so richtig, da fast

Von Felsformationen zu Hafenstadt: Unser Trip nach Le Havre ΓΌber Γ‰tretat [#09] WeiterlesenΒ Β»

Mit ZWEIAUFRAD auf Fahrrad-Weltreise.

Pedal Power: Unsere Reise von Paris nach Rouen auf zwei RΓ€dern [#08]

Wir schliefen im GΓ€stezimmer aus, arbeiteten noch etwas und frΓΌhstΓΌckten. Gegen 12 Uhr informierten wir unseren Gastgeber per Textnachricht (wir hatten ihn am Morgen nicht gesehen, weil er arbeiten war), dass wir jetzt losgingen, bedankten uns fΓΌr das Vertrauen und radelten weiter. Der Weg fΓΌhrte uns in die Richtung unseres nΓ€chsten Warmshowers-Hosts. Auf dem Weg sahen wir viele Graffitis, nicht nur das unlesbare typografische Gekritzel, sondern auch beeindruckende PortrΓ€ts von Menschen. Wir machten bei einem Shoppingcenter Halt, um nach einer neuen Powerbank fΓΌr Nico zu schauen, und fanden eine mit 20.000 mAh fΓΌr 30 €. Danach stoppten wir bei einem Supermarkt und aßen etwas. Gegen 19:30 Uhr kamen wir bei unseren zweiten Hosts an. Gemeinsam tranken wir ein Bier, genossen das leckere, von den Hosts selbst gekochte vegane Essen mit gelber Zucchini aus dem eigenen Garten und bekamen zum Abschluss noch ein veganes Eis. Die Hosts zeigten uns alles, da wir am Folgetag alleine im Haus sein wΓΌrden. Wir unterhielten uns viel und arbeiteten abends noch ein wenig, bevor wir schließlich schlafen gingen. Ein produktiver Pausentag Wir schliefen aus, frΓΌhstΓΌckten gemΓΌtlich und setzten uns dann an unsere Laptops, um an unseren BlogbeitrΓ€gen und der Website zu arbeiten. Ein komplexes Problem mit dem Websitesystem, das uns schon in Luxemburg beschΓ€ftigte, lΓΆste Nico nach ungefΓ€hr zwei Stunden. Danach widmeten wir uns den Videos: Annkathrin schnitt das Paris-Video, wΓ€hrend Nico am Niederlande-Belgien-Video weiterarbeitete. Mittags kochte Annkathrin, und den Rest des Essens teilten wir spΓ€ter mit unseren Hosts. Am Nachmittag schauten wir uns gemeinsam mit den Hosts in der NΓ€he ihres GrundstΓΌcks den olympischen Fackellauf an und gingen anschließend einkaufen. Zum Abendessen kochten wir fΓΌr unsere Hosts und genossen eine gemeinsame Mahlzeit. Danach besuchten wir zusammen die Feier fΓΌr die olympische Flamme, wo franzΓΆsische und englische Musik gespielt wurde. Eine beeindruckende Drohnenshow und ein wunderschΓΆnes Feuerwerk rundeten den Abend ab, an dem ca. 13.000 Menschen teilnahmen. ZurΓΌck bei den Hosts duschten wir und schliefen gegen 1:30 Uhr ein. Entlang der Seine Gegen 7:30 Uhr standen wir auf, packten unsere Sachen zusammen und frΓΌhstΓΌckten mit unseren Hosts. Danach setzten wir unsere Reise mit dem Rad fort, in Richtung der Seine. Auf dem Weg mussten wir ein Hindernis meistern: eine Treppe, die wir hinunterschieben mussten. Wir hatten einen Umweg zur Komoot-Route genommen und wollten nicht wieder umkehren. Es erforderte etwas Geduld, aber gemeinsam meisterten wir diese Herausforderung schnell. Wenige Minuten spΓ€ter kamen wir an der Seine an. Der Fahrradweg an der Seine war landschaftlich sehr schΓΆn und nicht so steil. Wir radelten ein paar Meter direkt an der Seine entlang, bevor wir eine Pause in einem Park einlegten und etwas aßen. Wir radelten weiter auf einem schmalen Fahrradweg und machten eine Pause an der Seine, um unsere Füße im Wasser zu kΓΌhlen. Es trΓΆpfelte etwas, und wir radelten weiter. Zwischendurch begegneten wir ein paar Franzosen, mit denen wir uns kurz unterhielten, und machten erneut eine Pause in einem Park. Bei einem Supermarkt machten wir Halt und aßen etwas. Danach fuhren wir einen steilen Berg hoch, wobei wir zum Teil gemeinsam ein Fahrrad schieben mussten. Oben angekommen, genossen wir die tolle Aussicht und entspannten in unseren CampingstΓΌhlen. SpΓ€ter bauten wir unser Zelt auf und genossen die ruhige und warme Nacht. Pause am Wasser und die Suche nach Ruhe Wir schliefen wieder aus, rΓ€umten das Zelt aus, bΓΌrsteten unsere Haare, machten uns einen Zopf, bauten das Zelt ab, frΓΌhstΓΌckten auf der Zeltplane, verstauten alles auf den RΓ€dern, cremten uns mit Sonnencreme ein und fuhren weiter. Durch malerische Wald- und Feldwege fΓΌhrte unser Weg. Die Temperaturen stiegen schon am Morgen auf fast 30Β°C an. Zwischendurch hielten wir an FriedhΓΆfen, um unsere TrinkwasservorrΓ€te aufzufΓΌllen. Nach wenigen Kilometern stießen wir auf ein faszinierendes Haus, das halb ins Wasser gebaut war. Da keine Absperrungen, ZΓ€une oder Γ€hnliches vorhanden waren, erkundeten wir es neugierig. Auf der einen HΓ€lfte des Hauses war der Fluss, auf der anderen eine Betonebene. Zwei Treppen fΓΌhrten hinunter ins Wasser. Spontan entschieden wir uns, hier eine lΓ€ngere Pause einzulegen. Wir stellten unsere FahrrΓ€der hinter das Haus, wo sie niemanden stΓΆrten, bauten unsere CampingstΓΌhle auf und tauchten unsere Füße ins erfrischende Wasser. Es war nicht kalt, aber auch nicht warm – genau richtig fΓΌr eine kleine AbkΓΌhlung. Wir packten unsere Laptops aus den Taschen und arbeiteten an unseren Videos weiter. Annkathrin nutzte die Gelegenheit, ihre Füße ins Wasser zu halten und ihre UnterwΓ€sche zu waschen. Danach kochten wir ein leckeres Mittagessen. Zwischendurch kamen ein paar neugierige Leute vorbei, die von dem Haus genauso begeistert waren wie wir, verschwanden aber nach einigen Minuten wieder. Nachdem wir uns gestΓ€rkt und erholt hatten, setzten wir unsere Fahrt fort. Wenige Kilometer weiter fanden wir einen idyllischen Rastplatz, wo wir den Rest des Abends verbringen wollten – zumindest dachten wir das. Nach etwa einer Stunde tauchte eine Gruppe junger MΓ€nner auf, die laut redend und mit zwei Grills bewaffnet anfingen zu grillen. Der LΓ€rm und der herumfliegende MΓΌll machten uns das Verweilen dort unmΓΆglich. Trotz unserer Hoffnung, dass sie bald verschwinden wΓΌrden, hielten wir es noch etwa 1,5 Stunden aus, bevor wir uns entschieden, weiterzufahren. Es war bereits 21:20 Uhr und der Sonnenuntergang tauchte die Landschaft in ein atemberaubendes Licht. Etwa 2,5 km weiter entdeckten wir eine große Wiese direkt an der Seine, die uns endlich die ersehnte Ruhe bot. Hier konnten wir unser Zelt aufschlagen und die friedliche AtmosphΓ€re genießen. An diesem Abend, in der Nacht und auch am nΓ€chsten Morgen stΓΆrte uns niemand, sodass wir gut schlafen und ausgeruht in den nΓ€chsten Tag starten konnten. Entlang der Seine nach Rouen Nach dem FrΓΌhstΓΌck und dem Zeltabbau starteten wir um 10 Uhr bei angenehmen 19Β°C in den Tag. Anfangs noch mit unseren Fleecejacken fuhren wir weiter in Richtung Rouen, radelten dabei viele Kilometer entlang der Seine. An einer Stelle standen wir vor der Wahl, einen steilen Berg mit einem schmalen Weg hinaufzuradeln oder lieber unten an der Seine entlangzufahren, wo die Steigung geringer, aber der Weg doppelt so lang war. Wir entschieden uns fΓΌr den lΓ€ngeren Weg. An einer Kreuzung sollten wir rechts

Pedal Power: Unsere Reise von Paris nach Rouen auf zwei RΓ€dern [#08] WeiterlesenΒ Β»

Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig von β€žzweiaufrad” erreichen im Sommer 2024 Paris. Die offene Radreise.

