Fahrradfahren an der AmalfikΓΌste [#47]
Nach unserem Stopp im historischen Pompeji zog es uns weiter an die KΓΌste β genauer gesagt an die weltberΓΌhmte, malerische AmalfikΓΌste. Wenn man auf einer Open-End-Radreise ist, gewΓΆhnt man sich an wechselnde Landschaften, aber dieser Abschnitt sollte uns noch einmal ganz neu fordern. Was wie ein entspannter KΓΌstenradweg klingt, entpuppte sich schnell als echtes sportliches Abenteuer mit dem Reiserad. Hier ist der Erfahrungsbericht unserer Tour voller Postkartenmotive, brennender Oberschenkel und dem Duft von frischen Zitronen. Etappe 1: Von Pompeji nach Sorrento β HΓΆhenmeter und der Zitronen-Hype Der erste Tag dieser Etappe fΓΌhrte uns von Pompeji bis nach Sorrento (Sorrent). Schon auf den ersten Kilometern wurde uns klar: Die AmalfikΓΌste schenkt einem nichts. Es galt, einige knackige HΓΆhenmeter zu bezwingen. Es war anstrengend, aber erstaunlicherweise kamen wir trotz des schweren GepΓ€cks richtig gut voran. Belohnt wurden wir ohnehin im Minutentakt: Immer wieder blitzte das blau glΓ€nzende Meer zwischen den Klippen auf. Die Ausblicke waren so wunderschΓΆn, dass wir stΓ€ndig anhielten, um Fotos und Videos zu machen. In Sorrento angekommen, schoben wir unsere FahrrΓ€der gemΓΌtlich durch die belebte FuΓgΓ€ngerzone. Die Architektur ist traumhaft β ein schΓΆnes Haus reiht sich an das nΓ€chste. Was sofort ins Auge springt, ist die gelbe Pracht in den Auslagen. In fast jedem Laden dreht sich alles um die berΓΌhmte Amalfi-Zitrone (Sfusato Amalfitano). Das Geheimnis der Amalfizitrone Diese Zitronen sind nicht mit den FrΓΌchten aus dem deutschen Supermarkt zu vergleichen β sie sind riesig, oft so groΓ wie Grapefruits oder Melonen! Ihre Schale ist dick, uneben und extrem reich an Γ€therischen Γlen, weshalb sie so intensiv duften. Das Besondere: Sie sind viel sΓΌΓer und milder, weshalb man sie in der Region sogar pur mit etwas Salz oder Zucker isst. In den sozialen Medien ist seit LΓ€ngerem das Zitroneneis viral, das direkt in einer ausgehΓΆhlten Riesen-Zitrone serviert wird. Ein cooler Food-Trend, aber mit 8 β¬ pro Portion auch ein verdammt teurer SpaΓ! Wir haben dankend verzichtet β das war es uns fΓΌr ein Eis dann doch nicht wert. Camping in Sorrento: Teuer und exklusiv Die Unterkunftssuche gestaltete sich schwierig. Die Region ist extrem zugebaut, sodass Wildcamping hier praktisch unmΓΆglich ist. Hotels oder Ferienwohnungen lagen bei gut 100 β¬ pro Nacht. Wir entschieden uns daher fΓΌr einen Campingplatz β mit rund 40 β¬ fΓΌr ein Zelt auch kein SchnΓ€ppchen fΓΌr unsere Reisekasse. Β Als Radreisende fΓΌhlten wir uns dort leider etwas „unerwΓΌnscht“: Wir bekamen einen Platz in einer kleinen Ecke ohne direkten Stromanschluss zugewiesen. Da wir aber mΓΌde waren und keine Lust mehr hatten, nach Alternativen zu suchen, lieΓen wir uns die Laune nicht verderben. Zelt aufgebaut, gekocht und dann ging es zu FuΓ ΓΌber eine lange Treppe hinunter zum kleinen Strand von Sorrento. WunderschΓΆn, aber winzig β hier merkt man sofort, dass man sich in einem echten Luxusort befindet. Etappe 2: Schiebe-Schicht von Sorrento ΓΌber Massa Lubrense nach Santa Maria della Neve Am nΓ€chsten Tag wartete die wahre Herausforderung auf uns. Die Route fΓΌhrte uns von Sorrento ΓΌber Massa Lubrense hoch nach Santa Maria della Neve. Die Steigungen auf diesem Abschnitt waren so extrem, dass an Fahren ΓΌberhaupt nicht zu denken war. Wir mussten unsere bepackten FahrrΓ€der viele Stunden lang den Berg hinaufschieben, weil es einfach zu anstrengend wurde. UrsprΓΌnglich hatten wir geplant, bei Termini noch einen Abstecher nach Crapolla (Cercito) zu machen und weiter bis zur Γ€uΓersten Spitze der Halbinsel zu radeln. Doch auf einer Open-End-Radreise muss man lernen, auf seinen KΓΆrper zu hΓΆren: Die ErschΓΆpfung von den ganzen HΓΆhenmetern siegte. Wir hatten schlichtweg keine Lust mehr auf diesen zusΓ€tzlichen Umweg und entschieden uns, ihn einfach auszulassen. Am Abend fanden wir erschΓΆpft ein kleines, ruhiges PlΓ€tzchen fΓΌr unser Zelt und schliefen mΓΌde ein. Etappe 3: Γber die Klippen bis nach Minori β Camping auf der Zitronenplantage Der dritte Tag brachte uns schlieΓlich nach Minori. Und ja, das Spiel wiederholte sich: Berge, TΓ€ler, traumhafte KΓΌstenpanoramen und jede Menge Stopps, um zu fotografieren oder zu filmen. Es gab zwar wieder viele HΓΆhenmeter, aber zwischendurch ging es glΓΌcklicherweise auch mal etwas bergab. Doch die HΓΆhenmeter kurz vor dem Ziel sollten uns an diesem Tag noch einmal ganz schΓΆn zu schaffen machen. Kurz vor dem angepeilten Campingplatz in Minori ging es noch einmal richtig heftig bergauf. Schiebend erreichten wir schlieΓlich den Berg hinauf den Campingplatz β und der war etwas ganz Besonderes! Er befand sich mitten auf einer echten Zitronenplantage, wo wir direkt zwischen den BΓ€umen campen durften. Es gab eine einfache Dusche, eine Toilette und sogar eine kleine OutdoorkΓΌche. Ein absoluter Traum! Wir bauten fix das Zelt auf und fielen wieder einmal todmΓΌde in den Schlafsack. Doch vorher buchten wir online noch schnell eine Ferienwohnung in der NΓ€he von Salerno. Nach den ganzen Strapazen brauchten wir auf unserer Langzeit-Radreise definitiv ein paar Tage Pause, um die Beine zu regenerieren. Etappe 4: Bis nach Salerno und die wohlverdiente Pause Am nΓ€chsten Morgen brachen wir auf zu unserer letzten kurzen KΓΌsten-Etappe fΓΌr die nΓ€chsten Tage. Wir radelten entspannt zu unserer gebuchten Unterkunft in Richtung Salerno. Unterwegs machten wir noch einen groΓen Halt bei einem Supermarkt, um unsere VorrΓ€te ordentlich aufzustocken. Danach hieΓ es erst einmal: FΓΌΓe hochlegen und die Akkus wieder aufladen! Wie es fΓΌr uns dann im Landesinneren des Stiefels weitergeht, um an die andere KΓΌstenseite zu gelangen, seht ihr im nΓ€chsten Blogartikel!
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