Pedal to Paris 2024: Mit dem Fahrrad zur Olympiastadt [#07]

Gegen 9:30 Uhr radelten wir weiter in Richtung Paris. Es folgten einige steile Berge und Feldwege, die aussahen wie Rasen, ΓΌber den ein Traktor ein oder zweimal gefahren war. Zum Teil waren die Wege sehr matschig. Besonders ein Abschnitt im Wald war extrem matschig mit großen PfΓΌtzen. Nico baute sich eine BrΓΌcke aus StΓΆcken, um hinΓΌberzukommen. Gegen Mittag kochten wir Spaghetti in einem alten Waschhaus, das wahrscheinlich Teil eines Brunnens in einem verlassenen Haus war. Kurz bevor wir am Kanal entlangfuhren, wo wir uns bessere geteerte Wege erhofften, kauften wir in Dormans ein. Danach ging es zum Kanal. Anfangs war der Weg geteert, aber bald fanden wir uns wieder auf Graswegen und matschigen Stellen. Unsere Hoffnung auf gute Wege am Kanal verwandelte sich in Unmut. An einer Stelle stießen wir auf das nΓ€chste Hindernis: eine Schranke mit Zahlenschloss und wenig Platz an der Seite fΓΌr unsere RΓ€der. Daran schoben wir vorbei. Wir radelten noch etwas weiter und fanden schließlich gegen 19:00 Uhr einen geeigneten Schlafplatz. An Tag 44 begannen wir damit, das Zelt abzubauen und ließen die Außenplane in der Sonne trocknen. WΓ€hrenddessen frΓΌhstΓΌckten wir und putzten erneut unsere FahrrΓ€der, die vom gestrigen Weg wieder schmutzig geworden waren. Gegen 11:30 Uhr radelten wir los und fuhren einen steilen Berg hinauf. Kurz danach hΓΆrte sich Annkathrins Fahrrad komisch an. Sie versuchte, die Ursache selbst zu finden, hatte jedoch keinen Erfolg. Nico war bereits im nΓ€chsten Ort angekommen, sodass Annkathrin den Berg hinunter ins Dorf zu ihm schob. Nachdem sie alle Taschen vom Fahrrad genommen hatte, erkannte Nico schnell, dass das Schutzblech verbogen war. Wir richteten es, machten eine Testfahrt und danach funktionierte alles wieder. Mit den Taschen wieder am Fahrrad setzten wir unsere Reise fort. Beim nΓ€chsten Friedhof fΓΌllten wir erneut unsere Trinkflaschen auf. Wir kamen an einem Pizzaautomaten vorbei, neben dem auch ein GetrΓ€nkeautomat stand, der jedoch keine GetrΓ€nke mehr hatte. Da die Pizzen nicht vegan waren, kauften wir nichts, beobachteten aber, wie andere Leute ihre fertigen Pizzen aus dem Automaten holten. Weiter radelten wir entlang vieler Weinberge und kamen an zahlreichen Weinpressen vorbei. In Chateau-Thierry hatte ein Laden geΓΆffnet, wo wir China-Nudeln und etwas zu trinken kauften. Ein paar Orte weiter entdeckten wir einen Baguette-Automaten, wo wir fΓΌr 1,10 € ein Baguette kauften. Da das Baguette ohne TΓΌte aus dem Automaten kam, bastelten wir uns eine große TΓΌte aus zwei kleinen blauen MΓΌlltΓΌten. Wir radelten noch etwas weiter, stießen auf einen Rastplatz, kochten China-Nudeln, genossen die Aussicht und schlugen spΓ€ter unser Zelt auf. Auf dem Rastplatz waren mehrere Parteien mit Autos und Kindern. Je spΓ€ter es wurde, desto mehr wunderten wir uns, warum die Leute ohne Camper oder Zelt noch vor Ort blieben. Schließlich suchten wir online nach einer Antwort und erfuhren, dass der 14. Juli der Nationalfeiertag in Frankreich ist, der an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789 erinnert und mit Feuerwerken gefeiert wird. Kurz darauf hΓΆrten wir aus mehreren Richtungen Knallen – es war das Feuerwerk, auf das die Leute gewartet hatten. Ein Feuerwerk konnten wir sogar beobachten, als wir im Zelt saßen. Die Leute verschwanden danach gegen 23:30 Uhr, und wir fanden endlich unsere Ruhe. Landmaschinen, Weinpressen und steile Anstiege: Ein Tag auf zwei RΓ€dern Am Morgen wurden wir von Landmaschinen geweckt. Wir blieben diesmal etwas lΓ€nger im Zelt liegen und frΓΌhstΓΌckten dort auch – es gab die am Vortag gekauften Baguettes mit Erdbeermarmelade. Danach machten wir uns auf den Weg und radelten einen steilen Berg hinauf. Am Straßenrand sahen wir wieder eine Weinpresse. Kurz darauf machte Annkathrins Fahrrad komische GerΓ€usche. Sie versuchte zuerst selbst, die Ursache zu finden, fand sie aber nicht. Nico war schon im nΓ€chsten Ort, sodass Annkathrin ihr Fahrrad den Berg zu ihm hinunterschob. Bei Nico angekommen, nahm Annkathrin alle Taschen vom Hinterrad ab. Nico bemerkte, dass das Schutzblech etwas verbogen war, und richtete es. Nach einer Probefahrt, bei der alles wieder normal klang, befestigte Annkathrin die Taschen wieder am Fahrrad, und es ging weiter. Am nΓ€chsten Friedhof fΓΌllten wir unsere WasservorrΓ€te auf. Wir radelten an vielen Weinbergen vorbei und sahen zahlreiche Weinpressen sowie eine alte Maschine, die zum Weinanbau genutzt wurde. Wir kauften wieder Lebensmittel ein, aber scheinbar hatten wir diese nicht gut genug an Annkathrins Fahrrad befestigt, da sie bei einem unebenen Weg auf die Straße fielen. Annkathrin konnte sich und das Fahrrad schnell retten, und Nico reagierte blitzschnell, um die EssenstΓΌte zu retten, bevor ein LKW vorbeifuhr. In Meaux schauten wir uns ein paar SehenswΓΌrdigkeiten an. Um nach Meaux zu gelangen, mussten wir eine stark befahrene Straße mit einem steilen Anstieg nehmen, was recht gefΓ€hrlich war. Ein netter Franzose erklΓ€rte uns, dass es keine Alternativwege gΓ€be, um nach Paris zu gelangen – wir mΓΌssten die stark befahrene Straße nehmen. Ein StΓΌck fuhren wir an einem Fluss entlang, wo der Weg gut war. Unsere Schlafplatzsuche dauerte sehr lange, und gegen 23 Uhr hatten wir endlich unser Zelt aufgestellt. Der Schlafplatz war zwar nicht ideal, aber in Ordnung. Vom Kanal bis zum Eiffelturm: Unser erster Tag in Paris Gegen 8 Uhr bauten wir das Zelt ab und radelten zunΓ€chst durch einige kleine DΓΆrfer. Dann gelangten wir an einen Kanal mit einem geteerten Fahrradweg. Wir staunten ΓΌber die QualitΓ€t des Weges, fanden es aber etwas nervig, dass er stΓ€ndig hoch und runter ging. Unterwegs trafen wir einen interessanten Mann mit einem selbstgebauten Fahrradwohnwagen, der auf seiner ersten Testtour war. Wir unterhielten uns eine Weile mit ihm und tauschten unsere YouTube-Namen aus. Vor einem Park wurde der Fahrradweg kurz schlechter. Unser erster Eindruck von Paris: viele Obdachlose, die oft in Zelten am Kanal schlafen, recht viel MΓΌll, gekoppelt mit wundervollen prΓ€chtigen Bauten. Es gab viele GeschΓ€fte und LΓ€den sowie gut ausgebaute Fahrradwege direkt in der Stadt. Der Verkehr war chaotisch und lebendig. Wir radelten zum Eiffelturm, zum Arc de Triomphe und zum Louvre. Überall waren viele Menschen unterwegs, und vieles war wegen der Vorbereitungen fΓΌr die Olympischen Spiele abgesperrt. Nach dem Sightseeing kauften wir noch etwas ein und fuhren mΓΌde zu unserem ersten Warmshowers-Host. Unser Gastgeber trug unsere RΓ€der netterweise

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Bonjour France: Mit dem Fahrrad ΓΌber die Grenze [#06]

Kurz nach der Grenze hΓΆrte der Bahntrassen-Radweg abrupt auf. Der erste HΓΌgel ließ nicht lange auf sich warten, und wir mussten mΓΌhsam in unseren ersten GΓ€ngen hinaufstrampeln. Auf dem Weg fΓΌllten wir unsere Wasserflaschen an WasserhΓ€hnen auf FriedhΓΆfen auf – ein Geheimtipp unter Radreisenden, besonders wenn der nΓ€chste Supermarkt zu weit entfernt ist oder die GeschΓ€fte geschlossen sind. FriedhΓΆfe bieten oft trinkbares Leitungswasser. Zwischendurch endeten die Fahrradwege Γ€hnlich wie in Belgien plΓΆtzlich, und wir fanden uns auf Landstraßen zwischen schnell fahrenden PKWs und tonnenschweren LKWs wieder. Annkathrin sah sogar, wie ein Auto auf der Gegenfahrbahn ein Autoteil verlor. Wir fuhren weitere 14,9 Kilometer von der Grenze entfernt, bis wir einen geeigneten Platz fanden, um unser Zelt aufzuschlagen. Doch wir warteten bis zur DΓ€mmerung mit dem Zeltaufbau und nutzten die Zeit auf unseren CampingstΓΌhlen, um an unseren Smartphones ein YouTube-Shortvideo und mehrere BlogbeitrΓ€ge zu bearbeiten. Ein Tag voller HΓΆhen und Tiefen Am Tag danach schliefen wir bis ungefΓ€hr 9:15 Uhr aus. Die VΓΆgel zwitscherten wieder voll motiviert, eine KrΓ€he krΓ€chzte oben im Baum und ein paar Fahrzeuge rauschten auf der Straße in der NΓ€he vorbei. Die Sonne war auch schon da und schien durch die ganzen BlΓ€tter der BΓ€ume, denn es sollte ein warmer Tag werden. Diesen gingen wir ruhig an. Bevor wir uns daran machten, das Zelt abzubauen, bauten wir erstmal die CampingstΓΌhle wieder auf und aßen etwas zum FrΓΌhstΓΌck. Dann ging es weiter. An Tag 39 brachten wir entspannte 26,4 Kilometer hinter uns. Es war heute mit bis zu 33,6 Β°C etwas wΓ€rmer, deshalb mussten wir viel trinken und zwischendurch Pause machen. Gegen Mittag hatten wir mit einigen HΓΆhenmetern zu kΓ€mpfen, mussten ein paar steile Berge hinaufschieben und wurden mit tollen Aussichten belohnt. Um 14:15 Uhr machten wir an einer Kirche in einem Dorf Halt, um uns im Schatten der großen BΓ€ume auszuruhen. Zu unserer Begeisterung fanden wir mehrere Steckdosen, die an der Außenseite der Kirche angebracht waren, und nutzten die Gelegenheit, um unsere Powerbanks nachzuladen. Wir nutzten die Zeit auch, um unsere Laptops auszupacken, einen Blogbeitrag zu erstellen und an einem YouTube-Video zu arbeiten. Auf unseren Smartphones hatten wir gesehen, dass uns gegen 19 Uhr ein Gewitter erreichen sollte, deshalb fuhren wir gegen 16:30 weiter und schauten nebenbei schon mal nach passenden UnterstΓ€nden. Gegen 17:25 Uhr fΓΌllten wir erneut unsere WasservorrΓ€te auf einem Friedhof auf. PlΓΆtzlich landeten wir am Ardennes-Kanal. Der Ardennes-Kanal ist ein beeindruckendes GewΓ€sser, das sich durch die hΓΌgelige Landschaft der Ardennen schlΓ€ngelt und ein beliebtes Ziel fΓΌr Radfahrer und Wanderer ist. Das freute uns sehr, da wir es neben dem Kanal angenehm zu fahren hatten: die Wege waren geteert und es gab keine starken Steigungen. NΓ€he des Kanals fanden wir schnell einen passenden Unterstand – eine Art Garage, die mal angefangen wurde und nie zu Ende gebaut wurde und wahrscheinlich schon wenige Jahre so dort stand, denn das kleine GrundstΓΌck war ziemlichmi zugewuchert. Der Garagenrohbau hatte zwei ganze und eine halbe Wand sowie ein Metalldach. Hier schoben wir unsere FahrrΓ€der in die Ecke, wo eine ganze und die halbe Wand aufeinandertrafen, und kochten uns etwas Leckeres zu essen. Erst gab es Spaghetti mit Tomatensauce und dann gΓΆnnten wir uns noch jeweils einen Pappbecher Chinanudeln. WΓ€hrenddessen schΓΌtteten die Wolken draußen ΓΆfter mal einige Regenschauer ab. Das Dach hielt dicht und wir blieben trocken. Am Ardennes-Kanal entlang Morgens radelten wir nach einem kurzen FrΓΌhstΓΌck weiter. Anfangs regnete es noch etwas, dann kam die Sonne wieder heraus, und das anfangs immer mal wieder im Wechsel. Wir radelten knapp 40 km am Ardennes-Kanal entlang. In Nouvion-sur-Meuse kauften wir ein und kamen kurz danach mit einem anderen Radreisenden ins GesprΓ€ch. Dieser kam aus Paris und wollte nach Luxemburg City radeln. Er berichtete auch, dass er bereits einmal fΓΌr achtzehn Tage den Jakobsweg entlang geradelt war. Der Radreisende konnte allerdings wenig Englisch und sonst nur FranzΓΆsisch, was die Kommunikation etwas erschwerte. Am Ardennes-Kanal fuhren wir an diversen Schleusen vorbei, die teilweise nur wenige hundert Meter voneinander entfernt waren. Auf dem Fahrradweg neben dem Kanal mussten wir plΓΆtzlich halten, weil ein Baum umgekippt und den Weg versperrt hatte. Drei Kinder versuchten bereits, diesen mithilfe einer Multifunktionsschaufel mit SΓ€ge kleinzusΓ€gen. Wir halfen ihnen dann, indem Nico unsere SΓ€ge herausholte und den etwa zehn Zentimeter dicken Baum mΓΌhelos durchsΓ€gte. Die beiden Jungs zogen anschließend die beiden BaumhΓ€lften an den Wegesrand und der Rest half dabei, die Γ„ste an den Wegesrand zu legen. Die Kinder sprachen kein Englisch und trotzdem haben wir gemeinsam die Herausforderung gemeistert. Kurze Zeit spΓ€ter fanden wir ein Bootswrack an dem Ort, wo frΓΌher einmal La Porte Hachan war, eine historische Schleuse am Kanal. Dann radelten wir noch etwas durch eine Stadt und fΓΌllten unsere TrinkvorrΓ€te auf einem Friedhof bei einer charmanten Kirche in Tagnon auf. Kurz bevor wir die 58,4 km voll machten, begannen wir auf Schlafplatzsuche zu gehen. Wir fanden zuerst zwar einen Platz, entschieden uns dann aber aus bestimmten GrΓΌnden weiterzuziehen. Kurze Zeit spΓ€ter erblickten wir einen wunderschΓΆnen Garten mit GΓ€nsen, HΓΌhnern und einem Teich. Ein Ehepaar (zwischen 50 und 60) und deren Sohn (vermutlich Anfang/Mitte 20) waren gerade dort und fragten, ob sie uns helfen kΓΆnnten. Das Ehepaar konnte kein Englisch, aber deren Sohn konnte etwas ΓΌbersetzen. Wir antworteten, dass wir auf der Suche nach einem Schlafplatz sind, wo wir unser Zelt aufschlagen kΓΆnnten. Voller Begeisterung boten sie uns an, das Zelt auf einem frei wΓ€hlbaren Ort auf deren GrundstΓΌck zu errichten. Wir kamen auch noch ein wenig ins GesprΓ€ch und dann verabschiedeten wir uns mit β€œbonne nuit.” Morgens, an Tag 41, standen wir gegen 9 Uhr auf. Wir packten langsam alles zusammen und ließen die Außen- und Bodenplane in der Sonne trocknen. Danach fuhren wir zur BΓ€ckerei (hier β€œBoulangerie” genannt) und kauften uns ein franzΓΆsisches Baguette. Wir machten Halt an der Kirche im Ort, aßen das Baguette mit der restlichen Marmelade und putzten unsere ZΓ€hne. PlΓΆtzlich bemerkte Nico ein Ei im Gras vor einem Baum bei der Kirche. Vorsichtig hob er es mit einem KΓΌchenhandtuch auf und legte es abseits des Weges. Wir vermuteten, dass

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Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig von β€žzweiaufrad” freuen sich ΓΌber die ersten zurΓΌckgelegten 1000 Kilometer auf ihrer großen Radreise.

Viele HΓΆhenmeter durch Belgien [#05]

Am nΓ€chsten Tag setzten wir unsere Reise auf dem Vennbahnradweg fort. Die Strecke fΓΌhrte uns ΓΌber zahlreiche BrΓΌcken, die meist ΓΌber kleine BΓ€che spannten, und sogar durch einen kurzen Tunnel, der uns direkt durch den Berg hindurchleitete. WΓ€hrend wir in die Pedale traten und die frische Luft genossen, stellten wir plΓΆtzlich fest, dass wir fΓΌr eine kurze Zeit wieder in Deutschland gelandet waren. Dies bemerkten wir jedoch nur zufΓ€llig, als uns ein deutsches Ortsschild ins Auge fiel. Es war ein merkwΓΌrdiges GefΓΌhl, so unvermittelt die Grenze zu ΓΌberqueren, ohne es direkt zu bemerken. Schon nach kurzer Zeit befanden wir uns wieder in Belgien und radelten weiter durch ruhige Orte wie Auel. Die Landschaft war idyllisch; von den AnhΓΆhen aus konnten wir weite Felder und dichte WΓ€lder sehen. Die Umgebung bot eine angenehme Abwechslung und ließ uns die Anstrengung der Strecke fast vergessen. Am Nachmittag erreichten wir schließlich die Grenze zu Luxemburg. Erstaunlich, dass wir an Tag 30 schon in unserem vierten Land waren. Wenige Kilometer hinter der Grenze fanden wir einen ruhigen Ort und kochten uns ein leckeres Abendessen: gebratene Maiskolben, vegane Nuggets und Nudeln mit Ratatouille-Soße. Kurz bevor es zu dΓ€mmern begann, schlugen wir das Zelt auf. Die anstrengenden Steigungen der Berge hatten uns viel abverlangt, und wir waren erschΓΆpft, als wir unser Tagesziel erreichten. MΓΌde und ausgelaugt krochen wir spΓ€ter in unsere SchlafsΓ€cke, dankbar fΓΌr die wohlverdiente Ruhe nach einem Tag voller Erlebnisse und Anstrengungen. Das Einschlafen fiel uns daher nicht schwer. Kilometerrekord und nΓ€chtliche Besucher Tags darauf ließen wir wieder einige HΓΆhenmeter hinter uns. Die Strecke verlangte uns erneut einiges ab, doch wir genossen die Herausforderung und die Ausblicke, die uns die HΓΆhen boten. Mitten auf einer besonders steilen Passage verschaltete sich Annkathrin einmal, wodurch die Kette vom Ritzel sprang. Wir mussten kurz anhalten und die Kette wieder einhaken. Es war eine kleine Panne, die uns jedoch nicht lange aufhielt und uns nur daran erinnerte, wie wichtig es ist, immer aufmerksam zu sein. Am Nachmittag knackten wir schließlich die 1.000-Kilometer-Marke, die wir seit Beginn unserer Reise zurΓΌckgelegt hatten. Es war ein stolzer Moment, den wir gebΓΌhrend feierten und auf Foto & Video festhielten. Auf unserem Weg kamen wir an einem alten Wasserturm vorbei, der majestΓ€tisch in den Himmel ragte. Kurz darauf fanden wir einen abgelegenen Schlafplatz fΓΌr die Nacht. Es war ein ruhiger Ort, perfekt, um unser Zelt aufzuschlagen und die Ruhe der Natur zu genießen. Nach einem anstrengenden Tag fielen wir mΓΌde in unsere SchlafsΓ€cke. Da wir ΓΌber Warmshowers von den Hosts, bei denen wir angefragt hatten, keine Reaktionen oder nur Absagen erhalten hatten, buchten wir ein Appartement fΓΌr zwei NΓ€chte in Luxemburg (Stadt). In der Nacht hΓΆrten wir nur ein paar Rehe bellen, ein eigenartiges GerΓ€usch, das uns zunΓ€chst aufhorchen ließ, aber bald beruhigte. Es erinnerte uns daran, wie nah wir der Natur waren und wie besonders diese Erfahrung auf unserer Fahrradtour wirklich war. Schweißtreibende Anstiege und ein erholsamer Campingplatz Tags darauf ging es wieder einige Berge hinauf. Ein besonders steiler Anstieg zwang uns, wieder abzusteigen und unsere RΓ€der zu schieben. Nachdem wir den Anstieg gemeistert hatten, fuhren wir weiter durch Diekirch. Die charmante Stadt bot eine willkommene Abwechslung. Wir nutzten die Gelegenheit, um unsere VorrΓ€te aufzustocken. Unser Ziel fΓΌr den Tag war ein Campingplatz, den wir nach einer weiteren Fahrt erreichten. Einkaufsfrust und teure Pommes Am nΓ€chsten Tag setzten wir unsere Fahrradtour fort und passierten dabei eine imposante Burgruine, die leider nicht zugΓ€nglich war. Trotzdem genossen wir den Anblick der alten GemΓ€uer, die sich majestΓ€tisch ΓΌber der Landschaft erhoben. Unser nΓ€chstes Ziel war, einige EinkΓ€ufe zu erledigen. Wir besuchten mehrere GeschΓ€fte auf der Suche nach einer Gasflasche, einem Campingadapter, Klebstoff und Zurrgummis fΓΌr unsere GepΓ€cktrΓ€ger. Leider konnten wir außer dem Klebstoff nichts finden, da uns die Preise fΓΌr die anderen GegenstΓ€nde zu hoch waren. Der Hunger trieb uns spΓ€ter zu einer Fastfood-Kette, wo wir wahrscheinlich die teuersten Pommes unseres Lebens aßen. Nach dem Essen Γ€rgerten wir uns ein wenig ΓΌber die Ausgabe, aber wir nahmen es mit Humor und versprachen uns, beim nΓ€chsten Mal sorgfΓ€ltiger zu wΓ€hlen. FΓΌr die Nacht fanden wir schließlich ein ruhiges PlΓ€tzchen zum Schlafen. Es war ein abgelegener Ort, fernab von StraßenlΓ€rm und anderen StΓΆrungen. Erlebnisse in Luxemburg Stadt: Fahrstuhl und Erkundungen Wir erreichten Luxemburg Stadt und wurden sofort von ihrer SchΓΆnheit beeindruckt. Ein Highlight war der kostenlose Panoramafahrstuhl, den wir mit unseren RΓ€dern benutzten und der uns einen atemberaubenden Ausblick ΓΌber die Stadt bot. WΓ€hrend wir die Stadt durchquerten, entschieden wir uns, eine neue Action Cam zu kaufen, um unsere Abenteuer festzuhalten. Wir waren schon seit Wochen auf der Suche nach einer bestimmten Action Cam als Zweitkamera, doch bisher hatten wir sie in keinem ElektronikgeschΓ€ft finden kΓΆnnen. In Luxemburg Stadt entdeckten wir die neueste Version dieser Kamera, komplett mit dem ZubehΓΆr, das wir uns ausgesucht hatten. Obwohl sie etwa 100€ teurer war als das VorgΓ€ngermodell, fiel uns die Entscheidung leicht und wir kauften sie. Wir hatten nΓ€mlich schon befΓΌrchtet, weiterhin danach suchen zu mΓΌssen oder sie online zu bestellen und dann an eine Packstation in Frankreich liefern zu lassen. Am Abend packten wir die Kamera im Apartment aus, machten sie startbereit und probierten sie gleich aus. Im Apartment nutzten wir auch die Gelegenheit, um unsere WΓ€sche zu waschen und uns zu duschen. Nico ordnete einige Videodateien an, wΓ€hrend Annkathrin fΓΌr ihren Arbeitgeber tΓ€tig war. Anschließend, nachdem Annkathrin ihren Blogbeitrag geschrieben hatte, bereiteten wir gemeinsam unser Abendessen zu. Am nΓ€chsten Tag begannen wir nach einem ausgiebigen FrΓΌhstΓΌck mit unserer Arbeit und setzten diese bis zum Mittag fort. Danach erkundeten wir die Stadt ohne unsere RΓ€der und nutzten den kostenlosen ΓΆffentlichen Nahverkehr. Zum Mittagessen kehrten wir in ein veganes Restaurant ein. Ohne Reservierung durften wir uns direkt hinsetzen und einen QR-Code scannen, der uns zur Speisekarte fΓΌhrte und mit unserer Tischnummer verknΓΌpft war. Über unsere Smartphones konnten wir passende Gerichte auswΓ€hlen und direkt bestellen, ohne Registrierung oder sonstige HΓΌrden. Wir entschieden uns fΓΌr pink gefΓ€rbte Burger mit Pommes und Salat. Die moderne Art der Bestellaufnahme beeindruckte uns sehr: Der Kellner

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Abenteuerliche Fahrt durch Belgien [#04]

Am 26. Tag unserer Reise tauchten wir richtig in Belgien ein. Der β€œSint Pietersberg” war der erste beeindruckende Berg, den wir auf dieser Tour erblickten. Noch ahnten wir nicht, welche Herausforderungen die nΓ€chsten Tage fΓΌr uns bereithalten wΓΌrden. Nach den flachen Landschaften und den großartigen Radwegen in den Niederlanden waren wir an eine gewisse Bequemlichkeit gewΓΆhnt. In Belgien sah das ganz anders aus. Mal fuhren wir auf einem schmalen Radstreifen entlang der Landstraße, mal mussten wir auf den Gehweg ausweichen, und manchmal hΓΆrte der Radweg einfach auf, sodass wir improvisieren mussten. Wir nΓ€herten uns LΓΌttich, die Zeit verging und es wurde immer spΓ€ter, doch unsere Motivation trieb uns weiter. Ab 18 Uhr fuhren wir durch diese lebendige Großstadt. Eigentlich hatten wir hier eine Zusage von einem Warmshowers-Host, doch dieser hatte kurzfristig abgesagt und unsere anderen Anfragen blieben unbeantwortet. Uns war also klar, dass wir LΓΌttich komplett durchqueren mussten. Entlang des Albertkanals fΓΌhrte unser Weg uns in die Innenstadt, wo wir uns kurz umsahen. Dann ΓΌberquerten wir den Kanal Richtung Osten und wurden sofort von den steilen Anstiegen ΓΌberrascht. Solche Berge hatten wir nicht erwartet. Es ging steil bergauf und wieder hinab, manchmal mussten wir sogar schieben. Zum GlΓΌck hatten wir ausreichend Wasser dabei, denn die Anstrengung war enorm. Nach einigen Stunden des KΓ€mpfens mit den HΓΆhenmetern fanden wir zufΓ€llig ein verlassenes GrundstΓΌck mit einem Lost-Place-GebΓ€ude darauf. Es schien ein perfekter Ort fΓΌr die Nacht zu sein, vor allem, weil die meisten Leute das Fußballspiel der Europameisterschaft verfolgten und am nΓ€chsten Tag zur Arbeit oder Schule mussten. Hier konnten wir endlich zur Ruhe kommen und uns auf die nΓ€chsten Abenteuer vorbereiten. Ungeplante Hitze: Wie wir Zuflucht auf einem Campingplatz fanden Wir fanden den Ort auf dem verlassenen GelΓ€nde so ideal, dass wir planten, dort einen Pausentag einzulegen. Doch ab Mittag wurde es extrem heiß. Die Temperaturen im Zelt stiegen weit ΓΌber 30 Grad Celsius (gemessen mit unserem Hygrometer), was die Situation ziemlich anstrengend machte. Ein positiver Aspekt war jedoch, dass unsere Solaranlagen bei dieser SonnenstΓ€rke hervorragend arbeiteten und unsere Powerbanks gut nachluden. Unser Wasservorrat ging jedoch zur Neige, sodass wir uns am frΓΌhen Nachmittag entschieden, weiterzuziehen. Der nΓ€chste Supermarkt war nur etwa 3 km entfernt. Nach einem kurzen Halt dort, um unsere VorrΓ€te aufzufΓΌllen, fuhren wir weitere 3 km, um spontan auf einem Campingplatz einzuchecken. Dieser lag in der NΓ€he eines wunderschΓΆnen Schlosses, das wohl als eine Art Jugendherberge diente. Am Empfang des Campingplatzes trafen wir auf Deutsche mit Wohnmobilen, unter anderem aus Hannover. Obwohl der Herr am Empfang kein Deutsch und nicht so gut Englisch sprach, verlief der Check-in schnell und einfach. Er wies uns persΓΆnlich einen ruhigen Zeltplatz zu. Zur Übernachtung gehΓΆrte auch ein kostenfreier Besuch im Freibad hinter dem Campingplatz, aber dieses war an dem Tag zu ΓΌberfΓΌllt. Die Ardennen erreichen Am 28. Tag schliefen wir entspannt aus – daran hatten wir uns auf dieser Reise gewΓΆhnt. Gegen 10:30 Uhr, nachdem wir alles zusammengebaut, auf den FahrrΓ€dern verstaut und gefrΓΌhstΓΌckt hatten, ging es weiter. Wir stellten uns auf weitere HΓΆhenmeter ein, die uns mit Sicherheit erwarteten. Doch diese Herausforderungen nahmen wir an, schließlich wollten wir daran wachsen, da uns im Laufe der nΓ€chsten Monate noch viel grâßere Berge erwarteten. Im Laufe des Tages kΓ€mpften wir uns bis auf 580 Meter ΓΌber dem Meeresspiegel. Das Beste daran war der Ausblick ΓΌber die ganzen TΓ€ler und DΓΆrfer sowie die Abfahrten, die wir mit Vorsicht genossen – insbesondere nach Annkathrins Sturz in den Niederlanden. Schließlich erreichten wir die Berge Ostbelgiens, genauer gesagt die Ardennen. Die Ardennen sind ein dicht bewaldetes Hochland, das sich ΓΌber Teile Belgiens, Luxemburgs und Frankreichs erstreckt. Bekannt fΓΌr ihre steilen HΓ€nge und tiefen TΓ€ler, bieten die Ardennen spektakulΓ€re Landschaften und sind ein beliebtes Ziel fΓΌr Outdoor-AktivitΓ€ten wie Wandern, Radfahren und Klettern. Die Region ist auch historisch bedeutsam, insbesondere durch die Ardennenoffensive im Zweiten Weltkrieg. Als wir auf der Straße bei Fischvenn fuhren, ΓΌberholten uns zahlreiche Mofas und Motorroller. Wir vermuteten, dass sie an einer Rallye teilnahmen. Von historischen und aufpolierten bis hin zu modernen motorisierten KleinkraftrΓ€dern – die Vielfalt war beeindruckend. Diese Fahrzeuge begegneten uns auch einige Kilometer weiter, als wir die Aussicht am Staudamm von Robertville genossen. Der Staudamm von Robertville ist ein beeindruckendes Bauwerk, das den Fluss Warche staut und den See von Robertville bildet. Der Stausee dient nicht nur der Wasserversorgung, sondern ist auch ein beliebtes Ausflugsziel fΓΌr Naturliebhaber. Auf dem Vennbahnradweg An Tag 29 landeten wir plΓΆtzlich auf dem Vennbahnradweg. Der Vennbahnradweg ist ein beeindruckender, etwa 125 Kilometer langer Fahrradweg, der entlang einer ehemaligen Eisenbahnstrecke von Aachen in Deutschland bis nach Troisvierges in Luxemburg verlΓ€uft. Er bietet eine einzigartige Kombination aus flachen Wegen und malerischen Landschaften, ideal fΓΌr Radfahrer. Die Wege verbesserten sich schlagartig und es ging oft bergab – eine Erleichterung, nachdem wir Tage und Stunden mit den Bergen in Nordost-Belgien gekΓ€mpft hatten. An einem Supermarkt fΓΌllten wir noch kurz unsere VorrΓ€te auf und hatten ein mulmiges GefΓΌhl. Es sollte nΓ€mlich ab 22 oder 23 Uhr gewittern und das kann im Zelt entweder ziemlich gefΓ€hrlich werden oder sehr nass. Nico fragte deshalb in einer Fahrradgruppe auf Telegram nach Rat und bekam schnell passende Antworten. Unser Ziel stand fest: eine GrillhΓΌtte, die uns als SchutzhΓΌtte dienen sollte. Auf den Bildern im Internet war zu sehen, dass sie groß genug war, damit unser Zelt hineinpasst. So fuhren wir weiter auf dem Vennbahnradweg und erreichten schließlich die HΓΌtte. Wir schauten uns um und waren begeistert. Doch es war auch zu lesen, dass das Objekt zu mieten war, und wir wollten keinen Γ„rger einhandeln. Im Internet fanden wir eine Telefonnummer und riefen an. Der Herr am Telefon konnte wunderbar Deutsch – das ist in Ostbelgien ganz normal, da die Menschen dort zweisprachig (FranzΓΆsisch und Deutsch) aufwachsen. Wir erklΓ€rten ihm, dass wir auf einer großen Radtour sind und am Abend ein schweres Gewitter kommen soll, weshalb wir Schutz benΓΆtigen. Der Herr, der das Objekt offensichtlich verwaltete, sah darin keine Probleme und sagte uns zu. Zudem hatten wir im Hinterkopf, dass unsere Powerbanks und Kameras kaum noch

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Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig auf ihrer Radreise in Niederlande.

GrenzΓΌberschreitung und erste EindrΓΌcke in den Niederlanden [#03]

Gegen Nachmittag an Tag 19 erreichten wir die niederlΓ€ndische Grenze kurz hinter Gronau (Westfalen). Unser erster Ort in den Niederlanden war Glanerbrug. Die Freude war groß, endlich die erste Grenze auf unserer großen Reise ΓΌberquert zu haben. Auf gut ausgebauten Fahrradwegen ging es dann weiter durch Enschede, wo wir die Stadt erkundeten und die angenehme AtmosphΓ€re genossen. Eine Besonderheit in den Niederlanden ist, dass Fahrradfahren den gesamten Tag ΓΌber in der FußgΓ€ngerzone erlaubt ist. Dies machte unsere Fahrt durch Enschede und Hengelo besonders entspannt und angenehm. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen hatten, radelten wir einige Kilometer entlang des malerischen Tweetekanals, dessen ruhiges Wasser und grΓΌne Ufer uns eine schΓΆne Kulisse boten. Unsere Route fΓΌhrte uns ΓΌber die Schleuse in Delden, ein weiteres Highlight auf unserer Fahrt. Auf der Suche nach einem Schlafplatz stellten wir fest, dass wir nur wenige Minuten von einem Mini-Campingplatz auf einem Bauernhof entfernt waren. Diese glΓΌckliche FΓΌgung nutzten wir und kehrten dort ein, um die Nacht zu verbringen und neue Energie fΓΌr die kommenden Abenteuer zu tanken. Entlang des Twentekanals und bis nach Arnhem Am nΓ€chsten Tag setzten wir unsere Reise entlang des malerischen Twentekanals fort. Die gut ausgebauten Radwege und die friedliche Landschaft machten das Fahren besonders angenehm. Wir kamen am beeindruckenden Landgoed Weldam vorbei, einem großen Landgut mit weitlΓ€ufigen GΓ€rten und historischem Charme. Mit knurrenden MΓ€gen erreichten wir Diepenheim und legten dort einen Halt ein, um in einem Supermarkt unsere VorrΓ€te aufzufΓΌllen und anschließend BrΓΆtchen zu verzehren. Frisch gestΓ€rkt radelten wir weiter bis nach Lochem. Auf unserem Fahrtweg entdeckten wir unter anderem flauschige Schafe und HΓΌhner. Da Nico unser bereits fertig geschnittenes Reisevideo noch auf YouTube hochladen wollte, aber nicht genΓΌgend Strom dazu auf seinem Laptop zur VerfΓΌgung stand, radelten wir zu einer E-Bike-Ladestation. Das gute an E-Bike-Ladestationen ist, dass diese meist einen haushaltstypischen Stecker haben und diese oftmals auch kostenlos sind. An der Ladestation angekommen, packten wir außer Nicos Laptop noch einige andere elektronische GerΓ€te wie Powerbanks und Mikros aus und luden diese an der Station. Nico hatte sich direkt neben die Station auf den Boden gesetzt. Leider fing es kurz bevor das Video hochgeladen war wieder an zu nieseln. Annkathrin erinnerte sich daran, dass sie ihrem kleinen Taschenminischirm mit hat und holte diesen fix und gab ihn Nico um den Laptop vor dem Regen zu schΓΌtzen. Nachdem das Video ca. 1,5 Stunden spΓ€ter hochgeladen war und wir noch Thumbnails und Texte fΓΌr das Video erstellt hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Wir wollten erstmal die geplante Route weiterfahren, allerdings bedachten wir nicht, dass wir einen Teil mit einer FΓ€hre ΓΌberqueren mussten. Als wir also kurz vor dem FΓ€hrenΓΌbergang waren, wies uns eine nette NiederlΓ€nderin daraufhin, dass die FΓ€hre heute nicht mehr fahren wΓΌrde, weil es bereits zu spΓ€t am Abend ist. Aus diesem Grund mussten wir einen Umweg fahren. Es wurde immer spΓ€ter und spΓ€ter und die Sonne war schon dabei unterzugehen, als wir endlich gegen 23 Uhr einen Schlafplatz nΓ€he Dieren fanden. Am nΓ€chsten Morgen machten wir uns auf den Weg zur nΓ€chsten grâßeren Stadt: Arnhem. Die Innenstadt von Arnhem beeindruckte uns mit ihrer lebendigen AtmosphΓ€re und den vielen GeschΓ€ften und CafΓ©s. Wir erkundeten die Stadt mit unseren FahrrΓ€dern und ließen uns von der Vielfalt und dem Charme der Stadt begeistern. Auf dem Weg raus aus der Stadt fuhren wir in der NΓ€he eines Baches, wo wir eine Schar von GΓ€nsen auf einem Fußweg herumwatscheln sahen. Wir beobachten die GΓ€nse eine ganze Weile und liefen auf diese zu. Vor Angst liefen die GΓ€nse dann vor uns weg. Am Gelredome – eine Eventhalle – machten wir kurz Halt und Nico erinnerte sich an die Qlimax 2014. Beim Verlassen der Stadt entdeckten wir ein großes Outdoor-GeschΓ€ft. Neugierig gingen wir hinein und Nico kaufte sich einen NeoprenΓΌberzug, der eigentlich fΓΌr SchlΓ€uche gedacht war. Diesen schnitt er spΓ€ter zurecht und tauschte ihn gegen das alte, stinkende Schweißband in seinem Helm aus, da es zudem schon ziemlich auseinanderfiel. Nachdem die Arbeit erledigt war, setzten wir unsere Reise fort und verließen Arnhem. Ein stΓΌrmischer Tag nach Nijmegen Wir radelten nach Nijmegen und erkundeten die charmante Innenstadt, die uns mit ihrer historischen Architektur und lebendigen AtmosphΓ€re begeisterte. Doch die Zeit drΓ€ngte, und wir wollten unbedingt vor 21 Uhr einen Campingplatz erreichen. Annkathrin war erschΓΆpft und machte sich Sorgen, da sie meist etwas langsamer war und ihre Energie fast aufgebraucht war. Das GelΓ€nde wurde zunehmend hΓΌgeliger, was die Fahrt zusΓ€tzlich erschwerte. Bei einer besonders steilen Abfahrt hatte Annkathrin so viel Schwung, dass sie die Kante zwischen einem gepflasterten und geteerten Weg nicht mehr hochkam, daran entlangschΓΌrfte und schlussendlich hinfiel. Sie stΓΌrzte und verletzte sich am rechten Knie, das eine SchΓΌrfwunde davontrug. Ihre lange Sporthose war kaputt, und der Sonnenschutz des Fahrradhelms hatte sich in ihre Stirn gedrΓΌckt. GlΓΌcklicherweise verspΓΌrte sie keine Kopfschmerzen, aber ihre rechte Schulter schmerzte etwas. Nico, der bereits oben auf dem nΓ€chsten HΓΌgel angekommen war, sah den Unfall im RΓΌckspiegel. Sofort stieg er von seinem Fahrrad ab und eilte zu Annkathrin. Er half ihr auf, gemeinsam zogen sie die kaputte Hose aus und Nico verarztete sorgfΓ€ltig ihre Wunden und stellte ihr Fahrrad wieder auf, das außer ein paar Kratzern und einem verbogenen Griff nichts abbekommen hatte. Bevor sie beschlossen, ein paar Meter gemeinsam ihre RΓ€der zu schieben, zogen sie gemeinsam Annkathrin ihre weite Regenhose an. Nach etwa einem Kilometer setzten sie ihre Fahrt sehr langsam fort, immer mit dem Ziel, den Campingplatz zu erreichen. Am Campingplatz angekommen, stellten wir fest, dass die Rezeption nicht mehr besetzt war. Ein freundlicher deutscher Camper bemerkte unsere Situation und schlug vor, dass wir unser Zelt einfach an einer bestimmten Stelle aufstellen und am nΓ€chsten Tag zur Rezeption gehen sollten, um zu bezahlen. Dankbar folgten wir diesem Rat und errichteten unser Zelt. UnglΓΌcklicherweise befand sich der empfohlene Platz neben einigen Jugendlichen, die im Fußballfieber waren, die ganze Nacht ΓΌber laut feierten und sich gegenseitig Γ€rgerten. Am nΓ€chsten Tag beschlossen wir, einen Pausentag auf demselben Campingplatz einzulegen, um uns zu erholen. Wir zogen auf einen

GrenzΓΌberschreitung und erste EindrΓΌcke in den Niederlanden [#03] WeiterlesenΒ Β»

Annkathrin Kaßner und Nico Ladewig auf ihren letzten Kilometern in Deutschland.

Erlebnisse auf dem Fahrrad: Von Bremen bis zur niederlΓ€ndischen Grenze [#02]

Nachdem wir erfolgreich ein MSR Elixir 3 Zelt erworben hatten, gΓΆnnten wir uns einen kΓΆstlichen veganen DΓΆner in Bremen, der uns die nΓΆtige Energie fΓΌr die bevorstehenden Kilometer lieferte. Frisch gestΓ€rkt machten wir uns weiter auf den Weg, um bei einem 1NightTent-Host im Garten zu ΓΌbernachten. Der Gastgeber, ein begeisterter Radfahrer, erzΓ€hlte uns spannende Geschichten von seinen eigenen Abenteuern auf zwei RΓ€dern und zeigte uns seine beeindruckende Fahrradsammlung sowie seine alten Fahrradtaschen. Bei ihm durften wir auch frische Kirschen und Erdbeeren aus seinem Garten genießen, was unseren Aufenthalt umso angenehmer machte. Am nΓ€chsten Tag setzten wir unsere Fahrt in Richtung Dangast fort. Am Abend schlugen wir unser Zelt bei einem anderen 1NightTent-Host auf, der uns herzlich willkommen hieß und uns einen ruhigen Ort zum Ausruhen bot. Die Fahrt am nΓ€chsten Tag fΓΌhrte uns weiter durch die idyllischen Landschaften, wo wir die SchΓΆnheit der Region genießen konnten und uns auf die kommenden Abenteuer freuten. Wetterumschwung und der Bauernhof-Campingplatz PlΓΆtzlich schlug das Wetter um, und dunkle Wolken zogen auf. Im strΓΆmenden Regen fuhren wir weiter, wobei der Regen so stark wurde, dass wir kaum mehr als wenige Meter vor uns sehen konnten. Trotz unserer Regenjacken und Regenponchos waren unsere Kleidung und AusrΓΌstung durchnΓ€sst, als wir endlich einen abgelegenen Bauernhof-Campingplatz in der NΓ€he ansteuerten. Die fehlende Rezeption erschwerte unsere Ankunft bei der Verwaltung, doch mit einem Anruf wurde uns schließlich eine Stelle fΓΌr unser Zelt zugewiesen. Um genug Platz zum Trocknen der nassen Sachen zu schaffen, nutzten wir unser gesamtes Zelt, abgesehen von dem Bereich, der fΓΌr die Luftmatratze reserviert war. Nico erweiterte das Zelt außen mit einer Plane, die wir zuvor als Bodenplane fΓΌr unser altes Zelt genutzt hatten, um zusΓ€tzlichen Raum zu schaffen. Im Vorzelt unseres neuen Zeltes kochten wir mit unserem Campingkocher, wΓ€hrend draußen der Regen unablΓ€ssig auf das Dach prasselte. Diese Herausforderungen motivierten uns zusΓ€tzlich, fΓΌr die nΓ€chsten Tage eine gemΓΌtliche Ferienwohnung zu mieten, um uns wieder aufzuwΓ€rmen und unsere Sachen richtig zu trocknen. ZurΓΌck nach Varel und Videoarbeit In der Ferienwohnung in Varel begannen wir zunΓ€chst mit einer Bestandskontrolle, um festzustellen, welche unserer Sachen durch den Regen nass geworden waren. Anschließend wuschen wir die WΓ€sche und trockneten sie auf der Heizung, um alles wieder einsatzbereit zu machen. Danach sammelten wir alle Videodateien zusammen und arbeiteten weiter an unserem ersten Radreisevideo, das unsere Erlebnisse festhalten sollte. Am Abend trafen wir uns mit einem Bekannten von Nico, was der Hauptgrund fΓΌr unsere Reise nach Varel war. Gemeinsam ließen wir den Tag gemΓΌtlich ausklingen und tauschten uns ΓΌber unsere Abenteuer und Erlebnisse aus. Am nΓ€chsten Morgen hatten wir einen Telefontermin mit der Landeszeitung LΓΌneburg, um sie ΓΌber den aktuellen Stand unserer Reise zu informieren. Die Reporterin der LZ plante nΓ€mlich, jeden Monat einen sogenannten ‚Follow-Up-Bericht‘ ΓΌber uns zu verΓΆffentlichen. WΓ€hrend des Tages schnitten wir weiter an unserem Reisevideo und nutzten die Zeit, um uns auch etwas in Varel umzuschauen, bevor wir uns wieder auf den Sattel schwangen, um die nΓ€chsten Etappen unserer Fahrradweltreise anzutreten. Durch Bad Zwischenahn und seine SehenswΓΌrdigkeiten Am 13. Tag unserer Fahrradweltreise legten wir eine beeindruckende Strecke von 59,8 km zurΓΌck, von Varel bis in die NΓ€he von Friesoythe durch Bad Zwischenahn. Unterwegs entdeckten wir einige faszinierende SehenswΓΌrdigkeiten, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen. Eine bemerkenswerte Entdeckung war die Tigerente am Bad Zwischenahner Meer – eine Holzbank in Form einer Ente, die von Kindern als KlettergerΓΌst genutzt wurde. Sie erinnerte uns an die beliebten Geschichten unserer Kindheit. Wir bewunderten auch eine imposante WindmΓΌhle, die majestΓ€tisch ΓΌber der Landschaft von Bad Zwischenahn thronte, sowie malerische FachwerkhΓ€user, die den Charme der Region unterstrichen. Besonders interessant war die Wels-Statue, die uns auf unserem Weg begegnete und unsere Neugier weckte. Auf dem Kleinbahnweg, einer ehemaligen Bahntrasse, die jetzt als Radweg dient, erlebten wir eine angenehm ebene Fahrt und genossen die Fahrt durch die Natur. Jede Station entlang unserer Route bot neue Entdeckungen und erinnerte uns an die Vielfalt und SchΓΆnheit der Natur und Kultur, die wir wΓ€hrend unserer Reise erleben durften. SchutzhΓΌtten und Waldabenteuer Am nΓ€chsten Tag radelten wir 32,9 km bei angenehmen 20 Grad Celsius durch eine malerische Landschaft. Unterwegs kamen wir an vielen SchutzhΓΌtten vorbei, die uns einladend empfingen. An einer dieser idyllischen RastplΓ€tze kochten wir Nudeln auf unserem Campingkocher und genossen dabei die Ruhe und Stille der umliegenden WΓ€lder. Die Nacht verbrachten wir in einer dieser SchutzhΓΌtten, eingehΓΌllt vom sanften Rauschen der BΓ€ume und dem Sternenhimmel ΓΌber uns. Es war ein friedlicher und erholsamer Abschluss eines ereignisreichen Tages auf unserer Fahrradweltreise. Durch den Naturpark HΓΌmmling nach Werlte Am 15. Tag unserer Fahrradweltreise durchquerten wir den malerischen Naturpark HΓΌmmling und legten dabei entspannte 36,3 km zurΓΌck. Die Route fΓΌhrte uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit dichten WΓ€ldern, weiten Feldern und idyllischen DΓΆrfern, die von der Ruhe und SchΓΆnheit der Natur geprΓ€gt waren. In Werlte machten wir Halt, um unsere VorrΓ€te aufzustocken und uns fΓΌr die weiteren Etappen vorzubereiten. Anschließend fuhren wir weiter zu unserem nΓ€chsten Ziel und schlugen unser Zelt bei einem weiteren 1nitetent-Host auf. Entlang des Dortmund-Ems-Kanals nach Lingen Am nΓ€chsten Tag setzten wir unsere Fahrradreise fort und radelten durch die malerische Stadt Meppen, bevor wir entlang des idyllischen Dortmund-Ems-Kanals nach Lingen (Ems) gelangten. Die Kanalufer boten eine ruhige und entspannte Strecke, wΓ€hrend wir die vorbeiziehende Landschaft und das sanfte PlΓ€tschern des Wassers genossen. In Meppen und Lingen (Ems) erkundeten wir die geschichtstrΓ€chtigen Straßen und PlΓ€tze, tauchten ein in das lokale Leben und bewunderten die Architektur der historischen GebΓ€ude. Es war eine Gelegenheit, die kulturellen Nuancen der Region zu erleben und uns mit ihrer Geschichte vertraut zu machen. Von Rheine bis zur niederlΓ€ndischen Grenze Am nΓ€chsten Morgen buchten wir eine Unterkunft ΓΌber Booking.com und machten uns auf den Weg nach Rheine. Dort angekommen, entluden wir unsere Taschen und brachten die FahrrΓ€der in unser Apartment. Nach einer erfrischenden Dusche machten wir uns daran, unsere WΓ€sche zu waschen, die dringend gereinigt werden musste. Nachdem die WΓ€sche gewaschen und zum Trocknen aufgehΓ€ngt war, machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Rheine hatte einiges zu bieten, und wir genossen es, durch

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Nico Ladewig und Annkathrin Kaßner auf ihrer großen Radreise: Erster Halt auf einem Campingplatz und die Paracord-WÀscheleine zwischen den FahrrÀdern.

Unser Radreise-Abenteuer ist gestartet [#01]

Wie es uns nach der SchlΓΌsselΓΌbergabe ging Etwas aufgeregt, neugierig zugleich und etwas erleichtert haben wir am 31.05.2024 unsere SchlΓΌssel fΓΌr unsere ca. 72mΒ² große Wohnung in LΓΌneburg abgegeben. Direkt nach der SchlΓΌsselΓΌbergabe kamen wir aus der Wohnung und standen erstmal im Starkregen. Aber auch dieser Regen konnte uns nicht viel anhaben. Wir wurden nass und mussten im Regen noch einige Taschen am Fahrrad befestigen. Nettweise hatte Nicos Mutter wΓ€hrend der SchlΓΌsselΓΌbergabe auf die RΓ€der und die Taschen aufgepasst. Nachdem alles am Fahrrad befestigt war verabschiedeten wir uns von Nicos Mutter und schwangen uns auf unsere RΓ€der. In diesem Moment begann fΓΌr uns unser großes Abenteuer. Wir radelten erstmal einige Meter, um uns bei einem Supermarkt FrΓΌhstΓΌck zu besorgen und stellten uns anschließend bei einer ΓΌberdachten Skateranlage unter, um dem Regen nicht ganz ausgesetzt zu sein. Kurz nach dem FrΓΌhstΓΌcken und einer spannenden ersten Unterhaltung mit einem Skater, hat es dann aufgehΓΆrt zu regnen. Kurz vor unserem Start der Reise hat uns jemand ΓΌber Social Media darauf aufmerksam gemacht, dass eine NΓ€mlichkeitsbescheinigung wichtig werden kΓΆnnte, wenn wir spΓ€ter GegenstΓ€nde zurΓΌckschicken mΓΆchten und keinen unnΓΆtigen Zoll bezahlen mΓΆchten. Aus diesem Grund radelten wir als nΓ€chstes zum Zoll in LΓΌneburg um uns dahingehend vor Ort zu erkundigen. Kurze Zeit spΓ€ter hatten wir die NΓ€mlichkeitsbescheinigung in den HΓ€nden und es ging weiter in Richtung Elbe-Seiten-Kanal. Am Kanal entspannten wir uns etwas lΓ€nger unter einer KanalbrΓΌcke. Wir mussten runterkommen. Am Abend zuvor hatten wir um 16:30 Uhr begonnen die Wohnung zu putzen und freizurΓ€umen bis ca. 1 Uhr in der Nacht. Dabei half uns netterweise Nicos Mutter. Damit aber nicht genug. Um 6:30 Uhr morgens klingelte unser Wecker und von da an putzen wir weiter die Wohnung und rΓ€umten diese weiter aus. Gegen 8 Uhr kam Nicos Mutter nochmal und half uns bei den letzten Sachen. Aus diesem Grund waren wir erschΓΆpft, etwas mΓΌde und das Wetter wollte uns wohl auch auf eine Probe stellen. Nach einer lΓ€ngeren Pause, radelten wir noch etwas am Kanal entlang und fanden passend zur untergehenden Sonne ein nettes PlΓ€tzchen zum Entspannen und spΓ€ter zum Zelt aufschlagen. Das Entspannen an diesem Tag tat uns gut. Wir hatten in dem Moment beide noch nicht ganz realisiert, dass nun ein neuer aufregender Lebensabschnitt beginnt, weil es sich zu dem Zeitpunkt noch unrealistisch fΓΌr uns angefΓΌhlt hat. Wir genossen einfach die Ruhe und die Zeit fΓΌr uns und freuten uns auf den nΓ€chsten Tag. Wie wir unseren ersten Tag verbrachten Am nΓ€chsten Tag – unser offizieller Tag 1 unserer großen Reise – radelten wir morgens, ohne gefrΓΌhstΓΌckt zu haben, bis nach Hohnstorf (Elbe). Dort besorgten wir uns etwas zum FrΓΌhstΓΌcken. Anschließend ging es ΓΌber die BrΓΌcken nach Lauenburg (Elbe). Dort besuchten wir ein paar Verwandte von Nico und verabschiedeten uns nochmals von ihnen.Β  Danach holten wir Nicos Bruder Lutz und seinen Hund Alfred ab, die uns an diesem Tag begleiteten. Gemeinsam fuhren wir ΓΌber die BrΓΌcken zurΓΌck zum Elbe-Seiten-Kanal und weiter in Richtung LΓΌneburger Heide. Unterwegs trafen wir Nicos Vater, quatschten eine Weile und verabschiedeten uns dann von ihm. Nach einigen weiteren Kilometern bereiteten wir unser Abendessen zu und suchten uns einen Schlafplatz fΓΌr die Nacht. Am nΓ€chsten Morgen schliefen wir entspannt aus. Nach dem gemeinsamen FrΓΌhstΓΌck verabschiedeten wir uns von Lutz und Alfred. Ab diesem Zeitpunkt setzten wir unsere Reise alleine fort.Β  Einige Meter nach der Verabschiedung von den beiden wurden wir bereits auf unsere vollgepackten RΓ€der angesprochen. Ein Ehepaar auf E-Bikes war neugierig und wir unterhielten uns kurz, bis sich unsere Wege trennten.Β  So ging unsere Reise weiter Der zweite Tag war mit maximal 19,5Β°C sehr angenehm. Wir legten 30 km zurΓΌck. An Tag 3 radelten wir weiter durch die LΓΌneburger Heide und genossen den Anblick der ersten HeideflΓ€chen. Ein herrlicher Anblick! Wir testeten unsere neue Kameratechnik, indem wir unsere Insta360 auf einen 3-Meter-Stab montierten. Leider stellten wir ein paar Tage spΓ€ter am Laptop fest, dass die Aufnahmen unbrauchbar waren, da wir die QualitΓ€t zu niedrig eingestellt hatten. Gegen Abend hielt eine Frau mit ihrem Pkw am Straßenrand an, wΓ€hrend wir in einem RasthΓ€uschen gerade unser Abendbrot beendet hatten, ZΓ€hne putzten und uns auf den Weiterweg vorbereiteten. Sie bot uns ihre Gastfreundschaft an, die wir dankbar annahmen. Wow, erst Tag 3 und schon die erste Einladung, dachten wir uns. Wir radelten die ca. 5 km zurΓΌck, die wir vor dem Abendbrot bereits geradelt waren, und bauten bei ihr im Garten unser Zelt auf. Im GesprΓ€ch erfuhren wir, dass sie selbst Radfahrerin ist und bereits eine große Radreise unternommen hatte. In der Nacht zu Tag 4 ging es Nico plΓΆtzlich schlecht. Wegen RΓΌckenschmerzen konnte er nicht mehr liegen und ging aus dem Zelt, um es mit Medikamenten zu versuchen. Diese fΓΌhrten jedoch zu Übelkeit, die ihm zusΓ€tzlich zu schaffen machte. Es war fΓΌr ihn eine lange und unangenehme Nacht, weshalb wir uns am Morgen entschlossen, unsere Gastgeberin um das Angebot zu bitten, in einem ihrer Zimmer zu schlafen. GlΓΌcklicherweise stimmte sie zu. Wir packten das Wichtigste und brachten es in das Zimmer, ließen das Zelt jedoch stehen. Den Tag verbrachten wir hauptsΓ€chlich im Zimmer. Nico schlief immer wieder 1-2 Stunden, um dann fΓΌr ein paar Minuten mit unangenehmen GefΓΌhlen wach zu liegen, bevor er wieder einschlief. Tag 4 wurde somit zwangslΓ€ufig unser erster Pausentag. Richtig blΓΆd, dass so etwas schon so frΓΌh auf unserer Reise passierte. Aber die Beschwerden hatte er schon zwei Wochen vorher und sie kamen zum GlΓΌck nicht von den Einstellungen am Rad. An Tag 5 ging es Nico etwas besser. Wir hatten ein schlechtes Gewissen, dass wir die Gastfreundschaft unserer Gastgeberin so lange in Anspruch genommen hatten und wollten weiterziehen. So entschieden wir uns, wenige Kilometer weiter zu einem Campingplatz zu fahren. Dort bauten wir unser Zelt auf, kochten etwas Leckeres, und Nico versuchte es erneut mit den Medikamenten, die endlich Wirkung zeigten. Ihm ging es deutlich besser. Wir wuschen unsere dreckigen Klamotten im Waschbecken, hΓ€ngten sie zum Trocknen auf Leinen (Paracord), die wir zwischen unsere FahrrΓ€der und BΓΌsche spannten – zum GlΓΌck war das Wetter

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Foto von unserem Mini-Flohmarkt

Sparen und EntrΓΌmpeln fΓΌr die Freiheit

Willkommen zu unserem ersten Blogbeitrag! Wenn du mehr ΓΌber uns erfahren mΓΆchtest, klicke hier. In diesem Beitrag dreht sich alles um das Thema EntrΓΌmpeln und wie wir Geld fΓΌr unsere Weltreise gespart haben. Leider haben wir nicht genau festgehalten, wie viel Geld wir durch diese Aktionen eingenommen haben, dennoch finden wir es wichtig, unsere Erfahrungen zu teilen. Wir haben unsere Wohnungsausstattung bewusst minimalistisch gehalten, da wir schon beim Einzug wussten, dass wir irgendwann auf Weltreise gehen wΓΌrden. So haben wir ΓΌber Kleinanzeigen oder von Verwandten einige MΓΆbelstΓΌcke wie Sofa, KΓΌchentisch und Bett erhalten. Außer unserem Urlaub in Lissabon haben wir keine teuren Reisen unternommen. Als wir den Zeitpunkt fΓΌr den Start unserer Weltreise festlegten, begannen wir darΓΌber nachzudenken, wie viel Geld wir dafΓΌr benΓΆtigen wΓΌrden. Diese SchΓ€tzung gestaltete sich als schwierig, da die Kosten von Person zu Person variieren kΓΆnnen und auch davon abhΓ€ngen, wie luxuriΓΆs oder minimalistisch man unterwegs sein mΓΆchte. Von anderen Reisenden erfuhren wir, dass man etwa 15 € pro Person und Tag benΓΆtigt, um Γ€hnlich zu reisen, wie wir es planen – mit gΓΌnstigen SupermarkteinkΓ€ufen, Wildcampen und dem Besuch von preisgΓΌnstigen LΓ€ndern. Der grâßte Kostenpunkt sind wahrscheinlich die Visa fΓΌr LΓ€nder außerhalb der EU. Das bedeutet, dass wir zusammen aufgerundet etwa 11.000 € pro Jahr benΓΆtigen wΓΌrden. Dank unserer festen Jobs konnten wir bereits einen betrΓ€chtlichen Betrag sparen. Der Trick bestand darin, weniger auszugeben, als wir verdienten. Unsere monatliche Miete fΓΌr unsere Zweizimmerwohnung in LΓΌneburg betrug 900 €, was pro Person 450 € ausmachte. Wir gingen selten aus, hatten keine Kredite oder teuren RatenkΓ€ufe und besaßen kein Auto, was regelmÀßige Ausgaben fΓΌr Anschaffung, Treibstoff, Versicherung, Wartung, Steuern, ParkgebΓΌhren und Wertverlust verursacht hΓ€tte. Stattdessen nutzten wir hauptsΓ€chlich Fahrrad oder ΓΆffentliche Verkehrsmittel und griffen alle 1-2 Monate auf regionale Carsharing-Angebote zurΓΌck. Wir verkauften gebrauchte GegenstΓ€nde bei eBay, nach dem Motto „Warum sollten Dinge herumliegen und verstauben, wenn jemand anders sie nutzen kΓΆnnte?“ Im Jahr 2023 verΓ€ußerten wir bereits eine Vielzahl von GegenstΓ€nden auf eBay, darunter unser „DURST ?“-Schild, Kleidung, Nicos analoge Spiegelreflexkameras, seine digitale Systemkamera, Objektive, KamerazubehΓΆr, unsere alte Sommer-CampingausrΓΌstung, Schallplatten, BΓΌcher und Druckerpatronen. Sein zwei Jahre altes E-Klapprad fand im September ΓΌber Kleinanzeigen einen neuen Besitzer. Nebenbei bediente Nico Kunden ΓΌber sein Kleingewerbe im Bereich Mediengestaltung, wo er unter anderem Website-Inhalte und Inhalte eines Fußball-Magazins aktualisierte sowie AushΓ€nge gestaltete. Einige Einnahmen erzielte er auch „passiv“ durch T-Shirt-Designs und den automatischen Verkauf von Vektorgrafiken. Es war uns wichtig, unsere Freunde und Verwandten mΓΆglichst rechtzeitig ΓΌber unsere PlΓ€ne zu informieren und sie zu bitten, uns zu Feiertagen oder besonderen AnlΓ€ssen nichts oder hΓΆchstens eine finanzielle Spende zu schenken. So konnten wir sicherstellen, dass sich nicht noch mehr GegenstΓ€nde ansammeln. Etwa 8 Monate vor unserer Abreise entschieden wir uns, noch aktiver auf Kleinanzeigen und eBay zu sein, um bessere Chancen zu haben, unsere GegenstΓ€nde zu fairen Preisen zu verkaufen. Wir stellten nach und nach mehr ein und erhielten hin und wieder Besuch von Interessenten. Große MΓΆbelstΓΌcke bereiteten uns Sorgen, da wir im 3. Stock wohnten, keinen Aufzug hatten und auch im Innenhof viele Treppenstufen zu ΓΌberwinden waren – fΓΌr potenzielle KΓ€ufer mΓΆglicherweise zu aufwendig. Unser KΓΌchentisch, StΓΌhle und unser selbstgebauter 2-Meter-Schreibtisch landeten leider Ende April auf dem SperrmΓΌll. GlΓΌcklicherweise fanden unser Kleiderschrank, Kommoden, Flurgarderobe, Schuhschrank, der gemΓΌtliche Ohrensessel mit Hocker, unser Sofa und unsere alten FahrrΓ€der neue Besitzer. WΓ€hrend dieser Aktion wurde uns klar, dass unsere Wertvorstellungen teilweise unrealistisch waren. Vieles, von dem wir dachten, dass es einen guten Preis erzielen wΓΌrde, entpuppte sich am Ende als weniger wertvoll als gedacht. Einige GegenstΓ€nde stellten wir schließlich kostenlos zur Abholung bereit. Hierbei ist es wichtig, den Wert der eigenen Lebenszeit abzuwΓ€gen, ob es sich lohnt, dass der Gegenstand ein neues Zuhause findet oder ob man ihn einfach entsorgt. Wir empfehlen anderen, die Γ€hnliche PlΓ€ne haben, frΓΌhzeitig mit dem Ausmisten zu beginnen. Wenn man frΓΌhzeitig beginnt, kann man mΓΆglicherweise bessere Preise erzielen und ist nicht unter Zeitdruck, die GegenstΓ€nde schnell verkaufen zu mΓΌssen. Außerdem haben wir einen Teil unserer Scham abgelegt und haben uns manchmal nach Pfanddosen oder -flaschen gebΓΌckt. Auch schauten wir in sogenannte „Fairteiler-HΓ€uschen“, wo in der Regel ein Regal und ein KΓΌhlschrank stehen und jeder Lebensmittel oder gebrauchte GegenstΓ€nde einstellen oder entnehmen darf. Unser Kleiderschrank war am schnellsten weg. An einem Sonntagmorgen inseriert, wurde er noch am selben Tag von zwei netten Herren abgebaut, runtergetragen und abtransportiert. Es gab keine Verhandlungen, der angegebene Preis wurde bezahlt. Als wir vieles verkauft hatten, bemerkten wir, dass wir immer noch viel Zeug ΓΌbrig hatten. Bei unserer familiΓ€ren Abschiedsparty, die mit einem Picknick im LΓΌneburger Kurpark verbunden war, beschenkten wir unsere GΓ€ste. Wir verwandelten alte Schallplatten, die wir nicht verkauft bekamen, in SchΓΌsseln, fΓΌllten sie mit veganen Bonbons und einem Foto von uns und stellten sie unseren GΓ€sten zur VerfΓΌgung. Zudem boten wir eine Art Mini-Flohmarkt an, bei dem sich jeder gratis bedienen konnte. Auf diese Weise konnten wir ΓΌberflΓΌssige Lebensmittel, Steckdosenleisten, unseren Handstaubsauger, Hygrometer, selbstgemalte Acryl-Pouring-Bilder und unbenutzte GeschirrhandtΓΌcher loswerden. Zu unserem Abschiedsparty-Picknick war es uns wichtig, dass nicht alles von uns selbst besorgt wurde, sondern jeder Gast etwas Passendes mitbrachte. Dadurch konnten wir auch hier ein paar Euros sparen – und das hat wunderbar geklappt. Es blieb sogar einiges ΓΌbrig, was sich manche GΓ€ste mitnehmen konnten (so konnten wir auch schon mal zwei Brotdosen loswerden), und wir konnten uns am Tag danach ein leckeres Mittagessen aufwΓ€rmen. Trotz allem blieb noch einiges ΓΌbrig, was wir in eine große Kiste packten, darauf „Zu verschenken“ schrieben und hinter dem Eingang des Mehrfamilienhauses stellten – eine Methode, die auch einige unserer Nachbarn angewandt hatten. Zum Schluss landeten viele GegenstΓ€nde im Altkleider- oder Altpapiercontainer. BΓΌcher brachten wir in „BΓΌcherhΓ€uschen“, alte MΓΌnzen zum MΓΌnzhΓ€ndler und gute Kleidung spendeten wir. Da wir unsere Wohnung fristgerecht 3 Monate vor dem Auszug gekΓΌndigt haben, hatten unsere Vermieter ausreichend Zeit, neue Mieter zu finden. Wir konnten mit den Vermietern und neuen Mietern vereinbaren, dass wir die Thermogardinen an der Westseite und die Plissees an der Ostseite der Wohnung zu einem fairen Preis hinterlassen konnten. NatΓΌrlich haben wir zwischendurch auch unnΓΆtige

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